23. Mai 2019

Trauer erleben und Rückschläge hinnehmen

Klingt der Titel negativ? Habt ihr jetzt die Erwartungshaltung, dass ich etwas Schlechtes berichte? Mh, gewissermaßen schon, aber ich will schlussendlich aus der Dunkelheit in das Licht führen, nachdem wir uns einen Moment lang mit dem Dunklen beschäftigt haben.

Aber ich fange vorne an und mache es kurz. Meine Arbeits- und Schminkpause hat viel gebracht und es lief super mit meiner Haut. Ich habe es abends sehr oft komplett bleiben lassen können und die Tage über insgesamt wenig bis sehr wenig an meiner Haut gedrückt. Vor ein paar Tagen kamen die ersten kleinen Rückfälle... Ich habe zu oft den Fehler gemacht, das Licht im Bad anzuschalten und/oder zu nah an den Spiegel zu treten. Leider haben diese verhältnismäßig kleinen Rückfälle aufeinander aufgebaut, sodass ich nach einem sehr guten Heilungsprozess ein paar Rückschritte in Sachen Hautbild verzeichnen muss. Anfangs wollte ich diesen Rückfällen keine Beachtung schenken und einfach weiter motiviert bleiben. Man könnte fast meinen, ich hätte sie ignoriert und war versteift in meinem Blick nach vorne.

Denn heute - gerade eben - hatte ich wieder einen kleinen Rückfall und diesmal dachte ich mir: "Nein, heute machst du es anders! Es ist jetzt zu schlimm geworden, ich brauche eine andere Strategie!". Es fühlte sich falsch an, jetzt mit dem üblichen Gedanken, dass ich mich davon ja bloß nicht runterkriegen lassen darf, an die Sache heranzugehen. Ich entschied mich dafür, dass ich meinen Gefühlen über den Rückfall (bzw. die Rückfälle) freien Lauf lassen will. Für einen kurzen, zeitlich limitierten Moment wollte ich ganz genau erspüren, was ich fühle und wie es sich anfühlt. Auf eine Reise in meine Emotionswelt gehen, dem Ganzen Beachtung schenken.

Für diesen Moment wählte ich ein persönlich sehr bedeutungsvolles Lied aus:
https://www.youtube.com/watch?v=3h-JYx76QNM

Also: Was fühle ich in Hinblick auf meinen Rückfall?
Ein starkes Gefühl des Scheiterns, des Nichtgenugseins. Der Trauer und Enttäuschung. Ich fühle Unfähigkeit und Undankbarkeit, weil ich meine harte Arbeit "einfach so" zerstöre. Es fühlt sich an, als würde mich ein Gewicht hinunterziehen. Nein, viel eher wie ein Schlag in's Gesicht, wenn ich ehrlich bin. Irgendwo sitzt auch ein leises Gefühl von Unfairness, das sich schwer greifen lässt. Hilflosigkeit und Angst machen sich breit, weil ich mich ausgeliefert und machtlos fühle. Den nächsten Tagen blicke ich mit Sorge entgegen...

Okay, das ist eine kleine Sammlung meiner Gefühle. Ihr könnt euch denken, dass es absolut nicht einfach ist, Empfindungen in Worte zu transformieren. Aber so in etwa sähe das aus. Ich habe mir einen Moment genommen, um mir über diese Gefühle klar zu werden und sie bewusst zu spüren, während das verlinkte Lied im Hintergrund lief. Für diesen Augenblick wollte ich alles an Trauer zulassen, um sie im nächsten Schritt besser hinter mir lassen zu können.

Denn mein Hintergedanke dabei ist, dass wir manchen Emotionen vielleicht besser für einen Augenblick Raum geben müssen, damit sie uns nicht ständig wie ein Hintergrundrauschen begleiten. Ich habe mich den negativen Gefühlen hingegeben und daher den Eindruck, dass ich jetzt besser mit dem Rückfall umgehen und vor allem abschließen kann. Ich habe gespürt, dass ich traurig darüber bin, aber jetzt ist der Zeitpunkt, das hinter mir zu lassen. Meine Reise in meine Emotionswelt war nicht nur ein Blick nach innen, sondern gewissermaßen auch nach hinten. Nun ist es wieder an der Zeit, nach vorne zu blicken. Mit neuem Willen und neuer Motivation!

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