'N Abend.
Ich bin jetzt fast einen Monat aktiv auf Instagram unterwegs und da könnte ich ja vielleicht ein erstes Fazit ziehen. Zumindest ein paar Punkte möchte ich ansprechen.
Bisher macht es mir insgesamt Spaß, die App zu nutzen. Ich hab das Gefühl, mit meinen eigenen Posts ganz anders Menschen erreichen zu können - undzwar viel visueller und direkter. Dafür muss aber auch die Intensität der Auseinandersetzung etwas einbußen, denn für so lange Texte wie hier auf dem Blog ist dort kein Platz. :D Die Aufmerksamkeitsspanne ist grundsätzlich relativ gering auf solchen Plattformen wie Instagram. Dem steht jedoch ein weiterer, großer Vorteil entgegen: Die Möglichkeit zur Vernetzung sowie zum Austausch, weil die Beiträge viel leichter entdeckt und geteilt werden können. Es ist viel einfacher, auf meinen Instagramaccount zu stoßen und darauf zu reagieren als auf meinen Blog, schätze ich. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass quasi jeder Hans und Franz bei mir landet, der zum Thema psychische Gesundheit generell oder gar zum Skin Picking keinerlei Verbindung hat. Das kann sowohl Chancen, als auch Risiken bergen. Bisher habe ich glücklicherweise noch keinerlei negative Reaktionen erhalten und ich würde das auf meinem Account auch nicht tolerieren, sobald es unsachlich wird. Was ich im Sinne der positiven Punkte besonders herausheben möchte: Es gibt zum Thema Akne, Acne-/Skinpositivity und Ähnlichem eine ganz tolle und inspirierende Community, die gar nicht mal klein ist! Das ist auch für mich neu, so viele Menschen zu sehen, die ihre echte Haut und ihre Hautprobleme offen zeigen und damit diesem Ideal der ach so perfekten, sowieso überarbeiteten Haut auf Fotos in den sozialen Medien entgegenwirken wollen. Ganz stark! Das feiere ich total und verfolge ich auch gerne.

Warum ist das für mich so neu und erfrischend? Weil ich das aus meinem direkten Umfeld und besonders aus der Zeit, in der ich aufgewachsen bin, gar nicht kenne. Ich war immer (fast) die Einzige mit derartigen Hautproblemen und ebenso bei psychischen Problemen. Auch das jahrelange Mobbing, welches mich durch meine Schulkarriere begleitete, bezog sich oft genug auf meine Haut und meinen Umgang mit Schminke etc.. Klar, je älter ich wurde, desto eher lernte ich hier und da auch Menschen kennen, denen es auf die ein oder andere Weise genauso ging/geht wie mir und mit denen ich endlich ehrlichen Austausch betreiben konnte, aber das geschah in der Regel eher über's Internet. Mh, aber wer weiß, vielleicht ist das auch nur ein verfälschter Eindruck? Nicht selten wird man im Prozess des Erwachsenwerdens reifer und sensibler, was auch solche Themen angeht. Eins weiß ich unabhängig davon sowieso: Heutzutage habe ich die richtigen Menschen in meinem Leben und das ist mir auch wichtig! Ich schätze es, wenn die gleichen Werte vertreten werden und ich mich drauf verlassen kann, dass hinter mir gestanden wird.
Ich hoffe, dass auch ihr die richtigen Menschen in eurem Umfeld habt und wenn nicht, dann habt den Mut, die Verbindungen zu kappen. Umgebt euch mehr mit den Personen, die euch guttun! Wenn ihr auf Social Media unterwegs seid, folgt solchen schonungslos ehrlichen und mutgebenden Accounts!
Ansonsten wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche!