20. Mai 2017

Aufhol-Anfälle



Das sind zwei Handyfotos, die mich und meinen Hautzustand von vor wenigen Minuten zeigen. So sah ich gerade eben aus. Und natürlich sieht es nur deswegen so schlimm aus, weil ich gedrückt habe. Die roten Schwellungen kommen ja nicht einfach so aus dem Nichts... Ihr dürftet meine Haut inzwischen kennen. Aber naja, meine Haut ist eigentlich sogar ein ziemlich guter Indikator für meine Drückattacken. Man sieht genau, wieviel und an welchen Stellen ich gedrückt habe. Verräterisch.

Die Bilder sagen gerade heraus: "Jacqueline hatte einen Anfall!" Kann ich nicht leugnen, aber gehen wir der Sache mal auf den Grund! Weshalb hatte ich gestern Abend und eben gerade Drückanfälle? Habe ich etwas zu verarbeiten? Vielleicht habe ich das, aber ich halte es nicht für den Hauptauslöser. Der liegt meiner Meinung nach eher darin, dass ich jetzt knapp eine Woche "auf Entzug" war. Während des Seminars gibt es viel, was mich vom Drücken abhält. Dazu zählt die ständige Anwesenheit anderer Menschen, der zu hohe und zu weit entfernte Badezimmerspiegel, das nette Beisammensitzen und die daraus resultierende gute Laune und und und. Das Skin Picking hat in Bad Pyrmont keinen Platz, ganz einfach. Doch kaum bin ich wieder zuhause, gibt es mindestens genauso viel, was mich in alte Verhaltensmuster und Denkweisen zurückholt. Dazu gehört auch ganz plump das Gefühl, ich müsse die fünf Tage aufholen. Echt bescheuert eigentlich, weil meine Haut sich über die Zeit verbessert hat und kaum noch etwas zum Drücken da ist. Doch das ist mir natürlich vollkommen egal und schon stecke ich ganz tief in einem Aufhol-Anfall. Solche Anfälle sind eine ganz eigene Art, die sich aus systematischem Drücken und tiefer Trance zusammensetzt. So ist mein Kopf einerseits zielgerichtet und klar, aber andererseits tief versunken in einem schwammigen Nichts. Vielleicht können mir einige Betroffene nachempfinden.

Nun ist es offensichtlich schon zu spät, um noch irgendetwas gerade zu biegen. Für die nächsten Tage allerdings sind mir meine Hände nicht mehr gebunden. Da kann ich versuchen, weniger zu drücken und diese Aufhol-Anfälle nicht zum Startschuss einer weiteren Tiefphase werden zu lassen. Drückt mir die Daumen.

14. Mai 2017

Gefühlsgelaber

Guten Abend!

Oh man, es ist ja schon halb 10... Und ich habe noch nicht ansatzweise mit dem angefangen, was ich diesen Abend noch schaffen muss (Wäsche abnehmen und Tasche packen). Morgen geht es nämlich auf mein viertes FSJ-Seminar, um den Punkt schonmal abzuhaken. Das bedeutet für euch wieder 5 Tage Ruhe, aber das dürftet ihr ja hin und wieder von mir gewohnt sein, schließlich ist mein letzter Post auch schon wieder 7 Tage her. Heute gibt es jedoch mal ein kleines Update zu meiner Situation und meinen Gefühlen.

Wie geht es mir gerade und was passiert im Moment so? Nunja, für mich rennt die Zeit momentan, das steht fest. Es passiert irgendwie ziemlich viel und wenn ich die nächsten Wochen und Monate angucke, wird das auch so bleiben. Mein FSJ geht bald zu Ende, die Bewerbungsfristen für die Unis beginnen nächste Woche und ich versuche neben meinen beiden Jobs, alles unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet mein Leben zuhause, meinen Freund, meine Oma und meine Mutter. Achja - Gedanken um meine Zukunft mache ich mir natürlich auch seit geraumer Zeit. Es wird sich nämlich viel ändern, sobald mein FSJ zu Ende ist und ich einen Studienplatz (am besten natürlich den gewünschten) finde. Dann heißt es ab in einen neuen Lebensabschnitt: Selbstständig werden und ausziehen. Doch das ist alles noch etwas hin... Kommen wir mal zur Gegenwart zurück. Dieses Wochenende hat mein Freund mich mal wieder besucht und es war wie immer schön. Unsere Beziehung entwickelt sich weiter und gibt mir Kraft. Es läuft sehr gut; trotz der Entfernung und den damit verbundenen Umständen. Wenn ich mich selbst betrachte, dann würde ich sagen, dass ich seit Beginn der Beziehung innerlich ruhiger und ausgeglichener geworden bin. Die Dermatillomanie ist schon lange nicht mehr Thema Nr.1 in meinem Kopf. Eher das Gegenteil, denn ich mache mir kaum noch Gedanken darum. Inwiefern das gut ist, ist eine andere Frage, aber ich merke den Unterschied. Meine Gefühle in Bezug zu meiner Haut treten "abgeschwächter" auf, wenn ihr versteht. Ein gutes Beispiel: In letzter Zeit läuft es im Dekolleté äußerst schlecht, doch das nervt mich nur ein wenig. Gleichzeitig lief es bis vor Kurzem recht solide im Gesicht, was sich so langsam wieder ändert. Doch hey, auch das ärgert mich zwar, ist aber in Ordnung! Was macht es schon aus? Ich werde trotzdem geliebt. Kein Grund, deswegen zu weinen oder deprimiert zu sein. Es gibt nur eine Sache, die mich noch beschäftigt... Undzwar, dass ich mir trotz der Anwesenheit meines Freundes einfach Zeit vor dem Spiegel nehme. Ich kriege es um's Verrecken nicht hin, das Drücken während seiner Besuche hier zu unterlassen. Wieso nicht? Brauche ich das gerade so dringend? Wieso brauche ich es? Ich meine..., dass ich es jetzt nach dem Abschied auf eine Art und Weise brauche, leuchtet mir noch ein, aber sonst!? Warum erreicht es mich nicht, dass ich glücklich bin? Warum lässt es meine Hände nicht wenigstens für diese Zeit ruhen? Ich versteh's nicht. Es tut mir nämlich immer so leid, wenn ich mal wieder viel zu lange im Bad gebraucht habe und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Mein Freund sprüht dann jedes Mal vor Verständnis, doch das ändert nichts an meinen Schuldgefühlen. Ich will uns doch keine Zeit rauben, das ist so bescheuert. Um es zusammenzufassen: Ich fühle gerade eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Einerseits bin ich noch von positiven Gefühlen des Wochenendes geprägt und freue mich gleichzeitig auf die Seminarwoche, doch andererseits bin ich wegen des Abschieds und wegen meiner ganzen Drückerei danach ein wenig geknickt. In Bezug auf meine Zukunft fühle ich immer noch Angst, jedoch ist sie schwächer geworden. Inzwischen kam noch eine andere Emotion hinzu, nämlich Spannung. Irgendwo lauert auch eine leise Vorfreude, doch die ist noch etwas schüchtern...

Nungut, in Anbetracht dessen, dass ich jetzt (um kurz vor 10) wirklich meine Tasche packen sollte, beende ich diesen Post. Betrachtet es als Life-Update oder sowas. Muss ja auch mal sein, oder?

Bis in einer Woche! :)

7. Mai 2017

Vorher-Nachher - 4

Halli hallo!

Dieser Post wird bereits der vierte Teil in der "Vorher-Nachher"-Reihe werden und ist entstanden, als ich die neuen Fotos für meine "Über mich"-Seite geschossen habe (mehr in diesem Post). Ich wusste schon vor der Aktion, wie ich mich schminken wollte und dass es mal etwas "mehr" sein durfte - zumindest für meine Verhältnisse. Lippenstift trage ich nämlich vom Aussehen her gerne, aber meistens geht er mir doch auf die Nerven, wenn ich ihn mehrere Stunden tragen muss. Daher ist Lippenstift eher selten zu sehen bei mir; schon gar nicht im Alltag oder für die Arbeit! Insgesamt habe ich mir mit dem Make-Up viel Mühe gegeben und dafür auch entsprechend Zeit gebraucht. Damit unterscheidet sich dieser Vorher-Nachher-Look sehr von dem, der im dritten Teil zu sehen ist. Dort ging es ja um wenig Aufwand und ein dezentes Ergebnis, wohingegen ich dieses Mal darauf gesetzt habe, dass man am Ende was von der Schminke sieht. Ich wollte mich gewissermaßen verwandeln, wenn ihr versteht. Es macht mir Spaß, mit den Gegensätzen 'ungeschminkt' und 'geschminkt' zu spielen und die Menschen um mich herum damit sogar hin und wieder zu verwirren oder zu überraschen. Mir wurde schon das ein oder andere Mal gesagt, dass ich ungeschminkt sehr anders aussehe und man mich auf den ersten Blick kaum wiedererkennt.

Um euch jedoch nicht länger hinzuhalten, könnt ihr euch nun selbst einen Eindruck verschaffen:



Die verwendeten Produkte habe ich euch nicht abfotografiert, aber falls ihr da Nachfragen habt, dann schreibt mir gerne! Im Grunde ist sogar Einiges von den Basics noch mit dem identisch, was ihr im zweiten Teil sehen könnt. Lustig, dass sich selbst über fast 2 Jahre so wenig ändert. Das zeigt mir, dass ich mich in meinem Stil gefunden habe und auch weiß, mit welchen Produkten ich gut zurecht komme. Das ist doch eh das Wichtigste, nicht wahr.

Und nun wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag! Man sieht sich bald wieder, tschüssi.

2. Mai 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 4

Moin!

Mein letzter Part dieser Fotoserie ist zwar nicht lange her, aber es gibt zwei gute Gründe, die dafür sprechen, nun den nächsten Part zu bringen. Erstens gehört dieser Teil ja noch irgendwie zum letzten (sie unterscheiden sich nur thematisch) und zweitens ist Mitte Mai bereits das nächste - und gleichzeitig vorletzte - Seminar! Die Fotos vom vergangenen Seminar möchte ich daher gerne noch veröffentlichen, bevor es weitergeht.

Dieses Mal kriegt ihr einerseits schöne Sonnenuntergangsbilder von entspannten Abenden auf dem Balkon und andererseits ein paar kleine Eindrücke aus der "Stadt" Bad Pyrmont. Ich persönlich finde die Häuser dort nämlich alle sehr niedlich und schnuckelig, sie haben schlichterdings einen eigenen Charme. Man fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise wohl, wenn man dort durch die Straßen schlendert...

Los geht's mit den Sonnenuntergängen, denen man gefühlt ewig nachschauen konnte:



Ab hier startet ein Mini-Stadtrundgang, der euch hoffentlich einen kleinen Eindruck davon vermittelt, wie die Gebäude dort aussehen und was für ein Flair in diesem kleinen Kurort herrscht.

Gebäude der Commerzbank

Evangelisch-lutherische Stadtkirche

Haus Ockel am Brunnenplatz

Allee am Brunnenplatz

Haus Uslar am Brunnenplatz

Fürstenhof am Brunnenplatz

Brunnentempel "Der Hyllige Born"


Ende im Gelände, mehr habe ich nicht. Jetzt gehe ich zu Bett, gute Nacht! :)

27. April 2017

Neuer TV-Beitrag!

Hallöcheeeen!

Ich habe einen sehr heißen Tipp für euch, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet! Es gibt nämlich einen neuen TV-Beitrag über das Skin Picking. Er ist vier Minuten lang und lief diese Woche bei "Volle Kanne" im ZDF. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Frau, die in diesem Beitrag die Hauptrolle spielt, ein Mitglied der Kölner Selbsthilfegruppe. Hut ab für diesen Mut und danke dafür, dass so ein weiterer großer Schritt in Richtung vermehrter Bekanntheit gemacht wurde! Das ist extrem wichtig und wie man merkt, auch wirksam. So langsam steigt das Medieninteresse an unserer noch viel zu unbekannten Krankheit. Das ist doch toll!

Mit dem Link, den ich euch am Ende hier einfügen werde, gelangt ihr aber nicht nur zum Beitrag selbst, sondern auch zu einem Artikel. Der ist insbesondere gegen Ende interessant, da dort erwähnt wird, dass man vielleicht schon recht bald offiziell Anspruch auf eine Kostenübernahme einer Therapie von der Krankenkasse hat. Das würde eventuell dazu führen, dass sich mehr Betroffene für eine Therapie entscheiden, was wiederum noch mehr Fachleute darauf aufmerksam machen sollte. Ihr seht: Die Entwicklung ist ganz gut dabei.

Aber nun ist Schluss mit dem Gerede, jetzt gibt es den Beitrag. Viel Spaß dabei und schreibt mir doch gerne, was ihr davon haltet!

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/skin-picking-hautkrankheit-psychische-stoerung-100.html

Bis dann!