15. Oktober 2019

Skin on fire

Ich will gar nichts groß sagen eigentlich... Bin es ein wenig satt und schäme mich auch - gerade nach meinem letzten Post. Aber es ist die echte und ungeschönte Wahrheit, ganz egal, wie sehr sie mir zuwider ist. Seht selbst und denkt euch euren Teil.



Wieso, weshalb, warum? Mir egal, ich will nicht drüber nachdenken, wirklich. Lass mich einfach in Ruhe, scheiß Skin Picking. Bitte.

4. Oktober 2019

Motivation, die unter die Haut geht

Einen schönen guten Abend!

Ich freue mich schon seit so langer Zeit, endlich diesen Beitrag für euch schreiben zu können, das glaubt ihr gar nicht! Gefühlt habe ich viel zu lange keinen wirklich persönlichen und langen Post mehr geschrieben, der so richtig von innen kommt. In letzter Zeit war viel dabei, was für mich eher "unpersönlich" und "oberflächlich" ist oder aber nicht von mir selbst kam. Mit dem folgenden Inhalt habe ich das Gefühl, euch wieder etwas von mir zu zeigen.

Kurz zur Vorgeschichte: Tattoos waren auf meinem Blog nie groß Thema, aber einmal habe ich zumindest durchklingen lassen, dass ich gerne welche haben möchte. Das war in meinem Beitrag "Diagnose: Physikalische Nesselsucht" von 2015. Wegen meiner Hautreaktionen, die die Nesselsucht bei Druck, Reibung und Kratzen auslöst (genauer hier nachzusehen), dachte ich, dass Tattoos für mich nicht infrage kämen und habe das Ganze erstmal abgetan. Darüber war ich deshalb traurig, weil ich irgendwie schon immer Tattoos haben wollte. Jahrelang habe ich mich dann erstmal nicht mehr damit beschäftigt - bis diesen Sommer. Da beschloss ich recht spontan, dass ich mich dem Schicksal nicht ohne einen Test hingeben möchte. Mir geisterten nämlich seit Wochen Ideen für ein ganz bestimmtes, größeres Tattoo im Zusammenhang mit dem Skin Picking im Kopf herum und es bedrückte mich, dass es unklar ist, ob die Umsetzung dessen möglich ist oder nicht. Deshalb überlegte ich mir ein ganz kleines Motiv, was für mich eine schöne Bedeutung hat und freundete mich zuerst eine Weile damit an, bis ich zu einem Walk In Day ging, wo ich die Nesselsucht selbstverständlich im Vorhinein erwähnte. Und siehe da: Es funktionierte! Meine Haut hat erstaunlich wenig reagiert, sie ist kaum angeschwollen und wurde nur ein wenig rot. Der Tätowierer wies mich einerseits auf seine vorsichtige Arbeitsweise und andererseits natürlich darauf hin, dass ich das bei jedem Tätowierer neu ansprechen muss, weil die Reaktion auf viele Faktoren, wie beispielsweise das Motiv, die Stelle und meine Verfassung ankommt.

Daraufhin habe ich mich mit einem anderen Tätowierer in Verbindung gesetzt, der mir mein großes Dermatillomanie-Tattoo stechen sollte. Das Tattoo wurde mein diesjähriges Geburtstagsgeschenk von meinem Vater, meiner Schwester und meinem Freund. Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können! Auch hier wieder keinerlei Nesselsuchtreaktionen, das flasht mich bis heute. Aber ich zeige euch erstmal, wovon wir hier sprechen, bevor es weitergeht:

Frisch tätowiert und eingecremt

Frisch tätowiert und eingecremt

Heute, nach zweieinhalb Wochen Heilung

Erkennt ihr schon, was es darstellen soll? Wenn ja, habt ihr ein gutes Auge und kennt euch aus! Wenn nein, ist das auch nicht schlimm. Es ist absichtlich eine etwas versteckte Darstellung und ich werde sie euch erklären. Es handelt sich um eine ausgestaltete Version des bekannten Semikolon-Tattoos. Dazu gehört oft der Satz "Your story isn't over yet". Das Tattoo geht zurück auf das Project Semicolon, welches allen Menschen mit psychischen Krankheiten, Depressionen, Ängsten, Suizidgedanken, SvV, Gewalterfahrungen, Selbsthass usw. gedenken möchte und ist Symbol für den selbstbestimmten Verlauf des Lebens. Dazu gehört diese Erklärung: "Ein Semikolon wird dann verwendet, wenn ein Autor einen Satz hätte beenden können, sich aber dazu entschieden hat, es nicht zu tun. Du bist der Autor und der Satz ist dein Leben." Soweit zur Bedeutung des Semikolons, die für mich zwar auch gilt, aber nicht alleine. Zusätzlich zu dieser allgemeinen Bedeutung beziehe ich mein Semikolon auch auf das Skin Picking und mein Leben damit. Dass ich meinen Kampf gegen die Dermatillomanie nie von mir aus beenden werde (ehe ich es geschafft habe) und dass es immer ein "Danach" gibt. Wenn ich mal frei vom Skin Picking bin, soll es mir zeigen, dass ich es geschafft habe und sich das Kämpfen gelohnt hat. Entgegen der geläufigen Semikolon-Tattoos trage ich mein Motiv nicht an einer leicht einsehbaren Stelle, sondern am Rücken. Das hat den Grund, dass ich es nicht immer sehen brauche. Ich weiß intuitiv um seine Bedeutung, in meinem Inneren ist sie verankert. Daher wurde es diese Stelle, weil es mir eher unbewusst den Rücken stärken und mich auch dann begleiten soll, wenn ich nicht aktiv daran denke.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, besteht der obere Teil aus einer Lotusblüte. Die Bedeutung von Lotusblumen gefällt mir sehr, darum habe ich mich mit Bedacht für dieses Motiv entschieden. Der Lotus ist die Blume des Lebens und vereint sehr viele Bedeutungen, die vom jeweiligen Kontext abhängen. Was mir zusagt und was ich gewissermaßen auf mich und mein Skin Picking beziehe, möchte ich ebenso mit euch teilen. Die Lotusblüte ist unter Anderem Symbol für den Neuanfang und für Wandlung, für innere Schönheit und Vollkommenheit, für Verbundenheit und Einklang sowie für Treue, Liebe, Harmonie, Ausdauer und Reinheit des Herzens. Der Lotus verhilft zu geistiger Klarheit und innerem Wachstum und ist ein Glücksbringer, der das Bewusstsein stärken soll. Ihr seht schon: Dieses Tattoo ist förmlich aufgeladen mit Bedeutungen und für mich von großer Wichtigkeit.


Ich hatte das Gefühl, so eine ganz besondere und große Motivation zu brauchen. Jetzt hab ich sie, für immer unter meiner Haut. Momentan versuche ich stark, mich jeden Tag an diese Tätowierung und ihre Bedeutung zu erinnern. Falls ich mal keine Gründe sehen sollte, weiterzumachen, muss ich mich nur entsinnen, was auf meinem Rücken verewigt ist. Dort trage ich ab jetzt 24/7 einen Grund dafür, nicht aufzugeben.

Falls ihr mehr über die genauen Erfahrungen hinsichtlich Schmerzen beim Stechen und hinsichtlich des Verheilungsprozesses (als Skinpicker) wissen wollt, gebt mir Bescheid. Das hier wird nicht mein letztes Tattoo sein und wer weiß, vielleicht habe ich irgendwann noch mehr Erfahrung und mache euch einen ausführlichen Post darüber, wie es für einen Skinpicker mit Tattoos ist.

Bis dahin! Danke für's Lesen und ein schönes Wochenende, ihr Lieben!

27. September 2019

Review Garnier SkinActive Waschgel

Schon wieder sind es fast zwei Wochen, in denen kein Beitrag erschienen ist. Aber ich habe es ja gewissermaßen angekündigt...

Apropos "angekündigt" - vor langer Zeit habe ich hier auch mal angesagt, ein Review zum Garnier Waschgel zu schreiben. Nach fast 1,5 Jahren komme ich endlich dazu! Um euch nochmal das Produkt in Erinnerung zu rufen, falls ihr nicht in den verlinkten Post schauen wollt:



Das ist es also. Recht vielversprechend, oder? Obwohl es vom Aussehen etwas an die viel zu aggressiven Waschprodukte gegen Pickel erinnert. Das Aussehen hat sich übrigens auch etwas geändert, denn als ich gestern im Rossmann stand, entdeckte ich das Waschgel in neuem Design:


Nun aber zu meiner kleinen Rezension, wo ich es endlich mal oft und regelmäßig genug verwendet habe, um aus eigener Erfahrung zu sprechen. Ich habe das Waschgel als gut reinigend und entfettend, jedoch nicht als zu aggressiv oder reizend empfunden. Es riecht frisch, hat eine klare und nicht zu dickflüssige Konsistenz und bereits ein großer Pumpstoß reicht für das ganze Gesicht aus, weil es ausreichend aufschäumt und sich gut verteilen lässt. Das Abwaschen geht ebenso leicht wie das Verteilen und die Haut fühlt sich danach tief gereinigt und erfrischt an. Ein trockenes Gefühl wird nicht hinterlassen, jedoch kann es bei zu Trockenheit neigender Haut sein, dass es ein klein wenig spannt nach der Anwendung. Bei mir ist das jedoch nicht der Fall.


Für mich eignet sich das Waschgel am besten nach dem Abschminken, um nochmal die letzten Reste Schminke und Schmutz zu entfernen. Das hilft mir dabei, die Poren richtig frei zu bekommen und am nächsten Morgen nicht als total glänzende Speckschwarte aufzuwachen, haha. Ansonsten nutze ich das Waschgel nur dann, wenn ich mal mehrere Tage zuhause bin und das Gefühl habe, das Fett und das dreckige Gefühl von meiner Haut nicht mit Wasser alleine abwaschen zu können. Meinem Hautbild hilft es nur bedingt, würde ich sagen. Aber ihr wisst, wie schwer ich das aufgrund des Skin Pickings einschätzen kann. Meiner Vermutung nach könnte es schon helfen, wenn ich aufhören würde mit den Drückereien.

Ihr merkt: Das Waschgel hat mich überzeugt und hat dauerhaft Einzug in mein persönliches Produktesortiment gefunden. Für Mischhaut wie meine kann ich definitiv eine Empfehlung aussprechen! Zum Preis kann ich gerade leider nichts sagen, darauf habe ich natürlich nicht mehr geachtet gestern. Aber allzu teuer wird es nicht sein, sonst hätte ich es selbst nicht mitgenommen. Wenn ihr Interesse habt, schaut bei eurer Drogerie um die Ecke vorbei. :)

Damit verabschiede ich mich, tschüssi.

14. September 2019

Viel los


"Hey!" sagt dieses Bild von heute.

Ich wollte mal eben schauen, ob hier alles in Ordnung ist. Mich melden, ihr wisst schon. Momentan ist es wieder recht still um mich und den Blog geworden, was viele Gründe hat. Einerseits schreibe ich an meiner zweiten Hausarbeit und habe wie immer viel Unistress, andererseits spielen sich unzählige andere Dinge ab - zum Beispiel ist eine sehr gute Freundin von mir für einige Tage zu Besuch. Ein paar dieser anderen Dinge haben aber auch mit dem Skin Picking und dem Blog zutun, jedoch kann ich euch noch nicht genau erzählen, was es damit auf sich hat. Warten wir noch ein bisschen, dann gibt es hoffentlich tolle Neuigkeiten und interessante, neue Posts!

Seit dem vorletzten Post hätte ich mich durchaus nochmal melden können, weil ich auch eine Zeit lang wenig an meiner Haut gedrückt habe und sie in einem guten Zustand war. Das hielt aber nicht lange an, mein Zyklus hat das Ganze wieder ordentlich durcheinander gewirbelt. Drum sehe ich selbst leicht geschminkt (wie auf dem Foto) irgendwie etwas "fleckig" aus. Hoffentlich geht es bald wieder bergauf, drückt mir die Daumen.

Ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr eure eigenen Lebensaufgaben gut bewältigt!

Bis sehr bald, Jacqueline.

6. September 2019

Derma Self Love Club - 6

Einen schönen guten Morgen wünsche ich euch!

In dieser Postserie (alle Teile hier zu finden) berichtet Janika, eine liebe Freundin und Betroffene, von ihren Erfahrungen mit Skin Picking. Heute soll es um einen typischen Tag mit Skin Picking gehen - Janika lässt euch dafür in ihren Kopf schauen und schildert anhand einer dialogischen Form ihre Gedanken. Führt ihr auch solche "Gespräche" mit eurer Dermatillomanie? Könnt ihr nachempfinden, wovon Janika erzählt? Ich finde diesen Perspektivwechsel sehr spannend und müsste meine Gedankenmuster mal daraufhin analysieren.

Bevor es losgeht, möchte ich eine Triggerwarnung geben: Wer betroffen ist und sich von Beschreibungen dieser Art getriggert fühlt, möge darauf hingewiesen sein und diesen Beitrag bei Bedarf gerne überspringen!


"Ein Tag in meinem Kopf

Das Gespräch mit der Dermatillomanie findet in meinem Kopf statt.
Der graue Text gibt die Redeanteile der Dermatillomanie wieder.
Dies ist eine um ein vielfaches gekürzte Version. Da ich nicht zu sehr triggern möchte, habe ich stärkere Gedanken hier weggelassen.

Ein neuer Tag beginnt. Ich wache auf. Ich mag die Ruhe vor dem Sturm. In den ersten paar Sekunden an einem neuen Tag empfinde ich keinerlei Zwang. Ich bin frisch im Kopf. Dann klopft sie an.
Wie war das eigentlich? Hast du gestern viel gedrückt? Stimmt, gestern Abend vor dem Duschen. Das müsste man heute doch dann fühlen. Lass uns mal am Kinn anfangen.
Sei ruhig! Ich will nicht schon gleich am Morgen drücken, dann ist der ganze Tag wieder dahin! Ich muss mich dann hier in meiner Wohnung verkapseln. Bitte heute einmal nicht.
Naja, wenn du eine passendere Ablenkung findest, etwas, das dir mehr Spaß macht und Entspannung bringt als ich, dann bitte.
Ich atme tief durch, ziehe mir die Decke über das Gesicht, spanne einmal meine Fäuste an und stehe dann auf. Ich ziehe mich an. Ich stehe mit einer Distanz zum Spiegel, erkenne aber trotzdem die Krusten, die sich über Nacht gebildet haben. Ich versuche sie zu ignorieren, indem ich mich auf das fokussiere, was ich mir für den Morgen vorgenommen habe. Solange ich beschäftigt bin, höre ich keine Stimme. Als ich mit meiner Arbeit fertig bin, meldet sie sich sofort.
Na hör mal, du hast die letzten Aktivitäten durchgeführt mit Krusten in deinem Gesicht! Die gehören da doch nicht hin. Stell dir vor, du kannst sie verschwinden lassen. Ich verspreche dir, ich bin ruhig, wenn du jetzt einmal an den Spiegel gehst.
Nein, das werde ich nicht. Meine Haut hat mir nichts getan und du bringst mich auch nicht dazu, anders darüber zu denken.
Wie du meinst. Dann sorge ich nun dafür, dass du die gaaanze Zeit an nichts anderes denken kannst als an deine Haut. Haut. Haut. Haut.
Ich gehe mit meinen Fingern, die in einem Latexhandschuhe stecken, über meine Haut. Ich pausiere an Unebenheiten. Ich nehme mein Handy und betrachte das Spiegelbild. Ich ziehe meine Hand aus dem Handschuhe und knibbel ein paar Minuten. Ich kann mich befreien und stecke meine Hand zurück in den Handschuh.
Guck, das war doch gar nicht so schwer. Ich gebe dir dafür drei Sekunden, die du an etwas anderes denken kannst.
Ich fühle mich für drei Sekunden stark. Wie befreit.
Du hast gerade Haut weggeknibbelt. Willst du nicht mal im Spiegel nachschauen, was daraus geworden ist?
Es ist nichts passiert. Knibbeln reicht für den Moment. Vor dem Spiegel verführst du mich nur wieder zum Quetschen. Lass mich in Ruhe.
Dann durchflute ich deinen Körper nun mit einem tierisch anspannenden Gefühl.
Ich weiß, das ist ja nichts Neues. Ich fange an zu weinen. Ich denke mir, wenn ich nur einmal quetsche, habe ich etwas Ruhe. So wenig Aufwand für so ein tolles Ergebnis! Alle meine Vorsätze, Vorteile vom Widerstehen und positiven Argumenten gehen in der Flut der verführerischen Gedanken unter. Ohne noch einen Konter geben zu können, bin ich vor dem Spiegel gefangen.
:) Danke.
Siehst du?
Dank mir fühlst du dich besser.
Ich wache aus der Trance auf und reiße mich vom Spiegel weg. Nein, dank dir geht es mir schlechter, du trügst mich! Meine Haut brennt, ich weine und verkrieche mich unter der Decke. Nach dem ersten Schock suche ich Ablenkung und kann für einige Zeit meine Dermatillomanie vergessen. Ich denke nur in Bruchstücken an sie und dann als etwas, das ein Teil von mir ist. Aber auch als etwas, das ich hundertprozentig mit dieser Quetschepisode abgeschlossen habe. Jetzt ist meine Haut genügend bearbeitet. Juhu, ich muss nie mehr quet...
Hier bin ich wieder. Bist du dir sicher, dass du ambitioniert genug warst? Hast du sicher alle verdächtigen Stellen genügend gedrückt?
Ich gehe im Geiste die vorangegangene Episode durch. Ich merke, dass ich bei einer Stelle vielleicht nicht gründlich genug war.
Ich helfe gerne. Also, wollen wir noch mal?
Ich lasse mich erneut vor den Spiegel ziehen. Erst nach Stunden höre ich auf und gehe mit Herzschmerzen und mit einer innerlichen Leere unter die Dusche. Nach der Dusche fühle ich mich innerlich gereinigt und kann etwas Entspannung empfinden. Ich gehe ins Bett, schaue noch etwas fern und schließe die Augen.
Gute Nacht, bis morgen!

Fühlt euch gedrückt
Eure Janika"