Dieser Blog dient mir seit 2014 als eine Art "Tagebuch", in dem ich meine Reise mit dem Skin Picking festhalte. Des Weiteren möchte ich informieren, das Thema bekannter machen und anderen Betroffenen Verständnis, Mut sowie Inspiration schenken. Nebenbei teile ich auch andere Bereiche meines Lebens mit euch, lade Fotos hoch und Ähnliches. Viel Freude und Erkenntnisse beim Lesen!
4. Dezember 2015
Tränen
Manchmal erkennt man erst bei genauerer Betrachtung, was man eigentlich anrichtet... Wenn ich mir das Bild so anschaue, dann kommen mir die Tränen. Diese Momentaufnahme lässt mich ganz anders auf mich selbst blicken, es wirkt reflektierend. Wie sehe ich nur aus? Wie konnte es wieder so weit kommen? Ich habe wirklich keine Ahnung.
30. November 2015
Statusupdate und Eindrücke meiner Haut - 12
Mir geht es heute irgendwie nicht so gut... Ich bin seit letzter Woche übermüdet, dauerbelastet und ziemlich kaputt. Der Stress beginnt, sich negativ auszuwirken. Wie ich den Stress abbaue? Leider mit der falschen Methode, nämlich mit Skin Picking. Eigentlich wollte ich es vermeiden und dachte, der Stress würde mich vielleicht ablenken, jedoch ist das nicht unbedingt der Fall. Mein Hautzustand verbessert sich nicht, die Wunden im Gesicht und im Dekolleté kommen nicht dazu, zu verheilen. Ich habe eher das Gefühl, dass ich mich geradewegs auf dem Weg in ein Tief befinde. Ich spüre, wie ich dabei bin, den Abgrund hinunterzufallen und ich weiß nicht, ob und wie ich mich vor dem Hinabstürzen retten kann... Mein Fokus richtet sich zurzeit nur auf Schule, in dem ganzen Stress ist kein Platz für Selbstdisziplin hinsichtlich der Dermatillomanie. Außerdem habe ich leider niemanden, der mir die Hand reichen kann und mich vor dem Abgrund rettet. Gut, theoretisch könnte ich vielleicht wen ansprechen, jedoch ist das nicht so leicht. Ich kann das nicht. Und was soll es auch bringen? Der Stress bleibt und ich werde mir weiterhin meinen Weg suchen, ihn mit der Drückerei abzubauen. Niemand kann mich davon abhalten, denn niemand kann mich 24/7 kontrollieren. Die Lösung des Problems liegt in meinen Händen, nicht in denen einer anderen Person. Daher bin ich schlussendlich doch wieder allein. Allein stehe ich im Bad vor dem Spiegel und verbringe Ewigkeiten damit, der Wirklichkeit zu entfliehen und mich selbst zu entstellen. Allein sitze ich im Zimmer und taste mein Dekolleté und mein Gesicht ab. Ich spüre jede einzelne Wunde, jeden (vermeintlichen) Pickel, jede Kruste, jede Unebenheit. Meine Finger brennen darauf, erneut zu drücken und zu kratzen.
Heute mal wieder hochqualitative Fotos von meiner Handykamera, die direkt nach dem Abschminken und einer anschließenden Drücksession entstanden sind. Die ersten vier Bilder sind mit Blitz, deswegen sind die Farben teilweise etwas fern der Realität (z.B. bei meinen Haaren).
Heute mal wieder hochqualitative Fotos von meiner Handykamera, die direkt nach dem Abschminken und einer anschließenden Drücksession entstanden sind. Die ersten vier Bilder sind mit Blitz, deswegen sind die Farben teilweise etwas fern der Realität (z.B. bei meinen Haaren).
26. November 2015
Ich erinnerte mich...
Als ich mich heute Morgen für die Schule schminkte und mein Blick kurz auf die Wunden an meinem Hals und in meinem Dekolleté fiel, kam plötzlich eine Erinnerung hoch. Zwei metaphorische Hände rissen mich aus dem Nichts unsanft in die Vergangenheit. Genauer gesagt rissen sie mich in die Zeit, wo ich mich und meine Haut noch um jeden Preis versteckte. Wo ich mein Outfit jeden Tag genaustens geplant habe, um alles zu verdecken. Wo ich mich jeden Tag für die noch so kleine Erledigung geschminkt habe...
Ich musste daran denken, wie ich mir damals nicht nur die Pickel im Gesicht überschminkte, sondern auch die am Hals und im Dekolleté. Obwohl ich sowieso meistens etwas drüber trug, konnte ich den Gedanken nicht ertragen, dass irgendjemand etwas von den Pickeln und Narben sehen könnte. Also mussten tagtäglich 10-15 Minuten mehr eingeplant werden, um auch diese Stellen so gut wie möglich abzudecken. Ganz ehrlich? Heute komme ich mir bei dieser Erinnerung total blöd vor. Ich habe mich zu der Zeit einzig und allein von meiner Angst, meinem Scham und meiner Unsicherheit lenken lassen. Und diese Gefühle lenkten mich dazu, vor mir selbst und vor der Realität wegzurennen. Ich rannte und rannte und rannte... Dabei war es unmöglich, mir selbst zu entfliehen...
Ich bin froh, dass es heute anders ist. Dass ich mich heute mit all meinen Fehlern zeigen kann. Dass ich nicht mehr wegrennen muss. Das ist ein schönes Gefühl!
Ich musste daran denken, wie ich mir damals nicht nur die Pickel im Gesicht überschminkte, sondern auch die am Hals und im Dekolleté. Obwohl ich sowieso meistens etwas drüber trug, konnte ich den Gedanken nicht ertragen, dass irgendjemand etwas von den Pickeln und Narben sehen könnte. Also mussten tagtäglich 10-15 Minuten mehr eingeplant werden, um auch diese Stellen so gut wie möglich abzudecken. Ganz ehrlich? Heute komme ich mir bei dieser Erinnerung total blöd vor. Ich habe mich zu der Zeit einzig und allein von meiner Angst, meinem Scham und meiner Unsicherheit lenken lassen. Und diese Gefühle lenkten mich dazu, vor mir selbst und vor der Realität wegzurennen. Ich rannte und rannte und rannte... Dabei war es unmöglich, mir selbst zu entfliehen...
Ich bin froh, dass es heute anders ist. Dass ich mich heute mit all meinen Fehlern zeigen kann. Dass ich nicht mehr wegrennen muss. Das ist ein schönes Gefühl!
19. November 2015
Vorabi, Arbeit, usw.
Hey ihr!
Es ist Mitte November und nächste Woche werde ich meine erste Vorabi-Klausur schreiben, im Dezember folgt dann der Rest. Zusätzlich habe ich in Kunst mal wieder eine sinnlose Langzeitaufgabe zu bewältigen und arbeite nicht zuletzt an 13 Tagen im Weihnachtsmonat (habe ich erwähnt, dass ich den Job im Ortstheater erhalten habe und nun angestellt bin?). Von kleineren Erledigungen und Terminen will ich gar nicht anfangen... Ich stehe den bevorstehenden Wochen mit etwas Sorge gegenüber, weil ich mich frage, wie ich zeitlich alles unter einen Hut bekommen soll. Aber das werde ich dann sehen, ich bin optimistisch und werde einfach mein Bestes geben! Jedoch wollte ich hiermit ankündigen, dass es aufgrund des ganzen Stresses in der nächsten Zeit weniger Posts von mir geben könnte. Nicht, dass ihr euch wundert. Ich versuche trotzdem, mich ab und zu mal zu melden, damit hier nichts einschläft.
Also: Kommt gut in den Dezember, die Vorweihnachtszeit wartet! Wir hören uns. :)
Es ist Mitte November und nächste Woche werde ich meine erste Vorabi-Klausur schreiben, im Dezember folgt dann der Rest. Zusätzlich habe ich in Kunst mal wieder eine sinnlose Langzeitaufgabe zu bewältigen und arbeite nicht zuletzt an 13 Tagen im Weihnachtsmonat (habe ich erwähnt, dass ich den Job im Ortstheater erhalten habe und nun angestellt bin?). Von kleineren Erledigungen und Terminen will ich gar nicht anfangen... Ich stehe den bevorstehenden Wochen mit etwas Sorge gegenüber, weil ich mich frage, wie ich zeitlich alles unter einen Hut bekommen soll. Aber das werde ich dann sehen, ich bin optimistisch und werde einfach mein Bestes geben! Jedoch wollte ich hiermit ankündigen, dass es aufgrund des ganzen Stresses in der nächsten Zeit weniger Posts von mir geben könnte. Nicht, dass ihr euch wundert. Ich versuche trotzdem, mich ab und zu mal zu melden, damit hier nichts einschläft.
Also: Kommt gut in den Dezember, die Vorweihnachtszeit wartet! Wir hören uns. :)
15. November 2015
Autsch!
Ja, das sind Bilder von vor wenigen Minuten. Und ja, so sieht meine Haut im Dekolleté leider wieder aus... Lange war es nicht mehr so schlimm und das verwundert mich doch sehr, muss ich zugeben. Ich habe gar nicht richtig bemerkt, wie es immer schlimmer wurde und dann irgendwann so aussah. Der Prozess war sehr schleichend für mich, sodass sich der Hautzustand gefühlsmäßig gar nicht groß verändert hat, was offensichtlich nicht stimmt, wenn man sich die Fotos anschaut. Es ist sogar wieder so schlimm, dass mir meine komplette Haut im Dekolleté wehtut. Wenn ich meine Haut nur ganz normal mit den Händen berühre, tut es weh.
Wisst ihr, es ist nicht immer nur das Äußere. Es sind nicht immer nur die Wunden und Narben, die einfach da sind. Es ist auch nicht immer "nur" der seelische Schmerz, der durch die Narben ausgelöst wird. Manchmal ist es auch verbunden mit körperlichen Schmerzen und manchmal leidet man deswegen. Weil man Schmerzen hat, für die man selbst verantwortlich ist. In solchen Momenten fragt man sich unweigerlich die immer wieder aufkommende Frage nach dem "Warum". Warum tut man das? Warum kann man es nicht lassen? Warum schadet und verunstaltet man sich selbst? Eins ist klar: Man tut sich am Ende nur selbst weh - seelisch und körperlich! Und irgendwie möchte ich das nicht akzeptieren, obwohl ich es muss. Das bringt mich wieder mal in eine Sackgasse, aus der ich nicht mehr hinauskomme. Aber egal, schlussendlich ist nur eine Sache wichtig: Aushalten! Das Leben ist ein Kampf und wenn ich mir diese Suppe selbst einbrocke, dann muss ich sie auch auslöffeln! Ich trage die alleinige Verantwortung für das, was ich mir antue. Und wenn es sein muss, halte ich auch körperliche Schmerzen aus. Irgendwann hat das alles ein Ende.
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