13. Juni 2016

Jeder noch so kleine Abschied zählt!

Halli hallo!

Heute mal in einer schwungvollen und tatkräftigen Laune. Denn da ich außer einer Fahrstunde nichts vor hatte, habe ich mir vorhin meinen Kleiderschrank vorgenommen und Klamotten aussortiert. Dieses Mal ist echt Einiges zusammengekommen, ich war nicht so gnädig wie die letzten Male. Ich war viel ehrlicher und habe mich jedes Mal streng gefragt, ob ich das jeweilige Teil wirklich noch anziehe oder nicht. Vielleicht habe ich mich ein wenig vom momentanen "Minimalismus-Trend" inspirieren lassen, obwohl ich zugeben muss, dass die Lebensweise an sich gar nichts für mich wäre. Ich besitze nicht viel, aber eben auch nicht wenig und das darf gerne so bleiben.

Was hat das jetzt aber mit meinem Blog zutun? Die Antwort kommt sofort: Ich habe nämlich nicht nur Sachen aussortiert, die ich aus verschiedensten Gründen nicht mehr trage, sondern erstmalig auch einzelne Teile, mit denen ich negative Erinnerungen hinsichtlich der Dermatillomanie verbinde.


Hier seht ihr die erwähnten Sachen, die nur einen winzigen Teil vom kompletten Haufen ausgemacht haben. Es sind zwei T-Shirts (aus der Männerabteilung gekauft), zwei Rundschals und ein Tuch. Wenn ihr so gar nichts damit in Verbindung setzen könnt, empfehle ich euch die Posts Versteckspiel und Die Entwicklung meines Selbstbewusstseins. Es geht nämlich grob um die Zeit, in der ich meine Narben und Pickel noch nicht zeigen konnte und mich um jeden Preis hinter Schminke und Kleidung versteckt habe. Und wie ihr wisst, habe ich diesbezüglich eine große Veränderung durchgemacht und bin sehr viel offener geworden. Doch bisher verspürte ich noch nicht den Drang, deswegen meine alte Kleidung aus meinem Haushalt zu verbannen. Heute war das anders. Ich fragte mich:"Jacqueline, warum hast du das Zeug noch? Gibt es noch Gründe, diese Sachen zu tragen?" Nein, es gibt keine Gründe mehr dafür! Ich kam zu der Erkenntnis, dass es sich von nun an falsch anfühlen würde, diese Schals umzubinden oder diese T-Shirts anzuziehen. Ich verstecke mich doch nicht mehr! Speziell bei diesen 5 Teilen überkam mich also urplötzlich das Bedürfnis, sie für immer wegzutun. Besonders der schwarze Schal hat dieses Bedürfnis in mir ausgelöst. Ich habe ihn früher nahezu jeden Tag getragen, wenn mein Oberteil einen zu großen Ausschnitt hatte. Er war wie ein Lebensretter für mich, doch jetzt habe ich das nicht mehr nötig. Auch solche T-Shirts aus der Männerabteilung habe ich nicht mehr nötig, die Zeiten sind vorbei. Doch um dieses Kapitel wirklich vollends zu schließen, müssen auch die Sachen weg, oder nicht!? So sehe ich das. Und wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch einfach nicht mehr an diese Vergangenheit erinnert werden. Es ist mir unmöglich, diese Sachen von den schlechten Erinnerungen zu lösen und deshalb mussten sie weg.

Somit habe ich die Sachen genommen, sie auf den Haufen der anderen Kleidung gelegt und mich damit symbolisch von diesem Teil meiner Vergangenheit verabschiedet. Vielleicht klingt es dämlich, aber ich fühle mich dadurch freier und auch distanzierter von der damaligen Zeit. In meinen Augen ist das sehr wichtig für meinen Entwicklungsprozess! Wenn ich vorangehe, Fortschritte mache und Veränderungen durchlebe, kann ich einfach nicht noch einen heimlichen Teil meiner Vergangenheit mit mir herumschleppen. Das widerspricht sich auf ganzer Linie. Gerade, weil ich diesen Teil nicht mehr brauche. Außerdem ist jeder Abschied wichtig - egal, wie klein und unbedeutend er uns erscheinen mag! Wenn sich die kleinen Abschiede irgendwann summieren, merkt man nämlich, wie weit man sich dadurch nach vorne entwickelt hat.

Wo wir gerade beim Thema Abschied sind, sage ich auch schon wieder tschüss und bis bald! Das war's für heute. :)

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