13. August 2017

Emotionsbad

Hallo Blog!

Das hier ist ein absolut ungeplanter Post, in zweierlei Hinsicht. Einerseits entsteht er aus einer Situation, die ich nicht voraussehen konnte und nie beabsichtigt habe; andererseits schreibe ich jetzt einfach aus dem Bauch heraus. Wie es mir in den Kopf kommt. Danach wird es aus genannten Gründen wahrscheinlich wieder für eine Zeit lang still.

Und hi C.! Ich weiß, dass du es liest. Früher oder später. Verzeih mir, dass ich hier schreibe statt mit dir zu reden. Aber nun ja, das geht schlecht, wenn wir uns gerade im Streit befinden. Und wenn ich meine Gedanken nicht bei dir loswerden kann, wo sonst? Ich muss sie einfach niederschreiben (d.h. "loswerden"), sonst würden sie mich mindestens noch den ganzen Tag verfolgen. Vielleicht tun sie es aufgrund ihrer Wichtigkeit und Bedeutung trotzdem, allerdings ist das hier ein Versuch, das zu verhindern oder wenigstens zu verringern. Es ist meine Art, damit umzugehen.

Also los...

Ich habe es selten so stark gemerkt wie jetzt und wollte es darüber hinaus vielleicht auch nie wahrhaben, weil es mir meine eigenen Schwächen recht deutlich vor Augen führt. Aber ich muss es nun zugeben: Ich hasse Streit und Eskalationen, dafür bin ich ein viel zu friedliebener Mensch, der sich auch viel zu gerne in seiner Komfortzone aufhält, wo alles rosig ist. Und wenn ich dort mal (zwangsweise?) rausgezogen werde, will ich so schnell es geht wieder rein. Denn außerhalb meiner Komfortzone lauert dieser Haufen an unglaublich starken Emotionen. Dort habe ich den Schutz meiner Komfortzone nicht mehr und bin ihnen ausgeliefert. Lassen wir jetzt mal ungeachtet, dass ich immer sage, wir sollten Gefühle wahrnehmen und ausleben, ja!? Vor diesem Emotionen habe ich Angst, weil sie so viel größer und mächtiger sind als ich selbst. Sie überrollen mich rücksichtslos und begraben mich unter sich. Kaum liege ich unter ihnen, kann ich nur noch davon träumen, mich zu beruhigen und einen vernünftigen Weg in's Freie zu finden. Neeeein, stattdessen komme ich nicht umhin, diese Emotionen reflexartig abbauen zu wollen. Wie eine Irre gebe ich mich also dem hin, was ich als "Lösung" sehe. Genau das passiert gerade: Ich sitze hier im Bett, schreibe zwar, doch mache zwischendurch große Pausen, um an meiner Haut zu kratzen. Von einem - Gott sei Dank kleinen - Drückanfall gerade eben ganz zu schweigen. Dabei klappte es die vergangenen Tage echt so super! Doch kaum werde ich aus meiner gewohnten Stimmung gezogen, verwandelt sich alles in ein Chaos. Mit dem Skin Picking ist es aber noch nicht getan! Das wäre ja zu schön. Nein, ich bade im Selbstmitleid und verliere plötzlich die Lust zu allem. Vielleicht geplante Erledigungen oder Verabredungen werden über den Haufen geworfen, dafür liege ich lieber den ganzen Tag nutzlos im Bett. Ich habe auch keine Lust, mich abzulenken, obwohl ich weiß, dass es besser für mich wäre. Mir fehlt sogar die Lust und Motivation zum Essen! Dabei liebe ich Essen. Unter dem Einfluss dieser vielen Emotionen fühle ich mich halt wie gelähmt. Will mich nicht bewegen und nichts tun, auch Konversationen fallen mir jetzt schwer. Deswegen rede ich mit keinem über das hier, sondern schreibe es einfach nur nieder. Währenddessen kommen aber noch körperliche Konsequenzen zu Tage...mich nimmt sowas nämlich immer so sehr mit, dass es sich in meinem körperlichen Zustand widerspiegelt: Ich zittere am ganzen Körper, fühle mich total schwach, habe Knie aus Wackelpudding und mein Herz rast. Manchmal ist es so schlimm, dass ich glaube, jeden Moment umzukippen und mein Bewusstsein zu verlieren. Als wenn eine Stromleitung durchknallt. Ein gewisses Maß geht völlig klar, doch irgendwann ist es viel zu viel und es geht nichts mehr.

Was für Emotionen hier draußen auf mich lauern? Ich kann die gar nicht aufzählen, ehrlich gesagt. Es ist im Moment sowieso schwierig, sie auseinanderzuhalten. In meiner Komfortzone hätte ich den nötigen Abstand, um diesen Haufen systematisch zu betrachten, doch jetzt, wo ich unter ihnen liege... Keine Ahnung. Es ist ein Gemisch aus allem, was sich böse miteinander verbunden hat und keine Übergänge mehr zeigt. Was ich weiß: Es ist zu viel für mich. So schnell komme ich da alleine nicht mehr raus.

Aber hey, wisst ihr was? Ich merke gerade, dass mir das Schreiben echt schonmal ein wenig hilft. Im Gegensatz zu vorhin fühle ich mich geordneter und nicht mehr so verloren. Ich fühle mich zwar immer noch ausgeliefert, aber das vergeht hoffentlich im Laufe des Tages. Vielleicht muss ich wirklich versuchen, dieses Emotionsbad zu durchleben. Nicht nur wie gelähmt drunter liegen, sondern aufmerksam wahrnehmen. Geht das? Ich werd's sehen.

Im Augenblick fällt mir nichts mehr ein. Danke dafür, dass ihr euch auch solche Beiträge durchlest! Es sind zweifelsohne Situationsposts, aber auch die müssen ab und zu sein. Bis bald!

17. Juli 2017

Veränderungen

Hallo ihr!

Ich fasse mich dieses Mal kurz und informiere euch über den derzeitigen Stand bei mir. Das Skin Picking läuft momentan relativ gut... Auf einer Skala von 1 (miserabel) bis 10 (einwandfrei) sind wir bei einer 6-7!? Das einzig Nervige: Ich kann meine Beine mal wieder nicht in Ruhe lassen. Das kommt im Sommer schonmal vor, wenn ich rasiere und epiliere. Im Gesicht sieht es besser aus. Ich müsste euch mal wieder einen neuen "Eindrücke meiner Haut"-Teil posten, wa. Hoffentlich demnächst!

Ansonsten geht es morgen mit dem Flixbus zu meinem Freund nach Berlin. Dort werde ich bis nächste Woche Montag bleiben - also fast eine Woche. Bisher war ich nur über Wochenenden bei ihm, doch diesmal sind die Umstände günstig, sodass ich mal länger dort bleiben kann. Für mich heißt das: Eine Woche "Urlaub"! Sowohl für mich und meine Seele, als auch für meine Haut. Bei ihm habe ich bisher kein einziges Mal gedrückt und ich glaube kaum, dass sich das ändert. Toi toi toi!

Wenn ich meinen Blick gen Zukunft richte, dann kommt noch Einiges auf mich zu... Gerade vor zwei Tagen sind die Bewerbungsfristen für die Unis abgelaufen. Das heißt, dass ich ab jetzt bange und sehr hoffe, einen Platz zu bekommen. Am besten natürlich meinen Wunschplatz, doch warten wir mal ab. Bei mir zuhause läuft gerade ein kleiner "Zimmertausch" zwischen meinem Vater und mir an. Aus diesem Grund sind schon ein paar Kartons gepackt. Eine gute Vorbereitung für den anstehenden Umzug, denn wenn ich ein Studium anfange, werde ich ausziehen. Die nächste Veränderung also, doch das war mir ja vor einigen Monaten schon bewusst. Jedenfalls geht mit den eingepackten Kartons einher, dass ich meinen PC wahrscheinlich bald vom Strom nehmen werde und nicht weiß, wann er wieder in Betrieb genommen werden kann. Was das für meinen Blog hier heißt, weiß ich ebenso wenig.

Ich kann nur sagen: Falls es in nächster Zeit weniger oder keine Posts gibt, dann wundert euch nicht. Durch die vielen Veränderungen im Moment geht mein Leben ein wenig drunter und drüber... Bis sich das wieder gut einspielt, kann es unter Umständen ein paar Monate dauern. Durch mein Handy und mein Tablet habe ich zwar die Möglichkeit, (bilderlose) Einträge zu verfassen, aber ich will nichts versprechen. Warten wir einfach ab, nicht wahr. Ihr wisst erstmal Bescheid.

Somit wünsche ich euch, falls wir uns einige Zeit nicht hören, einen schönen und entspannten Sommer! Für die Betroffenen unter euch hoffe ich, dass ihr eure Haut für den ein oder anderen Moment mal vergessen könnt. Bleibt stark! Bis dann, eure Jacqueline.

12. Juli 2017

Die Denkerin

Heute Nacht habe ich einen kleinen Drückanfall vor unserem Badezimmerspiegel gehabt. Mit "Anfall" meine ich schon eher die Richtung, wo einen warnende Gedanken kalt lassen und man wenig Kontrolle besitzt. Normalerweise ist es so, dass ich bei solchen Anfällen früher oder später in diesen allseits bekannten Trancezustand falle. Wo der Kopf völlig ausschaltet und man nur noch in diesem Anfall lebt. Wie eine eigene Welt, in die man sich völlig kopflos flüchtet. Der Körper ist dann wie fremdgesteuert, die Hände suchen unermüdlich nach vermeintlichen Unreinheiten... Ihr kennt das. Man denkt während der Trance nicht, man macht einfach. Und wenn man "aufwacht", trifft einen die Realität wie der Schlag und man ist plötzlich wieder voll da. So aber nicht diese Nacht...

Unser Badezimmerspiegel - Das Tor in eine andere Welt

Diesmal war es anders. Nicht unbedingt zum ersten Mal überhaupt, aber es ist mir erst jetzt richtig aufgefallen. Manche Erkenntnisse lassen lange auf sich warten. Jedenfalls hatte ich einen Anfall, war aber nicht in Trance. Zumindest nicht in dieser typischen, kopflosen Trance. Während sich mein Körper so verhielt wie oben beschrieben, schaltete mein Kopf nicht aus. Es war, als hätten sich für diesen Moment Körper und Kopf (also Bewusstsein) voneinander getrennt. Denn während meine Hände dem Skin Picking nachgingen, war ich total tief in Gedanken. Ich machte richtig komplexe Denkprozesse durch und war extrem konzentiert. Das, was sich in meinem Kopf abspielte, hatte absolut NICHTS mit dem zutun, was ich gerade tat. Besser: Was mein Körper tat. Es war vielleicht ein bisschen so, dass mich gerade die Drückerei so beruhigt hat und mir die Möglichkeit gab, mich derart zu konzentrieren. Mein Körper war in einer eigenen Welt und mein Kopf in einer anderen, ebenso eigenen Welt. Als ich fertig mit Denken war, kam ich verhältnismäßig sanft in der Realität an und konnte ohne große Probleme mit der Drückerei aufhören. Irgendwie interessant.

Kennt das jemand von euch? Oder seid ihr während des Skin Pickings zumeist "kopflos"? Erzählt mir gerne, wie das bei euch ist!

8. Juli 2017

Motivation gesucht? - 7

Einen schönen guten Abend wünsche ich euch!

Heute nehme ich mir mal wieder ein bisschen mehr Zeit für meinen Blog, indem ich endlich meine Motivations-Postserie weiterführe! In diesem Teil wird es um Selbstliebe und Selbstachtung im Allgemeinen gehen. Das steht natürlich in enger Verbindung mit unserem Selbstbewusstsein, wozu ich schon ein paar Zeilen (unter Anderem in meiner eigenen Geschichte) verfasst habe. Doch nun gehe ich ganz konkret auf die Liebe zu uns selbst ein...


Ganz zu Beginn möchte ich etwas klarstellen: Ich bin weder ein Seelsorger, noch bin ich perfekt. Wie jeder andere Mensch kämpfe auch ich mit dunklen Tagen und mit meinen eigenen Schattenseiten. Doch gerade deswegen verfasse ich diesen Post heute - weil ich mir selbst immer wieder ein Beispiel an den heutigen Worten nehmen kann und will! Es geht hier auch nicht um DIE perfekte Anleitung für das einwandfreie und glückliche Leben, denn die gibt es nicht. Stattdessen geht es um kleine Tipps und hoffentlich inspirierende Worte, die uns dazu verhelfen, uns selbst näher zu kommen. Denn wenn wir uns selbst nahe sind, fällt es uns auch viel leichter, beispielsweise mit unserer Dermatillomanie umzugehen.

Die Selbstliebe ist heutzutage ein schwieriges Thema. Wir stehen jeden Tag vor einem Dilemma der Gesellschaft: Auf der einen Seite gibt es massenweise Ideale, die uns vorgeben, wie wir zu sein haben und wenn wir nicht so sind, dann wird uns (teilweise indirekt) vermittelt, dass wir uns verändern sollen. Auf der anderen Seite wird selbstbewussten Menschen, die sich selbst lieben, schnell Egoismus und Arroganz unterstellt, sodass wir vielleicht das Gefühl bekommen, es wäre falsch, für eigene Ziele und Träume zu kämpfen. Doch statt uns ständig zu vergleichen oder uns verändern zu wollen, sollten wir einzig und allein auf uns selbst hören. Selbstliebe ist kein Egoismus und auch keine Arroganz, sondern ein lebenswichtiges Attribut! Dazu habe ich erstmal ein paar einfache Zitate und Sprüche aus dem Netz zusammengesammelt.

"Was auch kommen mag, die Liebe zu sich selbst ist ewiglich - sofern wir dazu imstande sind,
sie uns selbst zu geben."

"Erkenne deinen eigenen Wert, achte und liebe dich, so wie du bist und du hast den Schlüssel
zu Lebensfülle, Glück und Erfolg gefunden!"

"Die meisten Menschen gehen nicht am Leben zugrunde, sondern an einer
unglücklichen Liebe zu sich selbst."

"Das Geheimnis der Selbstliebe liegt nicht darin, sich immer mehr zu lieben,
sondern darin, sich immer weniger zu hassen."

"Wenn du versuchst, es jedem recht zu machen, hast du bestimmt einen dabei vergessen:
Dich!"

"Es ist nicht leicht, Glück in sich selbst zu finden, aber unmöglich,
es anderswo zu finden."

"Wenn du die eine Person suchst, die dein Leben verändert, dann hör auf zu suchen
und schaue in den Spiegel!"

 "Selbstliebe ist ein großer Schritt hin zum Altruismus
und weg vom Egoismus."


Manche von euch denken sich bestimmt, dass solche Sätze leicht dahergesagt sind. Doch wenn man sie mehrmals liest und darüber nachdenkt, erkennt man in ihnen eine Bedeutung. Undzwar erkennt jeder Mensch seine eigene, individuelle Bedeutung in ihnen. Versucht es!
Falls euch diese Sprüche allerdings zu theoretisch sind, dann habe ich eine Alternative für euch. Ich habe ein bisschen gelesen und mir ein paar Gedanken gemacht, woraus eine kleine Sammlung an Tipps entstanden ist. Auch die sind natürlich nicht auf jeden Einzelnen anwendbar, jedoch hoffe ich, dass etwas Nützliches für euch dabei ist!

Finde Eigenschaften an dir, die du magst!
Das ist der wohl einfachste und am meisten unterschätzte Tipp, den es gibt. Nehmt euch Stift und Papier und notiert euch ganz ernsthaft Charakterzüge, die ihr an euch selbst mögt. Wenn ihr dazu einen Anstupser braucht, fragt eure Lieben, was sie am meisten an euch mögen. Jeder hat wertvolle Eigenschaften! Wenn ihr diese notiert, erkennt ihr, dass ihr tolle Menschen seid, die Liebe verdient haben.

Finde Dinge, die du erreicht hast und worauf du stolz oder wofür du dankbar bist!
Auch hier ist es möglich, sich zur Hilfe Stift und Zettel zu nehmen. Es mag zu Beginn schwer sein, doch wenn man intensiv überlegt und in die Vergangenheit schaut, dann wird man bald etwas finden, was man erreicht hat oder worauf man stolz ist. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, es ist nur wichtig, dass sie eine Art "Meilensteincharakter" in eurem Leben spielen. Anschließend kann man Dinge notieren, für die ihr dankbar seid.

Tue das, was DIR gut tut und was du gut kannst!
Hierbei geht es darum, sich auf seine Stärken und auf seine Talente zu konzentieren. Was macht ihr gerne und mit viel Leidenschaft? Was könnt ihr so richtig gut? Tut dies und genießt es! Völlig egal, was Andere davon denken. Es ist für euch. Jeder hat Talente und diese zu erkennen und auszuleben ist sehr wichtig! Das nimmt einem das Gefühl, nutzlos zu sein.

Versuche, in deinen Schwächen etwas Positives zu sehen!
Ich gebe zu, dass dies ein ziemlich heikler Punkt ist. Seine eigenen Ecken und Kanten sieht man schnell pechschwarz und ohne Vorteile. Doch wenn ihr genauer drüber nachdenkt, ist es möglich, in euren Schwächen etwas Positives zu sehen. Dazu muss man natürlich etwas pfiffig sein und diese eventuell nur umdrehen. Ein Beispiel: Eure Mitmenschen nervt, dass ihr häufig hibbelig seid und ihr nicht stillsitzen könnt? Hey, ihr habt eben viel Power, die muss irgendwo hin!

Verzeihe dir Fehler und sehe in ihnen den Ansporn, es besser zu machen!
Fehler macht jeder von uns, sie sind normal. Doch das Leben ist zu schade, um sich an ihnen festzuhalten und ihnen nachzutrauern. Irgendwann ist es an der Zeit, sich selbst zu vergeben und sich darauf zu fokussieren, es beim nächsten Mal besser zu machen. Denn dafür ist es nie zu spät!

Lebe deine Gefühle!
Ja, wir alle sind Menschen und wir alle haben Gefühle. Und auch, wenn wir glauben, dass uns Gefühle verletzlich machen, ist das Gegenteil der Fall: Gefühle zu erkennen und sie wahrzunehmen ist wichtig und macht uns stark! Auch negative Gefühle sollten nicht verdrängt, sondern gelebt werden. Denn je mehr wir unsere Gefühle ablehnen, desto mehr schneiden wir die Kommunikation zu unserem Inneren ab. Dadurch werden wir uns fremd. Also: Seid offen für eure Gefühle und lebt sie aus, bis sie abgeklungen sind.

Umgib dich mit Menschen, die dich wertschätzen!
Ein etwas anderer Punkt, der eventuell mehr Arbeit erfordert. Schaut euch euren Freundeskreis und eure sonstige soziale Umgebung mal genauer an und überlegt, ob es Menschen gibt, die euch nicht so gut und aufmerksam behandeln. Stellt diese in Kontrast zu denen, die immer für euch da sind und die euch so lieben, wie ihr seid. So erkennt ihr, wen ihr vielleicht aus eurem Leben streichen oder auf wessen Worte ihr nichts geben solltet. Wer uns nicht gut tut, den brauchen wir nicht.

Lobe dich selbst und feiere deine Erfolge und guten Taten!
Ein kleiner Alltagstipp, der leider schnell vergessen wird. Denn selbst wenn wir erfolgreich im Leben sind, übergehen wir ganz oft, uns selbst dafür zu loben. Auch kleine gute Taten sind lobenswert, macht euch das immer wieder auf's Neue bewusst. So schätzt ihr euch selbst und das Gute in eurem Leben. Belohnt euch!

Nimm dir Pausen und tu dir was Gutes!
Das ist gerade für die unter uns, die ihrem ständigen Perfektionismus und dem Arbeitseifer nur schwer entgehen können. Egal, wie ernst das Leben manchmal ist und wie viel Stress wir haben: Pausen sind unabdingbar! Wir brauchen hin und wieder Erholung, um uns wieder "aufzuladen". Ganz besonders effektiv ist es dabei, sich hin und wieder zu verwöhnen oder sich etwas zu gönnen.

Sieh es positiv und lächle!
Eine negative Grundeinstellung ist im Leben selten hilfreich, da wir uns damit schnell selbst im Weg stehen. Wer gleich vom Schlimmsten ausgeht, erlebt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Schlimmste. Ich sage nicht, dass wir im Idealismus leben sollten, sondern dass eine positivere Einstellung zu unserem Leben und zu uns selbst genügt. Das macht uns vieles einfacher. Und wenn ihr damit anfangt, lediglich mehr zu lächeln. Das bringt sofort etwas!



Zum Ende gibt es nochmal einen ganz speziellen, nicht ganz so ernst gemeinten Rat: Ihr fühlt euch mal wieder schlecht mit eurem Aussehen? Dann schaut euch auf eurem PC/Handy/whatever Fotos von euch an, die ihr superschön findet. Ihr habt keine derartigen Fotos? Dann schminkt euch, zieht etwas an, worin ihr euch wohl fühlt und macht welche! Das lässt ein gutes Gefühl in euch hochkommen, versprochen. Ich habe das letztens auch mal wieder gemacht - die Ergebnisse davon seht ihr an den eingebundenen Bildern. Etwas Schminke, ein nettes Oberteil, eine ansprechende Umgebung und ein großes Lächeln...schon gefalle ich mir. :)


Die vergangenen Teile dieser Postserie findet ihr hier. Das war's für heute, ich verabschiede mich.

4. Juli 2017

Rätsel gelöst

Guten Morgen, liebe Sorgen... Ah ne, ist ja schon bald 4 Uhr nachmittags...

Kein Wunder, wenn man erst um 5 in der Früh, als es schon wieder hell wurde, einschlafen konnte. Warum? Weil ich mir eine nette Infektionskrankheit von den Kindern auf der Arbeit geholt habe. Hand Mund Fuß nennt sich diese Krankheit, die meistens nur Kleinkinder trifft. Ich bin jedoch eine der Erwachsenen, die sich angesteckt haben. Kein Wunder, bei uns hat diese hochansteckende Krankheit fast die komplette Gruppe lahmgelegt. Ich hatte mich erst gefreut und war zuversichtlich, dass ich mich nicht angesteckt habe. Doch ich habe es und das in meiner allerletzten Arbeitswoche! Wenn ich Pech habe, darf ich nicht mal Freitag - an meinem letzten Tag! - kommen und mich sowohl von meinen Arbeitskollegen, als auch von den Kindern verabschieden. :( Kommt mir also sichtlich ungelegen das Ganze, davon abgesehen, dass ich eh nicht so scharf darauf war, kurz vor Ende noch was mitzunehmen.

Doch was ist Hand Mund Fuß und welches Rätsel löst es? Hand Mund Fuß ist eine viral bedingte und hochansteckende Infektionskrankheit, die an sich aber harmlos ist. Sie zeichnet sich durch Hautausschlag an Händen, Füßen, Mund, Gesäß und teilweise anderen Körperstellen aus. Dieser Ausschlag bildet teils schmerzhafte und stark juckende Bläschen, die beim Platzen ein Sekret voller Viren abgeben. Falls ihr mehr wissen wollt, fragt einfach Mr. Google. Jedenfalls habe ich in der letzten Woche ja mehrmals gesehen und gehört, wie die Krankheit typischerweise anfängt und verläuft. Bei mir fing es aber ganz anders an und gerade deshalb kam ich nicht sofort drauf, dass ich mich angesteckt habe. Die Stellen an meinem Kopf, genau! Das war mein erstes, zugegebenermaßen untypisches Symptom. Doch schon Sonntagabend kamen erste, kleine Stellen an meinen Ohrläppchen hinzu und weiterhin viele, noch kleine Stellen am Gesäß. Erst Montagmorgen leuchtete es mir ein, als sich diese neuen Stellen weiter ausbildeten und auch welche an der Nase hinzukamen. In dieser Nacht konnte ich deshalb nicht schlafen, weil gefühlt mein ganzer Körper gejuckt hat. Der Juckreiz dieses Ausschlags ist ekelhaft, wirklich. Er hört nicht auf und so lag ich bis 5 Uhr nachts im Bett und wälzte mich hin und her. Besonders am Gesäß juckt es wie bescheuert und tut auch weh, ich kann kaum sitzen oder gehen. Inzwischen fängt es auch an Händen und Füßen an, sodass ich die Befürchtung habe, dass es noch schlimmer wird... Schon jetzt könnt ihr euch vorstellen, dass es verdammt schwer ist, dem Juckreiz zu widerstehen. Gerade für mich sehen diese gefährlichen Bläschen echt "verlockend" aus, doch ich weiß, dass ich nicht kratzen oder drücken darf. Erstaunlicherweise funktioniert das bisher gut, doch mal sehen, wie es weitergeht.

Eine Erleichterung gibt mir das Ganze jedoch: Ich kann mir die Stellen auf meinem Kopf erklären und weiß nun, dass auch diese zusammen mit den anderen Stellen bald spurenlos verschwunden sein werden. Ich muss keine Angst haben, dass ich mit meiner Kopfhaut bald ein neues Sorgenkind habe. Gott sei Dank! Dann heißt es jetzt nur noch: Möglichst schnell erholen. Leider gibt es keine Medikamente oder Therapie für Hand Mund Fuß, man muss es einfach aushalten. Zähne zusammenbeißen, Jacqueline!

2. Juli 2017

Neue Ära? Nein, danke!

Guten Tag, liebe Leser!

Momentan passiert etwas, was noch nie passiert ist. Doch dazu gleich mehr. Ihr kennt mich inzwischen ganz gut, dennoch wiederhole ich erstmal zum Verständnis ganz kurz etwas: Die Dermatillomanie zeigt sich bei mir hauptsächlich durch Drückereien mit den Fingern, manchmal aber auch durch kleinere Kratzanfälle. Diese treten dann auf, wenn ich Krusten an den Wunden habe. Betroffen sind bei mir seit Beginn an Gesicht, Hals und Dekolleté. Früher waren auch mein Rücken, meine Oberarme und Schultern Opfer meiner Hände, doch das hat sich gut gelegt. Ansonsten bearbeite ich phasenweise meine Beine, insbesondere im Sommer.

Nun zu dem, was neu ist... Seit heute Morgen habe ich über die ganze Kopfhaut verteilt entzündete Stellen... Ich kann nicht genau sagen, was das für Stellen sind oder woher sie kommen, jedoch kann ich sie spüren. Ich fühle immer wieder über diese Stellen und kratze die Krusten ab - mehr als nur einmal. Inzwischen tun manche dieser Stellen echt weh, es brennt wie ein kleines Feuer. Und ich frage mich: Was ist das bloß? Ich brauche kein neues betroffenes Gebiet! Ich merke ja jetzt schon, wie ich diese Stellen nicht in Ruhe lassen kann... Immer wieder bildet das Wundsekret neue Krusten...  Naja, ich muss da wohl etwas Disziplin zeigen und meine Kopfhaut abheilen lassen. Für mich. Ich möchte wirklich ungern etwas Neues lostreten... Entzündungen an der Kopfhaut wären dann das kleinste Problem.

28. Juni 2017

Chancen vertun

Ja, die Überschrift ähnelt der vom vorherigen Post absichtlich so sehr.

Es ist witzig... Vorgestern spreche ich noch aus einem gewissen Optimismus und einer Zuversicht heraus, doch auch die stärkste Sicherheit kann vom Skin Picking gestürzt werden. Gerade hatte ich einen - verhältnismäßig kleinen - Anfall im Bad. Blöd irgendwie. Mit den paar Drückereien der letzten Tage ist das eine schlechte Mischung. Mein Körpergefühl ist gut und daher weiß ich, dass mein Hautzustand schon dabei ist, sich zu verschlechtern. Der Ball rollt bereits bergab. Mh. Das heißt, die Chance ist wirklich vertan. Ich bin gar nicht so traurig oder deprimiert wie gedacht, lediglich etwas verärgert. Aber viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Es ist eh schon geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Hätte ich mir vorher denken müssen, nun ist es zu spät. Das hat etwas an meinem Optimismus gerüttelt, muss ich zugeben, aber ich will mich dennoch nicht von negativen Gedanken kontrollieren lassen! Ich will es nicht so sehen, als wäre das eine einmalige Chance gewesen. Das ist doch bescheuert!? Das Leben gibt dir jeden Tag wieder eine Chance, oder etwa nicht? Die eine Chance ist vertan, ja. Aber man verpasst mehr als eine Chance im Leben. Das ist okay, denn es wird immer eine neue Chance geben. Und wenn nicht, musst du dir die Chance erarbeiten. Ich sage das alles jetzt so großkotzig, aber ich will mich einfach nicht geschlagen geben! Vor allem will ich nicht aufgeben, denn das wäre nicht ich.

26. Juni 2017

Chancen nutzen

Hey ihr!

Ich bin wieder zurück in der Heimat, hallo! Und ich hatte gesagt, dass ich mich am Wochenende melde... Mh, daraus wurde dann doch nichts, allerdings gibt es dafür einen ganz tollen Grund: Mein Freund aus Berlin stand am Freitag - kurz, nachdem ich angekommen war - einfach unangekündigt in der Tür. Ein Überraschungsbesuch für das Wochenende! Da könnt ihr sicherlich verstehen, dass ich Anderes zutun hatte. :)

Heute habe ich aber wieder Zeit und möchte meine Situation und die Gefühle dazu beschreiben. Dazu gehen wir erst einmal ein paar Wochen zurück in meine Stimmung vom Mai... Dort verfasste ich unter Anderem den Beitrag "Vor sich hin leben", wo ich beschrieb, dass es sich seit Langem so anfühlt, als würde ich auf der Stelle laufen und keine Fortschritte machen. Weiterhin beklagte ich mich darüber, dass ich meine Motivation von damals vermisse. Seither ist meine Haut eigentlich in einem beständig schlechten Zustand gewesen. Gerade der obere Dekolleté-Bereich war von vielen Pickelmalen, Wunden und Krusten geprägt. Ich bekam es nicht hin, diesen Bereich abheilen, geschweige denn in Ruhe zu lassen. Doch kurz vor dem Seminar (Mitte Juni) änderte sich dies langsam, wie ich im Post "Ich probier's!"erläuterte. Dieser Post hier schließt sich da ganz gut an. Denn ich habe kurz vor dem Seminar wirklich nur noch wenig gedrückt und es geschafft, einen kleinen Grundstein zu legen. Als das Seminar dann anstand, kam mir das sehr gelegen. Ihr wisst ja, dass ich während der Seminarwochen entweder gar nicht oder nur wenig drücken konnte/wollte. So auch dieses Mal! Meine Arbeit von vorher hatte sich gelohnt und ich konnte darauf aufbauen, wenn ihr versteht. Meine Haut hat das dazu genutzt, den Heilungsprozess langsam in Gang zu setzen. Und wenn ich mich jetzt im Spiegel betrachte, so ist der Hautzustand besser als noch vor zwei, drei Wochen. Ich dachte mir daraufhin, dass ich das wohl als eine Art Chance sehen sollte, die ich nicht vermasseln darf. Die letzten Wochen spielten mir ganz gut in die Hände, nun bin ich dran, mit der guten Kartenhand solide weiterzumachen. Ich habe einfach nur Schiss davor, dass es so schnell keine Chance mehr wie diese gibt. Deshalb habe ich umso mehr Sorge, wenn ich doch hier und da drücke... Ich möchte es ungern in den Sand setzen. Im Grunde hindert mich doch auch nichts!? Schließlich fühle ich da irgendwo einen Willen und eine Motivation. Ich muss sie nur nutzen!

18. Juni 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 5

Hallöchen!

Es ist Sonntagabend, tierisch warm und ich wollte euch noch eben die Fotos des letzten Seminars zeigen, bevor es morgen auf mein fünftes und gleichzeitig letztes Seminar geht. Ich freue mich schon sehr auf diese Woche, es wird mal wieder eine erfrischende Abwechslung! Schade eigentlich, dass es dann schon zu Ende ist und man all die netten Menschen nicht wiedersehen wird... Naja, alles hat ein Ende, nicht wahr.

Schon beim vergangenen Seminar im Mai war teilweise echt schönes Wetter! Direkt am Montag zog ich daher mit meiner Zimmernachbarin und einem anderen Mädchen los, um das Wetter auszunutzen. Ursprünglich wollte ich in den Kurpark, von dem ich schon etwas gehört und gesehen hatte. Ich stellte mir das zu der Zeit sehr schön vor, doch wir stellten schnell fest, dass wir den wohl nicht sehen können, weil wir keine Kurkarte besaßen. Ganz in der Nähe befindet sich allerdings das Bad Pyrmonter Schloss, zu dem wir uns dann aufmachten. Man konnte sogar ein wenig hineingehen und sich die Katakomben und den Hinterhof des Schlosses ansehen. Viel Spaß bei den paar Bildern, die ich davon gemacht habe! :)









Auch an den restlichen Tagen waren wir viel draußen unterwegs, haben in unserer "Stammkneipe" immer draußen gesessen oder die Abende auf dem Balkon verbracht und es uns gut gehen lassen! Am Mittwochabend waren wir mal wieder bei einem echt guten Italiener am Ende der Stadt, den ein paar aus der Gruppe noch nicht kannten. Danach folgte noch ein Eis am Brunnenplatz. Da musste ich mal wieder den Hylligen Born fotografieren, es sah einfach so schön sommerlich aus:


Dieses Mal gibt es sogar ein Bild von mir, allerdings kein ernstzunehmendes Bild, haha. Es ist enstanden, als wir am Donnerstag am Bahnhof von Bad Pyrmont auf unsere Bahn nach Hannover gewartet haben.

 
Damit wünsche ich euch eine schöne Woche, wir hören uns dann nächstes Wochenende wieder!

13. Juni 2017

Ich probier's!

Guten Abend!

Ich sitze gerade in meinem Bett und habe meine abendliche Badroutine schon hinter mir. Heute bin ich sehr früh dran, da mir ein wenig Schlaf fehlt und ich diese Nacht mehr davon möchte. Jedenfalls schlummert seit Neuestem wieder eine kleine Motivation in mir... Ich bin wieder mehr in dieser Stimmung, etwas gegen mein Skin Picking unternehmen zu wollen. Das letzte Mal, dass ich das getan habe, ist ja schon sehr lange her. Doch nun kommen langsam wieder ein Tatendrang und ein starker Wille auf. Gedanken von früher erklingen ganz leise in meinem Kopf - positive, motivierende Gedanken! Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich bin schon ziemlich froh darüber, diese Gefühle und Gedanken wieder zu erleben. Es kommt mir vor wie eine altbekannte Stimmung, die sich nun nach langer Zeit wieder blicken lässt, wenn ihr versteht. So kommt es übrigens auch, dass ich seit gestern Abend kaum noch gedrückt habe. Die Abendroutinen blieben sogar komplett frei von Drückereien. Keine Ahnung, wie lange das klappt, aber ich probiere es einfach. Ich will es versuchen und mal wieder etwas schaffen! Tatsächlich kommt mir meine Haut schon heute ein klein wenig besser vor. Lieber wäre es mir natürlich, wenn die Heilung schneller ablaufen würde. Meine Haut tut mir im Moment wieder etwas leid... Da würde ich super gerne ein "Allheil"-Pflaster haben und es einmal über das komplette Gesicht und Dekolleté kleben. Wäre doch ein Traum, oder nicht? Einmal von 0 beginnen... Reine, pickel- und narbenfreie Haut haben und diese Chance nutzen. Doch so einfach ist das nicht, denn dafür muss in der realen Welt gekämpft werden! Ich bin bereit zu sagen: Ja, ich probier's!

9. Juni 2017

Gastpost - Part 5

Halli hallo, wie geht's denn so?

Tja, mir geht es derzeit ziemlich gut, da mein Freund zu Besuch ist. Deswegen lasse ich hier auch nichts von mir hören, sorry dafür. Aber um nicht lange herumzuschwafeln, kommen wir gleich zur Sache.

Erfreulicherweise hat mir nämlich vor einigen Tagen ein neuer E-Mail-Kontakt geschrieben und die Person dahinter schickte mir sogar einen Text zu. Dieser Text beschreibt wieder eine individuelle Geschichte eines Betroffenen und war dazu bestimmt, von mir als Gastpost veröffentlicht zu werden. Ist das nicht schön? Ich habe mich mal wieder sehr gefreut - ihr wisst ja, dass ich Fan dieser Postserie bin. Hoffentlich seid ihr es auch (noch)! Wenn euch das aber nichts sagt, dann schaut gerne bei den vergangenen vier Teilen rein, indem ihr hier klickt. Im ersten Teil findet ihr zusätzlich noch eine Einleitung und Erklärung, wieso diese Postserie entstanden ist und was ihr Inhalt ist.

Bevor es losgeht, möchte ich euch als Betroffene ganz direkt ansprechen: Ihr habt niemanden zum Reden, möchtet aber trotzdem mal euer Herz ausschütten oder Frust rauslassen? Ihr traut euch nicht, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, möchtet aber dennoch, dass eure Geschichte von Menschen gelesen wird? Ihr habt ein paar tolle Tricks und Tipps oder einfach nur liebe Worte für Leidensgenossen, die ihr loswerden wollt? Ein eigener Blog wäre euch zu viel Arbeit, aber einen kleinen Post würdet ihr gerne verfassen? Dann meldet euch gerne bei mir! Schreibt mir eine E-Mail mit dem Betreff "Gastpost" an folgende Adresse: dermatillomanie-blog@web.de. Selbstverständlich dürft ihr auch Bilder mitsenden, wenn ihr das wollt. Ihr könnt dabei entweder von Anfang an namenslos bleiben oder mich darum bitten, euch zu anonymisieren. Ich werde euren Text dann unverändert innerhalb dieser Postserie veröffentlichen, sodass ihr selbst eventuelle Kommentare Anderer dazu lesen könnt.


"Liebe Leser von Jacquelines Blog!

Ich freue mich, dass ich hier die Gelegenheit bekomme, auch kurz von mir zu berichten. Einen eigenen Blog möchte ich nicht veröffentlichen, auch aus Zeitgründen könnte ich das glaub ich nicht managen. Ich bin 23 Jahre alt, habe einen etwas anstrengenden Job und viel Freizeitstress - und, wie ich gerade erschreckend feststelle, bin ich seit ca. 9-10 Jahren Skin Pickerin. Angefangen in der Pubertät, intensiver mit dem Alter von 16-17 Jahren... hab mir aber nie so richtig Gedanken darüber gemacht, und dass das Ganze einen Namen hat, weiß ich seit 2 Jahren ca.

Vor 1,5 Wochen hatte ich mal wieder einen ganz schlimmen Anfall und danach war das schlechte Gewissen wieder groß. So bin ich danach zum ersten Mal auf Jacquelines Blog gestoßen, weil ich bei Dr. Google nach Hilfe gesucht habe. Seitdem war ich sehr oft auf dieser Seite und bin sehr froh, denn irgendwie ist das das Erste, mit dem ich was anfangen kann. Ich habe auch das Gefühl, dass es mir hilft, von gegenseitigen "Erfahrungen" zu lesen und mich wirklich mal damit zu beschäftigen.

Das Skin Picking ist für mich eine Sucht. Am Tag spürt man unter dem Pony, welcher die Stirn gut versteckt, das "Pochen" - in den Pickeln (welche ja eigentlich keine waren), die man am Vortag bearbeitet hat, ist noch was drin. Man muss die Haut reinigen. Bizarrerweise "freut" man sich irgendwie schon darauf, wenn man dann endlich daheim ist, das Make-Up entfernt und "nur mal kurz" die Haut bearbeiten kann. Es ist so eine unbewusste Anspannung, die abfällt und dann übergeht in den entspannenden Trance-Zustand. Aus "nur mal kurz" werden Stunden, eigentlich hat man Durst, muss schon lange aufs Klo und kalt ist einem auch, weil man nicht viel anhat. Man weiß genau, was gerade passiert. Bei mir ist es wohl einfach das Ventil, das ich zum Abbauen von Gedanken und Stress brauche, neben dem Zwang, jede Unreinheit entfernen zu wollen. Ich brauche keinen Fernseher, im Handy stöbert man eh viel zu viel am Tag und auch ein Buch zu lesen, entspannt mich in diesen Momenten nicht. Nach einem anstrengenden Tag, oder wenn generell in der Gefühls- und Gedankenwelt momentan viel passiert, scheine ich diesen Trance-Zustand irgendwie zu brauchen - das nichts denken, nichts fühlen.

Ist es nicht die Ironie an sich, dass wir nichts anderes möchten als reine Haut, und uns selbst so "zurichten"? Ganz ehrlich, wenn wir unsere Haut mal in Ruhe lassen würden, wäre sie wunderschön. Keine Flecken, aber vielleicht ab und zu mal einen Mitesser oder so. Und genau das ist das Problem. In einem von Jacquelines Posts kann man lesen, dass es immer schwieriger wird, wenn man auf ein Ziel hin arbeitet. Da geht es uns wohl allen gleich. Ich war an dem damaligen Wochenende auf einem Event eingeladen, wo ich ein ärmelloses Kleid anhatte und alle umhauen wollte. Ich war so brav, die Tage davor ist es mir gelungen, die Haut richtig gut abheilen zu lassen. Und dann, zwei Tage vorher, hatte ich einen Anfall und habe alles bearbeitet. Es hat nur mit dem kleinen Mitesser begonnen und ist dann richtig ausgeartet. In mir hat haben alle Warnglocken geläutet ("Nicht, was machst du denn!!") - es ist im Kopf ein regelrechter Streit ausgebrochen. Danach das schlechte Gewissen, am nächsten Tag dann das Resultat - alles wund, rot, entzündet, zehnmal schlimmer als überhaupt zuvor, wo eigentlich nichts war.

Und darauf wieder sehr viele intensive Abende - wie wenn ich die Tage von vorher aufholen müsste. Dabei ist bei dem Event eh alles gut gegangen! Ich habe natürlich alle Schminkkünste ausgepackt, keiner hat was gemerkt und ich habe viele Komplimente bekommen. Müsste das nicht eigentlich ein Ansporn sein?

Am Tag des Anfalls war ich wieder sehr verzweifelt, also danach dann erst natürlich. Und als ich dann so auf Jacquelines Blog gestöbert habe, ist mir klar geworden, dass ich mich wirklich damit auseinandersetzen muss. Habe mir Zettel ausgedruckt, um auch ein "Skin Picking Tagebuch" zu führen. Mit Foto/Status/Hautzustand, Grund (was ist passiert, warum habe ich heute keine Ruhe gegeben) und wie ich mich fühle. Eigentlich kein schlechter Ansatz, funktioniert hat das Ganze drei Tage lang. Warum ich nicht weitergemacht habe, kann ich nicht sagen, aber wir manipulieren uns in der Sache ja eh andauernd selbst. Zumindest mache ich seitdem fast jeden Tag ein Foto von meiner Haut und habe das Gefühl, dass mir das hilft.

Wegen dem genannten Event war ich vor 2 Wochen dann auch 3x im Solarium, da ich nicht wie eine weiße Wand aussehen wollte. Normalerweise gehe ich im Frühjahr generell 3-4x ins Solarium - aber nicht öfter! Das trocknet die Haut ein bisschen aus, man sieht die Narben vom Winter (welche man im Sommer nicht mehr unter Schals und langer Kleidung verstecken kann) nicht mehr so gut und außerdem habe ich irgendwo doch Angst um meine Gesundheit, und es gelingt mir besser, frisch solariumgebräunte Haut in Ruhe zu lassen. Umso schlechter war mein Gewissen in diesen Tagen, weil es mir leider nicht gelungen ist, durchzuhalten. Ich habe mich selbst über meine Dummheit geärgert - diese Unzufriedenheit mit sich selbst ist aber wie ein Kreislauf. Da hilft es dann nicht mal mehr, wenn man in der Nacht mit Jod-Heilsalbe eingeschmiert auf einem Handtuch schläft, es ist für die Haut einfach alles zu viel.
 
In den Tagen nach dem starken Anfall hatte ich ein straffes Zeitprogramm. Ich habe es geschafft, ein bisschen Ruhe zu geben, und meine Haut wirklich nur wenig zu bearbeiten, Tag für Tag. Momentan kommt es mir so vor, als hätte ich eine so schöne Haut wie nie zuvor – aber ich denke, es wird manchen von euch wohl auch so gehen, dass man dann einen verzerrten Eindruck bekommt. Ich wünsche mir dann oft den Blickwinkel eines Außenstehenden, um meinen Hautzustand neutral betrachten zu können.

Habe es die letzten zwei Tage schon wieder gemerkt – in der Arbeit und auch so war es ziemlich stressig und ich musste mich viel ärgern. Abends war es für mich SEHR schwierig, standhaft zu bleiben und nicht zu drücken. Ich wusste genau, wenn ich nachgebe, um „nur ein bisschen zu korrigieren“, bin ich verloren und die ganze Wut kommt raus. In mir haben die Gedanken wieder nebeneinander gekämpft, doch ich habe es geschafft. Zähneputzen und ab ins Bett. Hoffentlich kann ich die momentane, positive Phase nach dem großen Tief noch etwas beibehalten, bis es mich das nächste Mal aus der Bahn wirft.

Natürlich versuche ich mich auch an Tricks, wie Licht ausschalten im Bad etc. - aber das funktioniert leider nicht immer bzw. selten. Ihr werdet es alle kennen – nach guten Phasen kommen dann immer wieder auch schlechte Phasen, die die "mühsame Arbeit" (Abstinenz/Entzug?) zunichte machen.

Ich spreche eigentlich nur mit meiner Mama über das Skin Picking, sie kann mir aber nicht wirklich helfen. Meine Mama und meine Tante haben das gleiche Problem - meine Tante hat sehr viele Narben, da sie auch oft ins Solarium geht. Mein Papa weiß schon, dass mit uns dreien wohl was nicht stimmt, aber er macht nur ab und zu Bemerkungen ("Du musst auf deine Haut aufpassen, willst du aussehen wie deine Tante), sonst nichts, er weiß ja nicht, in welchem Ausmaß ich das betreibe.
Wenn ich abends länger im Bad stehe, ruft Mama oft aus dem Wohnzimmer "Was machst du?" - meine Antwort lautet: "Blödsinn" - und sie kennt sich aus. Meistens hilft ihre Nachfrage schon, dass ich aufhöre oder sie kommt und schaltet mir das Licht aus, wobei sie sich dann meistens noch von mir anschnauzen lassen muss.


Dadurch, dass das mit der Dermatillomanie ja noch nicht so lange eine bekannte Krankheit ist, hat meine Mutter auch nicht gewusst, "was sie da hat". Aber ich rede mit ihr schon wirklich offen darüber, habe ihr Google-Ergebnisse gezeigt etc. Sie meinte, die beschriebenen Symptome kennt sie sehr wohl, halt nur ohne Bezeichnung, aber sie und ihre Schwester haben jeweils sehr viele Stunden vor dem Spiegel verbracht. Ich bin froh, dass sie mir hilft. Wir haben auch ausdrücklich besprochen, dass sie mir bitte nie böse sein darf, wenn ich sie im Bad "anschnauze". Das ist von mir die automatische Reaktion, weil ich dann aus meiner Trance gerissen werde, mich ertappt fühle und meinen Ärger dann an ihr auslasse. Wie genau meine Mutter noch unter der Dermatillomanie leidet, kann ich nicht sagen. Sie meint, sie hätte es im Griff. Wenn ich aber so drüber nachdenke, gibt es glaub ich schon auch noch schlechtere Tage. Meist ermahnt sie mich, aber wenn ich dann im Bett bin, ist sie dafür dann noch lange im Bad (Ich gehe aufgrund meiner anstrengenden Arbeit eigentlich immer vor ihr ins Bett).

Sollte ich mal in eine eigene Wohnung ausziehen, darf ins Bad nur ein großes Waschbecken, sodass man nicht nah zum Spiegel kommt, der Spiegel muss möglichst klein und das Licht möglichst schlecht sein. Auch in den anderen Räumen dürfen nicht so viele Spiegel sein, wenn dann hinter einem Regal z.B. oder unter schlechtem Licht. Es geht nichts über ein paar Tricks, noch wohne ich aber daheim. Einen Post-It an den Bad-Spiegel möchte ich eigentlich nicht anbringen, damit Paps nichts mitbekommt...Haare flechten oder zeichnen müsste ich öfter. Oder Nägel öfter neu streichen - mit frischem Nagellack rupft es sich nicht gut. Allerdings wachsen dann die Nägel, die zum Drücken wieder praktisch sind.. und und und... naja, das werdet ihr auch alles kennen.

Ich bin froh, dass es den Blog von Jacqueline gibt, und auch eure Kommentare zu lesen, hilft mir sehr. Wir sitzen irgendwie im gleichen Boot, in unserer laufenden Geschichte, mal mit guten und mal mit schlechten Zeiten.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße, Simona (Name geändert)"

Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag!

30. Mai 2017

Vor sich hin leben

'N Abend, liebe Blogleser! :)

Seid ihr eigentlich noch da? In letzter Zeit flaut es hier ab, was Seitenaufrufe und auch Kommentare angeht. Da kommt natürlich unweigerlich die Frage in meinem Kopf auf, ob das Ganze nur Zufall ist oder Gründe hat... Ist es hier nicht mehr so interessant wie früher, weil ich mich inzwischen doch zu sehr im Kreis drehe und wenig neuen/abwechslungsreichen Input bringe? Ich weiß es nicht und ne Antwort werde ich wahrscheinlich auch nicht erhalten, aber naja. Wenn man einen Blog betreibt, muss man damit leben, dass es auch mal ruhigere Zeiten gibt. Erst recht, wenn der Blog so spezifisch und klein ist wie meiner. Es ist eher ein Wunder, dass es für eine so lange Zeit so großen Ansturm hier gab. Keine Selbstverständlichkeit. Daher denke ich mir immer: Einfach weitermachen! Es gibt immer irgendwen da draußen, der noch gerne vorbeischaut.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Ich schreibe oben im Header, dass ich mit diesem Blog meinen "Kampf" mit dem Skin Picking festhalte. Doch seit ich das vor 2,5 Jahren geschrieben habe, hat sich Einiges verändert, es fühlt sich nicht mehr nach einem Kampf an. Anfangs war ich echt wild entschlossen, hatte Ideen und Ziele, habe Erfolge gefeiert, bin mithilfe ständig neuer Herausforderungen über mich hinausgewachsen und und und... Doch wo ist das alles hin? Was ist in den letzten Monaten passiert? Wieso habe ich keine (Zwischen-)Ziele mehr? Wo sind meine Entschlossenheit, mein Wille, meine Disziplin und meine Stärke? Ich will nicht sagen, dass ich mich vom Stand her so sehe wie vor der Blog-Erstellung, denn ich habe Fortschritte gemacht und mich weiter entwickelt, aber ich will diesen Ehrgeiz wieder haben! Ich möchte wieder Zwischenziele setzen und erfolgreich hinter mich bringen, wieso kann ich das nicht mehr? Momentan lebe ich mit der Dermatillomanie einfach so vor mich hin. Tag für Tag passiert es oder auch nicht. Großartig jucken tut es mich nicht mehr. So fühlt sich jeder Tag gleich an und ich entferne mich gedanklich extrem von damaligen Erfolgserlebnissen. Keine Struktur, keine Weiterentwicklung, sondern einfach nur damit leben. Das kann man von zwei Seiten betrachten. Einerseits hat es mit Sicherheit großen Einfluss, dass ich eine glückliche Beziehung mit einem tollen Menschen führe und daher einfach keine Gedanken mehr an dieses leidige Thema "verschwende". In diesem Zusammenhang erwähnte ich oft Wörter wie frei oder sorgenlos. Aber andererseits frage ich mich, wieso ich gerade diese schöne Situation nicht nutze!? Ist das nicht ironisch? Jetzt, wo ich so viel Unterstützung und Beistand habe, könnte ich richtig Kraft daraus schöpfen, um mal wieder ordentlich durchzustarten! Doch ich tue es nicht. Ich habe darüber auch mit meinem lieben Freund gesprochen und er meinte dazu, dass Trauer eben der beste Antrieb sei. Da scheint etwas dran zu sein. Früher hatte ich witzigerweise viel mehr Motivation und Kraft, obwohl es mir an sich schlechter ging. Ich habe für mich gekämpft, um eben selbst für kleine Glücksmomente zu sorgen, wenn ich stunden-, tage- oder sogar wochenlang die Finger von meinem Gesicht gelassen habe. Jetzt scheint das irgendwie nicht mehr nötig zu sein, was ich blöd finde. Es sollte mir doch weiterhin wichtig sein, mich weiterzuentwickeln und meiner Seele etwas Gutes zu tun.

Das waren mal wieder ein paar Gedanken von mir zu meiner aktuellen Gefühlslage, was das Skin Picking betrifft. Vielleicht kann mir ja sogar jemand folgen und mich verstehen?

Ansonsten gute Nacht euch!

25. Mai 2017

Dermatillomanie weltweit

Hallöchen, hallöchen!

Ihr wisst ja, dass ich mich über's Internet ständig auf dem neuesten Stand des Skin Pickings halte, um nichts Spannendes zu verpassen. Dafür gehe ich auch regelmäßig auf die Facebookseiten, die ich euch hier einmal verlinkt hatte. Dort entdeckte ich kürzlich die Weltkarte des Skin Pickings, wenn man so will. Das ist eine Internetseite, die einem hauptsächlich eine Weltkarte zeigt, wo sich Menschen geographisch eintragen können. Ganz genau habe ich mir die Seite noch nicht angesehen, aber soweit ich verstanden habe, kann man dort Einiges machen... Zuerst einmal kann man sich die Karte und eingetragene Menschen ansehen, sich aber auch selbst in die Map eintragen. Das kann man auf unterschiedliche Weise tun und dabei entscheiden, wie viel man von sich selbst preisgibt. Des Weiteren kann man seine Geschichte extern teilen oder auch Geschichten anderer Betroffener lesen. Anscheinend gibt es sogar ein Forum, wo man sich direkt austauschen und Kontakt aufnehmen kann. Nicht zuletzt zeigt einem die Seite auch Statistiken auf, die sie wahrscheinlich aus den bisherigen Teilnehmern gewonnen hat. Dazu gehören zum Beispiel die Verteilung von Alter oder Geschlecht. Ich finde das Ganze durchaus interessant und einen genaueren Einblick wert. Es zeigt nochmal klar und deutlich, dass unsere Krankheit weltweit verbreitet ist und man nicht alleine darunter leidet. Wir haben alle eine Sache gemeinsam, das ist in meinen Augen ein beruhigender Gedanke.

Natürlich dachte ich mir sofort, dass ich das an meine Leser weitergeben möchte. Vielleicht findet ihr es ja genauso interessant wie ich. Unter diesem Link könnt ihr euch selbst ein Bild von der Worldmap machen:

https://www.diseasemaps.org/dermatillomania/

Hoffentlich könnt ihr damit etwas anfangen. Schließlich soll sich niemand alleine fühlen! Hiermit habt ihr die Möglichkeit, Gleichgesinnte aus aller Welt zu finden!

20. Mai 2017

Aufhol-Anfälle



Das sind zwei Handyfotos, die mich und meinen Hautzustand von vor wenigen Minuten zeigen. So sah ich gerade eben aus. Und natürlich sieht es nur deswegen so schlimm aus, weil ich gedrückt habe. Die roten Schwellungen kommen ja nicht einfach so aus dem Nichts... Ihr dürftet meine Haut inzwischen kennen. Aber naja, meine Haut ist eigentlich sogar ein ziemlich guter Indikator für meine Drückattacken. Man sieht genau, wieviel und an welchen Stellen ich gedrückt habe. Verräterisch.

Die Bilder sagen gerade heraus: "Jacqueline hatte einen Anfall!" Kann ich nicht leugnen, aber gehen wir der Sache mal auf den Grund! Weshalb hatte ich gestern Abend und eben gerade Drückanfälle? Habe ich etwas zu verarbeiten? Vielleicht habe ich das, aber ich halte es nicht für den Hauptauslöser. Der liegt meiner Meinung nach eher darin, dass ich jetzt knapp eine Woche "auf Entzug" war. Während des Seminars gibt es viel, was mich vom Drücken abhält. Dazu zählt die ständige Anwesenheit anderer Menschen, der zu hohe und zu weit entfernte Badezimmerspiegel, das nette Beisammensitzen und die daraus resultierende gute Laune und und und. Das Skin Picking hat in Bad Pyrmont keinen Platz, ganz einfach. Doch kaum bin ich wieder zuhause, gibt es mindestens genauso viel, was mich in alte Verhaltensmuster und Denkweisen zurückholt. Dazu gehört auch ganz plump das Gefühl, ich müsse die fünf Tage aufholen. Echt bescheuert eigentlich, weil meine Haut sich über die Zeit verbessert hat und kaum noch etwas zum Drücken da ist. Doch das ist mir natürlich vollkommen egal und schon stecke ich ganz tief in einem Aufhol-Anfall. Solche Anfälle sind eine ganz eigene Art, die sich aus systematischem Drücken und tiefer Trance zusammensetzt. So ist mein Kopf einerseits zielgerichtet und klar, aber andererseits tief versunken in einem schwammigen Nichts. Vielleicht können mir einige Betroffene nachempfinden.

Nun ist es offensichtlich schon zu spät, um noch irgendetwas gerade zu biegen. Für die nächsten Tage allerdings sind mir meine Hände nicht mehr gebunden. Da kann ich versuchen, weniger zu drücken und diese Aufhol-Anfälle nicht zum Startschuss einer weiteren Tiefphase werden zu lassen. Drückt mir die Daumen.

14. Mai 2017

Gefühlsgelaber

Guten Abend!

Oh man, es ist ja schon halb 10... Und ich habe noch nicht ansatzweise mit dem angefangen, was ich diesen Abend noch schaffen muss (Wäsche abnehmen und Tasche packen). Morgen geht es nämlich auf mein viertes FSJ-Seminar, um den Punkt schonmal abzuhaken. Das bedeutet für euch wieder 5 Tage Ruhe, aber das dürftet ihr ja hin und wieder von mir gewohnt sein, schließlich ist mein letzter Post auch schon wieder 7 Tage her. Heute gibt es jedoch mal ein kleines Update zu meiner Situation und meinen Gefühlen.

Wie geht es mir gerade und was passiert im Moment so? Nunja, für mich rennt die Zeit momentan, das steht fest. Es passiert irgendwie ziemlich viel und wenn ich die nächsten Wochen und Monate angucke, wird das auch so bleiben. Mein FSJ geht bald zu Ende, die Bewerbungsfristen für die Unis beginnen nächste Woche und ich versuche neben meinen beiden Jobs, alles unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet mein Leben zuhause, meinen Freund, meine Oma und meine Mutter. Achja - Gedanken um meine Zukunft mache ich mir natürlich auch seit geraumer Zeit. Es wird sich nämlich viel ändern, sobald mein FSJ zu Ende ist und ich einen Studienplatz (am besten natürlich den gewünschten) finde. Dann heißt es ab in einen neuen Lebensabschnitt: Selbstständig werden und ausziehen. Doch das ist alles noch etwas hin... Kommen wir mal zur Gegenwart zurück. Dieses Wochenende hat mein Freund mich mal wieder besucht und es war wie immer schön. Unsere Beziehung entwickelt sich weiter und gibt mir Kraft. Es läuft sehr gut; trotz der Entfernung und den damit verbundenen Umständen. Wenn ich mich selbst betrachte, dann würde ich sagen, dass ich seit Beginn der Beziehung innerlich ruhiger und ausgeglichener geworden bin. Die Dermatillomanie ist schon lange nicht mehr Thema Nr.1 in meinem Kopf. Eher das Gegenteil, denn ich mache mir kaum noch Gedanken darum. Inwiefern das gut ist, ist eine andere Frage, aber ich merke den Unterschied. Meine Gefühle in Bezug zu meiner Haut treten "abgeschwächter" auf, wenn ihr versteht. Ein gutes Beispiel: In letzter Zeit läuft es im Dekolleté äußerst schlecht, doch das nervt mich nur ein wenig. Gleichzeitig lief es bis vor Kurzem recht solide im Gesicht, was sich so langsam wieder ändert. Doch hey, auch das ärgert mich zwar, ist aber in Ordnung! Was macht es schon aus? Ich werde trotzdem geliebt. Kein Grund, deswegen zu weinen oder deprimiert zu sein. Es gibt nur eine Sache, die mich noch beschäftigt... Undzwar, dass ich mir trotz der Anwesenheit meines Freundes einfach Zeit vor dem Spiegel nehme. Ich kriege es um's Verrecken nicht hin, das Drücken während seiner Besuche hier zu unterlassen. Wieso nicht? Brauche ich das gerade so dringend? Wieso brauche ich es? Ich meine..., dass ich es jetzt nach dem Abschied auf eine Art und Weise brauche, leuchtet mir noch ein, aber sonst!? Warum erreicht es mich nicht, dass ich glücklich bin? Warum lässt es meine Hände nicht wenigstens für diese Zeit ruhen? Ich versteh's nicht. Es tut mir nämlich immer so leid, wenn ich mal wieder viel zu lange im Bad gebraucht habe und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Mein Freund sprüht dann jedes Mal vor Verständnis, doch das ändert nichts an meinen Schuldgefühlen. Ich will uns doch keine Zeit rauben, das ist so bescheuert. Um es zusammenzufassen: Ich fühle gerade eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Einerseits bin ich noch von positiven Gefühlen des Wochenendes geprägt und freue mich gleichzeitig auf die Seminarwoche, doch andererseits bin ich wegen des Abschieds und wegen meiner ganzen Drückerei danach ein wenig geknickt. In Bezug auf meine Zukunft fühle ich immer noch Angst, jedoch ist sie schwächer geworden. Inzwischen kam noch eine andere Emotion hinzu, nämlich Spannung. Irgendwo lauert auch eine leise Vorfreude, doch die ist noch etwas schüchtern...

Nungut, in Anbetracht dessen, dass ich jetzt (um kurz vor 10) wirklich meine Tasche packen sollte, beende ich diesen Post. Betrachtet es als Life-Update oder sowas. Muss ja auch mal sein, oder?

Bis in einer Woche! :)

7. Mai 2017

Vorher-Nachher - 4

Halli hallo!

Dieser Post wird bereits der vierte Teil in der "Vorher-Nachher"-Reihe werden und ist entstanden, als ich die neuen Fotos für meine "Über mich"-Seite geschossen habe (mehr in diesem Post). Ich wusste schon vor der Aktion, wie ich mich schminken wollte und dass es mal etwas "mehr" sein durfte - zumindest für meine Verhältnisse. Lippenstift trage ich nämlich vom Aussehen her gerne, aber meistens geht er mir doch auf die Nerven, wenn ich ihn mehrere Stunden tragen muss. Daher ist Lippenstift eher selten zu sehen bei mir; schon gar nicht im Alltag oder für die Arbeit! Insgesamt habe ich mir mit dem Make-Up viel Mühe gegeben und dafür auch entsprechend Zeit gebraucht. Damit unterscheidet sich dieser Vorher-Nachher-Look sehr von dem, der im dritten Teil zu sehen ist. Dort ging es ja um wenig Aufwand und ein dezentes Ergebnis, wohingegen ich dieses Mal darauf gesetzt habe, dass man am Ende was von der Schminke sieht. Ich wollte mich gewissermaßen verwandeln, wenn ihr versteht. Es macht mir Spaß, mit den Gegensätzen 'ungeschminkt' und 'geschminkt' zu spielen und die Menschen um mich herum damit sogar hin und wieder zu verwirren oder zu überraschen. Mir wurde schon das ein oder andere Mal gesagt, dass ich ungeschminkt sehr anders aussehe und man mich auf den ersten Blick kaum wiedererkennt.

Um euch jedoch nicht länger hinzuhalten, könnt ihr euch nun selbst einen Eindruck verschaffen:



Die verwendeten Produkte habe ich euch nicht abfotografiert, aber falls ihr da Nachfragen habt, dann schreibt mir gerne! Im Grunde ist sogar Einiges von den Basics noch mit dem identisch, was ihr im zweiten Teil sehen könnt. Lustig, dass sich selbst über fast 2 Jahre so wenig ändert. Das zeigt mir, dass ich mich in meinem Stil gefunden habe und auch weiß, mit welchen Produkten ich gut zurecht komme. Das ist doch eh das Wichtigste, nicht wahr.

Und nun wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag! Man sieht sich bald wieder, tschüssi.

2. Mai 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 4

Moin!

Mein letzter Part dieser Fotoserie ist zwar nicht lange her, aber es gibt zwei gute Gründe, die dafür sprechen, nun den nächsten Part zu bringen. Erstens gehört dieser Teil ja noch irgendwie zum letzten (sie unterscheiden sich nur thematisch) und zweitens ist Mitte Mai bereits das nächste - und gleichzeitig vorletzte - Seminar! Die Fotos vom vergangenen Seminar möchte ich daher gerne noch veröffentlichen, bevor es weitergeht.

Dieses Mal kriegt ihr einerseits schöne Sonnenuntergangsbilder von entspannten Abenden auf dem Balkon und andererseits ein paar kleine Eindrücke aus der "Stadt" Bad Pyrmont. Ich persönlich finde die Häuser dort nämlich alle sehr niedlich und schnuckelig, sie haben schlichterdings einen eigenen Charme. Man fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise wohl, wenn man dort durch die Straßen schlendert...

Los geht's mit den Sonnenuntergängen, denen man gefühlt ewig nachschauen konnte:



Ab hier startet ein Mini-Stadtrundgang, der euch hoffentlich einen kleinen Eindruck davon vermittelt, wie die Gebäude dort aussehen und was für ein Flair in diesem kleinen Kurort herrscht.

Gebäude der Commerzbank

Evangelisch-lutherische Stadtkirche

Haus Ockel am Brunnenplatz

Allee am Brunnenplatz

Haus Uslar am Brunnenplatz

Fürstenhof am Brunnenplatz

Brunnentempel "Der Hyllige Born"


Ende im Gelände, mehr habe ich nicht. Jetzt gehe ich zu Bett, gute Nacht! :)

27. April 2017

Neuer TV-Beitrag!

Hallöcheeeen!

Ich habe einen sehr heißen Tipp für euch, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet! Es gibt nämlich einen neuen TV-Beitrag über das Skin Picking. Er ist vier Minuten lang und lief diese Woche bei "Volle Kanne" im ZDF. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Frau, die in diesem Beitrag die Hauptrolle spielt, ein Mitglied der Kölner Selbsthilfegruppe. Hut ab für diesen Mut und danke dafür, dass so ein weiterer großer Schritt in Richtung vermehrter Bekanntheit gemacht wurde! Das ist extrem wichtig und wie man merkt, auch wirksam. So langsam steigt das Medieninteresse an unserer noch viel zu unbekannten Krankheit. Das ist doch toll!

Mit dem Link, den ich euch am Ende hier einfügen werde, gelangt ihr aber nicht nur zum Beitrag selbst, sondern auch zu einem Artikel. Der ist insbesondere gegen Ende interessant, da dort erwähnt wird, dass man vielleicht schon recht bald offiziell Anspruch auf eine Kostenübernahme einer Therapie von der Krankenkasse hat. Das würde eventuell dazu führen, dass sich mehr Betroffene für eine Therapie entscheiden, was wiederum noch mehr Fachleute darauf aufmerksam machen sollte. Ihr seht: Die Entwicklung ist ganz gut dabei.

Aber nun ist Schluss mit dem Gerede, jetzt gibt es den Beitrag. Viel Spaß dabei und schreibt mir doch gerne, was ihr davon haltet!

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/skin-picking-hautkrankheit-psychische-stoerung-100.html

Bis dann!

22. April 2017

Aus alt mach neu

Einen schönen Samstagabend wünsche ich euch!

Bis gerade eben war ich noch arbeiten, davor habe ich allerdings endlich eine Aktion durchgeführt, die ich schon eeeewig machen wollte! Dieser Punkt steht schon seit Monaten auf meiner Postliste und wartete darauf, abgehakt zu werden. Vor einigen Tagen habe ich mir dann vorgenommen, das Ganze heute über die Bühne zu bringen. Wurde auch Zeit...

Doch wovon spreche ich? Der Titel sagt uns, dass ich mit diesem Post etwas erneuern werde. Euch kommt da vielleicht gar nichts in den Sinn, doch mich stört es - wie gesagt - schon seit Langem... Wenn ihr mal bei der Seite "Über mich" vorbeigeschaut habt, dann konnte man beim genauen Hinschauen erkennen, dass mein Foto dort vom Mai 2015 stammte und damit schon fast 2 Jahre alt ist. Wow, das ist lang her. Der Blog wird Ende diesen Jahres ja auch schon 3! Obwohl ich mich äußerlich über die Zeit kaum verändert habe, gefiel es mir nicht mehr, dieses veraltete Bild dort zu haben. Deshalb ist damit nun Schluss. Heute Mittag habe ich eine kleine Fotosession gestartet, um mir ein neues Bild zu ergattern. Und so wurde aus dem hier....


....das hier:


Wie ihr seht, ist es dem alten Bild ziemlich ähnlich und das ist auch Absicht. Eigentlich hatte ich sogar noch den gleichen Pullover von der alten Version an, aber diese Fotos mit dem Blumenoberteil gefielen mir eben - besonders in der Kombi - am besten. Es sind allerdings auch noch ein paar andere, ganz nette Fotos entstanden, wie ich finde:





Wie man erkennen kann, bin ich ganz gut geschminkt und auch das ist Absicht. Ich möchte zwar, dass mein Foto der "Über mich"-Seite zeigt, wie ich wirklich bin (d.h. mit allem, was die Dermatillomanie so mit sich bringt), aber ich möchte mir natürlich auch selbst gefallen. Einfach hübsch aussehen, ihr versteht mich schon. Man erkennt ja sowieso durch die Schminke, dass meine Haut nicht ganz ebenmäßig ist und darüber hinaus sieht man im Dekolleté auch genügend Spuren. So war das beim alten Foto auch und gerade das fand ich super. Auf den ersten Blick einen positiven Eindruck vermitteln, aber gleichzeitig ein bisschen versteckter zeigen, dass ich Makel habe und mich nicht dafür schäme. Nein, ich trage bewusst Ausschnitt und lächle, wenn ich meine nicht perfekte Haut dort zeige!

Bevor ich jetzt zu sehr ausschweife, werde ich mich verabschieden. Habe heute Abend sowieso noch vor, einen netten Abend mit ein paar Theaterkollegen zu verbringen. Euch noch ein schönes und ruhiges Wochenende! :)

18. April 2017

Wind nach oben

Es ist schon spät und ich wollte längst im Land der Träume sein, daher wird das jetzt nur ein kleines Statusupdate. Denn über Ostern hat mich mein Freund besucht und wir haben ein paar schöne Tage zusammen verbracht. Viel mehr als das, wenn man's genau nimmt. Wir haben extrem viel Blödsinn gemacht und gelacht, sind wieder näher zusammengewachsen, haben Einiges unternommen, sind aber auch mal chillig auf dem Sofa geblieben... Und wie die Tage so verstrichen, fing meine Haut an zu heilen. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass ich die Tage mit ihm drückfrei geblieben bin! Eher im Gegenteil: Es gab die ein oder andere Situation, wo ich einen "Anfall" gestehen musste... Doch das spielte keine große Rolle, denn jede Minute in seiner Anwesenheit schenkte mir ein Stückchen mehr Kraft. Innerlich passierte viel mit mir. So kam es, dass meine Haut sich von Tag zu Tag besserte und das, obwohl ich sie nicht komplett in Ruhe gelassen habe. Ja, sie sieht jetzt echt um Längen besser aus als noch vor einer Woche (bei seiner Ankunft)! Das ist allerdings nicht alles, denn ich fühle mich logischerweise auch besser. Entspannter, ausgeglichener, geliebter und vor Allem stärker! Die Zeit mit ihm war wie ein Anstupser oder der Anschwung bei einer Schaukel. Ich fühle mich nicht unbesiegbar, aber ich bin weitaus positiver eingestellt als vor dieser Woche in Zweisamkeit. Außerdem weiß ich, dass da jemand hinter mir steht und wir zusammen alles schaffen. Da braucht man sich nicht unbesiegbar fühlen, sondern einfach nur wie ein starkes Team. Die zukünftigen Wochen und Monate werden nicht leicht, doch ich blicke ihnen mit eisernem Blick entgegen.

7. April 2017

Die Unendlichkeit


Du schaust aus dem Fenster - auf die Straßen, die Nachbarshäuser, die vereinzelten Bäume und auf die Felder im Hintergrund. Du siehst die Sonne aufgehen; ein neuer Tag beginnt. Ihre Wärme lässt die Tiere erwachen und ihr Licht uns Menschen. Ein paar Sonnenstrahlen treffen dein Gesicht, während du deinen Blick weiterhin aus dem Fenster richtest... Du siehst Vögel aus den Bäumen fliegen und auf den Straßen in der Ferne Autos fahren. Vielleicht fährt auch durch deine Straße ein Auto, aber ansonsten ist es ruhig. So ruhig, dass du den Moment lebst. Einfach nur schaust, was du entdeckst. Auf dem Feldweg läuft eine Frau mit ihrem Hund Gassi und gleichzeitig lassen die Bewohner im Nachbarshaus ihre Rolläden hoch. Es ist ein schöner Herbstmorgen, an dem du mit einer Tasse Tee in der Hand die letzte Wärme genießt. Du blickst zum Himmel und siehst weit entfernt ein paar Wolken herziehen. Es herrscht ein leichter Wind, der sich in den Blättern der Bäume widerspiegelt. Und wie du so deine Umgebung und das Wetter beobachtest, beschleicht dich ein Gefühl von Unendlichkeit. Als könntest du auf die ganze Welt blicken, ohne, dass die Zeit vergeht...

Das war mal ein etwas anderer Einstieg als sonst, wie ihr vielleicht bemerkt habt. Das Foto stammt vom September 2015 und ist eigentlich für schulische Zwecke entstanden, aber als ich letztens die Idee hatte, das Thema "Unendlichkeit" in Bezug zum Skin Picking aufzugreifen, schien es mir passend. Erst recht mit so einem kreativ-textlichen Input als Ein- bzw. Überleitung.

Doch wie kam ich auf das Thema Unendlichkeit? Es war ein Blitzgedanke, der mich während einer langen Drücksession vor dem Spiegel traf. Ich war mal wieder gefangen in diesem Teufelskreis, wo ich jeden Millimeter meiner Haut absuche und meine Hände keine Ruhe geben können, bevor ich nicht das Gefühl habe, jede einzelne Stelle bearbeitet zu haben. Ich stand also da und hatte schon unzählige Male zwischen Gesicht und Dekolleté gewechselt, sodass beide Regionen nahezu komplett rot und angeschwollen waren. Doch trotz dessen, dass ich eigentlich schon jede Stelle mindestens einmal hatte, konnte ich kein Ende finden. Und da traf mich die Unendlichkeit. Plötzlich erkannte ich, wie kurios das Skin Picking auch in dieser Hinsicht ist. Unsere Haut ist begrenzt, doch wir stören uns nicht daran. Wir Skinpicker finden immer noch eine Unreinheit, immer mehr, immer mehr. Selbst wenn das heißt, dass wir eigentlich nur tiefer "graben". Unsere Hände scheinen endlos Kraft zu haben, sie werden niemals müde. Egal, wieviele Stunden sie schon in Kleinstarbeit sämtliche Pickel ausgedrückt/aufgekratzt haben. Auch die Zeit als begrenzte Einheit können wir (scheinbar) durchbrechen. Wenn wir in Trance fallen, spielt die Zeit nämlich keine Rolle mehr. Das Zeitgefühl schwindet und wir fühlen einen Zustand von Unendlichkeit. Wir sind gefangen in einem Moment, der niemals endet, solange wir nicht aufwachen und das Drücken beenden. Das Gefühl von endloser Macht beschleicht uns, obwohl wir in solchen Momenten keine Weitsicht haben. Genau genommen ist es nicht mal Macht, sondern das Gegenteil. Aber das ist egal... Denn alles, was wir fühlen, fühlt sich endlos an. Und alles, was wir machen, können wir unendlich lange machen. Es ist ein ganz anderer Zustand, in dem wir uns mit der Dermatillomanie befinden. Eine andere Welt, die nur uns Zutritt gewährt. Eine unendliche Welt.

4. April 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 3

Guten Abend!

Jetzt ist es soweit, endlich gibt es mal wieder etwas Abwechslung für's Auge. Ich habe dieses Mal aufgrund des schönen Wetters und unserer Aktivitäten echt viel fotografieren können, muss ich sagen. Darauf hatte ich ja auch gesetzt, nachdem meine Ausbeute vom letzten Seminar (hier zu sehen) eher gering ausgefallen ist. Weil ich diesmal aber so viel zusammen gekriegt habe, werde ich das Ganze sogar in zwei Teile aufteilen, die sich thematisch voneinander unterscheiden.

Heute zeige ich euch Bilder, die ich hauptsächlich während eines kleinen Waldspaziergangs auf den Berg gemacht habe. In die Richtung sind wir zum ersten Mal gelaufen, denn bisher sind wir in unserer Freizeit immer bergab in die Stadt gegangen. Es war echt ein schöner Spaziergang auf den Berg, dessen Aussicht sich total gelohnt hat! Apropos Aussicht: Auch den Ausblick unserer Unterkunft zeige ich euch nochmal (ihr kennt ihn schon von Teil 1), da er einfach super ist. Damit möchte ich auch beginnen:





Das war eine nahezu Rundumsicht von dem Balkon der zweiten Etage, jetzt habe ich nochmal die Aussicht von unserem Zimmer, welches wir diesmal hatten (Richtung Parkplatz hinter dem Haus):


Ab jetzt kommt erstmal Wald, Wald, Wald.






Oben auf dem Berg steht der sogenannte Bismarckturm und nachdem wir eine Ausschilderung gesehen hatten, kamen wir nicht umhin, wirklich bis nach ganz oben zu wandern. Was die Geschichte des Turms angeht, konnten wir nichts in Erfahrung bringen, aber das lag auch nicht in unserem Interesse. Es war einfach nur cool, oben angekommen zu sein und sich am Turm vorbei auf eine Bank zu setzen, von der man wirklich weit in's Tal gucken konnte. Ein sehr idyllisches und ruhiges Örtchen!