20. Mai 2017

Aufhol-Anfälle



Das sind zwei Handyfotos, die mich und meinen Hautzustand von vor wenigen Minuten zeigen. So sah ich gerade eben aus. Und natürlich sieht es nur deswegen so schlimm aus, weil ich gedrückt habe. Die roten Schwellungen kommen ja nicht einfach so aus dem Nichts... Ihr dürftet meine Haut inzwischen kennen. Aber naja, meine Haut ist eigentlich sogar ein ziemlich guter Indikator für meine Drückattacken. Man sieht genau, wieviel und an welchen Stellen ich gedrückt habe. Verräterisch.

Die Bilder sagen gerade heraus: "Jacqueline hatte einen Anfall!" Kann ich nicht leugnen, aber gehen wir der Sache mal auf den Grund! Weshalb hatte ich gestern Abend und eben gerade Drückanfälle? Habe ich etwas zu verarbeiten? Vielleicht habe ich das, aber ich halte es nicht für den Hauptauslöser. Der liegt meiner Meinung nach eher darin, dass ich jetzt knapp eine Woche "auf Entzug" war. Während des Seminars gibt es viel, was mich vom Drücken abhält. Dazu zählt die ständige Anwesenheit anderer Menschen, der zu hohe und zu weit entfernte Badezimmerspiegel, das nette Beisammensitzen und die daraus resultierende gute Laune und und und. Das Skin Picking hat in Bad Pyrmont keinen Platz, ganz einfach. Doch kaum bin ich wieder zuhause, gibt es mindestens genauso viel, was mich in alte Verhaltensmuster und Denkweisen zurückholt. Dazu gehört auch ganz plump das Gefühl, ich müsse die fünf Tage aufholen. Echt bescheuert eigentlich, weil meine Haut sich über die Zeit verbessert hat und kaum noch etwas zum Drücken da ist. Doch das ist mir natürlich vollkommen egal und schon stecke ich ganz tief in einem Aufhol-Anfall. Solche Anfälle sind eine ganz eigene Art, die sich aus systematischem Drücken und tiefer Trance zusammensetzt. So ist mein Kopf einerseits zielgerichtet und klar, aber andererseits tief versunken in einem schwammigen Nichts. Vielleicht können mir einige Betroffene nachempfinden.

Nun ist es offensichtlich schon zu spät, um noch irgendetwas gerade zu biegen. Für die nächsten Tage allerdings sind mir meine Hände nicht mehr gebunden. Da kann ich versuchen, weniger zu drücken und diese Aufhol-Anfälle nicht zum Startschuss einer weiteren Tiefphase werden zu lassen. Drückt mir die Daumen.

14. Mai 2017

Gefühlsgelaber

Guten Abend!

Oh man, es ist ja schon halb 10... Und ich habe noch nicht ansatzweise mit dem angefangen, was ich diesen Abend noch schaffen muss (Wäsche abnehmen und Tasche packen). Morgen geht es nämlich auf mein viertes FSJ-Seminar, um den Punkt schonmal abzuhaken. Das bedeutet für euch wieder 5 Tage Ruhe, aber das dürftet ihr ja hin und wieder von mir gewohnt sein, schließlich ist mein letzter Post auch schon wieder 7 Tage her. Heute gibt es jedoch mal ein kleines Update zu meiner Situation und meinen Gefühlen.

Wie geht es mir gerade und was passiert im Moment so? Nunja, für mich rennt die Zeit momentan, das steht fest. Es passiert irgendwie ziemlich viel und wenn ich die nächsten Wochen und Monate angucke, wird das auch so bleiben. Mein FSJ geht bald zu Ende, die Bewerbungsfristen für die Unis beginnen nächste Woche und ich versuche neben meinen beiden Jobs, alles unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet mein Leben zuhause, meinen Freund, meine Oma und meine Mutter. Achja - Gedanken um meine Zukunft mache ich mir natürlich auch seit geraumer Zeit. Es wird sich nämlich viel ändern, sobald mein FSJ zu Ende ist und ich einen Studienplatz (am besten natürlich den gewünschten) finde. Dann heißt es ab in einen neuen Lebensabschnitt: Selbstständig werden und ausziehen. Doch das ist alles noch etwas hin... Kommen wir mal zur Gegenwart zurück. Dieses Wochenende hat mein Freund mich mal wieder besucht und es war wie immer schön. Unsere Beziehung entwickelt sich weiter und gibt mir Kraft. Es läuft sehr gut; trotz der Entfernung und den damit verbundenen Umständen. Wenn ich mich selbst betrachte, dann würde ich sagen, dass ich seit Beginn der Beziehung innerlich ruhiger und ausgeglichener geworden bin. Die Dermatillomanie ist schon lange nicht mehr Thema Nr.1 in meinem Kopf. Eher das Gegenteil, denn ich mache mir kaum noch Gedanken darum. Inwiefern das gut ist, ist eine andere Frage, aber ich merke den Unterschied. Meine Gefühle in Bezug zu meiner Haut treten "abgeschwächter" auf, wenn ihr versteht. Ein gutes Beispiel: In letzter Zeit läuft es im Dekolleté äußerst schlecht, doch das nervt mich nur ein wenig. Gleichzeitig lief es bis vor Kurzem recht solide im Gesicht, was sich so langsam wieder ändert. Doch hey, auch das ärgert mich zwar, ist aber in Ordnung! Was macht es schon aus? Ich werde trotzdem geliebt. Kein Grund, deswegen zu weinen oder deprimiert zu sein. Es gibt nur eine Sache, die mich noch beschäftigt... Undzwar, dass ich mir trotz der Anwesenheit meines Freundes einfach Zeit vor dem Spiegel nehme. Ich kriege es um's Verrecken nicht hin, das Drücken während seiner Besuche hier zu unterlassen. Wieso nicht? Brauche ich das gerade so dringend? Wieso brauche ich es? Ich meine..., dass ich es jetzt nach dem Abschied auf eine Art und Weise brauche, leuchtet mir noch ein, aber sonst!? Warum erreicht es mich nicht, dass ich glücklich bin? Warum lässt es meine Hände nicht wenigstens für diese Zeit ruhen? Ich versteh's nicht. Es tut mir nämlich immer so leid, wenn ich mal wieder viel zu lange im Bad gebraucht habe und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Mein Freund sprüht dann jedes Mal vor Verständnis, doch das ändert nichts an meinen Schuldgefühlen. Ich will uns doch keine Zeit rauben, das ist so bescheuert. Um es zusammenzufassen: Ich fühle gerade eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Einerseits bin ich noch von positiven Gefühlen des Wochenendes geprägt und freue mich gleichzeitig auf die Seminarwoche, doch andererseits bin ich wegen des Abschieds und wegen meiner ganzen Drückerei danach ein wenig geknickt. In Bezug auf meine Zukunft fühle ich immer noch Angst, jedoch ist sie schwächer geworden. Inzwischen kam noch eine andere Emotion hinzu, nämlich Spannung. Irgendwo lauert auch eine leise Vorfreude, doch die ist noch etwas schüchtern...

Nungut, in Anbetracht dessen, dass ich jetzt (um kurz vor 10) wirklich meine Tasche packen sollte, beende ich diesen Post. Betrachtet es als Life-Update oder sowas. Muss ja auch mal sein, oder?

Bis in einer Woche! :)

7. Mai 2017

Vorher-Nachher - 4

Halli hallo!

Dieser Post wird bereits der vierte Teil in der "Vorher-Nachher"-Reihe werden und ist entstanden, als ich die neuen Fotos für meine "Über mich"-Seite geschossen habe (mehr in diesem Post). Ich wusste schon vor der Aktion, wie ich mich schminken wollte und dass es mal etwas "mehr" sein durfte - zumindest für meine Verhältnisse. Lippenstift trage ich nämlich vom Aussehen her gerne, aber meistens geht er mir doch auf die Nerven, wenn ich ihn mehrere Stunden tragen muss. Daher ist Lippenstift eher selten zu sehen bei mir; schon gar nicht im Alltag oder für die Arbeit! Insgesamt habe ich mir mit dem Make-Up viel Mühe gegeben und dafür auch entsprechend Zeit gebraucht. Damit unterscheidet sich dieser Vorher-Nachher-Look sehr von dem, der im dritten Teil zu sehen ist. Dort ging es ja um wenig Aufwand und ein dezentes Ergebnis, wohingegen ich dieses Mal darauf gesetzt habe, dass man am Ende was von der Schminke sieht. Ich wollte mich gewissermaßen verwandeln, wenn ihr versteht. Es macht mir Spaß, mit den Gegensätzen 'ungeschminkt' und 'geschminkt' zu spielen und die Menschen um mich herum damit sogar hin und wieder zu verwirren oder zu überraschen. Mir wurde schon das ein oder andere Mal gesagt, dass ich ungeschminkt sehr anders aussehe und man mich auf den ersten Blick kaum wiedererkennt.

Um euch jedoch nicht länger hinzuhalten, könnt ihr euch nun selbst einen Eindruck verschaffen:



Die verwendeten Produkte habe ich euch nicht abfotografiert, aber falls ihr da Nachfragen habt, dann schreibt mir gerne! Im Grunde ist sogar Einiges von den Basics noch mit dem identisch, was ihr im zweiten Teil sehen könnt. Lustig, dass sich selbst über fast 2 Jahre so wenig ändert. Das zeigt mir, dass ich mich in meinem Stil gefunden habe und auch weiß, mit welchen Produkten ich gut zurecht komme. Das ist doch eh das Wichtigste, nicht wahr.

Und nun wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag! Man sieht sich bald wieder, tschüssi.

2. Mai 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 4

Moin!

Mein letzter Part dieser Fotoserie ist zwar nicht lange her, aber es gibt zwei gute Gründe, die dafür sprechen, nun den nächsten Part zu bringen. Erstens gehört dieser Teil ja noch irgendwie zum letzten (sie unterscheiden sich nur thematisch) und zweitens ist Mitte Mai bereits das nächste - und gleichzeitig vorletzte - Seminar! Die Fotos vom vergangenen Seminar möchte ich daher gerne noch veröffentlichen, bevor es weitergeht.

Dieses Mal kriegt ihr einerseits schöne Sonnenuntergangsbilder von entspannten Abenden auf dem Balkon und andererseits ein paar kleine Eindrücke aus der "Stadt" Bad Pyrmont. Ich persönlich finde die Häuser dort nämlich alle sehr niedlich und schnuckelig, sie haben schlichterdings einen eigenen Charme. Man fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise wohl, wenn man dort durch die Straßen schlendert...

Los geht's mit den Sonnenuntergängen, denen man gefühlt ewig nachschauen konnte:



Ab hier startet ein Mini-Stadtrundgang, der euch hoffentlich einen kleinen Eindruck davon vermittelt, wie die Gebäude dort aussehen und was für ein Flair in diesem kleinen Kurort herrscht.

Gebäude der Commerzbank

Evangelisch-lutherische Stadtkirche

Haus Ockel am Brunnenplatz

Allee am Brunnenplatz

Haus Uslar am Brunnenplatz

Fürstenhof am Brunnenplatz

Brunnentempel "Der Hyllige Born"


Ende im Gelände, mehr habe ich nicht. Jetzt gehe ich zu Bett, gute Nacht! :)

27. April 2017

Neuer TV-Beitrag!

Hallöcheeeen!

Ich habe einen sehr heißen Tipp für euch, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet! Es gibt nämlich einen neuen TV-Beitrag über das Skin Picking. Er ist vier Minuten lang und lief diese Woche bei "Volle Kanne" im ZDF. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Frau, die in diesem Beitrag die Hauptrolle spielt, ein Mitglied der Kölner Selbsthilfegruppe. Hut ab für diesen Mut und danke dafür, dass so ein weiterer großer Schritt in Richtung vermehrter Bekanntheit gemacht wurde! Das ist extrem wichtig und wie man merkt, auch wirksam. So langsam steigt das Medieninteresse an unserer noch viel zu unbekannten Krankheit. Das ist doch toll!

Mit dem Link, den ich euch am Ende hier einfügen werde, gelangt ihr aber nicht nur zum Beitrag selbst, sondern auch zu einem Artikel. Der ist insbesondere gegen Ende interessant, da dort erwähnt wird, dass man vielleicht schon recht bald offiziell Anspruch auf eine Kostenübernahme einer Therapie von der Krankenkasse hat. Das würde eventuell dazu führen, dass sich mehr Betroffene für eine Therapie entscheiden, was wiederum noch mehr Fachleute darauf aufmerksam machen sollte. Ihr seht: Die Entwicklung ist ganz gut dabei.

Aber nun ist Schluss mit dem Gerede, jetzt gibt es den Beitrag. Viel Spaß dabei und schreibt mir doch gerne, was ihr davon haltet!

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/skin-picking-hautkrankheit-psychische-stoerung-100.html

Bis dann!

22. April 2017

Aus alt mach neu

Einen schönen Samstagabend wünsche ich euch!

Bis gerade eben war ich noch arbeiten, davor habe ich allerdings endlich eine Aktion durchgeführt, die ich schon eeeewig machen wollte! Dieser Punkt steht schon seit Monaten auf meiner Postliste und wartete darauf, abgehakt zu werden. Vor einigen Tagen habe ich mir dann vorgenommen, das Ganze heute über die Bühne zu bringen. Wurde auch Zeit...

Doch wovon spreche ich? Der Titel sagt uns, dass ich mit diesem Post etwas erneuern werde. Euch kommt da vielleicht gar nichts in den Sinn, doch mich stört es - wie gesagt - schon seit Langem... Wenn ihr mal bei der Seite "Über mich" vorbeigeschaut habt, dann konnte man beim genauen Hinschauen erkennen, dass mein Foto dort vom Mai 2015 stammte und damit schon fast 2 Jahre alt ist. Wow, das ist lang her. Der Blog wird Ende diesen Jahres ja auch schon 3! Obwohl ich mich äußerlich über die Zeit kaum verändert habe, gefiel es mir nicht mehr, dieses veraltete Bild dort zu haben. Deshalb ist damit nun Schluss. Heute Mittag habe ich eine kleine Fotosession gestartet, um mir ein neues Bild zu ergattern. Und so wurde aus dem hier....


....das hier:


Wie ihr seht, ist es dem alten Bild ziemlich ähnlich und das ist auch Absicht. Eigentlich hatte ich sogar noch den gleichen Pullover von der alten Version an, aber diese Fotos mit dem Blumenoberteil gefielen mir eben - besonders in der Kombi - am besten. Es sind allerdings auch noch ein paar andere, ganz nette Fotos entstanden, wie ich finde:





Wie man erkennen kann, bin ich ganz gut geschminkt und auch das ist Absicht. Ich möchte zwar, dass mein Foto der "Über mich"-Seite zeigt, wie ich wirklich bin (d.h. mit allem, was die Dermatillomanie so mit sich bringt), aber ich möchte mir natürlich auch selbst gefallen. Einfach hübsch aussehen, ihr versteht mich schon. Man erkennt ja sowieso durch die Schminke, dass meine Haut nicht ganz ebenmäßig ist und darüber hinaus sieht man im Dekolleté auch genügend Spuren. So war das beim alten Foto auch und gerade das fand ich super. Auf den ersten Blick einen positiven Eindruck vermitteln, aber gleichzeitig ein bisschen versteckter zeigen, dass ich Makel habe und mich nicht dafür schäme. Nein, ich trage bewusst Ausschnitt und lächle, wenn ich meine nicht perfekte Haut dort zeige!

Bevor ich jetzt zu sehr ausschweife, werde ich mich verabschieden. Habe heute Abend sowieso noch vor, einen netten Abend mit ein paar Theaterkollegen zu verbringen. Euch noch ein schönes und ruhiges Wochenende! :)

18. April 2017

Wind nach oben

Es ist schon spät und ich wollte längst im Land der Träume sein, daher wird das jetzt nur ein kleines Statusupdate. Denn über Ostern hat mich mein Freund besucht und wir haben ein paar schöne Tage zusammen verbracht. Viel mehr als das, wenn man's genau nimmt. Wir haben extrem viel Blödsinn gemacht und gelacht, sind wieder näher zusammengewachsen, haben Einiges unternommen, sind aber auch mal chillig auf dem Sofa geblieben... Und wie die Tage so verstrichen, fing meine Haut an zu heilen. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass ich die Tage mit ihm drückfrei geblieben bin! Eher im Gegenteil: Es gab die ein oder andere Situation, wo ich einen "Anfall" gestehen musste... Doch das spielte keine große Rolle, denn jede Minute in seiner Anwesenheit schenkte mir ein Stückchen mehr Kraft. Innerlich passierte viel mit mir. So kam es, dass meine Haut sich von Tag zu Tag besserte und das, obwohl ich sie nicht komplett in Ruhe gelassen habe. Ja, sie sieht jetzt echt um Längen besser aus als noch vor einer Woche (bei seiner Ankunft)! Das ist allerdings nicht alles, denn ich fühle mich logischerweise auch besser. Entspannter, ausgeglichener, geliebter und vor Allem stärker! Die Zeit mit ihm war wie ein Anstupser oder der Anschwung bei einer Schaukel. Ich fühle mich nicht unbesiegbar, aber ich bin weitaus positiver eingestellt als vor dieser Woche in Zweisamkeit. Außerdem weiß ich, dass da jemand hinter mir steht und wir zusammen alles schaffen. Da braucht man sich nicht unbesiegbar fühlen, sondern einfach nur wie ein starkes Team. Die zukünftigen Wochen und Monate werden nicht leicht, doch ich blicke ihnen mit eisernem Blick entgegen.

7. April 2017

Die Unendlichkeit


Du schaust aus dem Fenster - auf die Straßen, die Nachbarshäuser, die vereinzelten Bäume und auf die Felder im Hintergrund. Du siehst die Sonne aufgehen; ein neuer Tag beginnt. Ihre Wärme lässt die Tiere erwachen und ihr Licht uns Menschen. Ein paar Sonnenstrahlen treffen dein Gesicht, während du deinen Blick weiterhin aus dem Fenster richtest... Du siehst Vögel aus den Bäumen fliegen und auf den Straßen in der Ferne Autos fahren. Vielleicht fährt auch durch deine Straße ein Auto, aber ansonsten ist es ruhig. So ruhig, dass du den Moment lebst. Einfach nur schaust, was du entdeckst. Auf dem Feldweg läuft eine Frau mit ihrem Hund Gassi und gleichzeitig lassen die Bewohner im Nachbarshaus ihre Rolläden hoch. Es ist ein schöner Herbstmorgen, an dem du mit einer Tasse Tee in der Hand die letzte Wärme genießt. Du blickst zum Himmel und siehst weit entfernt ein paar Wolken herziehen. Es herrscht ein leichter Wind, der sich in den Blättern der Bäume widerspiegelt. Und wie du so deine Umgebung und das Wetter beobachtest, beschleicht dich ein Gefühl von Unendlichkeit. Als könntest du auf die ganze Welt blicken, ohne, dass die Zeit vergeht...

Das war mal ein etwas anderer Einstieg als sonst, wie ihr vielleicht bemerkt habt. Das Foto stammt vom September 2015 und ist eigentlich für schulische Zwecke entstanden, aber als ich letztens die Idee hatte, das Thema "Unendlichkeit" in Bezug zum Skin Picking aufzugreifen, schien es mir passend. Erst recht mit so einem kreativ-textlichen Input als Ein- bzw. Überleitung.

Doch wie kam ich auf das Thema Unendlichkeit? Es war ein Blitzgedanke, der mich während einer langen Drücksession vor dem Spiegel traf. Ich war mal wieder gefangen in diesem Teufelskreis, wo ich jeden Millimeter meiner Haut absuche und meine Hände keine Ruhe geben können, bevor ich nicht das Gefühl habe, jede einzelne Stelle bearbeitet zu haben. Ich stand also da und hatte schon unzählige Male zwischen Gesicht und Dekolleté gewechselt, sodass beide Regionen nahezu komplett rot und angeschwollen waren. Doch trotz dessen, dass ich eigentlich schon jede Stelle mindestens einmal hatte, konnte ich kein Ende finden. Und da traf mich die Unendlichkeit. Plötzlich erkannte ich, wie kurios das Skin Picking auch in dieser Hinsicht ist. Unsere Haut ist begrenzt, doch wir stören uns nicht daran. Wir Skinpicker finden immer noch eine Unreinheit, immer mehr, immer mehr. Selbst wenn das heißt, dass wir eigentlich nur tiefer "graben". Unsere Hände scheinen endlos Kraft zu haben, sie werden niemals müde. Egal, wieviele Stunden sie schon in Kleinstarbeit sämtliche Pickel ausgedrückt/aufgekratzt haben. Auch die Zeit als begrenzte Einheit können wir (scheinbar) durchbrechen. Wenn wir in Trance fallen, spielt die Zeit nämlich keine Rolle mehr. Das Zeitgefühl schwindet und wir fühlen einen Zustand von Unendlichkeit. Wir sind gefangen in einem Moment, der niemals endet, solange wir nicht aufwachen und das Drücken beenden. Das Gefühl von endloser Macht beschleicht uns, obwohl wir in solchen Momenten keine Weitsicht haben. Genau genommen ist es nicht mal Macht, sondern das Gegenteil. Aber das ist egal... Denn alles, was wir fühlen, fühlt sich endlos an. Und alles, was wir machen, können wir unendlich lange machen. Es ist ein ganz anderer Zustand, in dem wir uns mit der Dermatillomanie befinden. Eine andere Welt, die nur uns Zutritt gewährt. Eine unendliche Welt.

4. April 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 3

Guten Abend!

Jetzt ist es soweit, endlich gibt es mal wieder etwas Abwechslung für's Auge. Ich habe dieses Mal aufgrund des schönen Wetters und unserer Aktivitäten echt viel fotografieren können, muss ich sagen. Darauf hatte ich ja auch gesetzt, nachdem meine Ausbeute vom letzten Seminar (hier zu sehen) eher gering ausgefallen ist. Weil ich diesmal aber so viel zusammen gekriegt habe, werde ich das Ganze sogar in zwei Teile aufteilen, die sich thematisch voneinander unterscheiden.

Heute zeige ich euch Bilder, die ich hauptsächlich während eines kleinen Waldspaziergangs auf den Berg gemacht habe. In die Richtung sind wir zum ersten Mal gelaufen, denn bisher sind wir in unserer Freizeit immer bergab in die Stadt gegangen. Es war echt ein schöner Spaziergang auf den Berg, dessen Aussicht sich total gelohnt hat! Apropos Aussicht: Auch den Ausblick unserer Unterkunft zeige ich euch nochmal (ihr kennt ihn schon von Teil 1), da er einfach super ist. Damit möchte ich auch beginnen:





Das war eine nahezu Rundumsicht von dem Balkon der zweiten Etage, jetzt habe ich nochmal die Aussicht von unserem Zimmer, welches wir diesmal hatten (Richtung Parkplatz hinter dem Haus):


Ab jetzt kommt erstmal Wald, Wald, Wald.






Oben auf dem Berg steht der sogenannte Bismarckturm und nachdem wir eine Ausschilderung gesehen hatten, kamen wir nicht umhin, wirklich bis nach ganz oben zu wandern. Was die Geschichte des Turms angeht, konnten wir nichts in Erfahrung bringen, aber das lag auch nicht in unserem Interesse. Es war einfach nur cool, oben angekommen zu sein und sich am Turm vorbei auf eine Bank zu setzen, von der man wirklich weit in's Tal gucken konnte. Ein sehr idyllisches und ruhiges Örtchen!





2. April 2017

2 Monate in Bildern

Huhu Heimat!

Die Seminarwoche ist vorbei und ich kann jetzt schonmal verraten, dass ich wirklich mehr als genug Fotos schießen konnte. Doch damit müssen wir noch bis zum nächsten Mal warten, da ich noch etwas nachzuholen habe.

Mein "Videoprojekt"... Mhm, im letzten Post habe ich euch erzählt, dass ich mit dem Verlauf dieses Projekts nicht so zufrieden bin. Meine Disziplin hinsichtlich des täglichen Fotografierens ist im Keller, könnte man sagen. Das ist auch immer noch der Fall, aber ich habe für den vergangenen Monat dennoch ein Video zusammengestellt. Um genau zu sein ist es sogar mehr als ein Monat, da ich noch während des Seminars Bilder von mir gemacht habe. Ansonsten wären es einfach zu wenig gewesen. Außerdem habe ich die Bilder des ersten Videos vorne im Schnelldurchlauf vorangesetzt - so hat man gleich den Überblick über die ganzen 2 Monate. Von Ende Januar bis jetzt. Ach, schaut einfach rein (wie auch beim letzten Teil bitte auf HD-Qualität stellen!):


Auch hier gibt es nochmal Anfangs- und Schlussbild des letzten Monats nebeneinander, obwohl der Unterschied diesmal nicht ganz so auffällig ist.


Mein Hautzustand hat sich über den vergangenen Monat kaum verändert. Wir sind in einem konstant mittelmäßigen Bereich, würde ich sagen. Es geht besser, allerdings auch wesentlich schlechter. Im Gesicht stört es mich überhaupt nicht, aber im Dekolleté hätte ich gerne reinere Haut. Das könnt ihr vielleicht verstehen... Es wird wieder wärmer, die Kleidung wird knapper und naja. Je weniger Pickel im Ausschnitt, desto schöner und wohler fühle ich mich, wenn ich ihn zeige. Auch mit schlechter Haut trage ich Ausschnitt, aber wenn ich die Wahl habe, würde ich mich natürlich für reine Haut entscheiden.

Nunja, was das Projekt betrifft, habe ich eine Entscheidung getroffen. Ich werde es erstmal nicht weiterführen und auf später verschieben. Ganz aus der Welt wird es nicht sein, da ich es ja jederzeit wieder starten kann. Im Moment sehe ich aber aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) so viel Sinn darin. Hier ist demnach vorerst Schluss. Es hat Spaß gemacht, aber mir fehlt derzeit die richtige Motivation und Disziplin.

Davon ab wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag, ciao!

26. März 2017

Unzufrieden

Heyho!

Heute Abend mache ich es kurz und erkläre euch nur eben die aktuelle Situation. Undzwar komme ich in letzter Zeit leider nicht zu dem, was ich gerne schaffen würde. Nichts läuft so richtig zufriedenstellend. Die Aktion mit den Fotos, die ich jeden Abend mache(n wollte), läuft am blödesten... Ständig habe ich abends irgendwelche Ausreden wie "Es ist schon so spät und du bist müde" oder "Einen Tag kannst du auch auslassen". Wenn dann noch dazu kommt, dass ich abends im Bad an meiner Haut drücke und ich deswegen kein Foto machen kann/will, dann ist es mehr als nur ein Tag, wo kein Foto entsteht. Über den vergangenen Monat habe ich vielleicht 10/11 Bilder gemacht. Keine gute Ausbeute, echt nicht. Das nervt mich etwas, muss ich zugeben. Wo ist mein Durchhaltevermögen, mein Wille? Keine Ahnung. Eigentlich wollte ich aus den wenigen Fotos, die ich habe, heute das zweite Video machen und dann einen Post veröffentlichen. Auch das schaffe ich nicht mehr, weil keine Zeit ist. Obwohl es mich sehr unzufrieden macht und nervt, versuche ich dennoch, mir das zu verzeihen. Meine momentan schwierige Lebenslage macht mir nicht viel möglich und dafür kann ich eigentlich nichts.

Apropos: Morgen mache ich mich auf in das dritte Seminar meines FSJ's. Das heißt, dass ich wieder eine Woche nichts von mir hören lasse. Dafür bringe ich danach aber hoffentlich Bidlmaterial für die Fotoserie mit! Wie schnell ich dazu kommen werde, dies in einen Post zu verpacken, kann ich aber noch nicht sagen. Es gibt da noch einige unklare Faktoren, die das beeinflussen könnten.

Damit sage ich schon wieder "Tschüss!" und wünsche euch eine schöne letzte Märzwoche!

17. März 2017

Es ist okay...

Und weiter geht es in der Serie der emotionalen Situationsposts...

Wir alle kennen es: Skin Picking als Beruhigungs- bzw. Stressabbaumethode. Normalerweise finden wir das nicht gut, dass wir mithilfe des Drückens vor Emotionen weglaufen oder versuchen, sie auf diese Weise zu verarbeiten. Aber wisst ihr was? Manchmal funktioniert es nicht anders. So geht es mir gerade. An mir nagen momentan ein Haufen privater Probleme, die sich leider nicht so einfach lösen lassen. Das belastet mich ziemlich, doch witzigerweise bin ich momentan an so einem Punkt, wo es mir so kacke geht, dass ich aufdrehe - im positiven Sinn. Mir fällt es (noch) ziemlich leicht, mich abzulenken und alle Ängste und Sorgen mit Arbeit/Ablenkung zu ersticken. Im Alltag ist also soweit alles ok...zwar nicht super, ich merke die Veränderung meines Verhaltens, aber es geht. Dafür merkt man mir anhand des Skin Pickings an, dass es mir schlecht geht. Dort baue ich ab mit dem Frust und lasse alles raus. Aber hey! Es ist okay. Ich weiß, warum ich drücke und ich weiß, dass ich das gerade brauche. Andernfalls würde ich komplett durchdrehen... Es ist eben mein Ausgleichsventil und das ist für den Moment in Ordnung. Ich akzeptiere das und versuche erst gar nicht, dagegen anzugehen. Das wäre vollkommen zwecklos und würde sowieso scheitern. Da nehme ich doch lieber den bequemen Weg der Akzeptanz. Dennoch weiß ich auch, dass es nicht dauerhaft so weitergehen wird. Ganz bald wird es nicht mehr klappen mit der Ablenkung, da bin ich mir sicher. Aber auch das ist okay.

Passend dazu habe ich (endlich) mal wieder Fotos von vorhin, als ich nach dem Nachhausekommen eine Drückattacke im Bad hatte. Hier gilt ebenso: Es ist okay. Es wird wieder vergehen.



12. März 2017

Zukunftsangst

Großartig, wie bildreich meine letzten Posts wieder sind... Naja, das kommt eben, wenn man emotionale Posts aus dem Moment heraus schreibt statt zu planen.

Dieses Mal stammt mein Geschreibe wieder extrem aus der jetzigen Situation, wobei mich die Gefühle der Angst schon seit einiger Zeit dauerhaft begleiten. Doch vorhin ereignete sich wieder so ein Augenblick, der das Alles nach oben geholt hat. Doch was für eine Angst habe ich? Zukunftsangst. In welchen Zusammenhängen die Zukunftangst steht, ist privater Natur und gehört hier nicht hin, aber die eventuellen Folgen davon sind blogrelevant. Dadurch, dass ich so viel Sorgen und Ängste vor den Veränderungen der nächsten Monate habe, bin ich aufgewühlt und innerlich unruhig. Es nimmt mich wirklich (jetzt schon) sehr mit und beschäftigt mich immer mehr... Macht mich trauriger, aber zugleich gleichgültiger. Einerseits will ich um jeden Preis verhindern, die nächsten Monate erleben zu müssen, andererseits denke ich mir "Ist doch typisch mein Leben, durch da!". Und zu was führt innerliche Unruhe, Angespanntheit, Sorge, Stress und unausgesprochene Angst? Riiiichtig, zu einem erhöhten Risiko für Drückattacken. Wenn ich daran schon denke, wird mir ganz mulmig. Ich habe so die Vermutung, dem Ganzen ausgeliefert zu sein, wenn es soweit kommt. Dass ich Tag für Tag irgendwie so vor mich hin leide und abends das Leid mit dem Skin Picking "ersticke". Doch meine Haut wird dann das Leid widerspiegeln und ich werde keine Kraft haben, dagegen anzukämpfen. Das macht mir noch mehr Angst als eh schon... Ich stecke also bereits vor Beginn der Veränderungen in einem Teufelskreis aus Trauer und Angst, aus dem ich nicht mehr herauskomme. Wunderbar.

Gehen wir doch einfach schlafen. Ab in das Land der Träume, wo es keine Sorgen gibt.

6. März 2017

Es hat mich im Griff

Manchmal erstaunt es mich, wie sehr die Dermatillomanie mich im Griff hat. Klar, ich kämpfe jeden Tag mit ihr um die Zügel und manchmal schaffe ich es auch, sie an mich zu reißen, aber manchmal eben auch nicht... So beispielsweise am vergangenen Wochenende. Mein Freund war da, es war alles schön wie immer. Wir waren beide glücklich, zufrieden und sorgenfrei. Das führt jedes Mal zu einem geringeren Stresslevel bei mir und somit auch dazu, dass ich meine Haut nicht als Ventil missbrauchen muss. Allerdings habe ich mich trotzdem das ein oder andere Mal beim Drücken erwischt, da ich es ganz bewusst gemacht habe. Nämlich genau dann, wenn mein Freund mal nicht mit mir im selben Raum war. Kaum war er im Bad unter der Dusche, nutzte ich die Chance, um mich vor den Spiegel zu stellen - aber bitte nur das Nötigste. Am besten noch versteckte Stellen, damit er es danach nicht sofort sieht. Wie bescheuert, oder nicht? Ich vertraue ihm doch und schäme mich vor ihm nicht. Dennoch gibt es einen kleinen Teil in mir, der das Ganze als ein "heimliches Spielchen" treiben will. Dabei muss und brauche ich nichts verheimlichen. Das Beste ist aber Folgendes: Wenn ich im Bad war, dann war das anders. Ich habe zwar auch vor dem Spiegel gestanden und vielleicht ein, zwei Stellen bearbeitet, aber ich fühlte mich viel "gezwungener", es zu lassen. Außerdem wollte ich mich stets beeilen, um nicht ewig verschwunden zu sein. Würde mich ja auch verraten.

Jedenfalls ist mir besonders in den Momenten, wo er duschen war, aufgefallen, dass meine kranke Seite (wenn ich das ganz vorsichtig so nennen darf) mich ganz gut im Griff hat. Sie weiß, wie sie mich austrickst und wie sie an ihr Ziel kommt. Ich hatte echt keine Chance, dem zu entgehen. Obwohl die Drückattacken an sich keine Trancezustände waren. Es war einfach, als würde mich jemand von außerhalb ganz gezielt steuern.

Wenn ich bei ihm in Berlin bin, passiert sowas jedoch nicht. In seiner Wohnung sind keine Gegebenheiten, die Skin Picking zulassen und darüber bin ich ganz froh. Was mich zu der Überlegung führt, dass ich mir bei meiner eigenen Wohnung später wohl Gedanken machen sollte, was Spiegel angeht...

3. März 2017

Der Routine-Drang

Tagchen!

Heute mal wieder hautnah und direkt aus einer Situation, in der ich den Drang zum Skin Picking habe. Sehr stark sogar. Und ich versuche genau in diesem Moment, mich abzulenken und zu reflektieren. Also...die erste Frage an der Stelle: Woher kommt der Drang? Ich kann genau sagen woher - nämlich aus Routine. Vor ungefähr 10 Minuten bin ich von der Arbeit nach Hause gekommen und das Badezimmer war bzw. ist belegt. Das bedeutet, dass ich meiner normalen Routine beim Nachhausekommen nicht nachgehen kann. Eigentlich gehe ich nämlich immer kurz in's Bad, wenn ich nach Hause komme. Da wasche ich mir zuerst meine Hände, checke dabei mein Gesicht von Weitem ab, komme aber nicht umhin, dies auch von Nahem zutun und dann hab ich den Salat... Zu meiner Routine gehört leider auch eine Drückattacke, die aber Gott sei Dank selten länger als eine halbe Stunde dauert. Es ist dieses Bedürfnis, meine Haut nach einem langen Tag abzuscannen und das Drücken nachzuholen. So zumindest mein Gefühl. Hab's mir einfach angewöhnt... blöderweise. Naja und jetzt saß ich gerade vor verschlossener Badezimmertür und fühlte mich plötzlich total behindert in meiner Routine. Irgendwie hilflos. Das hat mich sogar etwas wütend gemacht, obwohl es ja eigentlich gut ist, wenn ich nicht drücke. So bin ich also in die Küche, habe mir meine Hände dort gewaschen und jetzt sitze ich in meinem Zimmer und versuche strikt, meinem Spiegel nicht zu nahe zu kommen. Ich spüre innerlich, wie sehr ich da hin will und was sich die böse Seite für "Tricks" ausdenkt, um zum Spiegel zu kommen. Aber ich bleibe stark! Habe einen Tangle Junior in den Händen und schreibe hier, um mich zu beschäftigen. Vielleicht hilft ja auch die bloße Reflexion... Ich will es nur einmal schaffen, diesem Drang nicht nachzugeben und den kleinen Kampf zu gewinnen! Dafür gebe ich auch gleich noch mein Bestes.

25. Februar 2017

1 Monat in Bildern

Moin ihr da draußen!

Ich bin gerade in einer tatkräftigen Laune - deshalb dieser Post. Er enthält nämlich mehr Arbeit als es jetzt noch den Anschein macht, wenn ich hier so schreibe. Aber fangen wir mal vorne an... Ich arbeite im Grunde seit einem Monat an einem "Projekt", dessen momentanen Stand ich euch heute zeigen möchte. Angefangen hat es am 23.1.17, wo ich den Post "Zwang der Gesellschaft" schrieb. Das letzte Foto dieses Posts war der Startschuss, der für euch in dem Moment noch unbemerkt blieb. Ab dem Tag habe ich (beinahe) jeden Abend ein Foto gemacht und das mit dem Ziel, später ein Video daraus zu erstellen, welches die Entwicklung meiner Haut zeigt. Das bot sich wunderbar an, denn mein erstes Foto entstand ja in einer äußerst schlechten Phase, wo mein Gesicht geradezu übersät von Wunden und Pickeln war. Eigentlich wollte ich schon länger so ein Projekt starten, doch erst dann fühlte es sich richtig an, zu beginnen. Damit erhielt ich die Möglichkeit, die Heilung meiner Haut genaustens zu dokumentieren und das nicht nur in textlichen Beiträgen, sondern in Bildern.

Bevor ihr euch das Ergebnis nach einem Monat anschaut, möchte ich mich kurz für die unterschiedlichen Lichtverhältnisse der Bilder und die schlechte Qualität entschuldigen. Ihr solltet unbedingt auf HD-Qualität (720p oder 1080p) stellen! Ich hoffe, es geht dann okay.


Zum direkten Vergleich habe ich das Anfangs- und das Schlussbild nochmal nebeneinander. Zwischen den Bildern liegt fast genau ein Monat.


Und wie ihr seht, konnte meine Haut echt gut verheilen und ist gerade ziemlich gut drauf. Man könnte fast meinen, sie wäre nun relativ rein. Ich drücke auch ziemlich wenig und versuche mich zusammenzureißen. Das hängt damit zusammen, dass ich endlich wieder einen Bezug zum Thema Haut und Skin Picking finden möchte. Es wäre schon super, wenn ich meinen Ehrgeiz und meine Disziplin wiederfinden würde und mir wieder Ziele setzen könnte. Ich möchte nicht mehr im dunklen Wald umherirren, ich möchte zielstrebig meinen Weg gehen...

Mein erstes "Ziel" ist es, dieses Projekt erstmal weiterzuführen. Ich finde es total interessant und will sehen, wie weit ich damit komme. Gerade zu Beginn hat mich der Gedanke, abends vor dem Zubettgehen noch ein Foto zu machen, davon abgehalten zu drücken. Wollte ja den Eindruck meiner Haut nicht mit Schwellungen verfälschen. Im Moment ist das leider etwas verflogen, aber an sich ist das eine schöne und einfache Motivation.

Sagt mir gerne, was ihr von diesem Projekt haltet und ob ihr nächsten Monat die Fortsetzung sehen wollt! Falls ihr andere Projektideen habt, bin ich aber auch für diese offen!

Ein schönes Wochenende dann noch! :)

22. Februar 2017

Besuch in Berlin

Hallo hallo!

Schon wieder ist über eine Woche ohne ein Zeichen von mir vergangen... Der Februar scheint kein guter Monat zu sein. Aktuell geht es mir nämlich immer noch so wie im letzten Post "Kein Bezug" beschrieben. Und das, obwohl ich ja am Samstag die Selbsthilfegruppe in Berlin besucht habe. Um dieses Treffen soll es heute auch gehen. Dabei werde ich mich wieder an den Fragen entlanghangeln, die ich bei meinem Post über den zweiten Besuch in Köln genutzt habe.

Zu Beginn allerdings noch eine kurze Randinfo und Einleitung: Wichtig zu wissen ist, dass die Gruppe in Berlin erst seit November 2016 besteht und daher noch in den Kinderschuhen steckt, was ich im Vergleich sogar merken konnte. Erstmal gibt es natürlich (noch) keine Vorträge oder Besuche von Fachleuten. Stattdessen wird sich nur untereinander ausgetauscht. Außerdem steckt da noch viel mehr detaillierte Planung hinter, wenn man so will. Es wird sich ganz stark darum bemüht, eine konsequente Gruppenstärke zu erreichen, die mit dem Ablauf der Treffen zufrieden ist. Nicht, dass das in Köln nicht so ist! Aber ich denke, ihr wisst, was ich meine. Das wird aber normal sein - es braucht eben seine Zeit, bis sich alles einspielt und man weiß, wie die Leute so drauf sind und was sie brauchen. Natürlich auch, wie sie so als Gruppe agieren.

Jetzt aber zu den Fragen...

Nur ganz kurz: Wie laufen die Treffen der Gruppe in etwa ab?
Anders als in Köln, um es mal so zu sagen. Irgendwie strukturierter, geplanter und auch etwas "vorgeschrieben". Es gibt eben eine Art Ablaufplan, der nach Möglichkeit recht genau eingehalten wird, aber auch Raum für Spontanes geben soll. Bevor es losgeht, gibt es Organisationskram und eine kleine Wahl von Moderator und Protokollant für den jeweiligen Abend. Danach wird es ernst, indem mit einer kurzen Vorstellungs- bzw. "Wie geht es mir"-Runde eingeleitet wird. Danach wird sich gemeinsam geeinigt, welches Thema/welche Themen in der Themenrunde eine Rolle spielen werden. Dabei kann nach Dringlichkeit und/oder Interesse entschieden werden. Nach einer kurzen Pause gibt es nochmal einen winzigen Organisationspart und am Ende folgt eine Feedbackrunde.

Wie erging es mir währenddessen? Wie war die Stimmung?
Mir ging es sowohl davor, als auch während des Ganzen ziemlich gut. Nervosität war kein Thema, wozu meine zwei Besuchserfahrungen in Köln sicher ihren Teil beigetragen haben. Allerdings wirkte sich auch die Atmosphäre positiv auf meine Stimmung aus, denn die war sehr gelassen, locker und persönlich. Man verstand sich untereinander ziemlich gut, als würde man sich seit Ewigkeiten kennen. Man saß da bei einer Tasse Tee und Knabberkram beisammen und tauschte sich über ein ernstes Thema aus, was aber kein Bedrücken auslöste. Es war befreiend. Verbindend.

Hat mir das Treffen etwas gebracht? Wenn ja, was hat mir besonders geholfen?
Das Treffen hat mir viele neue und unglaublich interessante Erfahrungen und Eindrücke zum Skin Picking gezeigt. An manchen Punkten wurde ich durch eventuell andere Sichtweisen auch zum Denken angeregt. Ansonsten war es wieder das Verständnis von Gleichgesinnten, was mir gut tat. In dem Moment war es so schön, wenn man etwas erzählte und alle Köpfe um einen herum voller Ehrlichkeit und Verständnis nickten. Wirklich "weitergebracht" hat mich das Treffen aber nicht, was man auch nicht erwarten darf. Darum geht es bei einer Selbsthilfegruppe sowieso nicht.

Ist ein Besuch bei der Selbsthilfegruppe empfehlenswert? Möchte ich wiederkommen?
Ein Besuch ist in meinen Augen weiterhin auf alle Fälle empfehlenswert - egal wo! Völlig unwichtig, wer ihr seid und ob ihr dann etwas sagt oder nicht: Alleine das Dasitzen und Zuhören ist eine unersetzbar schöne Erfahrung! Man hat nicht mehr das Gefühl, alleine damit zu sein und wird definitiv beruhigter aus einem Treffen hervorgehen. Nicht zuletzt kann man von den Anderen viel lernen und etwas mitnehmen.
Ob ich wiederkommen möchte? Interesse besteht auf jeden Fall, aber auch hier ist erneut die Frage, wie das terminlich zu schaffen ist. Das muss ich in Zukunft einfach sehen... Es wäre jedenfalls toll! Daher kann ich euch weiterhin nur raten, dass ihr die Chance, eine Gruppe zu besuchen, wahrnehmen solltet! Schaden kann es nicht und wenn ihr merkt, dass es nichts für euch ist, wiederholt ihr die Aktion nicht und gut.

Jetzt muss ich mich aber für die Arbeit fertigmachen. Bis dann!

14. Februar 2017

Kein Bezug

Hey...

Momentan nicht viel los, was meine Haut und das Skin Picking betrifft... Ich drücke, ja. Jeden Tag ein wenig, doch darüber hinaus ist nichts. Keine Gedanken, keine Sorgen. In meinem Kopf herrscht die totale Stille und es ist mir egal. Keine Ziele, keine Übersicht, keine Freude, keine Reue und auch all das, was ich schon erreicht habe, kommt mir total weit entfernt vor. Ich bin orientierungslos, könnte man sagen. Ich irre ohne Taschenlampe im dunklen Wald umher. Jeder Tag wird einfach genommen, wie er ist. Bis hierhin könnte man noch meinen, dass das ja gar nicht so schlecht sei. Doch irgendwas stört mich daran! Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich nicht vorankomme, sondern mich momentan auf der Stelle bewege bzw. im Kreis drehe. Eigentlich will ich raus aus dem dunklen Wald, doch blöderweise habe ich die Lampe nicht. Und ich will sie auch gar nicht finden...ich will weiter umherirren. Es ist ja so bequem. Einfach leben und gut. Konsequenzen werden gemeistert - egal, wie. Doch damit entfernt man sich gedanklich Tag für Tag mehr von seinem eigentlichen großen Ziel... Man verliert den Bezug zum Thema und weiß plötzlich nicht mehr, wie man sich damit auseinandersetzt und was man überhaupt will. Ja, so könnte man das ausdrücken. Ich hoffe, ihr versteht mich oder kennt es vielleicht sogar selbst.

Aber gut, eventuell ändert sich das bald wieder. Kommendes Wochenende bin ich nämlich bei meinem Freund in Berlin und habe daher auch die Möglichkeit, die dort ansässige Selbsthilfegruppe zu besuchen! Schon jetzt freue ich mich sehr darauf und bin irre gespannt! Ist es nicht cool, dass ich so zeitig mein Vorhaben, wieder eine Gruppe zu besuchen, umsetzen kann? Endlich mal wieder persönlich mit Gleichgesinnten in Kontakt treten und sich über die große Gemeinsamkeit "Dermatillomanie" austauschen. Das wird mit Sicherheit eine tolle Erfahrung! Selbstverständlich werde ich dann darüber berichten.

Für heute bin ich aber am Ende. Tschau tschau.

2. Februar 2017

Gastpost - Part 4

'N Abend, liebe Skinpicker und Nicht-Skinpicker.

Lang lang ist's her, dass ich einen Gastpost veröffentlicht habe, nicht wahr? Um genau zu sein, erschien der dritte Teil im September letzten Jahres. Danach meldete sich kein Interessent mehr bei mir, sodass diese Postserie ein paar Monate ruhte. Doch vor Kurzem kam eine ganz unerwartete Mail mit dem Betreff "Gastpost" - da war ich ganz aus dem Häuschen! Noch eine Person, die so mutig ist, ihren Frust mal in Worte zu verpacken und in meine Hände zu geben, damit ich ihn veröffentlichen kann. Danke danke danke, wirklich! Was dieses Mal aber ein wenig anders sein wird: Am Ende werde ich noch kurz ein Statement zu der Geschichte abgeben. Warum, erfahrt ihr dann.

Bevor es losgeht, folgt aber erst einmal das übliche Prozedere... Falls ihr nämlich nicht wisst, was diese Postserie so beinhaltet und warum sie existiert, dann schaut gerne beim ersten Teil rein oder gönnt euch unter dem Label "EureGeschichten" gleich alle drei Teile.

Und nun möchte ich euch als Betroffene ganz direkt ansprechen: Ihr habt niemanden zum Reden, möchtet aber trotzdem mal euer Herz ausschütten oder Frust rauslassen? Ihr traut euch nicht, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, möchtet aber dennoch, dass eure Geschichte von Menschen gelesen wird? Ihr habt ein paar tolle Tricks und Tipps oder einfach nur liebe Worte für Leidensgenossen, die ihr loswerden wollt? Ein eigener Blog wäre euch zu viel Arbeit, aber einen kleinen Post würdet ihr gerne verfassen? Dann meldet euch gerne bei mir! Schreibt mir eine E-Mail mit dem Betreff "Gastpost" an folgende Adresse: dermatillomanie-blog@web.de. Selbstverständlich dürft ihr auch Bilder mitsenden, wenn ihr das wollt. Ihr könnt dabei entweder von Anfang an namenslos bleiben oder mich darum bitten, euch zu anonymisieren. Ich werde euren Text dann unverändert innerhalb dieser Postserie veröffentlichen, sodass ihr selbst eventuelle Kommentare Anderer dazu lesen könnt.

 
"Warum eigentlich?

„Hör doch einfach auf zu drücken. Warum machst du das überhaupt?“
Ich denke mal, solche Aussagen und Fragen kennt ihr alle. Ja, warum eigentlich? Darüber habe ich schon oft nachgedacht, hauptsächlich wenn ich vor meinem großen Spiegel stand und die beiden Schlachtfelder betrachtete, die meine Arme darstellen sollen. Oder wenn ich nachts im Bett liege und nicht weiß, wie ich mich zudecken soll, ohne, dass der Stoff der Decke an meine schmerzende, pochende Haut gerät. Nur wenn ich meine Haut bearbeite, da denke ich über solche Sachen nicht nach – weil ich in dieser Zeit quasi überhaupt nicht denke.


Und ich denke, das ist der Grund. Denn wenn ich die Haut an meinen Armen absuche, Hautfetzen herausreiße, Krusten abkratze, mit der Pinzette Härchen herausziehe und drücke, bis das Blut fließt...fühle ich nichts. Gar nichts. Und für jemanden wie mich, die oft furchtbar sensibel und emotional ist, die immer alles richtig machen will und dabei über ihre eigenen Füße stolpert, ist dieses „Nichts fühlen“ ein echter Segen. Ganz egal, was davor auch passiert ist, ob ich Streit mit meiner Mutter, Angst vor einer wichtigen Prüfung habe oder mich einfach schäme, weil ich wieder zugenommen habe – sobald ich knibble, ist alles Andere nur noch nebensächlich. Klar, da ist sie noch irgendwo, die Stimme der Vernunft, die mir zuruft, wie falsch das ist, was ich mache, wie selbstzerstörerisch und krank, wie schlecht es mir gleich wieder gehen wird, wenn ich nicht sofort aufhöre. Aber die Stimme ist zart und gaaaanz weit weg... Viel zu leicht, sie zu ignorieren. Nachher wird sie dann nicht mehr so leise sein, die Vernunft. Dann wird ihre Stimme mir wieder im Kopf dröhnen und mir vor Augen halten, dass meine ganzen Mühen der letzten Tage, nicht an meiner Haut zu knibbeln, völlig umsonst waren, jetzt da die verheilten Stellen wieder offen sind. Dann werde ich einen dankbaren Blick aus dem Fenster werfen, auf den Schnee, der mir eine Ausrede gibt, langärmlige Shirts oder Stulpen zu tragen. Und werde mit Unruhe an den nächsten Sommer denken und mich fragen, ob ist es bis dahin schaffe, meine Haut verheilen zu lassen und vielleicht auch etwas abzunehmen. Ob ich es endlich schaffen werde, mich wohl in meiner Haut zu fühlen.


Hallo ihr Lieben ^^

Ich wollte endlich auch einmal schreiben, wie es mir mit Skin Picking so ergeht. Wie ihr schon lesen konntet, sind hauptsächlich meine Arme betroffen, mein Gesicht zu bearbeiten reizt mich Gott sei Dank nur sehr selten. Manchmal weiche ich auch auf meine Beine aus, denn dort zeigt sich die Reibeisenhaut natürlich auch.

Angefangen hat es bei mir, wie bei vielen Betroffenen, in der Pubertät – nur halt nicht wegen Akne, sondern durch meine Reibeisenhaut. Damals kannte ich weder das Eine noch das Andere. Ich wusste zwar, dass diese rötlichen Erhöhungen auf meinen Armen keine Pickel waren, aber eine passendere Bezeichnung hatte ich dafür auch nicht. Es fing mit harmloser Drückerei an, leider zu einer Zeit, in der ich in der Schule ausgegrenzt und langsam aber sicher zum Außenseiter wurde... Ich vermute mal, die vielen stressigen Situationen plus die verrückt spielende Haut haben zum Skin Picking geführt. Vor ca. 3 Jahren ging ich dann endlich zum Hautarzt, der mir erklärte, was Reibeisenhaut ist, aber zu den kleinen Verletzungen sagte, ich solle mir das bitte abgewöhnen (Darauf wäre ich nie selbst gekommen... -.- XD). Erst vor einem Jahr las ich in einem Artikel im Stern, halb verborgen in einem Nebensatz, die Bezeichnung für ein Verhalten, das meinem sehr ähnlich war. Aus reiner Langeweile schrieb ich es auf, um es später zu googeln – und fand eine Art Spiegelbild. So viele Menschen, alte wie junge, die mit den gleichen sonderbaren Symptomen kämpften wie ich. Die genauso litten und sich schämten für ein Verhalten, dass sie nicht ablegen konnten, so sehr sie es auch wollten. Eine Last fiel mir von der Seele, von der ich nicht mal wusste, dass ich sie mit mir herum schleppte. Ich war also nicht die Einzige. Ich war nicht allein. Das war für mich ein kleiner Durchbruch. Klar, ich drücke immer noch, ich habe gute und schlechte Phasen, manchmal habe ich auch noch richtige Anfälle – aber es ist nie mehr so schlimm geworden wie damals, als ich noch nichts vom Skin Picking wusste. Zu wissen, was es ist und dass es noch Andere haben, ist mein erster Schritt, davon weg zu kommen. Und mich stört mittlerweile auch der Gedanke nicht mehr, dass meine Haut Narben davon tragen wird. Mit alten, verheilten Narben kann ich leben – mit frischen Narben nicht.

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Post schreiben kann, denn wenn ich ehrlich bin, gibt es niemanden, mit dem ich so etwas gerne direkt besprechen würde... Ich will einfach niemanden abschrecken. Ich will nicht, dass die Leute, die mir wichtig sind, mich eklig finden. Oder depressiv. Oder gestört. Auch wenn ich selbst verstanden habe, dass Skin Picking nichts mit Verrücktsein zutun hat und Reibeisenhaut komisch aussieht, aber nicht eklig ist – werden Andere das auch so sehen? Ich hab mal versucht, mich meinem Bruder anzuvertrauen. Ging daneben. Ich konnte gar nicht richtig zu Ende reden, da kam schon:„Rede dir nicht ein, irgendwelche Phobien oder sowas zu haben, hör einfach auf deine Pickel zu drücken.“ -.-
Ein anderes Mal wollte ich mich meinem Freund anvertrauen. Als ich das erste Mal ärmellos vor ihm gesessen hatte, hatte ich furchtbare Angst gehabt, er könnte etwas sagen. Aber er sagte nichts, und ich war dankbar deswegen. Wenn er es nicht merkt, würde ich ihn nicht auch noch darauf aufmerksam machen. Viel später hat er dann mal meinen Arm vorsichtig in beide Hände genommen und gefragt:„Ich habe dich bisher nie darauf angesprochen, aber was ist das eigentlich?“ Auch wenn er es freundlich fragte, konnte ich nicht ehrlich antworten. Nicht richtig ehrlich. Ich hab ihm erklärt, dass es Reibeisenhaut ist und mehrfach betont, dass es nicht ansteckend oder so wäre (Ist meine standart Antwort).
Irgendwann schien ein guter Moment gekommen zu sein, ihm vom Skin Picking zu erzählen. Wir kamen zufällig auf das Thema Ritzen und ich wollte mir gerade eine sinnvolle Überleitung zum Skin Picking überlegen, als er plötzlich sagte:„Ich verstehe diese Leute einfach nicht. Wie kann man sich so etwas antun? Das ist doch krank. Wenn es denen so schlecht geht, sollen die entweder was dagegen tun oder sich halt umbringen. Sich selbst zu verletzen ist hirnlos.“ Eine derart plumpe Aussage bin ich nicht von meinem Freund gewohnt gewesen, der eigentlich sehr feinfühlig und verständnisvoll ist. Ich habe nie wieder versucht, mit ihm darüber zu reden.


So, jetzt habe ich euch aber genug zugetextet ^^ XP
Tipps habe ich leider keine für euch, die ihr nicht schon selbst kennen würdet. Ich kann nur noch sagen: Bleibt am Ball, lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen, ich werde das auch nicht. Ich träume schon viel zu lange von dem Tag, an dem ich im Sommer ein Top ohne Jacke anziehen kann und mich dabei wohl fühle ^^


Liebe Grüße und alles Gute! Anonym"



Muss ich noch erklären, wieso ich einen Kommentar dazu geben muss? Ich glaube, es ist offensichtlich, wie viel in dieser Geschichte steckt. Vor allem sehr viel, wo ich mich drin wiedererkenne oder wo ich zustimmen kann.

Direkt zu Beginn taucht etwas extrem Interessantes auf: Das Nichtsfühlen. Als ich das so las, ging mir ein Licht auf. Ja, das ist es! Man fühlt nichts, während man seine Haut bearbeitet. Absolut nichts. Man entgeht den Gefühlen, denen man im Leben sonst ausgeliefert ist. Und wie wir kürzlich schon festgestellt hatten, können wir damit häufig nicht richtig umgehen. Da ist es wirklich ein echter "Segen" (Zitat), wenn wir für ein paar Momente nichts fühlen. Wir genießen das.

Auch alles, was zur Stimme der Vernunft gesagt wurde, ist bei mir identisch und mir dennoch nie so klar gewesen wie jetzt. Während eines Anfalls ist sie leise und leicht zu ignorieren. Doch unmittelbar danach ist sie so laut und präsent, dass einem beinahe die Ohren platzen. Von irgendetwas wird sie überdeckt und in den Hintergrund gedrängt, wenn wir an unserer Haut zugange sind. Vielleicht von unserem Drang?

Als Letztes picke ich mir folgende Stelle heraus:"Eine Last fiel mir von der Seele, von der ich nicht mal wusste, dass ich sie mit mir herum schleppte". So geht es sicher ausnahmslos allen Betroffenen, die gerade erst herausgefunden haben, dass sie Skin Picking haben. Wenn ich genauer drüber nachdenke, ging es auch mir so. Ich schleppte diese Last damals - als ich noch nichts von der Dermatillomanie wusste - mit mir herum und leidete unter ihr. Still und ahnungslos. Irgendetwas war da auf meinem Rücken, doch ich konnte nicht sehen, was. Ehrlich gesagt habe ich nicht mal probiert, es herauszufinden. Bis es der Zufall so wollte und ich über die Bezeichnung des Skin Pickings stolperte. Ab da wusste ich Bescheid und konnte langsam anfangen, mich Stück für Stück von der Last zu befreien.

So, das soll es aber für heute gewesen sein. Ich fiebere schon dem Wochenende entgegen und wünsche euch einen schönen Abend!

30. Januar 2017

Interessante Neuigkeiten

Einen schönen guten Abend!

Jacqueline ist wieder in ihrer Heimat und hat Stoff zum Lesen mitgebracht! Undzwar entdeckte ich kürzlich einen sehr interessanten (und noch dazu aktuellen!) Artikel, der sogar Informationen bzw. Erkenntnisse enthielt, die mir bis dato unbekannt waren. Am besten schaut ihr eben selbst kurz rein, bevor ich weiter erzähle.

http://wize.life/themen/kategorie/gesundheit/artikel/53693/haut-kratz-stoerung-das-steckt-wirklich-hinter-der-mysterioesen-krankheit

Zwei Dinge sind mir in diesem Artikel in's Auge gestochen. Erstens die Annahme, dass wir Skinpicker unsere Emotionen schwer regulieren und verarbeiten können. Das erscheint mir sinnig und ist soweit auch auf mich übertragbar. Unsere Emotionsverarbeitung läuft über ein falsches Ventil - nämlich über das Skin Picking. Dass dabei streng genommen nichts "verarbeitet" wird, ist uns nicht bewusst. Es ist unsere Art, damit umzugehen. Wir haben verlernt, über Gefühle zu sprechen, sie auszuleben und irgendwann abzuhaken. Stattdessen suchen wir uns einen "angenehmen" Weg, um ihnen zu entkommen oder sie umzuwandeln.

Zweitens fiel mir das mit der veränderten Repräsentation des Tastsinns in der Großhirnrinde auf. Beim ersten Lesen musste ich ziemlich staunen, als ich diese Stelle verinnerlichte. Es bedeutet ja Folgendes: Es ist messbar, dass wir anders sind. Sozusagen ein Beweis für diesen Satz "Ich muss das aber aufkratzen/wegdrücken!", den unsere Angehörigen nie verstehen konnten. Bei uns wird etwas aktiviert, was bei Unbetroffenen nicht aktiviert wird, wenn sie Hautunreinheiten betrachten. Also können wir eigentlich nicht mal etwas dafür. Doch woher kommt es, dass wir diese Veränderung erleben? Wie ist das entstanden? So weit scheint man noch lange nicht zu sein...

Jedoch finde ich es schon toll zu sehen, dass weiter an der Dermatillomanie geforscht wird und dass es Leute gibt, die Therapiemöglichkeiten weiterentwickeln wollen. Die im Artikel genannten Erkenntnisse sind erstaunlich und darüber hinaus sehr wichtig! Das Alles ist der erste Schritt in die richtige Richtung, damit wir uns irgendwann nicht mehr so allein und hilflos vorkommen. Es wird sicherlich noch einige Jahre dauern, bis diese Entwicklung Schwung aufnimmt, aber das macht nichts. Wir haben Geduld und freuen uns über jede noch so kleine Neuigkeit.

25. Januar 2017

Und es geht weiter...

Hiermit knüpfe ich nahtlos an meinen letzten Post "Zwang der Gesellschaft" an. Inzwischen kann ich nämlich schon gar nicht mehr an meinen Händen abzählen, wie oft ich auf meine Haut angesprochen wurde. Noch dazu wie oft dabei die Vermutungen "Masern" oder "Windpocken" gefallen sind - von Eltern/Großeltern (!) der Kinder und von Arbeitskollegen. Manches habe ich auch gar nicht direkt mitbekommen, sondern mir hinterher erzählen lassen. Tja, ich kann euch sagen: Ich bin genervt. Anfangs war es ja echt noch ok, aber wenn jetzt jeder, der mich sieht, gleich mit "Gott, was hast du denn? Windpocken?" ankommt... Als hätten sich gerade alle abgesprochen. Kommt mir vor wie ein schlechter Witz. Wenn ich das mit Schulzeiten vergleiche, dann war es da echt einfacher, mich offen zu zeigen. Da wurde vielleicht hinter meinem Rücken über mich geredet, aber hey. Das war mir schnuppe. Jetzt kriege ich das alles ungeschont in die Arme geworfen und weiß bei der Masse gar nicht mehr, was ich noch machen oder sagen soll. Heute kam es sogar, dass eine Mutter einen scherzhaft gemeinten Kommentar brachte, der mir wieder etwas wehtat. Natürlich versuche ich, darauf nicht viel zu geben, aber so ganz ignorieren kann ich es nicht. Dadurch hört meine Gedankenwelt auch nicht auf, sich um dieses Thema zu drehen. Ob ich will oder nicht... An der Stelle frage ich mich dann, ob das tief in mir etwas macht? Beschäftigt mich das so sehr, dass meine Drückerei gerade daher rührt? Ich weiß es nicht.

Nur eins weiß ich: Ich bin froh, Freitag zu meinem Freund zu fahren und das Wochenende mal Abstand von hier zu haben. Hoffentlich komme ich dann endlich mal auf andere Gedanken! Wenigstens für die drei Tage.

23. Januar 2017

Zwang der Gesellschaft

Guten Abend, ihr da draußen!

Eigentlich wollte ich heute einen anderen Inhalt in Worte bringen und veröffentlichen, aber aufgrund neuester Ereignisse des heutigen Tages wurde ich dazu angeregt, meine Pläne umzuschmeißen. Mit diesem Post will ich erstmals ganz konkret und direkt Kritik an der Gesellschaft üben und etwas meckern. Vielleicht lasse ich dabei sogar etwas Wut/Frust raus, das muss ja schließlich irgendwo hin. Nehmt es mir nicht übel, aber ich muss eben sagen, was gesagt werden muss. Auch die Länge dieses Posts könnte heute mehr werden. Nur, damit ihr Bescheid wisst.

Erstmal zur Ausgangssituation: Meine Haut ist in einem äußerst schlechten Zustand (Bilder gibt es am Ende!). Die Drückanfälle der letzten Zeit haben ihre Spuren hinterlassen: Viele rote Stellen, Pickel und Wunden. Noch dazu war ich heute komplett ungeschminkt - nicht mal Concealer für die Augenringe oder schnell ein Puder zum Mattieren. Und ich glaube, dass ich meine schlechte Haut auf der Arbeit noch nie so deutlich gezeigt habe wie heute. Klar, ich laufe viel wenig geschminkt rum und habe immer mal wieder etwas schlechtere Phasen, aber das war nicht vergleichbar mit heute. Dementsprechend wurde ich des Öfteren in Situationen gebracht, wo ich nach meiner Haut gefragt wurde. Diese Situationen möchte ich euch hiermit schildern.

Kaum komme ich auf der Arbeit an, kommt der erste Kommentar meiner einen Arbeitskollegin:"Hast du Ausschlag?". Als ich dies verneinte, kam ein "Das ist aber ganz schön schlimm heute..." zurück. Einige Minuten vergingen, bis sie das Thema wieder aufgriff, indem sie fragte, ob ich Akne hätte. Ich meinte einfach "Ja" und sie erwiderte "Oh du Arme!". Damit war es erstmal gegessen.

Die zweite Situation ereignete sich beim Anziehen der Kinder. Eines der Mädchen schaute mich an und fragte:"Aua?". Ich verneinte. Sie fragte:"Farbe?". Auch dies verneinte ich und auf die letzte Frage "Was ist das?" antwortete ich, dass es nichts Schlimmes sei. Ende der Unterhaltung.

Später am Tag wurde ich von meiner zweiten Arbeitskollegin angesprochen, die zufällig die gleichen Worte fand wie die andere Kollegin. "Hast du irgendwie Ausschlag oder sowas?", fragte sie mich. Ich musste grinsen und innerlich gleichzeitig die Augen verdrehen... Dann erklärte ich aber etwas ausführlicher, dass das ganz normal bei mir ist und ich jetzt eben eine schlimme Phase habe. "Kannst du das so gut überschminken?", wollte meine Kollegin dann wissen. Ich bestätigte dies und meinte nur, dass Übung eben den Meister macht.

Die letzte Situation kam total unerwartet während der Abholzeit. Ein Geschwisterkind aus dem Kindergarten kam hereingestürmt, während ich mich mit einigen Eltern im Gruppenraum befand. Es schaute mich an und rief durch den ganzen Raum:"Hast du die Masern?". Da war ich zugegebenermaßen zuerst etwas platt. Auch die Eltern im Raum gaben Laute von sich, die Entsetzen ausdrückten. Das Kind meinte es sicher nicht böse, aber genau diese Formulierung gab mir schon einen kleinen Stich ins Herz. Allerdings überspielte ich dies - auch dann noch, als das Kind weiter nachbohrte, indem es sagte:"Du hast aber ganz viele rote Punkte überall!".

Um kurz etwas klarzustellen: Ich bin niemandem direkt böse und möchte auch niemandem falsches Verhalten vorwerfen! Selbstverständlich darf man Nachfragen anstellen oder auch Äußerungen machen, keine Frage. Doch die Häufung war es, die mich dann zum Nachdenken brachte. Plötzlich wurde ich total still und bedrückt. In meinem Kopf fing es an zu rattern und ich entschloss mich dazu, mein Gedankenchaos heute noch in einen Post zu bringen.

Was habe ich also daraus gemacht? Der heutige Tag zeigte mir im Grunde eins: Diesen starken gesellschaftlichen Zwang, der vermutlich nie sein Ende finden wird. Dieser Zwang besteht darin, normal und gut auszusehen. Völlig unwichtig, was genau "normal" oder "gut" ist. Solange du den Vorstellungen der Gesellschaft entsprichst und in das Bild der Normalität passt, ist alles gut. Aber sobald du aus dem Rahmen fällst, hast du ein Problem. Kaum siehst du nicht normal und gut aus, muss nachgehakt werden. Dann bist du gleich "krank" oder "abnormal". Die Leute denken sofort, dass etwas dahinter stecken muss. Sie spinnen eventuell sogar ihre eigenen Geschichten, woraus dann Vorurteile entstehen. Wobei das noch harmlos ist... Schlimmer gedacht gibt es ja auch Mobbingfälle, die so ihren Anfang finden. Und das gefällt mir nicht, echt nicht. Es verärgert mich! Ich kann heute stolz sagen:"Ja, ich stehe zu mir! Ich bin aufrichtig und zeige mich, wie ich bin!" und dann wird mir indirekt von der Gesellschaft befohlen, das zu unterlassen. Was ist das für ein Quatsch? Wieso darf ich nicht sein, wie ich bin? Wieso muss ich mich verstecken? Wieso besteht dieser bescheuerte Zwang der Normalität immer noch? Warum sind wir Menschen so scheiße oberflächlich? Weil wir es sein müssen? Warum bewerten wir Aussehen und wonach überhaupt? Ey, wir sind im 21. Jahrhundert! Es wird Zeit, solche Zwänge loszuwerden! Aber nein, stattdessen lebt die Gesellschaft still mit solchen Zwängen weiter und lässt ihre Scheuklappen auf. Niemand traut sich, über den Tellerrand zu schauen und so kommt es, dass auch unsere Kinder diese Muster übernehmen. Die Frage ist, ob ich als Einzelperson etwas ändern kann... Wahrscheinlich nicht. Und obwohl ich weiß, dass sich vielleicht sogar nie etwas ändern wird, tue ich meinen Teil.

Trotzdem macht dieses Thema etwas mit mir. Heute Nachmittag, wo mein Kopf so vor lauter Gedanken rauchte, kamen auch ganz blöde Gedankenfetzen auf... Aus irgendeinem Grund wurde ich plötzlich unsicher und fragte mich:"Jacqueline, was machst du nun daraus? Fängt es jetzt wieder von vorne an mit dem Versteckspiel? Lässt du dich jetzt kleinkriegen?". Nein! Das will ich doch gar nicht! Verdammt, ich will mich nicht mehr verstecken. Das tut mir nicht gut und mein Wohl ist mir um Längen wichtiger als das Wohl der Gesellschaft. Ich darf mich nicht verbiegen lassen, nur weil die Gesellschaft mir irgendetwas vorgeben will. Dann kamen in meinem Kopf Fragen auf wie "Zeige ich das jetzt erst recht? Was ist richtig? Gibt es überhaupt ein 'Richtig'?". Meine Antwort: Nein, es gibt kein allgemeines 'Richtig'. Jeder muss das für sich entscheiden. Mein 'Richtig' orientiert sich an meinem Wohl und daher versuche ich so gut es geht, weiterhin unbeirrt so zu bleiben, wie ich bin. Mich und meine Haut in jeder Lebenslage zu zeigen. Das bedeutet zwangsläufig, dass ich mich weiterhin solchen Situationen wie heute stellen muss. Aber wisst ihr was? Das nehme ich in Kauf! Undzwar gerne, denn dafür kann ich frei Ich sein.

Nun noch ein paar Eindrücke meines momentanen Hautzustandes:






...Entschuldigt meine Wortwahl. Nächstes Mal bin ich bestimmt wieder weniger gefrustet. Bis dann!

19. Januar 2017

Alles rot




Diese Aufnahmen stammen vom Sonntagabend, wo ich zuvor gefühlt stundenlang vor dem Spiegel stand. Ich hatte mal wieder einen richtigen Anfall... Wo ich mich einfach überhaupt nicht kontrollieren, geschweige denn wieder einkriegen konnte. Jeder Millimeter musste genauestens untersucht und bearbeitet werden - mehrmals. Ich fing an einer Stelle an und arbeitete mich so das komplette Gesicht entlang, bis ich zwischendurch mal auf den Hals und das Dekolleté auswich, um dann aber wieder im Gesicht zu landen und anschließend eine Abschlussrunde weiter unten im Dekolleté zu drehen. So ging es wieder und wieder... Manchmal, wenn ich so mit den Händen im Gesicht vor dem Spiegel stehe, fühle ich mich echt verrückt/krank. Dann kommt ganz kurz der Gedanke "Was zur Hölle machst du da eigentlich?" auf. Besonders dann, wenn ich richtige 'Verrenkungen' im Bad mache, um alles genau sehen und erreichen zu können. Fehlt nur noch eine Lupe, ehrlich. In dem Moment hat man auch keine Weitsicht mehr, im Gegenteil. Man steht so nah am Spiegel, dass man gar nicht sieht, wie rot und angeschwollen das komplette Gesicht inzwischen ist. Und wenn man endlich dazu kommt, sich abzuwenden und einen Schritt zurückzutreten, dann kriegt man beinahe einen Schock. Ich zumindest, weil meine Haut so extrem empfindlich ist und die typischen Merkmale von physikalischer Nesselsucht zeigt. Damals wäre ein Anfall wie dieser aufgrund von zahlreichen Tränen in ebenso roten Augen und Kopfschmerzen vom Weinen geendet. Das hat sich geändert. Heute nehme ich sowas mit mehr Fassung hin; was aber nicht heißt, dass es mich völlig kalt lässt. Es stimmt mich schon ab und zu traurig, doch ich versuche dann, so gleichgültig wie möglich zu sein. Ob das auf lange Sicht immer gut ist, kann ich nicht sagen, aber es hilft mir genau in dem Moment, nicht durchzudrehen. Meistens sieht der nächste Morgen dann so aus, dass ich mich absichtlich nicht/fast gar nicht schminke, um mir quasi selbst vor Augen zu führen, was ich angerichtet habe. Aber auch, um anderen Menschen zu vermitteln, dass ich nicht perfekt bin. Das hat auch wieder was mit der Aufrichtigkeit zutun, die ich kürzlich hier erwähnte. Auch das war damals alles anders, denn da hätte ich genau das Gegenteil getan und mit Absicht mehr Schminke aufgetragen, um meine Machereien zu vertuschen. Witzig, wie sich sowas verändern kann.

Doch wisst ihr, was mich gerade so stört? Es sind nicht diese Anfälle oder die unmittelbaren und längerfristigen Folgen davon. Es ist die Tatsache, dass mich die Dermatillomanie im Moment nicht loslässt. Von morgens bis abends verfolgt sie mich; hängt an mir fest. Wirklich! Das Erste, was ich morgens mache: Mein Gesicht nach neuen Pickeln absuchen und erstmal ordentlich 'reinigen' (/drücken). Das Erste, was ich nach der Arbeit mache: In's Bad gehen und drücken. Das Letzte, was ich abends vor dem Zubettgehen mache: Nochmal alles abscannen und zahlreiche Stellen finden, die ich ausdrücken kann/will/muss. Wenn ich mir das so klarmache, dann könnte ich beinahe ausrasten vor Wut. Wieso muss das so sein? Wieso muss ich so sein? Kann ich nicht ganz normal morgens aufstehen und meiner Routine nachgehen? Wieso muss das Skin Picking ein Teil meiner Routine sein? Oder ein noch besseres Beispiel: Nur mal kurz in's Bad (-> auf Toilette) gehen. Kurz, haha. Guter Witz. In letzter Zeit komme ich nicht einfach so auf die Toilette, ohne vorher am Spiegel Halt gemacht zu haben. Das lässt mich natürlich gleich viel länger im Bad verweilen undzwar selten unter 15-20 Minuten! Diese Kleinigkeiten geben mir das Gefühl, nicht normal zu sein. Vielleicht kann das jemand unter euch verstehen...

Das waren so die Gedanken von den letzten Tagen, die ich mal loswerden musste. Danke für's Zuhören bzw. Durchlesen!

16. Januar 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 2

Hallo ihr!

Wie bereits angekündigt, gibt es hiermit den nächsten Part meiner kleinen Fotoserie. Leider muss ich vorweg aber sagen, dass es dieses Mal nicht viel zu sehen gibt. Aufgrund des miesen, grauen (bzw. weißen) Winterwetters konnte ich nicht wirklich fotografieren... Finde es eben viel schöner, wenn man Gebäude- und Landschaftsbilder im Frühling oder Sommer macht, wenn die Sonne scheint und die Bäume nicht so kahl sind. Dann wirken die Fotos nicht so kühl und unfreundlich. Noch dazu sind die einzigen Fotos, die ich habe, nicht in Bad Pyrmont selbst entstanden, sondern in Hannover. Am Donnerstag waren wir nämlich in Hannover unterwegs - meiner Meinung nach eine schöne Stadt, die ich jetzt schon mögen gelernt habe! Auf den Bildern seht ihr die Nana-Skulpturen am Leibnizufer von Hannover, die mich irgendwie fasziniert haben...




Es ist definitiv Geschmackssache, aber ich bin ja sowieso jemand, der sich gut und gerne mal für Kunst und Kunstgeschichte interessiert. Darum musste ich auch gleich im Internet nach den Nanas und deren Bedeutung recherchieren, nachdem ich sie abgelichtet habe.

Lange Rede, kurzer Sinn. Mehr habe ich dieses Mal nicht anzubieten. Ich hoffe sehr auf das nächste Seminar Ende März, wo es dann bestimmt mehr und besseres Bildmaterial zu sehen gibt! Bis dahin müsst ihr also noch durchhalten. Ansonsten sehe ich mal davon ab, hier großartig vom Seminar an sich zu erzählen, da das in meinen Augen wenig mit meinem Blog zutun hat. Das erste Mal gab es noch etwas zu sagen und dieses Mal habe ich im letzten Post "Aufrichtigkeit" bereits alles verschriftlicht, was erwähnenswert war. Falls ihr doch neugierig seid, dann schreibt mir entweder einen Kommentar oder eine E-Mail!

Damit verabschiede ich mich auch schon. Bye! :)