7. Dezember 2017

Stimmungstief

Hey...

Ach, ich weiß nicht. Solche Posts fallen mir immer schwer. Der eine Grund dafür ist, dass ich ungern zugebe, wenn es mir schlecht geht. Der andere Grunde ist, dass ich selten die richtigen Worte für meine Gedanken und Gefühle finde... Trotzdem will ich es probieren und euch auf dem Laufenden halten.

Mir geht es nicht gut und das seit einiger Zeit schon. Erst habe ich es gar nicht wahrgenommen, dann verdrängen wollen und jetzt muss ich es einsehen. Irgendwie bin ich ziemlich down, mich beschäftigt viel und ich habe seit dem letzten Mal bereits zweimal wieder geweint. Nicht unbedingt nur wegen des Skin Pickings, sondern auch wegen anderen, sehr persönlichen Dingen. Momentan komme ich schwer damit klar, diese Verhaltensstörung jeden verdammten Tag auf's Neue auszuleben. Ich bin es mehr als satt, aber sowasvon! Ich habe keine Lust mehr darauf, bei jedem Blick in den Spiegel mit diesem Problem konfrontiert zu werden. Meine Haut ist momentan nämlich nicht sehr gut. Gesicht, Hals, Dekolleté, Beine - ich drücke überall und das sieht man auch. Meine Haut scheint mal wieder eine ihrer sehr sensiblen, fettigen und unreinen Phasen zu haben. Das unterstützt nur meinen Drang danach, mich "rein" zu drücken. Übrigens habe ich Anfang November mal wieder mit der App EzHabit angefangen, die ich zuletzt im Juni 2016 verwendete. Meine Dokumentation zeigt gut, wie hoch mein Drückpegel die vergangenen Wochen war und immer noch ist:


Zusätzlich habe ich das Problem, dass ich nicht mehr über die Dermatillomanie reden mag. Das löst dann immer total blöde und schlechte Gefühle wie z.B. Wut und Hilflosigkeit bei mir aus. Ich kann nicht mehr mit anderen Menschen darüber reden, mir fehlen die Worte. Egal, wie sehr ich das gerne würde - ich kann nicht. Es gibt derzeit nichts mehr zu reden für mich. Es erscheint mir alles so aussichtslos und festgelegt. Wisst ihr? Als könnte ich sowieso nichts mehr ändern. Ich will das Skin Picking loswerden, keine Frage. Aber ich fühle mich machtlos und nicht in der Lage dazu. Momentan ist all die positive Energie, die ich kurz nach dem Auszug hatte, verschwunden. Das fühlt sich nicht gut an und ich weiß, dass es wahrscheinlich an der Zeit wäre, zu handeln, aber ich tue es nicht.

Ich halte mich mal an der Hoffnung fest, dass das nur eine Phase wie alle Anderen ist und dass sie genauso wie die anderen Phasen bald vorübergeht. Zu etwas Anderem fühle ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bereit.

Danke für's Zuhören und tut mir leid, dass ich euch momentan so negativen Inhalt bringe.

5. Dezember 2017

Videotipp - Tangles and Tingles

Ein schnelles und kurzes "Hallöchen"!

Ihr interessiert euch für sog. Fidget-Toys oder allgemeine Beschäftigungsalternativen für eure Hände? Dann habe ich ein Video für euch, was vielleicht interessant sein könnte. Dort werden ein paar neue Tangles ausgetestet und ein spezielles Armband vorgestellt, was euch helfen könnte, euer Verhalten zu vermeiden. Wie genau das funktioniert? Schaut in's Video!


Link: https://www.youtube.com/watch?v=CSnP_zyu5_M

In den Videovorschlägen an der Seite findet ihr dann auch weitere Videos zu dem Armband, darunter auch ein Video von der Firma selbst.

Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=VCnQR5m7K5s

2. Dezember 2017

Vielen Dank!

Gestern schrieb mir meine Mutter, sie würde Fotos von meinem Blog auf Facebook sehen und dass sie erst für einen kurzen Moment besorgt war. Doch dann erkannte sie, worum es sich wirklich handelte: Um eine liebe Erwähnung des Skin Pickings und meines Blogs auf der Seite des "Aktionsbündnis Seelische Gesundheit". Ich selbst bin ja nicht bei Facebook, darum geht sowas ohne weiterleitende Personen an mir vorrüber... Zum Glück habe ich meine Mum! :D

Jedenfalls möchte ich mich hiermit für diesen sehr lieben und aufmerksamen Hinweis auf meinen Blog und auf die Krankheit allgemein bedanken! Solche Aktionen erreichen die Menschen da draußen und helfen weiter. Gestern hatte ich aufgrund der Nennung über 1000 Seitenaufrufe! Ich kann nur hoffen, dass immer und immer mehr Menschen durch genau solche Weiterleitungen und Aufrufe von dem Skin Picking erfahren und dass dieses Thema bekannter gemacht wird! In diesem Sinne ein großes "Danke!" für diesen Aufruf! :)

Den konkreten Link zur Erwähnung findet ihr hier, einfach klicken.

Das war's auch schon wieder. Bis denne, ihr Lieben.

30. November 2017

Altbekannte Achterbahn

Eigentlich sagt der Titel schon alles, oder? Trotzdem noch etwas Inhalt zu dieser Überschrift. Undzwar ist mein letzter Post nun wieder etwas her, was zum Einen daran liegt, dass ich wenig Zeit hatte und zum Anderen daran, dass ich in ein kleines "Motivationsloch" gefallen bin. Ich wollte eigentlich schon längst wieder Posts bringen, aber es kam etwas dazwischen. Was kam dazwischen? Mein Leben.

Nun, mein letzter Post hieß "Siegreich" und handelte von einem Erfolg mit der Aussicht auf einen weiteren Weg nach oben. Es passierte allerdings - wie immer - nicht so wie gedacht bzw. gewollt. Auf mein "Mal sehen, wie es heute Abend wird." folgte leider kein "Ich habe es wieder geschafft!". Das hätte ich euch gerne mitgeteilt, konnte es aber nicht, da es am zweiten Abend nicht mehr so gut lief. Da fühlte ich mich dann entmutigt und doof, das könnt ihr sicherlich verstehen. Doch am Donnerstagabend darauf (also letzte Woche) kam es noch schlimmer. Ich hatte das erste (und bisher einzige) Mal einen Weinanfall in meiner eigenen Wohnung. Es war weniger ein "Anfall", denn mit damals ist es nicht vergleichbar. Aber ich musste weinen und saß lange einfach nur da, während mir die Tränen über die Wangen liefen... Das war kein schöner Moment, ganz und gar nicht. Ich war seit Langem mal wieder richtig tief traurig. Nicht sauer, nicht einsam, nur traurig. Als ich mit dem Weinen aufhören musste, wurde ich zusätzlich noch hilflos. Irgendwie musste das kommen, oder? Das führte dann noch mehr dazu, dass ich mich hier nicht zu Wort melden wollte...

Doch wie in vielen Fällen, sah die Welt am nächsten Tag schon ein wenig besser aus. Vor Allem abends, denn da kam mein Freund dann zu mir und blieb über das Wochenende. Wir verbrachten mal wieder eine sehr schöne Zeit miteinander, die wir anlässlich des einjährigen Bestehens unserer Beziehung mit einer tollen Unternehmung füllten. Das machte mich natürlich wieder sehr glücklich! Doch schon am Abend nach dem Abschied folgte der stets auftauchende "Abschieds-Drückanfall", der meine Laune wieder ein bisschen runterfahren ließ.

Ihr seht: Ich machte die letzten Tage die allseits bekannte Achterbahnfahrt durch, die das Leben eines jeden Skin Pickers kennzeichnet. Gerade deswegen, weil ihr es alle kennt, dachte ich mir "Wozu noch erwähnen?". Doch das ist ein blödsinniger Gedanke, schließlich ist das hier immer noch eine Art Tagebuch, in dem mein Befinden eine wichtige Rolle spielt. Und wenn ich mich zum x-ten Mal in dieser Dauerschleife befinde, dann ist und bleibt das erwähnenswert. Vielleicht auch nur deswegen, um euch zu zeigen, dass es bei mir nicht anders ist als bei euch. Nur, weil ich diesen Blog hier führe und große Schritte gemacht habe, heißt das nicht, dass es bei mir gut läuft oder Ähnliches. Im Gegenteil, ich bin genauso wenig perfekt wie ihr.

Ich bin genauso Skinpicker wie ihr.

18. November 2017

Siegreich

Hi hi!

Ich bin seit gestern wieder in meinem Heimat-Örtchen und verbringe hier das Wochenende. An sich wieder eine chillige Sache, wäre da nicht dieses große Risiko für die Drückanfälle am Abend und allgemein... Doch ich habe eine gute Nachricht: Es gibt einen Sieg zu feiern! Gestern Abend konnte ich mich nach dem Abschminken trotz (oder gerade wegen?) meiner Müdigkeit ganz gut zusammenreißen. Ich war nur ganz kurz am Spiegel, um meine Haut zu bearbeiten. Mit "ganz kurz" meine ich wirklich kurz - nicht mehr als 5 Minuten! Darauf bin ich wirklich stolz. Es war nicht einfach, aber aus irgendeinem Grund habe ich es geschafft. Und das fühlt sich mega an! Endlich wieder ein Erfolg, der es definitiv mehr als verdient hat, beachtet und gefeiert zu werden. Es wird Zeit, sich endlich mal wieder über solche Dinge zu freuen und Kraft daraus zu schöpfen.

Mal sehen, wie es heute Abend wird.

14. November 2017

Dermatillomanie als Lernprozess

Hallö'chen, liebe Leser!

Gleich in den ersten Wochen meines Studiums habe ich nun durch eine meiner Vorlesungen die erste Inspiration für das Thema Dermatillomanie erhalten. Und das, obwohl meine Studiengänge (ich studiere im 2-Fach-Bachelor) eigentlich sehr wenig mit der Psyche des Menschen zutun haben. Hätte ich in keinster Weise so erwartet, aber dadurch sieht man eben, wie viele Zusammenhänge es in andere Richtungen gibt und dass Alles irgendwie miteinander verbunden ist.

Auf welches Unterthema möchte ich heute zu sprechen kommen? Ich kann euch sagen: Es ist ein riesiges, zum großen Teil kompliziertes und unerforschtes Unterhema. Es geht um die Wurzeln des Skin Pickings: Wie, wann und vor allem warum haben wir Skin Picker diese Verhaltensweise entwickelt? Hat die Entwicklung des Skin Pickings etwas mit einem Lernprozess zutun? Und wenn das Verhalten "angelernt" ist, ist es dann möglich, es wieder zu "verlernen" und durch etwas Neues zu ersetzen? Wenn ja, wie sähe das aus? Ihr seht anhand dieser Fragen schon, wie groß dieses Unterthema ist und wie schwer die Beantwortung dieser Fragen erscheint. Es gibt bereits viele Forschungsansätze, die Skin Picking als angelerntes Verhalten ansehen. Auf dieser Basis aufbauend gibt es auch einige Therapieansätze, die versuchen, unser Verhalten langsam und Stück für Stück durch ein neues, weniger schadendes Verhalten zu ersetzen. Es wird versucht, einen "Umlern-Prozess" in Gang zu bringen.

All das ist mir nicht neu und ihr dürftet von diesen Informationen ebenso wenig vom Hocker gehauen sein. Doch das Wissen um diese Grundlagen ist wichtig für das, was ich euch heute zeigen möchte. Es ist ein Youtube-Video mit dem Titel "Wie lernen Kinder? Aktuelles aus der Gehirnforschung" (Link dazu weiter unten). In diesem Video verfolgt man eine Vorlesung des Neurologen und Medienkritikers Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer - der Psychologie, Philosophie und Medizin studierte - von der Universität Ulm. Das komplette Video geht 1,5 Stunden und ist durchaus extrem spannend und sehenswert, jedoch kommt es mir in diesem Kontext nur auf einen Ausschnitt an, den ich euch gleich näher eingrenze.

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=vujELzwcdpQ

In der besagten Vorlesung meines Studienfachs schaute ich die ersten 32 Minuten des Videos und weil ich so gefesselt und interessiert war, zog ich mir zuhause den Rest rein. Damit entdeckte ich den Abschnitt, den ich euch heute vorstelle und der mich in dem Moment stark zum Nachdenken brachte. Falls ihr nicht selbst die 94 Minuten sehen wollt, gebe ich euch an dieser Stelle wichtiges Vorwissen vom Anfang der Vorlesung: Die Definition des Lernprozesses formuliert Manfred Spitzer so, dass es nichts mehr ist, als die Erstellung und anschließende Verstärkung von Verbindungen zwischen Neuronen, die dadurch erreicht wird, dass wiederholt Aktionspotenziale über die Synapsen laufen. Kurz: Lernen = Spuren legen. Außerdem stellt er fest, dass sich das Gehirn dauerhaft verändert, weil jedes Aktionspotenzial und jeder Aufruf einer Verbindung/Erinnerung 'Spuren' hinterlässt.

Es wird langsam heißer und ich empfehle euch ab jetzt, selbst einen Blick in den Link zu werfen. Ab 29:11 des Videos stellt uns Spitzer ein sehr anschauliches Beispiel von einem Park vor, in dem 30cm Neuschnee liegt. In diesem Park gibt es einen Ein- und Ausgang, einen Glühweinstand und einen Souvenir-Shop. Ab dem Punkt, wo die Tore des Parks geöffnet werden und Leute eintreten, entstehen Spuren durch die Wege der Menschen. Vom Eingang zum Glühweinstand, danach zum Souvenir-Shop und am Ende nach draußen. Diese Spuren entstehen deshalb, weil alle Menschen den gleichen, nämlich den einfachsten und kürzesten Weg gehen. Niemand würde einen Umweg durch den Schnee laufen und sobald die Spuren erkennbar sind, geht sowieso jeder auf den schon gemachten Trampelpfaden. Übertragen auf das Gehirn ist das Prinzip das Gleiche: Aktionspotenziale, die über Synapsen laufen, verstärken diese Verbindungen. Dort, wo kein Aktionspotenzial vorbeiläuft, wird nichts gestärkt. Je stärker eine Verbindung zwischen zwei Neuronen, desto schneller und leichter läuft das Aktionspotenzial da drüber. Und dafür können wir Menschen nichts, es ist ein automatischer Prozess. Stellen wir uns nun (anhand des Bildes vom Video ab 32:18!) einmal vor, dass der vorhandene Glühweinstand schließt und daraufhin ein neuer direkt nebenan aufmacht. Spitzer erklärt uns, wie die Leute nun laufen würden. Sie würden keinen neuen Weg durch den Schnee gehen, nein. Das wäre viel zu anstrengend! Die Leute würden erst den alten Weg, der schon da ist, nehmen, und dann ein Stückchen weiter zum neuen Glühweinstand gehen. Warum? Weil der Weg (zum großen Teil) schon da ist. Doch nicht nur das! Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer erzählt uns danach etwas sehr Erstaunliches: Seit 2003 weiß man, dass bereits vorhandene Spuren im Hirn auch dann weiter genutzt werden, wenn sie nicht mehr gut auf die aktuelle Realität passen.

Nun mein besagter Abschnitt (33:08), den ich beim Hören sofort auf das Skin Picking übertragen habe:

"Damit ist eins klar: Es ist viel leichter, sich eine schlechte Angewohnheit gar nicht erst anzugewöhnen, als sie wieder abzugewöhnen. Denn wenn hier [im Hirn] mal eine Spur ist, haben Sie richtig Mühe, noch eine neue Spur hinzumachen. Denn dann müssen Sie immer mit viel Mühe hier [auf der neuen Spur] trampeln und nochmal trampeln... Und bis da so ein schöner Weg draus wird, dauert es eine Weile. Und solange der nicht so schön ist wie der [der alte Weg] - wenn Sie spontan reingehen und haben es eilig, was nehmen Sie? Den [den alten Weg]! Und dann wird der wieder besser, dummerweise. Genau deswegen ist es so schwierig, umzulernen, wenn man schonmal was gelernt hat."

Was bedeutet das für uns als Skin Picker? Wir haben da mit dem Drücken, Kratzen etc. scheinbar eine sehr feste und gute Spur gelegt. Die ist so tief in uns verankert, dass es schier unmöglich scheint, dass es da noch einen anderen Weg gibt. Selbst wenn wir ein, zwei Mal einen anderen Weg gegangen sind, so bringt uns das leider sehr wenig. Ein, zwei Mal gegen mehr als tausend Mal sind ja nichts. Das erklärt, warum es so unheimlich schwierig ist, sich das Skin Picking ab- und sich eine neue Verhaltensweise anzugewöhnen. Was im Video nicht erwähnt wird, ich mir aber selbst dachte, ist Folgendes: Ohne einen alternativen, neuen Weg ist es sowieso aussichtslos, das Skin Picking loszuwerden. Denn irgendeinen Weg brauchen wir. Wenn kein anderer Weg da ist, bleibt uns nur das Skin Picking. Das erklärt wiederum, warum wir uns oft vorkommen wie jemand, der keine Wahl hat. Erst recht dann, wenn wir aufgewühlt und emotional sind und schnell einen Weg wählen müssen... Als ob uns da diese (vielleicht vorhandene) ganz leichte, kaum erkennbare Spur auffallen würde, wo uns doch diese perfekt benutzte Spur des Skin Pickings sofort ins Auge springt. Skin Picking ist also viel mehr als "nur" Skin Picking. Es ist ein Teil unseres Gehirns und damit ist es extrem schwer, es dauerhaft hinter uns zu lassen. Deswegen mag es sicher auch so viele Rückfälle geben... Selbst wenn man es geschafft hat, eine neue und attraktive Spur zu legen, so ist die alte Spur nicht gleich verschwunden. Nein, es braucht eine Menge Zeit, bis sie verblasst und sich (nach dem Beispiel von Spitzer) neuer Schnee drüber gelegt hat.

Das mag euch eventuell pessimistisch erscheinen, doch macht euch eins klar: Es bedeutet auch, dass uns immer die Möglichkeit gegeben ist, einen neuen Weg zu legen und zu gehen! Es ist nie zu spät. Mit viel Mühe und Durchhaltevermögen ist es nicht unmöglich, dem Skin Picking den Rücken zuzuwenden! Und egal, wie anstrengend es ist, sobald man es geschafft hat, kann man unendlich stolz und froh sein!

Dieser Post ist also dazu gedacht, euch auf dieses Wissen aufmerksam zu machen und euch darüber hinaus vielleicht einen Denkanstoß zu geben. Weil ich nicht so recht weiß, wohin mit diesem Post im Sinne der Labels, packe ich es mal bei "Was ist Skin Picking?" mit rein. Auch, wenn es das nicht ganz trifft.

Puh, viel Text heute. Nehmt es mir nicht übel, ich bin davon einfach nur extrem begeistert und gefesselt. Nichts ist spannender als das Gehirn des Menschen und seine Funktionen...

Bis zum nächsten Mal, wo ich euch hoffentlich wieder lockereren Inhalt mitbringe!

11. November 2017

Kleiner Alltagstipp

Heyho!

Dieser kleine, aber doch ziemlich effiziente Tipp stand nun schon monatelang auf meiner Postideen-Liste... Es wird also Zeit, ihn mit euch zu teilen!

Undzwar geht es um das Thema Kleidung. Habt ihr eigentlich ein paar Oberteile (insbesondere T-Shirts), die einen sehr hohen/engen Ausschnitt bzw. Kragen besitzen? Bestimmt habt ihr das ein oder andere Oberteil dieser Art im Kleiderschrank, da bin ich mir sicher! Schließlich verdecken sie den Ausschnitt ganz gut, was einem sehr gelegen kommt, wenn man im Dekolleté ein paar rote Stellen und Pickelmale hat. Aber nicht nur zum "Verstecken" eignen sich diese T-Shirts und Pullover. Sie eignen sich auch super dafür, das Drücken im Dekolleté von Anfang an zu verhindern! Mir ist das vor besagten Monaten selbst aufgefallen. Wenn ich Oberteile mit extrem engen Ausschnit trug, konnte ich nicht im Dekolleté-Bereich drücken. Der Grund dafür war schlicht und einfach, dass der Ausschnitt zu eng war und es nicht zugelassen hat. Wenn ich sehr aufmerksam war, konnte ich dies als eine Art "Warnung" verstehen. Ihr wisst schon, wie eine Störung, die bezweckt, dass ich hellhörig werde. Diesen Moment der Aufmerksamkeit konnte ich dann zum Aufhören bzw. gar nicht erst Anfangen nutzen.

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ihr nur noch solche Oberteile tragen sollt! Denn das Prinzip ist lediglich Folgendes: Kleidung, die einen beim Versuch, an seiner Haut zu werkeln, störend in den Weg kommt und damit einen Moment der Aufmerksamkeit erzeugt. Das schaffen auch andere Kleidungsstücke wie z.B. Hemden und Blusen mit Knöpfen (wo man erst die Knöpfe öffnen müsste), Rollkragenpullis, hochgeschnittene Strickjacken mit Reißverschluss etc. Wenn ihr euren Kleiderschrank mit offenen Augen durchsucht, findet ihr ganz bestimmt noch mehr Beispiele! Ich wollte euch nur darauf aufmerksam machen, dass man sich durch eine bewusste Klamottenwahl an schlechten Tagen selbst behilflich sein kann. Einfacher geht es wohl kaum.




Ende Gelände. Ein schönes Wochenende noch!

6. November 2017

Geister der Vergangenheit

Hallo Nachteulen! Es ist ganz genau Mitternacht.

Ich möchte euch nur kurz von einem Erlebnis erzählen. Undzwar war ich dieses Wochenende nach ein paar Wochen wieder bei meinem Vater und meiner Schwester Zuhause. Habe von Samstag auf Sonntag sogar dort übernachtet. Das war schön; es gab warmes Mittag, man blieb für mich im Hause und meine Schwester brachte mir sogar einen Twix mit. Da fühlte ich mich richtig verwöhnt und willkommen! Doch die liebsten Gefälligkeiten und das beste Gefühl, wenn man sein altes Zuhause wieder besucht, können einen nicht vor den bösen Geistern der Vergangenheit schützen. Als ich mich am späten Abend bettfertig machte, hatten mich die Geister sehr bald in ihren Bann gezogen. Ich konnte mich irgendwie nicht wehren... Es war, wie ich in meinem Post "Der Neuanfang" beschrieb: Diese Rituale und Erinnerungen, die in der Luft schweben und zwingend in Verbindung mit den Räumen/Möbeln stehen, kamen hoch. Ich musste dem nachgehen. So kam es, dass ich eine ganze Zeit vor dem Spiegel verbrachte. Wieviel Zeit das genau war, kann ich nicht mal mehr sagen... Das Zeitgefühl war wie immer weg und auf die Uhr geschaut habe ich auch nicht. Allerdings kann ich ziemlich sicher sagen, dass es die längste Drückepisode seit meines Auszugs war. Und es ist sicher kein Zufall, dass dies an dem Abend geschehen ist, wo ich in meinem alten Zuhause übernachtet habe. Währenddessen wollte ich unbedingt aufhören, konnte aber nicht... Es war super schwer, zum Ende zu kommen. Als ich es allerdings endlich schaffte, die Sache zu beenden, fühlte ich mich schlecht. So wie früher immer. Das Gefühl kam mir vor wie ein alter Bekannter... Lange hat man sich nicht mehr getroffen, doch ich erkannte sofort. Es war ein mieses Gefühl, das wieder durchmachen zu müssen. Vor allem auch deswegen, weil es so ungerechtfertigt war, dass das passiert. Mir ging es gut, es war alles schön und trotzdem musste ich alten Zwängen verfallen? Dämliche Sache. Ich weiß auch wirklich nicht, wie ich sowas in Zukunft vermeiden soll.

3. November 2017

3 Jahre - Mein Überblick

Hallo und herzlich willkommen zu meinem dritten Jubiläumspost! :)

Ist das der Wahnsinn oder ist das der Wahnsinn? Gestern feierte mein Blog seinen dritten Geburtstag! Vor drei Jahren, also Ende 2014, startete ich das ganze Ding hier. 2014...kommt euch das auch so ewig her vor? Für mich fühlen sich diese drei Jahre mindestens doppelt so lang an. Vielleicht liegt das daran, dass diese drei Jahre in meinem Leben einen Abschnitt abgedeckt haben, in dem verdammt viel passiert ist (z.B. Abi und Ende der Schulzeit, FSJ, Auszug von Zuhause, Beginn eines Studiums...). Ich bin sozusagen von einem Jugendlichen zu einer jungen Erwachsenen geworden. Aber wenn wir jetzt alle mal daran denken, dass Weihnachten nur noch knappe zwei Monate hin ist und wir kurz darauf auch schon 2018 haben, dann dürftet selbst ihr euch fragen, wo die Zeit geblieben ist...

Doch was genau ist das vergangene Jahr über bei mir und insbesondere auf meinem Blog passiert? Welche Schritte bin ich gegangen, welche Entwicklungen habe ich gemacht und wie lief mein Skin Picking eigentlich? Diese Fragen versuche ich euch heute mithilfe einer kleinen Zusammenfassung/Nennung der wichtigsten Ereignisse zu beantworten! Schauen wir mal, wie lang es wird.

Beginnen möchte ich mit dem einschlägigsten Ereignis des letzten Jahres, was sich zugleich in naher Zukunft das erste Mal jährt. Der Beginn von etwas ganz Tollem, nämlich meiner Beziehung! Diese Beziehung traf mich zugegebenermaßen ziemlich plötzlich und unerwartet Ende November 2016 (hier gibt es mehr zu lesen). Das klingt jetzt, als wäre sie ganz zufällig aus dem Nichts erschienen, was nicht ganz stimmt, aber ich hielt es zu der Zeit nicht für sehr wahrscheinlich, dass mein Single-Dasein enden würde. Das tat es jedoch und ich bin sehr froh darüber. Mit diesem Menschen an meiner Seite habe ich sehr viel gewonnen, was mir allgemein wieder zu mehr Lebensfreude und Zufriedenheit verholfen hat! Ich fühle mich mit meinem Freund sehr viel stärker und vollkommener. Nicht zuletzt fühle ich mich unheimlich wohl und verstanden bei ihm - ich kann immer mit ihm reden und darauf vertrauen, dass er für mich da ist. Natürlich ist genau das etwas, was für meine Dermatillomanie wichtig ist. Darum schätze ich es sehr, mit ihm jemanden zu haben, der mir auf dieser langen Reise die Hand reicht. Danke dir vielmals, das bedeutet mir unendlich viel!


Wo wir schon bei positiven Dingen sind, mache ich gleich mit meiner Hauptbeschäftigung des letzten Jahres weiter: Mein Freiwilliges Soziales Jahr. Nichts Neues für euch. In seinen Einzelheiten ist das natürlich absolut privat, aber weil es durchaus eine Auswirkung auf meine Stimmung und damit auf mein Drückverhalten hatte, erwähne ich es. Als ich das FSJ nach meinem Abitur begann, war ich unheimlich froh darüber, meinen Kopf für ein Jahr lang ruhen lassen zu können. Gleich in den ersten Wochen merkte ich den Effekt davon, da ich mich befreiter fühlte. In meiner Arbeit zählten vielmehr die Taten und Handlungen; das körperliche Dasein für die Kinder. Das senkte den innerlichen Druck in mir, da es natürlich auch keine konkreten Leistungsabfragungen gab. Einfach nur den Tag leben und mit den Kindern gemeinsam gestalten. Zusammen mit den begleitenden Seminaren, die eine wunderbare Abwechslung vom Arbeitsalltag lieferten, war das FSJ eine trotz Anstrengung und Herausforderungen wunderbare Zeit! Ich lernte überaus viel dazu, auch über mich selbst und ich sammelte darüber hinaus unersetzliche Erfahrungen. Dadurch könnte man wohl meinen, dass mich das FSJ erwähnenswert geprägt und verändert hat. Ich bin froh darüber, die Entscheidung für dieses freiwillige Jahr gemacht zu haben. Das sollen - entgegen meiner ursprünglichen Pläne - auch schon alle Worte zu diesem Thema gewesen sein.

Von einem Ausflug mit den Kindern

Trotzdem kann man nun nicht behaupten, dass meine Haut durch die kopfmäßige Befreiung wundergeheilt wurde, geschweige denn auf einem kontinuierlich guten Level war. Leider gab es nämlich genügend andere Faktoren, die mein Drückverhalten negativ beeinflussten. Einzig und allein den Kopf frei zu haben genügt dann doch nicht. Das sieht man ganz gut an einem der wichtigeren Posts des letzten Jahres namens "Zwang der Gesellschaft". Hier habt ihr eins der Bilder von dem genannten Post:


Ihr seht: Gute Haut ist anders. Ich würde fast behaupten, dass dies einer meiner allerschlechtesten Hautzustände überhaupt war. Das führte dazu, dass ich auf der Arbeit extrem oft dahingehend angesprochen wurde und ich mir daraufhin Gedanken dazu machte, die ich im oben verlinkten Post beschrieb. Doch das war nicht das einzige Mal, dass ich mich in diesem kinderdominierten Umfeld mit dem Thema Skin Picking auf eine neue Art und Weise auseinandersetzen musste. Wie man sich gegenüber Kleinkindern, Kollegen und Eltern elegant bezüglich dieses sensiblen Themas verhält, musste ich erst lernen. Mehr dazu gibt es in diesem Post vom September 2016.

An dieser Stelle würde ich gerne mehr Fotos von verschiedenen Hautzuständen aus dem letzten Jahr zeigen, doch ich musste gerade erschrocken feststellen, dass ich im dritten Blogjahr nicht einen einzigen "Eindrücke meiner Haut"-Post gezeigt habe! Der letzte Post dieser Art stammt vom August 2016... Schade irgendwie, diese Postserie ist untergegangen. Doch ich nehme mir hiermit vor, sie im vierten Blogjahr wieder auferstehen zu lassen! Dennoch wenigstens ein paar zusammenfassende Worte zu meinem Skin Picking und meiner Haut: Es war mal wieder ein Jahr voller Hoch- und Tiefphasen. Jedoch nahmen mich die Tiefphasen selten schwer mit, ich kam damit schon irgendwie klar. Übrigens habe ich statt normaler Hautzustandsfotos zwei Vergleichsbilder aus dem Projekt, was ich im Februar startete:

Aus "1 Monat in Bildern"

Aus "2 Monate in Bildern"

Dieses Projekt hatte die Idee, mich selbst über einen Monat hinweg jeden Abend zu fotografieren und aus diesen Fotos eine Art Zusammenschnitt bzw. Video zu erstellen. So wollte ich mir die Entwicklung meiner Haut ganz genau vor Augen führen und das auf einer neuen Art und Weise. Falls ihr die Ergebnisse davon verpasst habt oder sie euch erneut interessieren, dann findet ihr unter diesem Link den ersten Teil und unter diesem Link den zweiten Teil. Leider gibt es keine weiteren Teile dieses Projekts, da mir die Motivation zum Weitermachen ausging... Das war quasi auch die einzige "künstlerische" Auseinandersetzung mit der Dermatillomanie über dieses Jahr. Mehr habe ich bedauernswerterweise nicht geschafft. Kein Bild und keine Zeichnung für mein drittes Blogjahr. Somit habe ich dieses Vorhaben nicht erfüllen können. Schade, aber was will man machen, wenn keine Zeit dafür geblieben ist? Vielleicht ändert sich im folgenden Jahr etwas daran.

Warum mir die Motivation zu der Zeit fehlte, wird klar, wenn man sich Posts aus den Monaten Februar, März und teilweise Mai anguckt. Ich verlor ganz allgemein und insgesamt den Bezug zu der Dermatillomanie. Zu meinem Umgang damit und insbesondere dazu, wie man daran arbeitet. Ich lebte jeden Tag so vor mich hin, drückte mal oder nicht und das war's dann. In meinem Kopf gab es keine (Zwischen-)Ziele, Ideen oder Reflexionen. Ich beachtete das Skin Picking wenig und entfernte mich gefühlsmäßig ganz weit vom aktiven Kampf gegen diese Verhaltensstörung. Dadurch fühlte ich mich wie jemand, der ohne Plan in der Dunkelheit umherirrt. Das tat mir nicht unbedingt gut, weil ich eigentlich eher wieder aktiv werden wollte. Falls ihr dazu mehr lesen wollt, dann schaut bei den Posts "Kein Bezug" und "Vor sich hin leben" vorbei. Die Besserung kam erst im Juni so langsam, wie ihr gleich hier nachsehen könnt.

Ein ganz großes Themengebiet der letzten Monate sind natürlich auch all jene Veränderungen, die nach meinem FSJ auf mich warteten. Besonders herausstechend ist hierbei der Umzug bzw. Auszug von Zuhause gewesen. Dazu könnte ich jetzt wieder einen ganzen Roman schreiben, weil es mir ziemlich schwer fällt, das Thema kurz und knapp zusammenzufassen. Deshalb würde ich euch, sofern ihr Interesse hegt und es nicht sowieso schon mitverfolgt habt, darum bitten, dass ihr die Posts mit entsprechenden Titeln der letzten Wochen und Monate anschaut. Es geht im bereits im März mit Zukunftsängsten und -sorgen los, erstreckt sich dann mit Nervosität und Einflüssen auf das Skin Picking über den Sommer und endet in den reflektierenden Posts vom Oktober. Ihr seht selbst, dass sich das Ganze über viele Monate hingezogen und mich deshalb auch lange verfolgt hat. Aus dem Grund kann ich es in diesem Jubiläumspost auch nicht unerwähnt lassen. Dazu ein Bild, um den großen Einfluss auf meine Haut zu verdeutlichen:

Aus dem Post "Loslassen"

Trotz dieser Umstände habe ich mein Bestes gegeben, um mich dafür nicht selbst zu verurteilen oder Ähnliches. Das war hin und wieder nicht ganz einfach, muss ich zugeben, aber ich war ja keineswegs alleine. Um mir und selbstverständlich auch euch Motivation zu schenken, habe ich mich im Juli intensiv mit dem Thema "Selbstliebe" auseinandergesetzt. Dazu habe ich mir viele Gedanken gemacht, im Internet recherchiert und euch am Ende einen großen Motivationspart daraus gezaubert. Ein bisschen stolz bin ich schon auf diesen Post, da er auch mir selbst in dem Moment viel gebracht hat. Ihr habt diesen Beitrag verpasst oder wollt ihn nochmal lesen? Dann seid ihr hier richtig.


Mein letzter Punkt aus der Themensammlung befasst sich damit, was während des vergangenen Blogjahres bezüglich der Bekanntmachung von Skin Picking passiert ist. Ich habe hierbei eine ganze Liste an Posts, auf die ich euch verweisen werde. Wenn ich mir diese Liste so angucke, ist ziemlich viel passiert, insbesondere außerhalb meines Blogs! Dennoch war auch ich nicht untätig, sondern habe etwas dafür getan, euch da draußen zu informieren und auf dem neuesten Stand zu halten. Legen wir also los!

Im Dezember fing es bereits mit einem weiteren Online-Fragebogen von einer neuen Studie aus Wuppertal an, auf die ich euch damals aufmerksam gemacht hatte. Neue Studien oder Umfragen sind stets sehr erfreuliche Nachrichten, da es uns zeigt, dass das Interesse an der Forschung gerade erst im Kommen ist!

Im Januar folgte ein interessanter Internetartikel, den ich euch im Post "Interessante Neuigkeiten" gezeigt habe. Des Weiteren habe ich den Artikel kurz kommentiert, indem ich mir die in meinen Augen besten News herauspickte. Auch hier heißt es wieder: Schön, dass die Forschung am Ball bleibt!

Im Februar konnte ich (nur durch den Wohnort meines Freundes) die damals ganz frische Selbsthilfegruppe in Berlin besuchen, was eins der Highlights dieser Liste ist. Es bot sich zufällig an und als ich das merkte, war klar, dass ich da hin muss! Der Austausch mit anderen Betroffenen ist mir sehr wichtig, wie ihr wisst. Daher fand ich das Treffen sehr schön und bereichernd, wie ich im entsprechenden Post näher beschrieb.

Hier auf meinem Blog gab es über das Jahr zwei neue Gastposts, die jeweils eine eigene tolle und ausführliche Geschichte enthalten. Ich bin super froh über die beiden Personen, die den Mut und das nötige Interesse zeigten, um ihre Worte über mich mit euch zu teilen! Man kann so viel voneinander lernen, daher liebe ich diese Postserie so sehr. Hoffentlich kann sie bestehen bleiben (indirekter Aufruf an Freiwillige, hihi). Über das Label "EureGeschichten" kommt ihr an die Gastposts.

Im April gab es erneut sehr herausragende Neuigkeiten undzwar wurde zu dem Zeitpunkt ein neuer TV-Beitrag zum Thema Skin Picking veröffentlicht. Dort, wo man diesen Beitrag (noch bis April 2018) sehen kann, ist zusätzlich noch ein Artikel zu finden, der nicht weniger spannend ist. Also klickt schnell meinen Post "Neuer TV-Beitrag!" an.

Im Mai entdeckte ich eine ganz tolle Webseite, die Betroffenen auf der ganzen Welt eine Art Weltkarte mit verschiedenen Funktionen für den gemeinsamen Austausch bietet. Nachdem ich mir damals einen kurzen Überblick verschaffte, leitete ich es gleich mit einem Post an euch weiter. Es lohnt sich zweifelsohne, regelmäßig auf dieser Seite vorbeizuschauen!

Zuletzt machte ich im Oktober Werbung für die neue Selbsthilfegruppe, die sich zurzeit in Braunschweig gründet. Auch dies ist aus offensichtlichen Gründen einer der besten Punkte dieser Liste. Selbsthilfegruppen braucht das Land!


Soooo, damit sind wir schon fast am Ende. Und ihr ahnt es sicherlich bereits: Ich kann nicht gehen, ohne euch zum erneuten Male meinen Dank auszusprechen. Ich finde eben, dass Dankbarkeit eine sehr wichtige Eigenschaft ist. Gerade dann, wenn man - wie ich mit diesem Blog - etwas betreibt, was nicht immer leicht ist und was stark auf die kleine Zielgruppe ankommt, die es liest, sollte man dankbar sein. Dankbar für die Aufmerksamkeit, dankbar für das Interesse und dankbar für das Verständnis. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich Leser bzw. Follower habe und erst recht ist es nicht selbstverständlich, dass die Reaktionen von euch auf meinen Blog durchweg positiv sind. In Anbetracht meiner weniger gut dokumentierten Zeiten hier ist klar, dass ich euch umso dankbarer bin, dass noch ein paar von euch hier sind! Ich werde meinen Blog so schnell nicht aufgeben, das steht fest! Auch, wenn die Inhalte inzwischen weniger innovativ sind, habe ich hiermit einen Ort geschaffen, der mir wichtig ist. Dass dieser Ort auch anderen Menschen wichtig sein kann, schätze ich. Danke euch! :) Ich hoffe, dass ihr auch das vierte Jahr verfolgt und nicht das Interesse verliert.

Zum Schluss ganz herzliche Grüße an euch, habt ein schönes Wochenende!

21. Oktober 2017

Tangle in the box

Halli hallo, liebe Leser!

Heute habe ich einen kleinen, aber dennoch lieb gemeinten Tipp für euch im Gepäck. Undzwar wisst ihr von mir ja, dass ich einige Tangle Juniors besitze. Ich schrieb schon mehrmals darüber und habe auch ein paar Videos dazu gemacht. Wenn ihr das verpasst haben solltet, dann schaut mal bei den Labels Tipps, Produktreviews und Videos!

Bisher habe ich für meine kleine Sammlung keinen festen Aufbewahrungsort gehabt. Stattdessen lagen sie verstreut auf meinem Nachttisch herum und nahmen unnötig Platz weg. Mit den Monaten wurden sie immer weniger benutzt und endeten fast als eine Art "Deko". So schade es ist...sie verstaubten leider ein wenig. Da ich aber keine bessere Lösung finden konnte, blieb es bis zum Umzug so. Anlässlich des Einzugs in meine eigene Wohnung kaufte ich dann ein paar schicke Aufbewahrungsboxen in verschiedenen Größen und Varianten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Idee, was wo hineinkommt - das wollte ich sehen, wenn ich meine Umzugskartons ausgepackt und einen Überblick über meinen Krimskrams gewonnen habe. Passenderweise eignete sich eine der ganz kleinen Boxen jedoch perfekt für meine Tangle Juniors:



Die Fotos zeigen es nicht so gut, weil keine Vergleichsgegenstände zu sehen sind, aber die Box ist gerade mal handgroß. Und wie ihr seht, passt meine ganze Sammlung gut hinein. Ich finde es wesentlich besser so als damals. Jetzt habe ich einen festen Aufbewahrungsort für alle gemeinsam und weiß immer, so wie sind. Gleichzeitig liegen sie nicht mehr offensichtlich in der Gegend herum und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. In einer Box verpackt kann ich sie einfach in meinen (neuen) Nachttisch stellen, ohne, dass sie auffallen und habe sie trotzdem in meiner Nähe. Keine Ahnung wieso, aber es ist ein besseres Gefühl, die Tangles in einer schicken Box aufzubewahren. Ihr wisst schon: Eine Box, deren Inhalt nur für mich bestimmt ist. Bei Bedarf kann ich immer noch einen Tangle herausnehmen und woanders platzieren oder aber in meine Handtasche legen.

Mein Tipp ist also, dass ihr euch eine schicke Box oder Ähnliches besorgt, sofern eure Sammlung an Tangles usw. groß geworden ist. So verlieren die Tangles ihre Bedeutung bzw. ihren Wert nicht, wie sie es tun würden, wenn sie tagtäglich irgendwo herumliegen. Denn dadurch schenkt man dem eigentlich nützlichen Gadget schnell keine Beachtung mehr, was schade ist. Wo ihr solche Boxen findet? Ich würde sagen, dass ihr in verschiedenen Deko- oder Krimskramsgeschäften gut beraten seid. Manche Schreibwarenhandel haben auch Geschenk- und Aufbewahrungsboxen im Angebot. Meine Box ist aus einem Set von der Tschiboabteilung im REWE, allerdings dürfte es dieses Set dort nicht mehr geben. Aber ihr werdet auch woanders fündig, da bin ich mir sicher!

Das war es dann schon wieder. Ein schönes Restwochenende noch! :)

16. Oktober 2017

Neue Selbsthilfegruppe!

Guuuuten Abend, ihr da draußen!

Heute habe ich ganz tolle News im Gepäck, mit denen ich dringend werben möchte. Doch dazu gleich im Anschluss mehr...

Ihr wisst ja, dass das Skin Picking noch sehr unbekannt und auch unerforscht ist. Dementsprechend gibt es extrem wenig Hilfsangebote, sowohl aus professioneller Hand, als auch in "privater" Form. So ganz langsam geraten allerdings ein paar Steine in's Rollen... Es gibt immer mehr Forschung zu dem Thema und auch immer mehr Menschen, die sich für das Bekanntwerden dieser Verhaltensstörung einsetzen. Dazu gehören natürlich auch Selbsthilfegruppen.

Ganz sicher weiß ich bisher von zwei Selbsthilfegruppen, die ich beide schon besucht habe: Die in Köln und die in Berlin. Die Kölner Selbsthilfegruppe ist die erste Deutschlands (seit 2010) und die in Berlin besteht seit November 2016. Ich meine, darüber hinaus mal von Gruppen aus Hamburg und Stuttgart gehört zu haben, aber ich will euch nichts erzählen, was ich nicht garantieren kann. Umso besser, dass ich euch mit den heutigen Neuigkeiten eine Garantie gebe:

Im Moment gründet sich nämlich in Braunschweig eine neue Selbsthilfegruppe für Skin Picking!




Dies ist der Flyer der bald bestehenden Braunschweiger Gruppe. Falls ihr also Interesse habt und aus dem Raum Braunschweig kommt oder dieser Weg signifikant kürzer für euch wäre als nach Berlin bzw. Köln, dann empfehle ich euch, dass ihr euch dort meldet! Nehmt dieses tolle Angebot wahr! Helft mit, dass die Dermatillomanie an Bekanntheit gewinnt und man bald nicht mehr von verschwindend wenigen Hilfsangeboten sprechen muss!

Ich möchte hiermit auch einen Glückwunsch an die Gründer dieser Gruppe senden und euch auf diesem Weg ganz viel Erfolg mit dem Vorhaben wünschen! Auf dass ihr viele Menschen dort draußen erreicht und einander helft.

Danke für euren Mut und euer Engagement!

10. Oktober 2017

Der Neuanfang

Ich deutete zuletzt ein paar Mal an, dass ich aus gegebenem Anlass einen eigenen Post zum Thema "Neuanfang mit der Dermatillomanie" verfassen möchte. Hier sind wir nun... Heute gibt es "mehr" dazu, wie angekündigt.


Das ist ein Bild von einem meiner Lieblingsfotomotive: Dem Sonnenuntergang. Diesmal allerdings mit Kran. Wieso? Weil dort, wo ich vor dem Auszug noch gelebt habe, eine Baustelle unsere Nachbarschaft schmückt. Direkt neben unserem Haus, seit dem Frühjahr. Erst wurden zwei Häuser abgerissen, dann fünf neue gebaut. Irgendwie passt es also ganz gut in den heutigen Post hinein. So ein Bauprojekt beinhaltet auch den Abschluss einer Phase, indem die alten Häuser abgerissen werden und den Beginn einer neuen Phase mit den dazu passenden, neuen Gebäuden.

Für mich ist es ähnlich (gewesen). Der Auszug an sich bedeutete schon von Anfang an viel mehr für mich als nur das bloße "Von-zuhause-ausziehen". Es beinhaltet einen symbolischen Phasenwechsel. Wie ein neues Kapitel in einem Buch. Nicht nur auf privater Ebene, sondern auch ganz speziell für die Dermatillomanie.

Der Blog existiert nun seit bald 3 Jahren und thematisiert im Grunde die letzten 8 Jahre meines Lebens. Denn solange bin ich schon vom Skin Picking betroffen. Seit 2013 (wenn ich mich nicht irre) leben mein Vater, meine jüngere Schwester und bis vor drei Wochen auch ich in der jetzigen Wohnung. Der Anfang dieser Phase, die diesen Zeitraum umfasst, liegt aber weit tiefer in der Vergangenheit. Ich könnte ihn nicht ganz festlegen, weil die Einteilung schwierig ist, aber es geht ja Gott sei Dank auch nicht um den Phasenanfang. Es geht vielmehr um das Ende, was mit dem Umzug kam. Das lässt sich terminlich genauer bestimmen. Vorweg aber eine Erklärung und Beschreibung zu der Phase, die nun ihr Ende gefunden hat. Sie war .... mit einem Wort - "negativ". Das klingt jetzt vielleicht etwas paradox, wo ich doch vor ein paar Jahren so eine positive Entwicklung/Veränderung durchgemacht habe und es mir heute besser geht als damals, aber das spielt hier keine Rolle. Für mich zählt vielmehr, was für Verknüpfungen anhand von Erinnerungen/Ritualen/etc. ich mit meiner Umgebung, also der Wohnung hatte. Das waren keine guten. Auch, wenn ich hier und da Erfolge feiern und dem Spiegel widerstehen konnte, hängen doch vieeeel zu viele negative Erinnungeren zum Skin Picking in den Räumen. Die Spiegel strahlten dauerhaft Negativität aus und tun es auch heute noch. Die Betroffenen werden das vielleicht verstehen. Ich verknüpfe mit der Wohnung, den Räumen und den Spiegeln sehr viele negative Stunden, was das Skin Picking betrifft. Sehr viel Leid, Tränen, Wut und Trauer. Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass ich in der Wohnung niemals hätte gesund werden können. Nein, das wäre nicht gegangen. Die Spiegel der Wohnung schreien geradezu nach mir und alles endet in Ritualen, die ich nicht so einfach losgeworden wäre. Demnach war mir klar, dass diese Phase enden muss und ich einen Neuanfang brauche. Eine große Veränderung, die es mir erlaubt, neue Motivation und neuen Mut zu fassen. Wo mir eine neue Chance gegeben wird und ich die Möglichkeit habe, die Vergangenheit hinter mir zu lassen und von 0 anzufangen. Das geht halt nicht, wenn man sich dort befindet, wo einen die Vergangenheit bis in den Schlaf hinein verfolgt.

Als sich herausstellte, dass ich eine Wohnung habe und zu 100 Prozent ausziehen werde, wusste ich, dass die restlichen Tage der Phase bald gezählt sind. Ich bereitete mich innerlich darauf vor, diesen Phasenwechsel angenehm zu gestalten, doch am Ende stolperte ich sowieso irgendwie hinein. Ich könnte nicht sagen, dass die vergangene Phase an Tag xy beendet war und die jetzige Phase am darauffolgenden Tag begann. Ne, so ist das nicht. Ich weiß nur, dass der Umzugstag an sich definitiv noch nicht das Ende der alten Phase war. Dafür hatte ich noch zu viele andere Dinge im Kopf. Der Phasenwechsel kam dann eher fließend in den letzten Tagen. Ich versuche momentan, gedanklich wirklich einen Haken hinter die Vergangenheit bzw. meine "Dermatillomanie-Zeit" in der alten Wohnung zu setzen. Denn nur, wenn ich damit komplett abgeschlossen habe, kann ich von einem Neuanfang und einer neuen, unberührten Phase sprechen. In diesem Prozess befinde ich mich gerade.

Hier, in meiner eigenen kleinen Wohnung, ist alles neu. Die Räume sind anders, das Licht fällt anders, die Spiegel sind anders und und und... Ich versuche zu verhindern, dass hier das Gleiche passiert wie bei meinem Vater zuhause. Ich will nicht, dass ich in dieser Wohnung negative Verbindungen zum Thema Skin Picking entwickle. Momentan läuft das eigentlich ganz gut. Ich drücke zwar hier und da, aber es ist anders. Keine Ahnung, ich war bisher noch nicht deprimiert deswegen und habe auch noch nicht geweint. Des Weiteren muss ich sagen, dass es mir diese Wohnung ohnehin nicht ganz leicht macht, was natürlich gut für mich ist. Insgesamt gibt es nur zwei feste Spiegel: Den im Bad und den an meinem Kleiderschrank. Der Badezimmerspiegel ist zu hoch, als dass ich mit Millimeterabstand stundenlang angenehm davor stehen könnte. Bevor das passiert, würde ich wahnsinnige Schmerzen in den Beinen, im Rücken und im Nacken bekommen. Der Spiegel am Schrank ist nicht für's Skin Picking geeignet, weil es hier keine gut ausleuchtende Lichtquelle gibt. Bliebe nur noch, sich einen Standspiegel zu nehmen und sich damit an den Schreibtisch zu setzen, wo vom Fenster aus direkt das Licht hineinfällt. Aber das erscheint mir als eine viel zu aktive Aktion. Ich glaube nicht, dass ich das je machen würde. Damit sind schon wahnsinnig gute Grundsteine gelegt! Ohne, dass ich etwas dafür tun musste. Jetzt würde es nur noch an mir liegen, etwas daraus zu machen...

Wie das läuft, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Ich bin jedenfalls gespannt und sehr erleichtert darüber, endlich einen Neuanfang in Sicht zu haben! Endlich gibt es eine neue Chance für mich, den Kampf gegen das Ganze wieder aufzunehmen. Ich fühle mich seit dem Umzug weitaus motivierter, positiver und vor Allem freier! Der größte Stress ist vorbei und ich kann zur Ruhe kommen. Mein seelischer Zustand kann sich nun festigen.

Sei also herzlich willkommen, neue Phase meines Lebens! Ich bin bereit für dich und dafür, das Beste aus dir herauszuholen!

7. Oktober 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 6

Hi!

Überraschenderweise habe ich gleich heute wieder ein wenig Zeit für euch. Da sich große Teile Deutschlands - insbesondere der Norden - noch vom Sturmtief Xavier erholen und wir auch sonst im tiefsten, ungemütlichen Herbstwetter sitzen, möchte ich heute ein paar sommerliche Fotos mit euch teilen. Sie stammen vom letzten meiner fünf Seminare aus der Zeit meines FSJ's und sollen sowohl mir, als auch euch nochmal die seltene sommerliche Athmosphäre des Jahres 2017 ins Gedächtnis rufen. Den Sommer haben wir dieses Jahr wohl alle etwas vermisst, doch wir hatten Glück, da die gesamte Seminarwoche  sehr schönes Wetter war. Das krönte unser letztes gemeinsames Seminar und den Abschied!

Beginnen werde ich mit der altbekannten Aussicht vom Balkon der zweiten Etage unserer Unterkunft. Gerade mit den angenehmen Temperaturen ließ es sich dort wunderbar aushalten und die Sonne genießen.




Aber das war längst nicht der einzige Ort, an dem wir uns in unserer Freizeit aufhielten. Wenn es nicht gerade zu heiß war, gingen wir auch wieder in die Stadt - Eis essen oder zum Italiener. Eines Abends besuchten wir natürlich unsere Stammkneipe, um uns dort ordnungsgemäß mit einem leckeren Bierchen o.Ä. zu verabschieden. Schließlich kannten uns die Besitzer schon nach dem zweiten Seminar ganz gut. Wenn wir jedoch einfach nur chillen wollten, schnappten wir uns die Wolldecken (als Unterlage) aus den Zimmern, legten sie unten auf den Rasen und eroberten damit die Wiese. Noch eine Flasche Wasser, etwas nette Musik und schon hieß es: Entspannen.



Der Donnerstag wurde dazu genutzt, besonders tolle Abschiedsunternehmungen/-ausflüge zu machen. Das fünfte Seminar sollte uns schließlich am stärksten im Gedächtnis bleiben! Abgestimmt wurde schon einige Seminare zuvor für einen Kletterpark und einen anschließenden Besuch am See. Vom Kletterpark kann ich leider keine Fotos zeigen, da wir dort erstens während des Kletterns nichts in den Taschen haben durften (wurde eh alles abgegeben) und ich zweitens auch gar keine Zeit dafür hatte. Das Klettern war cool und hat total Spaß gemacht, war allerdings auch ziemlich anstrengend. Für den Körper und für den Kopf, da man sich stets konzentrieren musste. Da passte es gut, dass wir danach am See faulenzen durften. Wir hatten sogar einige Snacks und Getränke dabei! Doch die ruhige Stimmung hielt nicht lange, denn bald zettelten unsere Teamerinnen eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen etc. an. Das war nochmal eine super witzige Aktion, die uns alle überrascht hat. :D



Das klingt jetzt, als hätten wir 24/7 nur Blödsinn gemacht, aber das stimmt nicht ganz. Wir hatten nach wie vor unser tägliches Programm, nur habe ich dort keine Fotos gemacht. Und wenn es Fotos von dort gibt, dann welche, die nur für die private Nutzung bestimmt sind. Ich muss zugeben, dass ich insgesamt weniger an das Fotografieren gedacht habe, da ich die schönen Augenblicke genießen wollte. Es war nämlich definitiv ein ganz, ganz tolles letztes Seminar und ein perfekter Abschluss für das eine Jahr! Der Abschied am Freitag war entsprechend traurig und emotional - es sind einige Tränen geflossen. Aber dadurch wusste man, dass jeder Einzelne das Jahr genossen hat und diese Zeit vermissen wird.

In diesem Sinne (auch, wenn es keiner der Leute liest): Danke für diese wunderschöne und lustige Zeit! Ich hätte nie gedacht, so tolle Menschen kennenzulernen und so einzigartige Erinnungen mit ihnen zu sammeln. Die Seminare taten mir echt gut, dankesehr! :)

Damit endet diese Fotoserie... Hier habt ihr nochmal alle vergangenen Teile auf einen Blick:

Part 1
Part 2
Part 3
Part 4
Part 5

Ich hoffe, dass euch diese Abwechslung vom dauernden Gerede über meine Dermatillomanie gefallen hat!

Bis zum nächsten Mal!

5. Oktober 2017

Der Umzug

Heyho und willkommen zurück! Endlich!

Nach so langer Zeit mit kaum Posts hoffe ich, dass ihr noch da seid und mich nicht vergessen habt. Wie geht es euch, habt ihr den Sommer gut überstanden? Es ist nicht mehr zu leugnen, dass der Herbst in Deutschland angekommen ist. Die kalte Jahreszeit beginnt wieder. Wow, da fällt mir einmal mehr auf, dass die letzten Monate einfach extrem schnell vorüber gingen.

Heute möchte ich versuchen, wieder in das Schreiben von Posts hineinzufinden und euch gleichzeitig zu erklären, was die vergangene Zeit bei mir passiert ist. Das größte Thema wird dabei der Umzug bzw. Auszug von zuhause sein, doch ich habe ja immer von mehreren Veränderungen gesprochen. Die werde ich aufführen und meine Gefühle damit schildern, auch diejenigen aus der Vergangenheit. Dadurch wird dieser Post eventuell mehr auf mein Privatleben generell bezogen sein als auf meine Dermatillomanie, aber ich finde es dennoch wichtig. Sonst habt ihr in Zukunft keinen Bezug mehr zu meinen Posts. Stellt euch auf viel Text ein!

Fangen wir vorne an. Bei meiner ersten Ankündigung darüber, dass sich bald Einiges in meinem Leben verändern wird: Der Post "Veränderungen" von Mitte Juli. Dort stand alles noch am Anfang. Die Bewerbungsfristen sind gerade zu Ende gegangen, mein FSJ fand vor wenigen Tagen ein Ende (dazu wird es demnächst einen extra Post geben!) und ich wusste noch nicht, wohin es mich ziehen wird. Ich wusste nur, dass ich ausziehen werde. Die Zeit im Elternhaus war vorbei, ganz sicher. Es war an der Zeit, flügge zu werden, wie es so schön heißt. Ich war zu dem Zeitpunkt noch von gemischten Gefühlen geprägt. Es gab Angst und Unsicherheit, aber auch Neugier und Vorfreude. Vor allem aber war ich nervös, weil ich ein Mensch bin, der Veränderungen im Allgemeinen nicht leiden kann. Das macht innerlich sehr viel mit mir und ich ahnte, dass es mein Skin Picking sehr verschlimmern wird. Aber ich musste abwarten und einen kühlen Kopf bewahren...

Ab dann fühlte es sich an, als würde sich mein Leben vor Ereignissen überschlagen. Schon bald flatterten die ersten Zusagen der Unis bei mir herein, ganz am Ende dann auch die von meiner Wunschuni. Das war Anfang August. Ab da wusste ich, wohin ich ziehen werde. Nicht weit von zuhause weg. Das war ein sehr erleichterndes Gefühl! Endlich Sicherheit und Gewissheit. Trotzdem lag der größte Teil - nämlich der Auszug an sich - noch vor mir. Ein paar Tage später hatte ich Geburtstag und wurde 20 Jahre alt. Der Tag an sich war nichts Besonderes und ging in den Umständen unter. Schön war jedoch, dass mein Freund mich am Wochenende darauf besuchte und wir eine schöne Zeit miteinander verbrachten. Daraufhin wurde es immer ernster... Es wurden mehr und mehr Kartons gepackt, die ersten neuen Sachen gekauft und natürlich auch Vorbereitungen in der Wohnung getroffen. Ich habe mein Zimmer gestrichen und das ein oder andere Mal die ersten Kartons mitgenommen. So langsam dämmerte es mir, dass ich bald nicht mehr zuhause leben werde. In den vier Wänden, wo ich mich die Jahre über ziemlich wohl fühlte... In dem Zeitraum verfasste ich die Posts "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Nie genug". Wenn ihr die gelesen habt oder jetzt lest, dann erkennt ihr, dass ich mein Leben durchaus mit dem Skin Picking verarbeitete. So, wie ich es geahnt hatte. Jedoch war es nicht so schlimm wie erwartet, das war das einzig Gute. Trotzdem ging es mir nicht unbedingt super... In den Wochen konnte ich sehr schlecht schlafen, was mir zeigte, dass ich innerlich extrem aufgewühlt und nicht zufrieden war. Je näher mein Umzugtermin kam, desto mehr drückte ich an meiner Haut herum. Das beschrieb ich in meinem letzten Post "Loslassen". Denn je näher der Termin kam, desto deutlicher wurde es, dass meine Zeit im Elternhaus bald vorbei sein wird. Das ist einerseits schön, ja, aber es machte mir dennoch Angst und bereitete mir Unwohlsein. Schließlich ist es etwas ganz Neues und Großes, in seine erste eigene Wohnung zu ziehen! Das ist ein riesiger Schritt, finde ich. Für mich kam noch hinzu, dass der Auszug ein symbolischer Neuanfang im Sinne der Dermatillomanie sein sollte. Auch dazu werde ich bald einen eigenen Post verfassen!

Und dann war es auch schon soweit... Am Freitag, den 15. September war mein Umzug. Es war ein etwas chaotischer und stressiger Tag, aber dafür war er schnell vorbei. Mein Vater und eine gute Freundin von uns haben mir geholfen, damit es zügig geht und wir alles in die neue Wohnung transportiert bekamen. Meine erste Nacht in meiner eigenen Wohnung verbrachte ich in einem totalen Chaos, aber das dürfte jeder kennen, der schonmal umgezogen ist. An der Stelle habe ich das einzige Foto des heutigen Posts für euch. Es ist eigentlich nur für meinen Freund und eine gute Freundin entstanden, daher auch die miese Handyqualität und mein absolut fertiges Aussehen. :D


Am Tag darauf kam mein Vater nochmal vorbei, damit wir alles zusammen aufbauen können. Daraufhin räumte ich mein ganzes Zeug ein. Tja und nun wohne ich seit ungefähr zwei Wochen in meiner Wohnung. So langsam ist es wohnlich geworden und ich lebe mich ein in meinem neuen Zuhause. Der größte Stress ist vorbei, obwohl ich noch ein paar wichtige Dinge erledigen muss. Es gab auch schon ein paar Schwierigkeiten, allerdings gebe ich mein Bestes, diese aus dem Weg zu räumen. Aber ich komme zur Ruhe und merke, wie es mir besser geht. Auch mein Skin Picking verbessert sich ganz langsam. Im Großen und Ganzen war dieser Schritt so groß wie erwartet, aber etwas leichter als gedacht. Ich fühle mich relativ wohl und freue mich trotz weiter bestehender Unsicherheit auf das Unileben. Das ist nämlich die nächste Veränderung, die ich gerade anfange zu durchleben. Neuland Universität! Neuer Ort, neue Gebäude, neue Leute etc.. Ich bleibe gespannt!

So, das war es für's Erste. Ich hoffe, dass ihr nun nachvollziehen könnt, warum mir in den vergangenen Monaten keine richtige Zeit mehr für meinen Blog blieb. Ich habe seit meinem Geburtstag zwar einen Laptop (deshalb auch die Bilder im letzten Post), aber meine Prioritäten liegen momentan woanders. Ich muss hier auch weiterhin noch daran arbeiten, alles zu erledigen. Deswegen verspreche ich nicht, dass ich in wenigen Tagen schon den nächsten Post bringen kann. Schauen wir einfach. Ich bin dennoch froh, endlich wieder die Möglichkeit des Schreibens zu haben! Der Blog ist weiterhin ein Teil von mir.

Alles Liebe und bis bald!

14. September 2017

Loslassen



Endlich wieder Bilder, yeaaaay! Aber leider keine schönen Bilder, tut mir leid. Sie stammen von heute Nacht, nachdem ich einen relativ ausgewachsenen Drückanfall hatte. Das typische Programm, was wir Skinpicker nur allzu gut kennen... Trancegefühl, Euphorie, "Spaß", kleinliche Detailarbeit, ausgeschalteter Kopf, unerreichbar für Warngedanken oder Vernunft. Eigentlich würde diese Liste kein Ende nehmen, aber ich belasse es mal dabei. Ihr kennt es ja selbst. Das einzig Gute daran war, dass dieser Anfall nicht zu denen der ganz schlimmen Sorte zählt. Ich war nämlich nicht mehr als 30 Minuten am Spiegel. Dennoch eine lange Zeit, mögen sich vielleicht gerade die Unbetroffenen denken, die das lesen. Nun, was soll ich sagen? Jede Minute Skin Picking ist eine zu viel, ganz klar. Aber im Vergleich sind 30 Minuten bei mir im Mittelfeld.

Ich drücke viel in den letzten Tagen. Obwohl ich ganz, ganz kurz das Gefühl hatte, es könnte aufwärts gehen. Aber nein, falsch gedacht! Stattdessen bin ich wieder an einem Punkt im Teufelskreis, wo die Pickel nur so sprießen und ich es nicht lassen kann, wodurch viele Hautpartien wehtun. Stressbedingt? Zweifelsohne ein Faktor, den es nicht zu unterschätzen gilt.

Doch was hat das damit zutun, loszulassen? Ihr müsst wissen, dass bereits morgen der Tag meines Umzugs ansteht. Das kommt euch vielleicht plötzlich vor, aber sind wir ehrlich: Seit Mitte Juli erfahrt ihr nur noch spärlich, was bei mir los ist. Dort habe ich angekündigt, dass mir viele Veränderungen bevorstehen und das ist inzwischen schon zwei Monate her. Wie auch immer - ich habe das leise Gefühl, dass mein Innerstes damit kämpft, loszulassen und sich den Veränderungen hinzugeben. In gewissem Maß ist das bestimmt normal, denn der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist nicht leicht und noch dazu sehr groß. Ich empfinde ja auch durchaus Freude und Neugierde in Bezug auf meinen neuen Lebensabschnitt! Aber das sind nicht meine einzigen Gefühle diesbezüglich. Angst und auch Unsicherheit begleiten mich ebenso. Es ist, als würde die Dermatillomanie in mir sehen, was kommt. Als würde sie plötzlich wahnsinnige Panik schieben und "noch eben" alles ausnutzen wollen, was hier zuhause im gewohnten Umfeld möglich ist. Meine Dermatillomanie spürt, dass ich mit dem Einzug in meine erste eigene Wohnung einen Neustart wagen möchte und deshalb will sie die letzten Momente auskosten. Versteht ihr, wie ich das meine? Diese Seite in mir will nicht loslassen und sich viel lieber an meine noch anhaltende Lebensphase klammern. An diese Phase, die in wenigen Tagen ihr Ende finden wird.

Doch dazu bald mehr...

4. September 2017

Nie genug

Hallo Nachteulen!

Es ist schon wieder spät in der Nacht, doch ihr könnt euch denken, dass ein Post um diese Uhrzeit nur einen Grund haben kann: Einen Anfall. Jaaa, das gerade eben war bereits ein Anfall der mittleren bis größeren Art. Gesicht, Hals, Dekolleté und auch die Finger mussten herhalten. Alles abwechselnd. Jedoch mit immer wiederkehrenden Unterbrechungen. Kennt ihr das, wenn ihr kurz absetzt, einige Zentimeter zurückweicht, euch anseht und denkt:"Nun ist aber genug!"? Und kennt ihr das auch, dass es euch dann eben nicht genug ist? Ihr habt schon viele Minuten mit dem Skin Picking verbracht...schon einige Wunden hinterlassen, doch ihr spürt innerlich, dass ihr noch lange nicht genug habt. So ging es mir gerade. Ich habe bestimmt vier oder fünf Mal kurz abgesetzt, weil ich aufhören wollte, aber ich konnte es nicht. Mir brannte es zu sehr in den Fingern weiterzumachen. Meine Hände bekommen eben nie genug.

29. August 2017

Und täglich grüßt das Murmeltier

Mal wieder ein Post aus dem Moment heraus, richtig!

Tja, ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll... Es ist momentan so viel los in meinem Leben und scheinbar verarbeite ich das (unter Anderem) mit Skin Picking. Eigentlich lief es ja ganz gut und ich war ein paar Einträge zuvor noch sehr motiviert, doch das ist ziemlich schnell wieder vorbei gegangen. Momentan fühle ich mich tatsächlich nicht mehr ganz so gut... Nein, ich fühle mich eher wie in einer Dauerschleife. Obwohl mein Privatleben sich vor Ereignissen nahezu überschlägt, drehe ich mich bezüglich des Skin Pickings gefühlsmäßig im Kreis. Es hat auch wieder so einen Hauch von Gleichgültigkeit und Monotonie. Jeden Tag lebe ich so vor mich hin, erlebe teilweise etwas, doch mit der Drückerei gelange ich an einen Punkt, an dem sich alles wiederholt. In meinen Ohren schreit das gewaltig nach einem Teufelskreis - undzwar OHNE Ende. Vor fast zwei Jahren schrieb ich (hier) noch ganz anders über den Dermatillomanie-Teufelskreis... Doch im Augenblick fühle ich anders. Was nicht heißen soll, dass das, was ich jetzt fühle, richtig ist! Nein, es ist ein temporärer Zustand, der sich wieder ändern kann. Es werden wieder positivere Zeiten kommen, doch im Moment kann davon keine Rede sein. Ich fühle mich sehr weit entfernt von Erfolgen, Siegen, positiven Entwicklungen oder Hochphasen. Es kommt mir unmöglich vor, den Teufelskreis zu durchbrechen. Selbst der Gedanke an frühere Erfolge bringt mir nichts mehr... Ich kann mich darüber momentan nicht freuen, da mir mein Kopf weismachen will, dass es sowieso nicht von Dauer ist. Die Achterbahnfahrt ist und bleibt eine Achterbahnfahrt. Auch hier wiederholt sich alles, daher bin ich gerade davon überzeugt, dass nichts endlich ist. Auf jedes Hoch folgt ein Tief. Ganz gewiss. Wozu also freuen? Ich habe schlicht und ergreifend die Nase voll von dem ganzen Mist und bin genervt davon, dass ich mich im Kreis drehe.

Es muss ein Neuanfang her, aber bald!

13. August 2017

Emotionsbad

Hallo Blog!

Das hier ist ein absolut ungeplanter Post, in zweierlei Hinsicht. Einerseits entsteht er aus einer Situation, die ich nicht voraussehen konnte und nie beabsichtigt habe; andererseits schreibe ich jetzt einfach aus dem Bauch heraus. Wie es mir in den Kopf kommt. Danach wird es aus genannten Gründen wahrscheinlich wieder für eine Zeit lang still.

Und hi C.! Ich weiß, dass du es liest. Früher oder später. Verzeih mir, dass ich hier schreibe statt mit dir zu reden. Aber nun ja, das geht schlecht, wenn wir uns gerade im Streit befinden. Und wenn ich meine Gedanken nicht bei dir loswerden kann, wo sonst? Ich muss sie einfach niederschreiben (d.h. "loswerden"), sonst würden sie mich mindestens noch den ganzen Tag verfolgen. Vielleicht tun sie es aufgrund ihrer Wichtigkeit und Bedeutung trotzdem, allerdings ist das hier ein Versuch, das zu verhindern oder wenigstens zu verringern. Es ist meine Art, damit umzugehen.

Also los...

Ich habe es selten so stark gemerkt wie jetzt und wollte es darüber hinaus vielleicht auch nie wahrhaben, weil es mir meine eigenen Schwächen recht deutlich vor Augen führt. Aber ich muss es nun zugeben: Ich hasse Streit und Eskalationen, dafür bin ich ein viel zu friedliebener Mensch, der sich auch viel zu gerne in seiner Komfortzone aufhält, wo alles rosig ist. Und wenn ich dort mal (zwangsweise?) rausgezogen werde, will ich so schnell es geht wieder rein. Denn außerhalb meiner Komfortzone lauert dieser Haufen an unglaublich starken Emotionen. Dort habe ich den Schutz meiner Komfortzone nicht mehr und bin ihnen ausgeliefert. Lassen wir jetzt mal ungeachtet, dass ich immer sage, wir sollten Gefühle wahrnehmen und ausleben, ja!? Vor diesem Emotionen habe ich Angst, weil sie so viel größer und mächtiger sind als ich selbst. Sie überrollen mich rücksichtslos und begraben mich unter sich. Kaum liege ich unter ihnen, kann ich nur noch davon träumen, mich zu beruhigen und einen vernünftigen Weg in's Freie zu finden. Neeeein, stattdessen komme ich nicht umhin, diese Emotionen reflexartig abbauen zu wollen. Wie eine Irre gebe ich mich also dem hin, was ich als "Lösung" sehe. Genau das passiert gerade: Ich sitze hier im Bett, schreibe zwar, doch mache zwischendurch große Pausen, um an meiner Haut zu kratzen. Von einem - Gott sei Dank kleinen - Drückanfall gerade eben ganz zu schweigen. Dabei klappte es die vergangenen Tage echt so super! Doch kaum werde ich aus meiner gewohnten Stimmung gezogen, verwandelt sich alles in ein Chaos. Mit dem Skin Picking ist es aber noch nicht getan! Das wäre ja zu schön. Nein, ich bade im Selbstmitleid und verliere plötzlich die Lust zu allem. Vielleicht geplante Erledigungen oder Verabredungen werden über den Haufen geworfen, dafür liege ich lieber den ganzen Tag nutzlos im Bett. Ich habe auch keine Lust, mich abzulenken, obwohl ich weiß, dass es besser für mich wäre. Mir fehlt sogar die Lust und Motivation zum Essen! Dabei liebe ich Essen. Unter dem Einfluss dieser vielen Emotionen fühle ich mich halt wie gelähmt. Will mich nicht bewegen und nichts tun, auch Konversationen fallen mir jetzt schwer. Deswegen rede ich mit keinem über das hier, sondern schreibe es einfach nur nieder. Währenddessen kommen aber noch körperliche Konsequenzen zu Tage...mich nimmt sowas nämlich immer so sehr mit, dass es sich in meinem körperlichen Zustand widerspiegelt: Ich zittere am ganzen Körper, fühle mich total schwach, habe Knie aus Wackelpudding und mein Herz rast. Manchmal ist es so schlimm, dass ich glaube, jeden Moment umzukippen und mein Bewusstsein zu verlieren. Als wenn eine Stromleitung durchknallt. Ein gewisses Maß geht völlig klar, doch irgendwann ist es viel zu viel und es geht nichts mehr.

Was für Emotionen hier draußen auf mich lauern? Ich kann die gar nicht aufzählen, ehrlich gesagt. Es ist im Moment sowieso schwierig, sie auseinanderzuhalten. In meiner Komfortzone hätte ich den nötigen Abstand, um diesen Haufen systematisch zu betrachten, doch jetzt, wo ich unter ihnen liege... Keine Ahnung. Es ist ein Gemisch aus allem, was sich böse miteinander verbunden hat und keine Übergänge mehr zeigt. Was ich weiß: Es ist zu viel für mich. So schnell komme ich da alleine nicht mehr raus.

Aber hey, wisst ihr was? Ich merke gerade, dass mir das Schreiben echt schonmal ein wenig hilft. Im Gegensatz zu vorhin fühle ich mich geordneter und nicht mehr so verloren. Ich fühle mich zwar immer noch ausgeliefert, aber das vergeht hoffentlich im Laufe des Tages. Vielleicht muss ich wirklich versuchen, dieses Emotionsbad zu durchleben. Nicht nur wie gelähmt drunter liegen, sondern aufmerksam wahrnehmen. Geht das? Ich werd's sehen.

Im Augenblick fällt mir nichts mehr ein. Danke dafür, dass ihr euch auch solche Beiträge durchlest! Es sind zweifelsohne Situationsposts, aber auch die müssen ab und zu sein. Bis bald!

17. Juli 2017

Veränderungen

Hallo ihr!

Ich fasse mich dieses Mal kurz und informiere euch über den derzeitigen Stand bei mir. Das Skin Picking läuft momentan relativ gut... Auf einer Skala von 1 (miserabel) bis 10 (einwandfrei) sind wir bei einer 6-7!? Das einzig Nervige: Ich kann meine Beine mal wieder nicht in Ruhe lassen. Das kommt im Sommer schonmal vor, wenn ich rasiere und epiliere. Im Gesicht sieht es besser aus. Ich müsste euch mal wieder einen neuen "Eindrücke meiner Haut"-Teil posten, wa. Hoffentlich demnächst!

Ansonsten geht es morgen mit dem Flixbus zu meinem Freund nach Berlin. Dort werde ich bis nächste Woche Montag bleiben - also fast eine Woche. Bisher war ich nur über Wochenenden bei ihm, doch diesmal sind die Umstände günstig, sodass ich mal länger dort bleiben kann. Für mich heißt das: Eine Woche "Urlaub"! Sowohl für mich und meine Seele, als auch für meine Haut. Bei ihm habe ich bisher kein einziges Mal gedrückt und ich glaube kaum, dass sich das ändert. Toi toi toi!

Wenn ich meinen Blick gen Zukunft richte, dann kommt noch Einiges auf mich zu... Gerade vor zwei Tagen sind die Bewerbungsfristen für die Unis abgelaufen. Das heißt, dass ich ab jetzt bange und sehr hoffe, einen Platz zu bekommen. Am besten natürlich meinen Wunschplatz, doch warten wir mal ab. Bei mir zuhause läuft gerade ein kleiner "Zimmertausch" zwischen meinem Vater und mir an. Aus diesem Grund sind schon ein paar Kartons gepackt. Eine gute Vorbereitung für den anstehenden Umzug, denn wenn ich ein Studium anfange, werde ich ausziehen. Die nächste Veränderung also, doch das war mir ja vor einigen Monaten schon bewusst. Jedenfalls geht mit den eingepackten Kartons einher, dass ich meinen PC wahrscheinlich bald vom Strom nehmen werde und nicht weiß, wann er wieder in Betrieb genommen werden kann. Was das für meinen Blog hier heißt, weiß ich ebenso wenig.

Ich kann nur sagen: Falls es in nächster Zeit weniger oder keine Posts gibt, dann wundert euch nicht. Durch die vielen Veränderungen im Moment geht mein Leben ein wenig drunter und drüber... Bis sich das wieder gut einspielt, kann es unter Umständen ein paar Monate dauern. Durch mein Handy und mein Tablet habe ich zwar die Möglichkeit, (bilderlose) Einträge zu verfassen, aber ich will nichts versprechen. Warten wir einfach ab, nicht wahr. Ihr wisst erstmal Bescheid.

Somit wünsche ich euch, falls wir uns einige Zeit nicht hören, einen schönen und entspannten Sommer! Für die Betroffenen unter euch hoffe ich, dass ihr eure Haut für den ein oder anderen Moment mal vergessen könnt. Bleibt stark! Bis dann, eure Jacqueline.

12. Juli 2017

Die Denkerin

Heute Nacht habe ich einen kleinen Drückanfall vor unserem Badezimmerspiegel gehabt. Mit "Anfall" meine ich schon eher die Richtung, wo einen warnende Gedanken kalt lassen und man wenig Kontrolle besitzt. Normalerweise ist es so, dass ich bei solchen Anfällen früher oder später in diesen allseits bekannten Trancezustand falle. Wo der Kopf völlig ausschaltet und man nur noch in diesem Anfall lebt. Wie eine eigene Welt, in die man sich völlig kopflos flüchtet. Der Körper ist dann wie fremdgesteuert, die Hände suchen unermüdlich nach vermeintlichen Unreinheiten... Ihr kennt das. Man denkt während der Trance nicht, man macht einfach. Und wenn man "aufwacht", trifft einen die Realität wie der Schlag und man ist plötzlich wieder voll da. So aber nicht diese Nacht...

Unser Badezimmerspiegel - Das Tor in eine andere Welt

Diesmal war es anders. Nicht unbedingt zum ersten Mal überhaupt, aber es ist mir erst jetzt richtig aufgefallen. Manche Erkenntnisse lassen lange auf sich warten. Jedenfalls hatte ich einen Anfall, war aber nicht in Trance. Zumindest nicht in dieser typischen, kopflosen Trance. Während sich mein Körper so verhielt wie oben beschrieben, schaltete mein Kopf nicht aus. Es war, als hätten sich für diesen Moment Körper und Kopf (also Bewusstsein) voneinander getrennt. Denn während meine Hände dem Skin Picking nachgingen, war ich total tief in Gedanken. Ich machte richtig komplexe Denkprozesse durch und war extrem konzentiert. Das, was sich in meinem Kopf abspielte, hatte absolut NICHTS mit dem zutun, was ich gerade tat. Besser: Was mein Körper tat. Es war vielleicht ein bisschen so, dass mich gerade die Drückerei so beruhigt hat und mir die Möglichkeit gab, mich derart zu konzentrieren. Mein Körper war in einer eigenen Welt und mein Kopf in einer anderen, ebenso eigenen Welt. Als ich fertig mit Denken war, kam ich verhältnismäßig sanft in der Realität an und konnte ohne große Probleme mit der Drückerei aufhören. Irgendwie interessant.

Kennt das jemand von euch? Oder seid ihr während des Skin Pickings zumeist "kopflos"? Erzählt mir gerne, wie das bei euch ist!

8. Juli 2017

Motivation gesucht? - 7

Einen schönen guten Abend wünsche ich euch!

Heute nehme ich mir mal wieder ein bisschen mehr Zeit für meinen Blog, indem ich endlich meine Motivations-Postserie weiterführe! In diesem Teil wird es um Selbstliebe und Selbstachtung im Allgemeinen gehen. Das steht natürlich in enger Verbindung mit unserem Selbstbewusstsein, wozu ich schon ein paar Zeilen (unter Anderem in meiner eigenen Geschichte) verfasst habe. Doch nun gehe ich ganz konkret auf die Liebe zu uns selbst ein...


Ganz zu Beginn möchte ich etwas klarstellen: Ich bin weder ein Seelsorger, noch bin ich perfekt. Wie jeder andere Mensch kämpfe auch ich mit dunklen Tagen und mit meinen eigenen Schattenseiten. Doch gerade deswegen verfasse ich diesen Post heute - weil ich mir selbst immer wieder ein Beispiel an den heutigen Worten nehmen kann und will! Es geht hier auch nicht um DIE perfekte Anleitung für das einwandfreie und glückliche Leben, denn die gibt es nicht. Stattdessen geht es um kleine Tipps und hoffentlich inspirierende Worte, die uns dazu verhelfen, uns selbst näher zu kommen. Denn wenn wir uns selbst nahe sind, fällt es uns auch viel leichter, beispielsweise mit unserer Dermatillomanie umzugehen.

Die Selbstliebe ist heutzutage ein schwieriges Thema. Wir stehen jeden Tag vor einem Dilemma der Gesellschaft: Auf der einen Seite gibt es massenweise Ideale, die uns vorgeben, wie wir zu sein haben und wenn wir nicht so sind, dann wird uns (teilweise indirekt) vermittelt, dass wir uns verändern sollen. Auf der anderen Seite wird selbstbewussten Menschen, die sich selbst lieben, schnell Egoismus und Arroganz unterstellt, sodass wir vielleicht das Gefühl bekommen, es wäre falsch, für eigene Ziele und Träume zu kämpfen. Doch statt uns ständig zu vergleichen oder uns verändern zu wollen, sollten wir einzig und allein auf uns selbst hören. Selbstliebe ist kein Egoismus und auch keine Arroganz, sondern ein lebenswichtiges Attribut! Dazu habe ich erstmal ein paar einfache Zitate und Sprüche aus dem Netz zusammengesammelt.

"Was auch kommen mag, die Liebe zu sich selbst ist ewiglich - sofern wir dazu imstande sind,
sie uns selbst zu geben."

"Erkenne deinen eigenen Wert, achte und liebe dich, so wie du bist und du hast den Schlüssel
zu Lebensfülle, Glück und Erfolg gefunden!"

"Die meisten Menschen gehen nicht am Leben zugrunde, sondern an einer
unglücklichen Liebe zu sich selbst."

"Das Geheimnis der Selbstliebe liegt nicht darin, sich immer mehr zu lieben,
sondern darin, sich immer weniger zu hassen."

"Wenn du versuchst, es jedem recht zu machen, hast du bestimmt einen dabei vergessen:
Dich!"

"Es ist nicht leicht, Glück in sich selbst zu finden, aber unmöglich,
es anderswo zu finden."

"Wenn du die eine Person suchst, die dein Leben verändert, dann hör auf zu suchen
und schaue in den Spiegel!"

 "Selbstliebe ist ein großer Schritt hin zum Altruismus
und weg vom Egoismus."


Manche von euch denken sich bestimmt, dass solche Sätze leicht dahergesagt sind. Doch wenn man sie mehrmals liest und darüber nachdenkt, erkennt man in ihnen eine Bedeutung. Undzwar erkennt jeder Mensch seine eigene, individuelle Bedeutung in ihnen. Versucht es!
Falls euch diese Sprüche allerdings zu theoretisch sind, dann habe ich eine Alternative für euch. Ich habe ein bisschen gelesen und mir ein paar Gedanken gemacht, woraus eine kleine Sammlung an Tipps entstanden ist. Auch die sind natürlich nicht auf jeden Einzelnen anwendbar, jedoch hoffe ich, dass etwas Nützliches für euch dabei ist!

Finde Eigenschaften an dir, die du magst!
Das ist der wohl einfachste und am meisten unterschätzte Tipp, den es gibt. Nehmt euch Stift und Papier und notiert euch ganz ernsthaft Charakterzüge, die ihr an euch selbst mögt. Wenn ihr dazu einen Anstupser braucht, fragt eure Lieben, was sie am meisten an euch mögen. Jeder hat wertvolle Eigenschaften! Wenn ihr diese notiert, erkennt ihr, dass ihr tolle Menschen seid, die Liebe verdient haben.

Finde Dinge, die du erreicht hast und worauf du stolz oder wofür du dankbar bist!
Auch hier ist es möglich, sich zur Hilfe Stift und Zettel zu nehmen. Es mag zu Beginn schwer sein, doch wenn man intensiv überlegt und in die Vergangenheit schaut, dann wird man bald etwas finden, was man erreicht hat oder worauf man stolz ist. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, es ist nur wichtig, dass sie eine Art "Meilensteincharakter" in eurem Leben spielen. Anschließend kann man Dinge notieren, für die ihr dankbar seid.

Tue das, was DIR gut tut und was du gut kannst!
Hierbei geht es darum, sich auf seine Stärken und auf seine Talente zu konzentieren. Was macht ihr gerne und mit viel Leidenschaft? Was könnt ihr so richtig gut? Tut dies und genießt es! Völlig egal, was Andere davon denken. Es ist für euch. Jeder hat Talente und diese zu erkennen und auszuleben ist sehr wichtig! Das nimmt einem das Gefühl, nutzlos zu sein.

Versuche, in deinen Schwächen etwas Positives zu sehen!
Ich gebe zu, dass dies ein ziemlich heikler Punkt ist. Seine eigenen Ecken und Kanten sieht man schnell pechschwarz und ohne Vorteile. Doch wenn ihr genauer drüber nachdenkt, ist es möglich, in euren Schwächen etwas Positives zu sehen. Dazu muss man natürlich etwas pfiffig sein und diese eventuell nur umdrehen. Ein Beispiel: Eure Mitmenschen nervt, dass ihr häufig hibbelig seid und ihr nicht stillsitzen könnt? Hey, ihr habt eben viel Power, die muss irgendwo hin!

Verzeihe dir Fehler und sehe in ihnen den Ansporn, es besser zu machen!
Fehler macht jeder von uns, sie sind normal. Doch das Leben ist zu schade, um sich an ihnen festzuhalten und ihnen nachzutrauern. Irgendwann ist es an der Zeit, sich selbst zu vergeben und sich darauf zu fokussieren, es beim nächsten Mal besser zu machen. Denn dafür ist es nie zu spät!

Lebe deine Gefühle!
Ja, wir alle sind Menschen und wir alle haben Gefühle. Und auch, wenn wir glauben, dass uns Gefühle verletzlich machen, ist das Gegenteil der Fall: Gefühle zu erkennen und sie wahrzunehmen ist wichtig und macht uns stark! Auch negative Gefühle sollten nicht verdrängt, sondern gelebt werden. Denn je mehr wir unsere Gefühle ablehnen, desto mehr schneiden wir die Kommunikation zu unserem Inneren ab. Dadurch werden wir uns fremd. Also: Seid offen für eure Gefühle und lebt sie aus, bis sie abgeklungen sind.

Umgib dich mit Menschen, die dich wertschätzen!
Ein etwas anderer Punkt, der eventuell mehr Arbeit erfordert. Schaut euch euren Freundeskreis und eure sonstige soziale Umgebung mal genauer an und überlegt, ob es Menschen gibt, die euch nicht so gut und aufmerksam behandeln. Stellt diese in Kontrast zu denen, die immer für euch da sind und die euch so lieben, wie ihr seid. So erkennt ihr, wen ihr vielleicht aus eurem Leben streichen oder auf wessen Worte ihr nichts geben solltet. Wer uns nicht gut tut, den brauchen wir nicht.

Lobe dich selbst und feiere deine Erfolge und guten Taten!
Ein kleiner Alltagstipp, der leider schnell vergessen wird. Denn selbst wenn wir erfolgreich im Leben sind, übergehen wir ganz oft, uns selbst dafür zu loben. Auch kleine gute Taten sind lobenswert, macht euch das immer wieder auf's Neue bewusst. So schätzt ihr euch selbst und das Gute in eurem Leben. Belohnt euch!

Nimm dir Pausen und tu dir was Gutes!
Das ist gerade für die unter uns, die ihrem ständigen Perfektionismus und dem Arbeitseifer nur schwer entgehen können. Egal, wie ernst das Leben manchmal ist und wie viel Stress wir haben: Pausen sind unabdingbar! Wir brauchen hin und wieder Erholung, um uns wieder "aufzuladen". Ganz besonders effektiv ist es dabei, sich hin und wieder zu verwöhnen oder sich etwas zu gönnen.

Sieh es positiv und lächle!
Eine negative Grundeinstellung ist im Leben selten hilfreich, da wir uns damit schnell selbst im Weg stehen. Wer gleich vom Schlimmsten ausgeht, erlebt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Schlimmste. Ich sage nicht, dass wir im Idealismus leben sollten, sondern dass eine positivere Einstellung zu unserem Leben und zu uns selbst genügt. Das macht uns vieles einfacher. Und wenn ihr damit anfangt, lediglich mehr zu lächeln. Das bringt sofort etwas!



Zum Ende gibt es nochmal einen ganz speziellen, nicht ganz so ernst gemeinten Rat: Ihr fühlt euch mal wieder schlecht mit eurem Aussehen? Dann schaut euch auf eurem PC/Handy/whatever Fotos von euch an, die ihr superschön findet. Ihr habt keine derartigen Fotos? Dann schminkt euch, zieht etwas an, worin ihr euch wohl fühlt und macht welche! Das lässt ein gutes Gefühl in euch hochkommen, versprochen. Ich habe das letztens auch mal wieder gemacht - die Ergebnisse davon seht ihr an den eingebundenen Bildern. Etwas Schminke, ein nettes Oberteil, eine ansprechende Umgebung und ein großes Lächeln...schon gefalle ich mir. :)


Die vergangenen Teile dieser Postserie findet ihr hier. Das war's für heute, ich verabschiede mich.