18. Juni 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 5

Hallöchen!

Es ist Sonntagabend, tierisch warm und ich wollte euch noch eben die Fotos des letzten Seminars zeigen, bevor es morgen auf mein fünftes und gleichzeitig letztes Seminar geht. Ich freue mich schon sehr auf diese Woche, es wird mal wieder eine erfrischende Abwechslung! Schade eigentlich, dass es dann schon zu Ende ist und man all die netten Menschen nicht wiedersehen wird... Naja, alles hat ein Ende, nicht wahr.

Schon beim vergangenen Seminar im Mai war teilweise echt schönes Wetter! Direkt am Montag zog ich daher mit meiner Zimmernachbarin und einem anderen Mädchen los, um das Wetter auszunutzen. Ursprünglich wollte ich in den Kurpark, von dem ich schon etwas gehört und gesehen hatte. Ich stellte mir das zu der Zeit sehr schön vor, doch wir stellten schnell fest, dass wir den wohl nicht sehen können, weil wir keine Kurkarte besaßen. Ganz in der Nähe befindet sich allerdings das Bad Pyrmonter Schloss, zu dem wir uns dann aufmachten. Man konnte sogar ein wenig hineingehen und sich die Katakomben und den Hinterhof des Schlosses ansehen. Viel Spaß bei den paar Bildern, die ich davon gemacht habe! :)









Auch an den restlichen Tagen waren wir viel draußen unterwegs, haben in unserer "Stammkneipe" immer draußen gesessen oder die Abende auf dem Balkon verbracht und es uns gut gehen lassen! Am Mittwochabend waren wir mal wieder bei einem echt guten Italiener am Ende der Stadt, den ein paar aus der Gruppe noch nicht kannten. Danach folgte noch ein Eis am Brunnenplatz. Da musste ich mal wieder den Hylligen Born fotografieren, es sah einfach so schön sommerlich aus:


Dieses Mal gibt es sogar ein Bild von mir, allerdings kein ernstzunehmendes Bild, haha. Es ist enstanden, als wir am Donnerstag am Bahnhof von Bad Pyrmont auf unsere Bahn nach Hannover gewartet haben.

 
Damit wünsche ich euch eine schöne Woche, wir hören uns dann nächstes Wochenende wieder!

13. Juni 2017

Ich probier's!

Guten Abend!

Ich sitze gerade in meinem Bett und habe meine abendliche Badroutine schon hinter mir. Heute bin ich sehr früh dran, da mir ein wenig Schlaf fehlt und ich diese Nacht mehr davon möchte. Jedenfalls schlummert seit Neuestem wieder eine kleine Motivation in mir... Ich bin wieder mehr in dieser Stimmung, etwas gegen mein Skin Picking unternehmen zu wollen. Das letzte Mal, dass ich das getan habe, ist ja schon sehr lange her. Doch nun kommen langsam wieder ein Tatendrang und ein starker Wille auf. Gedanken von früher erklingen ganz leise in meinem Kopf - positive, motivierende Gedanken! Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich bin schon ziemlich froh darüber, diese Gefühle und Gedanken wieder zu erleben. Es kommt mir vor wie eine altbekannte Stimmung, die sich nun nach langer Zeit wieder blicken lässt, wenn ihr versteht. So kommt es übrigens auch, dass ich seit gestern Abend kaum noch gedrückt habe. Die Abendroutinen blieben sogar komplett frei von Drückereien. Keine Ahnung, wie lange das klappt, aber ich probiere es einfach. Ich will es versuchen und mal wieder etwas schaffen! Tatsächlich kommt mir meine Haut schon heute ein klein wenig besser vor. Lieber wäre es mir natürlich, wenn die Heilung schneller ablaufen würde. Meine Haut tut mir im Moment wieder etwas leid... Da würde ich super gerne ein "Allheil"-Pflaster haben und es einmal über das komplette Gesicht und Dekolleté kleben. Wäre doch ein Traum, oder nicht? Einmal von 0 beginnen... Reine, pickel- und narbenfreie Haut haben und diese Chance nutzen. Doch so einfach ist das nicht, denn dafür muss in der realen Welt gekämpft werden! Ich bin bereit zu sagen: Ja, ich probier's!

9. Juni 2017

Gastpost - Part 5

Halli hallo, wie geht's denn so?

Tja, mir geht es derzeit ziemlich gut, da mein Freund zu Besuch ist. Deswegen lasse ich hier auch nichts von mir hören, sorry dafür. Aber um nicht lange herumzuschwafeln, kommen wir gleich zur Sache.

Erfreulicherweise hat mir nämlich vor einigen Tagen ein neuer E-Mail-Kontakt geschrieben und die Person dahinter schickte mir sogar einen Text zu. Dieser Text beschreibt wieder eine individuelle Geschichte eines Betroffenen und war dazu bestimmt, von mir als Gastpost veröffentlicht zu werden. Ist das nicht schön? Ich habe mich mal wieder sehr gefreut - ihr wisst ja, dass ich Fan dieser Postserie bin. Hoffentlich seid ihr es auch (noch)! Wenn euch das aber nichts sagt, dann schaut gerne bei den vergangenen vier Teilen rein, indem ihr hier klickt. Im ersten Teil findet ihr zusätzlich noch eine Einleitung und Erklärung, wieso diese Postserie entstanden ist und was ihr Inhalt ist.

Bevor es losgeht, möchte ich euch als Betroffene ganz direkt ansprechen: Ihr habt niemanden zum Reden, möchtet aber trotzdem mal euer Herz ausschütten oder Frust rauslassen? Ihr traut euch nicht, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, möchtet aber dennoch, dass eure Geschichte von Menschen gelesen wird? Ihr habt ein paar tolle Tricks und Tipps oder einfach nur liebe Worte für Leidensgenossen, die ihr loswerden wollt? Ein eigener Blog wäre euch zu viel Arbeit, aber einen kleinen Post würdet ihr gerne verfassen? Dann meldet euch gerne bei mir! Schreibt mir eine E-Mail mit dem Betreff "Gastpost" an folgende Adresse: dermatillomanie-blog@web.de. Selbstverständlich dürft ihr auch Bilder mitsenden, wenn ihr das wollt. Ihr könnt dabei entweder von Anfang an namenslos bleiben oder mich darum bitten, euch zu anonymisieren. Ich werde euren Text dann unverändert innerhalb dieser Postserie veröffentlichen, sodass ihr selbst eventuelle Kommentare Anderer dazu lesen könnt.


"Liebe Leser von Jacquelines Blog!

Ich freue mich, dass ich hier die Gelegenheit bekomme, auch kurz von mir zu berichten. Einen eigenen Blog möchte ich nicht veröffentlichen, auch aus Zeitgründen könnte ich das glaub ich nicht managen. Ich bin 23 Jahre alt, habe einen etwas anstrengenden Job und viel Freizeitstress - und, wie ich gerade erschreckend feststelle, bin ich seit ca. 9-10 Jahren Skin Pickerin. Angefangen in der Pubertät, intensiver mit dem Alter von 16-17 Jahren... hab mir aber nie so richtig Gedanken darüber gemacht, und dass das Ganze einen Namen hat, weiß ich seit 2 Jahren ca.

Vor 1,5 Wochen hatte ich mal wieder einen ganz schlimmen Anfall und danach war das schlechte Gewissen wieder groß. So bin ich danach zum ersten Mal auf Jacquelines Blog gestoßen, weil ich bei Dr. Google nach Hilfe gesucht habe. Seitdem war ich sehr oft auf dieser Seite und bin sehr froh, denn irgendwie ist das das Erste, mit dem ich was anfangen kann. Ich habe auch das Gefühl, dass es mir hilft, von gegenseitigen "Erfahrungen" zu lesen und mich wirklich mal damit zu beschäftigen.

Das Skin Picking ist für mich eine Sucht. Am Tag spürt man unter dem Pony, welcher die Stirn gut versteckt, das "Pochen" - in den Pickeln (welche ja eigentlich keine waren), die man am Vortag bearbeitet hat, ist noch was drin. Man muss die Haut reinigen. Bizarrerweise "freut" man sich irgendwie schon darauf, wenn man dann endlich daheim ist, das Make-Up entfernt und "nur mal kurz" die Haut bearbeiten kann. Es ist so eine unbewusste Anspannung, die abfällt und dann übergeht in den entspannenden Trance-Zustand. Aus "nur mal kurz" werden Stunden, eigentlich hat man Durst, muss schon lange aufs Klo und kalt ist einem auch, weil man nicht viel anhat. Man weiß genau, was gerade passiert. Bei mir ist es wohl einfach das Ventil, das ich zum Abbauen von Gedanken und Stress brauche, neben dem Zwang, jede Unreinheit entfernen zu wollen. Ich brauche keinen Fernseher, im Handy stöbert man eh viel zu viel am Tag und auch ein Buch zu lesen, entspannt mich in diesen Momenten nicht. Nach einem anstrengenden Tag, oder wenn generell in der Gefühls- und Gedankenwelt momentan viel passiert, scheine ich diesen Trance-Zustand irgendwie zu brauchen - das nichts denken, nichts fühlen.

Ist es nicht die Ironie an sich, dass wir nichts anderes möchten als reine Haut, und uns selbst so "zurichten"? Ganz ehrlich, wenn wir unsere Haut mal in Ruhe lassen würden, wäre sie wunderschön. Keine Flecken, aber vielleicht ab und zu mal einen Mitesser oder so. Und genau das ist das Problem. In einem von Jacquelines Posts kann man lesen, dass es immer schwieriger wird, wenn man auf ein Ziel hin arbeitet. Da geht es uns wohl allen gleich. Ich war an dem damaligen Wochenende auf einem Event eingeladen, wo ich ein ärmelloses Kleid anhatte und alle umhauen wollte. Ich war so brav, die Tage davor ist es mir gelungen, die Haut richtig gut abheilen zu lassen. Und dann, zwei Tage vorher, hatte ich einen Anfall und habe alles bearbeitet. Es hat nur mit dem kleinen Mitesser begonnen und ist dann richtig ausgeartet. In mir hat haben alle Warnglocken geläutet ("Nicht, was machst du denn!!") - es ist im Kopf ein regelrechter Streit ausgebrochen. Danach das schlechte Gewissen, am nächsten Tag dann das Resultat - alles wund, rot, entzündet, zehnmal schlimmer als überhaupt zuvor, wo eigentlich nichts war.

Und darauf wieder sehr viele intensive Abende - wie wenn ich die Tage von vorher aufholen müsste. Dabei ist bei dem Event eh alles gut gegangen! Ich habe natürlich alle Schminkkünste ausgepackt, keiner hat was gemerkt und ich habe viele Komplimente bekommen. Müsste das nicht eigentlich ein Ansporn sein?

Am Tag des Anfalls war ich wieder sehr verzweifelt, also danach dann erst natürlich. Und als ich dann so auf Jacquelines Blog gestöbert habe, ist mir klar geworden, dass ich mich wirklich damit auseinandersetzen muss. Habe mir Zettel ausgedruckt, um auch ein "Skin Picking Tagebuch" zu führen. Mit Foto/Status/Hautzustand, Grund (was ist passiert, warum habe ich heute keine Ruhe gegeben) und wie ich mich fühle. Eigentlich kein schlechter Ansatz, funktioniert hat das Ganze drei Tage lang. Warum ich nicht weitergemacht habe, kann ich nicht sagen, aber wir manipulieren uns in der Sache ja eh andauernd selbst. Zumindest mache ich seitdem fast jeden Tag ein Foto von meiner Haut und habe das Gefühl, dass mir das hilft.

Wegen dem genannten Event war ich vor 2 Wochen dann auch 3x im Solarium, da ich nicht wie eine weiße Wand aussehen wollte. Normalerweise gehe ich im Frühjahr generell 3-4x ins Solarium - aber nicht öfter! Das trocknet die Haut ein bisschen aus, man sieht die Narben vom Winter (welche man im Sommer nicht mehr unter Schals und langer Kleidung verstecken kann) nicht mehr so gut und außerdem habe ich irgendwo doch Angst um meine Gesundheit, und es gelingt mir besser, frisch solariumgebräunte Haut in Ruhe zu lassen. Umso schlechter war mein Gewissen in diesen Tagen, weil es mir leider nicht gelungen ist, durchzuhalten. Ich habe mich selbst über meine Dummheit geärgert - diese Unzufriedenheit mit sich selbst ist aber wie ein Kreislauf. Da hilft es dann nicht mal mehr, wenn man in der Nacht mit Jod-Heilsalbe eingeschmiert auf einem Handtuch schläft, es ist für die Haut einfach alles zu viel.
 
In den Tagen nach dem starken Anfall hatte ich ein straffes Zeitprogramm. Ich habe es geschafft, ein bisschen Ruhe zu geben, und meine Haut wirklich nur wenig zu bearbeiten, Tag für Tag. Momentan kommt es mir so vor, als hätte ich eine so schöne Haut wie nie zuvor – aber ich denke, es wird manchen von euch wohl auch so gehen, dass man dann einen verzerrten Eindruck bekommt. Ich wünsche mir dann oft den Blickwinkel eines Außenstehenden, um meinen Hautzustand neutral betrachten zu können.

Habe es die letzten zwei Tage schon wieder gemerkt – in der Arbeit und auch so war es ziemlich stressig und ich musste mich viel ärgern. Abends war es für mich SEHR schwierig, standhaft zu bleiben und nicht zu drücken. Ich wusste genau, wenn ich nachgebe, um „nur ein bisschen zu korrigieren“, bin ich verloren und die ganze Wut kommt raus. In mir haben die Gedanken wieder nebeneinander gekämpft, doch ich habe es geschafft. Zähneputzen und ab ins Bett. Hoffentlich kann ich die momentane, positive Phase nach dem großen Tief noch etwas beibehalten, bis es mich das nächste Mal aus der Bahn wirft.

Natürlich versuche ich mich auch an Tricks, wie Licht ausschalten im Bad etc. - aber das funktioniert leider nicht immer bzw. selten. Ihr werdet es alle kennen – nach guten Phasen kommen dann immer wieder auch schlechte Phasen, die die "mühsame Arbeit" (Abstinenz/Entzug?) zunichte machen.

Ich spreche eigentlich nur mit meiner Mama über das Skin Picking, sie kann mir aber nicht wirklich helfen. Meine Mama und meine Tante haben das gleiche Problem - meine Tante hat sehr viele Narben, da sie auch oft ins Solarium geht. Mein Papa weiß schon, dass mit uns dreien wohl was nicht stimmt, aber er macht nur ab und zu Bemerkungen ("Du musst auf deine Haut aufpassen, willst du aussehen wie deine Tante), sonst nichts, er weiß ja nicht, in welchem Ausmaß ich das betreibe.
Wenn ich abends länger im Bad stehe, ruft Mama oft aus dem Wohnzimmer "Was machst du?" - meine Antwort lautet: "Blödsinn" - und sie kennt sich aus. Meistens hilft ihre Nachfrage schon, dass ich aufhöre oder sie kommt und schaltet mir das Licht aus, wobei sie sich dann meistens noch von mir anschnauzen lassen muss.


Dadurch, dass das mit der Dermatillomanie ja noch nicht so lange eine bekannte Krankheit ist, hat meine Mutter auch nicht gewusst, "was sie da hat". Aber ich rede mit ihr schon wirklich offen darüber, habe ihr Google-Ergebnisse gezeigt etc. Sie meinte, die beschriebenen Symptome kennt sie sehr wohl, halt nur ohne Bezeichnung, aber sie und ihre Schwester haben jeweils sehr viele Stunden vor dem Spiegel verbracht. Ich bin froh, dass sie mir hilft. Wir haben auch ausdrücklich besprochen, dass sie mir bitte nie böse sein darf, wenn ich sie im Bad "anschnauze". Das ist von mir die automatische Reaktion, weil ich dann aus meiner Trance gerissen werde, mich ertappt fühle und meinen Ärger dann an ihr auslasse. Wie genau meine Mutter noch unter der Dermatillomanie leidet, kann ich nicht sagen. Sie meint, sie hätte es im Griff. Wenn ich aber so drüber nachdenke, gibt es glaub ich schon auch noch schlechtere Tage. Meist ermahnt sie mich, aber wenn ich dann im Bett bin, ist sie dafür dann noch lange im Bad (Ich gehe aufgrund meiner anstrengenden Arbeit eigentlich immer vor ihr ins Bett).

Sollte ich mal in eine eigene Wohnung ausziehen, darf ins Bad nur ein großes Waschbecken, sodass man nicht nah zum Spiegel kommt, der Spiegel muss möglichst klein und das Licht möglichst schlecht sein. Auch in den anderen Räumen dürfen nicht so viele Spiegel sein, wenn dann hinter einem Regal z.B. oder unter schlechtem Licht. Es geht nichts über ein paar Tricks, noch wohne ich aber daheim. Einen Post-It an den Bad-Spiegel möchte ich eigentlich nicht anbringen, damit Paps nichts mitbekommt...Haare flechten oder zeichnen müsste ich öfter. Oder Nägel öfter neu streichen - mit frischem Nagellack rupft es sich nicht gut. Allerdings wachsen dann die Nägel, die zum Drücken wieder praktisch sind.. und und und... naja, das werdet ihr auch alles kennen.

Ich bin froh, dass es den Blog von Jacqueline gibt, und auch eure Kommentare zu lesen, hilft mir sehr. Wir sitzen irgendwie im gleichen Boot, in unserer laufenden Geschichte, mal mit guten und mal mit schlechten Zeiten.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße, Simona (Name geändert)"

Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag!

30. Mai 2017

Vor sich hin leben

'N Abend, liebe Blogleser! :)

Seid ihr eigentlich noch da? In letzter Zeit flaut es hier ab, was Seitenaufrufe und auch Kommentare angeht. Da kommt natürlich unweigerlich die Frage in meinem Kopf auf, ob das Ganze nur Zufall ist oder Gründe hat... Ist es hier nicht mehr so interessant wie früher, weil ich mich inzwischen doch zu sehr im Kreis drehe und wenig neuen/abwechslungsreichen Input bringe? Ich weiß es nicht und ne Antwort werde ich wahrscheinlich auch nicht erhalten, aber naja. Wenn man einen Blog betreibt, muss man damit leben, dass es auch mal ruhigere Zeiten gibt. Erst recht, wenn der Blog so spezifisch und klein ist wie meiner. Es ist eher ein Wunder, dass es für eine so lange Zeit so großen Ansturm hier gab. Keine Selbstverständlichkeit. Daher denke ich mir immer: Einfach weitermachen! Es gibt immer irgendwen da draußen, der noch gerne vorbeischaut.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Ich schreibe oben im Header, dass ich mit diesem Blog meinen "Kampf" mit dem Skin Picking festhalte. Doch seit ich das vor 2,5 Jahren geschrieben habe, hat sich Einiges verändert, es fühlt sich nicht mehr nach einem Kampf an. Anfangs war ich echt wild entschlossen, hatte Ideen und Ziele, habe Erfolge gefeiert, bin mithilfe ständig neuer Herausforderungen über mich hinausgewachsen und und und... Doch wo ist das alles hin? Was ist in den letzten Monaten passiert? Wieso habe ich keine (Zwischen-)Ziele mehr? Wo sind meine Entschlossenheit, mein Wille, meine Disziplin und meine Stärke? Ich will nicht sagen, dass ich mich vom Stand her so sehe wie vor der Blog-Erstellung, denn ich habe Fortschritte gemacht und mich weiter entwickelt, aber ich will diesen Ehrgeiz wieder haben! Ich möchte wieder Zwischenziele setzen und erfolgreich hinter mich bringen, wieso kann ich das nicht mehr? Momentan lebe ich mit der Dermatillomanie einfach so vor mich hin. Tag für Tag passiert es oder auch nicht. Großartig jucken tut es mich nicht mehr. So fühlt sich jeder Tag gleich an und ich entferne mich gedanklich extrem von damaligen Erfolgserlebnissen. Keine Struktur, keine Weiterentwicklung, sondern einfach nur damit leben. Das kann man von zwei Seiten betrachten. Einerseits hat es mit Sicherheit großen Einfluss, dass ich eine glückliche Beziehung mit einem tollen Menschen führe und daher einfach keine Gedanken mehr an dieses leidige Thema "verschwende". In diesem Zusammenhang erwähnte ich oft Wörter wie frei oder sorgenlos. Aber andererseits frage ich mich, wieso ich gerade diese schöne Situation nicht nutze!? Ist das nicht ironisch? Jetzt, wo ich so viel Unterstützung und Beistand habe, könnte ich richtig Kraft daraus schöpfen, um mal wieder ordentlich durchzustarten! Doch ich tue es nicht. Ich habe darüber auch mit meinem lieben Freund gesprochen und er meinte dazu, dass Trauer eben der beste Antrieb sei. Da scheint etwas dran zu sein. Früher hatte ich witzigerweise viel mehr Motivation und Kraft, obwohl es mir an sich schlechter ging. Ich habe für mich gekämpft, um eben selbst für kleine Glücksmomente zu sorgen, wenn ich stunden-, tage- oder sogar wochenlang die Finger von meinem Gesicht gelassen habe. Jetzt scheint das irgendwie nicht mehr nötig zu sein, was ich blöd finde. Es sollte mir doch weiterhin wichtig sein, mich weiterzuentwickeln und meiner Seele etwas Gutes zu tun.

Das waren mal wieder ein paar Gedanken von mir zu meiner aktuellen Gefühlslage, was das Skin Picking betrifft. Vielleicht kann mir ja sogar jemand folgen und mich verstehen?

Ansonsten gute Nacht euch!

25. Mai 2017

Dermatillomanie weltweit

Hallöchen, hallöchen!

Ihr wisst ja, dass ich mich über's Internet ständig auf dem neuesten Stand des Skin Pickings halte, um nichts Spannendes zu verpassen. Dafür gehe ich auch regelmäßig auf die Facebookseiten, die ich euch hier einmal verlinkt hatte. Dort entdeckte ich kürzlich die Weltkarte des Skin Pickings, wenn man so will. Das ist eine Internetseite, die einem hauptsächlich eine Weltkarte zeigt, wo sich Menschen geographisch eintragen können. Ganz genau habe ich mir die Seite noch nicht angesehen, aber soweit ich verstanden habe, kann man dort Einiges machen... Zuerst einmal kann man sich die Karte und eingetragene Menschen ansehen, sich aber auch selbst in die Map eintragen. Das kann man auf unterschiedliche Weise tun und dabei entscheiden, wie viel man von sich selbst preisgibt. Des Weiteren kann man seine Geschichte extern teilen oder auch Geschichten anderer Betroffener lesen. Anscheinend gibt es sogar ein Forum, wo man sich direkt austauschen und Kontakt aufnehmen kann. Nicht zuletzt zeigt einem die Seite auch Statistiken auf, die sie wahrscheinlich aus den bisherigen Teilnehmern gewonnen hat. Dazu gehören zum Beispiel die Verteilung von Alter oder Geschlecht. Ich finde das Ganze durchaus interessant und einen genaueren Einblick wert. Es zeigt nochmal klar und deutlich, dass unsere Krankheit weltweit verbreitet ist und man nicht alleine darunter leidet. Wir haben alle eine Sache gemeinsam, das ist in meinen Augen ein beruhigender Gedanke.

Natürlich dachte ich mir sofort, dass ich das an meine Leser weitergeben möchte. Vielleicht findet ihr es ja genauso interessant wie ich. Unter diesem Link könnt ihr euch selbst ein Bild von der Worldmap machen:

https://www.diseasemaps.org/dermatillomania/

Hoffentlich könnt ihr damit etwas anfangen. Schließlich soll sich niemand alleine fühlen! Hiermit habt ihr die Möglichkeit, Gleichgesinnte aus aller Welt zu finden!

20. Mai 2017

Aufhol-Anfälle



Das sind zwei Handyfotos, die mich und meinen Hautzustand von vor wenigen Minuten zeigen. So sah ich gerade eben aus. Und natürlich sieht es nur deswegen so schlimm aus, weil ich gedrückt habe. Die roten Schwellungen kommen ja nicht einfach so aus dem Nichts... Ihr dürftet meine Haut inzwischen kennen. Aber naja, meine Haut ist eigentlich sogar ein ziemlich guter Indikator für meine Drückattacken. Man sieht genau, wieviel und an welchen Stellen ich gedrückt habe. Verräterisch.

Die Bilder sagen gerade heraus: "Jacqueline hatte einen Anfall!" Kann ich nicht leugnen, aber gehen wir der Sache mal auf den Grund! Weshalb hatte ich gestern Abend und eben gerade Drückanfälle? Habe ich etwas zu verarbeiten? Vielleicht habe ich das, aber ich halte es nicht für den Hauptauslöser. Der liegt meiner Meinung nach eher darin, dass ich jetzt knapp eine Woche "auf Entzug" war. Während des Seminars gibt es viel, was mich vom Drücken abhält. Dazu zählt die ständige Anwesenheit anderer Menschen, der zu hohe und zu weit entfernte Badezimmerspiegel, das nette Beisammensitzen und die daraus resultierende gute Laune und und und. Das Skin Picking hat in Bad Pyrmont keinen Platz, ganz einfach. Doch kaum bin ich wieder zuhause, gibt es mindestens genauso viel, was mich in alte Verhaltensmuster und Denkweisen zurückholt. Dazu gehört auch ganz plump das Gefühl, ich müsse die fünf Tage aufholen. Echt bescheuert eigentlich, weil meine Haut sich über die Zeit verbessert hat und kaum noch etwas zum Drücken da ist. Doch das ist mir natürlich vollkommen egal und schon stecke ich ganz tief in einem Aufhol-Anfall. Solche Anfälle sind eine ganz eigene Art, die sich aus systematischem Drücken und tiefer Trance zusammensetzt. So ist mein Kopf einerseits zielgerichtet und klar, aber andererseits tief versunken in einem schwammigen Nichts. Vielleicht können mir einige Betroffene nachempfinden.

Nun ist es offensichtlich schon zu spät, um noch irgendetwas gerade zu biegen. Für die nächsten Tage allerdings sind mir meine Hände nicht mehr gebunden. Da kann ich versuchen, weniger zu drücken und diese Aufhol-Anfälle nicht zum Startschuss einer weiteren Tiefphase werden zu lassen. Drückt mir die Daumen.

14. Mai 2017

Gefühlsgelaber

Guten Abend!

Oh man, es ist ja schon halb 10... Und ich habe noch nicht ansatzweise mit dem angefangen, was ich diesen Abend noch schaffen muss (Wäsche abnehmen und Tasche packen). Morgen geht es nämlich auf mein viertes FSJ-Seminar, um den Punkt schonmal abzuhaken. Das bedeutet für euch wieder 5 Tage Ruhe, aber das dürftet ihr ja hin und wieder von mir gewohnt sein, schließlich ist mein letzter Post auch schon wieder 7 Tage her. Heute gibt es jedoch mal ein kleines Update zu meiner Situation und meinen Gefühlen.

Wie geht es mir gerade und was passiert im Moment so? Nunja, für mich rennt die Zeit momentan, das steht fest. Es passiert irgendwie ziemlich viel und wenn ich die nächsten Wochen und Monate angucke, wird das auch so bleiben. Mein FSJ geht bald zu Ende, die Bewerbungsfristen für die Unis beginnen nächste Woche und ich versuche neben meinen beiden Jobs, alles unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet mein Leben zuhause, meinen Freund, meine Oma und meine Mutter. Achja - Gedanken um meine Zukunft mache ich mir natürlich auch seit geraumer Zeit. Es wird sich nämlich viel ändern, sobald mein FSJ zu Ende ist und ich einen Studienplatz (am besten natürlich den gewünschten) finde. Dann heißt es ab in einen neuen Lebensabschnitt: Selbstständig werden und ausziehen. Doch das ist alles noch etwas hin... Kommen wir mal zur Gegenwart zurück. Dieses Wochenende hat mein Freund mich mal wieder besucht und es war wie immer schön. Unsere Beziehung entwickelt sich weiter und gibt mir Kraft. Es läuft sehr gut; trotz der Entfernung und den damit verbundenen Umständen. Wenn ich mich selbst betrachte, dann würde ich sagen, dass ich seit Beginn der Beziehung innerlich ruhiger und ausgeglichener geworden bin. Die Dermatillomanie ist schon lange nicht mehr Thema Nr.1 in meinem Kopf. Eher das Gegenteil, denn ich mache mir kaum noch Gedanken darum. Inwiefern das gut ist, ist eine andere Frage, aber ich merke den Unterschied. Meine Gefühle in Bezug zu meiner Haut treten "abgeschwächter" auf, wenn ihr versteht. Ein gutes Beispiel: In letzter Zeit läuft es im Dekolleté äußerst schlecht, doch das nervt mich nur ein wenig. Gleichzeitig lief es bis vor Kurzem recht solide im Gesicht, was sich so langsam wieder ändert. Doch hey, auch das ärgert mich zwar, ist aber in Ordnung! Was macht es schon aus? Ich werde trotzdem geliebt. Kein Grund, deswegen zu weinen oder deprimiert zu sein. Es gibt nur eine Sache, die mich noch beschäftigt... Undzwar, dass ich mir trotz der Anwesenheit meines Freundes einfach Zeit vor dem Spiegel nehme. Ich kriege es um's Verrecken nicht hin, das Drücken während seiner Besuche hier zu unterlassen. Wieso nicht? Brauche ich das gerade so dringend? Wieso brauche ich es? Ich meine..., dass ich es jetzt nach dem Abschied auf eine Art und Weise brauche, leuchtet mir noch ein, aber sonst!? Warum erreicht es mich nicht, dass ich glücklich bin? Warum lässt es meine Hände nicht wenigstens für diese Zeit ruhen? Ich versteh's nicht. Es tut mir nämlich immer so leid, wenn ich mal wieder viel zu lange im Bad gebraucht habe und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Mein Freund sprüht dann jedes Mal vor Verständnis, doch das ändert nichts an meinen Schuldgefühlen. Ich will uns doch keine Zeit rauben, das ist so bescheuert. Um es zusammenzufassen: Ich fühle gerade eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Einerseits bin ich noch von positiven Gefühlen des Wochenendes geprägt und freue mich gleichzeitig auf die Seminarwoche, doch andererseits bin ich wegen des Abschieds und wegen meiner ganzen Drückerei danach ein wenig geknickt. In Bezug auf meine Zukunft fühle ich immer noch Angst, jedoch ist sie schwächer geworden. Inzwischen kam noch eine andere Emotion hinzu, nämlich Spannung. Irgendwo lauert auch eine leise Vorfreude, doch die ist noch etwas schüchtern...

Nungut, in Anbetracht dessen, dass ich jetzt (um kurz vor 10) wirklich meine Tasche packen sollte, beende ich diesen Post. Betrachtet es als Life-Update oder sowas. Muss ja auch mal sein, oder?

Bis in einer Woche! :)

7. Mai 2017

Vorher-Nachher - 4

Halli hallo!

Dieser Post wird bereits der vierte Teil in der "Vorher-Nachher"-Reihe werden und ist entstanden, als ich die neuen Fotos für meine "Über mich"-Seite geschossen habe (mehr in diesem Post). Ich wusste schon vor der Aktion, wie ich mich schminken wollte und dass es mal etwas "mehr" sein durfte - zumindest für meine Verhältnisse. Lippenstift trage ich nämlich vom Aussehen her gerne, aber meistens geht er mir doch auf die Nerven, wenn ich ihn mehrere Stunden tragen muss. Daher ist Lippenstift eher selten zu sehen bei mir; schon gar nicht im Alltag oder für die Arbeit! Insgesamt habe ich mir mit dem Make-Up viel Mühe gegeben und dafür auch entsprechend Zeit gebraucht. Damit unterscheidet sich dieser Vorher-Nachher-Look sehr von dem, der im dritten Teil zu sehen ist. Dort ging es ja um wenig Aufwand und ein dezentes Ergebnis, wohingegen ich dieses Mal darauf gesetzt habe, dass man am Ende was von der Schminke sieht. Ich wollte mich gewissermaßen verwandeln, wenn ihr versteht. Es macht mir Spaß, mit den Gegensätzen 'ungeschminkt' und 'geschminkt' zu spielen und die Menschen um mich herum damit sogar hin und wieder zu verwirren oder zu überraschen. Mir wurde schon das ein oder andere Mal gesagt, dass ich ungeschminkt sehr anders aussehe und man mich auf den ersten Blick kaum wiedererkennt.

Um euch jedoch nicht länger hinzuhalten, könnt ihr euch nun selbst einen Eindruck verschaffen:



Die verwendeten Produkte habe ich euch nicht abfotografiert, aber falls ihr da Nachfragen habt, dann schreibt mir gerne! Im Grunde ist sogar Einiges von den Basics noch mit dem identisch, was ihr im zweiten Teil sehen könnt. Lustig, dass sich selbst über fast 2 Jahre so wenig ändert. Das zeigt mir, dass ich mich in meinem Stil gefunden habe und auch weiß, mit welchen Produkten ich gut zurecht komme. Das ist doch eh das Wichtigste, nicht wahr.

Und nun wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag! Man sieht sich bald wieder, tschüssi.

2. Mai 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 4

Moin!

Mein letzter Part dieser Fotoserie ist zwar nicht lange her, aber es gibt zwei gute Gründe, die dafür sprechen, nun den nächsten Part zu bringen. Erstens gehört dieser Teil ja noch irgendwie zum letzten (sie unterscheiden sich nur thematisch) und zweitens ist Mitte Mai bereits das nächste - und gleichzeitig vorletzte - Seminar! Die Fotos vom vergangenen Seminar möchte ich daher gerne noch veröffentlichen, bevor es weitergeht.

Dieses Mal kriegt ihr einerseits schöne Sonnenuntergangsbilder von entspannten Abenden auf dem Balkon und andererseits ein paar kleine Eindrücke aus der "Stadt" Bad Pyrmont. Ich persönlich finde die Häuser dort nämlich alle sehr niedlich und schnuckelig, sie haben schlichterdings einen eigenen Charme. Man fühlt sich auf eine gewisse Art und Weise wohl, wenn man dort durch die Straßen schlendert...

Los geht's mit den Sonnenuntergängen, denen man gefühlt ewig nachschauen konnte:



Ab hier startet ein Mini-Stadtrundgang, der euch hoffentlich einen kleinen Eindruck davon vermittelt, wie die Gebäude dort aussehen und was für ein Flair in diesem kleinen Kurort herrscht.

Gebäude der Commerzbank

Evangelisch-lutherische Stadtkirche

Haus Ockel am Brunnenplatz

Allee am Brunnenplatz

Haus Uslar am Brunnenplatz

Fürstenhof am Brunnenplatz

Brunnentempel "Der Hyllige Born"


Ende im Gelände, mehr habe ich nicht. Jetzt gehe ich zu Bett, gute Nacht! :)

27. April 2017

Neuer TV-Beitrag!

Hallöcheeeen!

Ich habe einen sehr heißen Tipp für euch, den ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet! Es gibt nämlich einen neuen TV-Beitrag über das Skin Picking. Er ist vier Minuten lang und lief diese Woche bei "Volle Kanne" im ZDF. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Frau, die in diesem Beitrag die Hauptrolle spielt, ein Mitglied der Kölner Selbsthilfegruppe. Hut ab für diesen Mut und danke dafür, dass so ein weiterer großer Schritt in Richtung vermehrter Bekanntheit gemacht wurde! Das ist extrem wichtig und wie man merkt, auch wirksam. So langsam steigt das Medieninteresse an unserer noch viel zu unbekannten Krankheit. Das ist doch toll!

Mit dem Link, den ich euch am Ende hier einfügen werde, gelangt ihr aber nicht nur zum Beitrag selbst, sondern auch zu einem Artikel. Der ist insbesondere gegen Ende interessant, da dort erwähnt wird, dass man vielleicht schon recht bald offiziell Anspruch auf eine Kostenübernahme einer Therapie von der Krankenkasse hat. Das würde eventuell dazu führen, dass sich mehr Betroffene für eine Therapie entscheiden, was wiederum noch mehr Fachleute darauf aufmerksam machen sollte. Ihr seht: Die Entwicklung ist ganz gut dabei.

Aber nun ist Schluss mit dem Gerede, jetzt gibt es den Beitrag. Viel Spaß dabei und schreibt mir doch gerne, was ihr davon haltet!

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/skin-picking-hautkrankheit-psychische-stoerung-100.html

Bis dann!

22. April 2017

Aus alt mach neu

Einen schönen Samstagabend wünsche ich euch!

Bis gerade eben war ich noch arbeiten, davor habe ich allerdings endlich eine Aktion durchgeführt, die ich schon eeeewig machen wollte! Dieser Punkt steht schon seit Monaten auf meiner Postliste und wartete darauf, abgehakt zu werden. Vor einigen Tagen habe ich mir dann vorgenommen, das Ganze heute über die Bühne zu bringen. Wurde auch Zeit...

Doch wovon spreche ich? Der Titel sagt uns, dass ich mit diesem Post etwas erneuern werde. Euch kommt da vielleicht gar nichts in den Sinn, doch mich stört es - wie gesagt - schon seit Langem... Wenn ihr mal bei der Seite "Über mich" vorbeigeschaut habt, dann konnte man beim genauen Hinschauen erkennen, dass mein Foto dort vom Mai 2015 stammte und damit schon fast 2 Jahre alt ist. Wow, das ist lang her. Der Blog wird Ende diesen Jahres ja auch schon 3! Obwohl ich mich äußerlich über die Zeit kaum verändert habe, gefiel es mir nicht mehr, dieses veraltete Bild dort zu haben. Deshalb ist damit nun Schluss. Heute Mittag habe ich eine kleine Fotosession gestartet, um mir ein neues Bild zu ergattern. Und so wurde aus dem hier....


....das hier:


Wie ihr seht, ist es dem alten Bild ziemlich ähnlich und das ist auch Absicht. Eigentlich hatte ich sogar noch den gleichen Pullover von der alten Version an, aber diese Fotos mit dem Blumenoberteil gefielen mir eben - besonders in der Kombi - am besten. Es sind allerdings auch noch ein paar andere, ganz nette Fotos entstanden, wie ich finde:





Wie man erkennen kann, bin ich ganz gut geschminkt und auch das ist Absicht. Ich möchte zwar, dass mein Foto der "Über mich"-Seite zeigt, wie ich wirklich bin (d.h. mit allem, was die Dermatillomanie so mit sich bringt), aber ich möchte mir natürlich auch selbst gefallen. Einfach hübsch aussehen, ihr versteht mich schon. Man erkennt ja sowieso durch die Schminke, dass meine Haut nicht ganz ebenmäßig ist und darüber hinaus sieht man im Dekolleté auch genügend Spuren. So war das beim alten Foto auch und gerade das fand ich super. Auf den ersten Blick einen positiven Eindruck vermitteln, aber gleichzeitig ein bisschen versteckter zeigen, dass ich Makel habe und mich nicht dafür schäme. Nein, ich trage bewusst Ausschnitt und lächle, wenn ich meine nicht perfekte Haut dort zeige!

Bevor ich jetzt zu sehr ausschweife, werde ich mich verabschieden. Habe heute Abend sowieso noch vor, einen netten Abend mit ein paar Theaterkollegen zu verbringen. Euch noch ein schönes und ruhiges Wochenende! :)

18. April 2017

Wind nach oben

Es ist schon spät und ich wollte längst im Land der Träume sein, daher wird das jetzt nur ein kleines Statusupdate. Denn über Ostern hat mich mein Freund besucht und wir haben ein paar schöne Tage zusammen verbracht. Viel mehr als das, wenn man's genau nimmt. Wir haben extrem viel Blödsinn gemacht und gelacht, sind wieder näher zusammengewachsen, haben Einiges unternommen, sind aber auch mal chillig auf dem Sofa geblieben... Und wie die Tage so verstrichen, fing meine Haut an zu heilen. Dabei will ich gar nicht behaupten, dass ich die Tage mit ihm drückfrei geblieben bin! Eher im Gegenteil: Es gab die ein oder andere Situation, wo ich einen "Anfall" gestehen musste... Doch das spielte keine große Rolle, denn jede Minute in seiner Anwesenheit schenkte mir ein Stückchen mehr Kraft. Innerlich passierte viel mit mir. So kam es, dass meine Haut sich von Tag zu Tag besserte und das, obwohl ich sie nicht komplett in Ruhe gelassen habe. Ja, sie sieht jetzt echt um Längen besser aus als noch vor einer Woche (bei seiner Ankunft)! Das ist allerdings nicht alles, denn ich fühle mich logischerweise auch besser. Entspannter, ausgeglichener, geliebter und vor Allem stärker! Die Zeit mit ihm war wie ein Anstupser oder der Anschwung bei einer Schaukel. Ich fühle mich nicht unbesiegbar, aber ich bin weitaus positiver eingestellt als vor dieser Woche in Zweisamkeit. Außerdem weiß ich, dass da jemand hinter mir steht und wir zusammen alles schaffen. Da braucht man sich nicht unbesiegbar fühlen, sondern einfach nur wie ein starkes Team. Die zukünftigen Wochen und Monate werden nicht leicht, doch ich blicke ihnen mit eisernem Blick entgegen.

7. April 2017

Die Unendlichkeit


Du schaust aus dem Fenster - auf die Straßen, die Nachbarshäuser, die vereinzelten Bäume und auf die Felder im Hintergrund. Du siehst die Sonne aufgehen; ein neuer Tag beginnt. Ihre Wärme lässt die Tiere erwachen und ihr Licht uns Menschen. Ein paar Sonnenstrahlen treffen dein Gesicht, während du deinen Blick weiterhin aus dem Fenster richtest... Du siehst Vögel aus den Bäumen fliegen und auf den Straßen in der Ferne Autos fahren. Vielleicht fährt auch durch deine Straße ein Auto, aber ansonsten ist es ruhig. So ruhig, dass du den Moment lebst. Einfach nur schaust, was du entdeckst. Auf dem Feldweg läuft eine Frau mit ihrem Hund Gassi und gleichzeitig lassen die Bewohner im Nachbarshaus ihre Rolläden hoch. Es ist ein schöner Herbstmorgen, an dem du mit einer Tasse Tee in der Hand die letzte Wärme genießt. Du blickst zum Himmel und siehst weit entfernt ein paar Wolken herziehen. Es herrscht ein leichter Wind, der sich in den Blättern der Bäume widerspiegelt. Und wie du so deine Umgebung und das Wetter beobachtest, beschleicht dich ein Gefühl von Unendlichkeit. Als könntest du auf die ganze Welt blicken, ohne, dass die Zeit vergeht...

Das war mal ein etwas anderer Einstieg als sonst, wie ihr vielleicht bemerkt habt. Das Foto stammt vom September 2015 und ist eigentlich für schulische Zwecke entstanden, aber als ich letztens die Idee hatte, das Thema "Unendlichkeit" in Bezug zum Skin Picking aufzugreifen, schien es mir passend. Erst recht mit so einem kreativ-textlichen Input als Ein- bzw. Überleitung.

Doch wie kam ich auf das Thema Unendlichkeit? Es war ein Blitzgedanke, der mich während einer langen Drücksession vor dem Spiegel traf. Ich war mal wieder gefangen in diesem Teufelskreis, wo ich jeden Millimeter meiner Haut absuche und meine Hände keine Ruhe geben können, bevor ich nicht das Gefühl habe, jede einzelne Stelle bearbeitet zu haben. Ich stand also da und hatte schon unzählige Male zwischen Gesicht und Dekolleté gewechselt, sodass beide Regionen nahezu komplett rot und angeschwollen waren. Doch trotz dessen, dass ich eigentlich schon jede Stelle mindestens einmal hatte, konnte ich kein Ende finden. Und da traf mich die Unendlichkeit. Plötzlich erkannte ich, wie kurios das Skin Picking auch in dieser Hinsicht ist. Unsere Haut ist begrenzt, doch wir stören uns nicht daran. Wir Skinpicker finden immer noch eine Unreinheit, immer mehr, immer mehr. Selbst wenn das heißt, dass wir eigentlich nur tiefer "graben". Unsere Hände scheinen endlos Kraft zu haben, sie werden niemals müde. Egal, wieviele Stunden sie schon in Kleinstarbeit sämtliche Pickel ausgedrückt/aufgekratzt haben. Auch die Zeit als begrenzte Einheit können wir (scheinbar) durchbrechen. Wenn wir in Trance fallen, spielt die Zeit nämlich keine Rolle mehr. Das Zeitgefühl schwindet und wir fühlen einen Zustand von Unendlichkeit. Wir sind gefangen in einem Moment, der niemals endet, solange wir nicht aufwachen und das Drücken beenden. Das Gefühl von endloser Macht beschleicht uns, obwohl wir in solchen Momenten keine Weitsicht haben. Genau genommen ist es nicht mal Macht, sondern das Gegenteil. Aber das ist egal... Denn alles, was wir fühlen, fühlt sich endlos an. Und alles, was wir machen, können wir unendlich lange machen. Es ist ein ganz anderer Zustand, in dem wir uns mit der Dermatillomanie befinden. Eine andere Welt, die nur uns Zutritt gewährt. Eine unendliche Welt.

4. April 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 3

Guten Abend!

Jetzt ist es soweit, endlich gibt es mal wieder etwas Abwechslung für's Auge. Ich habe dieses Mal aufgrund des schönen Wetters und unserer Aktivitäten echt viel fotografieren können, muss ich sagen. Darauf hatte ich ja auch gesetzt, nachdem meine Ausbeute vom letzten Seminar (hier zu sehen) eher gering ausgefallen ist. Weil ich diesmal aber so viel zusammen gekriegt habe, werde ich das Ganze sogar in zwei Teile aufteilen, die sich thematisch voneinander unterscheiden.

Heute zeige ich euch Bilder, die ich hauptsächlich während eines kleinen Waldspaziergangs auf den Berg gemacht habe. In die Richtung sind wir zum ersten Mal gelaufen, denn bisher sind wir in unserer Freizeit immer bergab in die Stadt gegangen. Es war echt ein schöner Spaziergang auf den Berg, dessen Aussicht sich total gelohnt hat! Apropos Aussicht: Auch den Ausblick unserer Unterkunft zeige ich euch nochmal (ihr kennt ihn schon von Teil 1), da er einfach super ist. Damit möchte ich auch beginnen:





Das war eine nahezu Rundumsicht von dem Balkon der zweiten Etage, jetzt habe ich nochmal die Aussicht von unserem Zimmer, welches wir diesmal hatten (Richtung Parkplatz hinter dem Haus):


Ab jetzt kommt erstmal Wald, Wald, Wald.






Oben auf dem Berg steht der sogenannte Bismarckturm und nachdem wir eine Ausschilderung gesehen hatten, kamen wir nicht umhin, wirklich bis nach ganz oben zu wandern. Was die Geschichte des Turms angeht, konnten wir nichts in Erfahrung bringen, aber das lag auch nicht in unserem Interesse. Es war einfach nur cool, oben angekommen zu sein und sich am Turm vorbei auf eine Bank zu setzen, von der man wirklich weit in's Tal gucken konnte. Ein sehr idyllisches und ruhiges Örtchen!





2. April 2017

2 Monate in Bildern

Huhu Heimat!

Die Seminarwoche ist vorbei und ich kann jetzt schonmal verraten, dass ich wirklich mehr als genug Fotos schießen konnte. Doch damit müssen wir noch bis zum nächsten Mal warten, da ich noch etwas nachzuholen habe.

Mein "Videoprojekt"... Mhm, im letzten Post habe ich euch erzählt, dass ich mit dem Verlauf dieses Projekts nicht so zufrieden bin. Meine Disziplin hinsichtlich des täglichen Fotografierens ist im Keller, könnte man sagen. Das ist auch immer noch der Fall, aber ich habe für den vergangenen Monat dennoch ein Video zusammengestellt. Um genau zu sein ist es sogar mehr als ein Monat, da ich noch während des Seminars Bilder von mir gemacht habe. Ansonsten wären es einfach zu wenig gewesen. Außerdem habe ich die Bilder des ersten Videos vorne im Schnelldurchlauf vorangesetzt - so hat man gleich den Überblick über die ganzen 2 Monate. Von Ende Januar bis jetzt. Ach, schaut einfach rein (wie auch beim letzten Teil bitte auf HD-Qualität stellen!):


Auch hier gibt es nochmal Anfangs- und Schlussbild des letzten Monats nebeneinander, obwohl der Unterschied diesmal nicht ganz so auffällig ist.


Mein Hautzustand hat sich über den vergangenen Monat kaum verändert. Wir sind in einem konstant mittelmäßigen Bereich, würde ich sagen. Es geht besser, allerdings auch wesentlich schlechter. Im Gesicht stört es mich überhaupt nicht, aber im Dekolleté hätte ich gerne reinere Haut. Das könnt ihr vielleicht verstehen... Es wird wieder wärmer, die Kleidung wird knapper und naja. Je weniger Pickel im Ausschnitt, desto schöner und wohler fühle ich mich, wenn ich ihn zeige. Auch mit schlechter Haut trage ich Ausschnitt, aber wenn ich die Wahl habe, würde ich mich natürlich für reine Haut entscheiden.

Nunja, was das Projekt betrifft, habe ich eine Entscheidung getroffen. Ich werde es erstmal nicht weiterführen und auf später verschieben. Ganz aus der Welt wird es nicht sein, da ich es ja jederzeit wieder starten kann. Im Moment sehe ich aber aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) so viel Sinn darin. Hier ist demnach vorerst Schluss. Es hat Spaß gemacht, aber mir fehlt derzeit die richtige Motivation und Disziplin.

Davon ab wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag, ciao!

26. März 2017

Unzufrieden

Heyho!

Heute Abend mache ich es kurz und erkläre euch nur eben die aktuelle Situation. Undzwar komme ich in letzter Zeit leider nicht zu dem, was ich gerne schaffen würde. Nichts läuft so richtig zufriedenstellend. Die Aktion mit den Fotos, die ich jeden Abend mache(n wollte), läuft am blödesten... Ständig habe ich abends irgendwelche Ausreden wie "Es ist schon so spät und du bist müde" oder "Einen Tag kannst du auch auslassen". Wenn dann noch dazu kommt, dass ich abends im Bad an meiner Haut drücke und ich deswegen kein Foto machen kann/will, dann ist es mehr als nur ein Tag, wo kein Foto entsteht. Über den vergangenen Monat habe ich vielleicht 10/11 Bilder gemacht. Keine gute Ausbeute, echt nicht. Das nervt mich etwas, muss ich zugeben. Wo ist mein Durchhaltevermögen, mein Wille? Keine Ahnung. Eigentlich wollte ich aus den wenigen Fotos, die ich habe, heute das zweite Video machen und dann einen Post veröffentlichen. Auch das schaffe ich nicht mehr, weil keine Zeit ist. Obwohl es mich sehr unzufrieden macht und nervt, versuche ich dennoch, mir das zu verzeihen. Meine momentan schwierige Lebenslage macht mir nicht viel möglich und dafür kann ich eigentlich nichts.

Apropos: Morgen mache ich mich auf in das dritte Seminar meines FSJ's. Das heißt, dass ich wieder eine Woche nichts von mir hören lasse. Dafür bringe ich danach aber hoffentlich Bidlmaterial für die Fotoserie mit! Wie schnell ich dazu kommen werde, dies in einen Post zu verpacken, kann ich aber noch nicht sagen. Es gibt da noch einige unklare Faktoren, die das beeinflussen könnten.

Damit sage ich schon wieder "Tschüss!" und wünsche euch eine schöne letzte Märzwoche!

17. März 2017

Es ist okay...

Und weiter geht es in der Serie der emotionalen Situationsposts...

Wir alle kennen es: Skin Picking als Beruhigungs- bzw. Stressabbaumethode. Normalerweise finden wir das nicht gut, dass wir mithilfe des Drückens vor Emotionen weglaufen oder versuchen, sie auf diese Weise zu verarbeiten. Aber wisst ihr was? Manchmal funktioniert es nicht anders. So geht es mir gerade. An mir nagen momentan ein Haufen privater Probleme, die sich leider nicht so einfach lösen lassen. Das belastet mich ziemlich, doch witzigerweise bin ich momentan an so einem Punkt, wo es mir so kacke geht, dass ich aufdrehe - im positiven Sinn. Mir fällt es (noch) ziemlich leicht, mich abzulenken und alle Ängste und Sorgen mit Arbeit/Ablenkung zu ersticken. Im Alltag ist also soweit alles ok...zwar nicht super, ich merke die Veränderung meines Verhaltens, aber es geht. Dafür merkt man mir anhand des Skin Pickings an, dass es mir schlecht geht. Dort baue ich ab mit dem Frust und lasse alles raus. Aber hey! Es ist okay. Ich weiß, warum ich drücke und ich weiß, dass ich das gerade brauche. Andernfalls würde ich komplett durchdrehen... Es ist eben mein Ausgleichsventil und das ist für den Moment in Ordnung. Ich akzeptiere das und versuche erst gar nicht, dagegen anzugehen. Das wäre vollkommen zwecklos und würde sowieso scheitern. Da nehme ich doch lieber den bequemen Weg der Akzeptanz. Dennoch weiß ich auch, dass es nicht dauerhaft so weitergehen wird. Ganz bald wird es nicht mehr klappen mit der Ablenkung, da bin ich mir sicher. Aber auch das ist okay.

Passend dazu habe ich (endlich) mal wieder Fotos von vorhin, als ich nach dem Nachhausekommen eine Drückattacke im Bad hatte. Hier gilt ebenso: Es ist okay. Es wird wieder vergehen.



12. März 2017

Zukunftsangst

Großartig, wie bildreich meine letzten Posts wieder sind... Naja, das kommt eben, wenn man emotionale Posts aus dem Moment heraus schreibt statt zu planen.

Dieses Mal stammt mein Geschreibe wieder extrem aus der jetzigen Situation, wobei mich die Gefühle der Angst schon seit einiger Zeit dauerhaft begleiten. Doch vorhin ereignete sich wieder so ein Augenblick, der das Alles nach oben geholt hat. Doch was für eine Angst habe ich? Zukunftsangst. In welchen Zusammenhängen die Zukunftangst steht, ist privater Natur und gehört hier nicht hin, aber die eventuellen Folgen davon sind blogrelevant. Dadurch, dass ich so viel Sorgen und Ängste vor den Veränderungen der nächsten Monate habe, bin ich aufgewühlt und innerlich unruhig. Es nimmt mich wirklich (jetzt schon) sehr mit und beschäftigt mich immer mehr... Macht mich trauriger, aber zugleich gleichgültiger. Einerseits will ich um jeden Preis verhindern, die nächsten Monate erleben zu müssen, andererseits denke ich mir "Ist doch typisch mein Leben, durch da!". Und zu was führt innerliche Unruhe, Angespanntheit, Sorge, Stress und unausgesprochene Angst? Riiiichtig, zu einem erhöhten Risiko für Drückattacken. Wenn ich daran schon denke, wird mir ganz mulmig. Ich habe so die Vermutung, dem Ganzen ausgeliefert zu sein, wenn es soweit kommt. Dass ich Tag für Tag irgendwie so vor mich hin leide und abends das Leid mit dem Skin Picking "ersticke". Doch meine Haut wird dann das Leid widerspiegeln und ich werde keine Kraft haben, dagegen anzukämpfen. Das macht mir noch mehr Angst als eh schon... Ich stecke also bereits vor Beginn der Veränderungen in einem Teufelskreis aus Trauer und Angst, aus dem ich nicht mehr herauskomme. Wunderbar.

Gehen wir doch einfach schlafen. Ab in das Land der Träume, wo es keine Sorgen gibt.

6. März 2017

Es hat mich im Griff

Manchmal erstaunt es mich, wie sehr die Dermatillomanie mich im Griff hat. Klar, ich kämpfe jeden Tag mit ihr um die Zügel und manchmal schaffe ich es auch, sie an mich zu reißen, aber manchmal eben auch nicht... So beispielsweise am vergangenen Wochenende. Mein Freund war da, es war alles schön wie immer. Wir waren beide glücklich, zufrieden und sorgenfrei. Das führt jedes Mal zu einem geringeren Stresslevel bei mir und somit auch dazu, dass ich meine Haut nicht als Ventil missbrauchen muss. Allerdings habe ich mich trotzdem das ein oder andere Mal beim Drücken erwischt, da ich es ganz bewusst gemacht habe. Nämlich genau dann, wenn mein Freund mal nicht mit mir im selben Raum war. Kaum war er im Bad unter der Dusche, nutzte ich die Chance, um mich vor den Spiegel zu stellen - aber bitte nur das Nötigste. Am besten noch versteckte Stellen, damit er es danach nicht sofort sieht. Wie bescheuert, oder nicht? Ich vertraue ihm doch und schäme mich vor ihm nicht. Dennoch gibt es einen kleinen Teil in mir, der das Ganze als ein "heimliches Spielchen" treiben will. Dabei muss und brauche ich nichts verheimlichen. Das Beste ist aber Folgendes: Wenn ich im Bad war, dann war das anders. Ich habe zwar auch vor dem Spiegel gestanden und vielleicht ein, zwei Stellen bearbeitet, aber ich fühlte mich viel "gezwungener", es zu lassen. Außerdem wollte ich mich stets beeilen, um nicht ewig verschwunden zu sein. Würde mich ja auch verraten.

Jedenfalls ist mir besonders in den Momenten, wo er duschen war, aufgefallen, dass meine kranke Seite (wenn ich das ganz vorsichtig so nennen darf) mich ganz gut im Griff hat. Sie weiß, wie sie mich austrickst und wie sie an ihr Ziel kommt. Ich hatte echt keine Chance, dem zu entgehen. Obwohl die Drückattacken an sich keine Trancezustände waren. Es war einfach, als würde mich jemand von außerhalb ganz gezielt steuern.

Wenn ich bei ihm in Berlin bin, passiert sowas jedoch nicht. In seiner Wohnung sind keine Gegebenheiten, die Skin Picking zulassen und darüber bin ich ganz froh. Was mich zu der Überlegung führt, dass ich mir bei meiner eigenen Wohnung später wohl Gedanken machen sollte, was Spiegel angeht...

3. März 2017

Der Routine-Drang

Tagchen!

Heute mal wieder hautnah und direkt aus einer Situation, in der ich den Drang zum Skin Picking habe. Sehr stark sogar. Und ich versuche genau in diesem Moment, mich abzulenken und zu reflektieren. Also...die erste Frage an der Stelle: Woher kommt der Drang? Ich kann genau sagen woher - nämlich aus Routine. Vor ungefähr 10 Minuten bin ich von der Arbeit nach Hause gekommen und das Badezimmer war bzw. ist belegt. Das bedeutet, dass ich meiner normalen Routine beim Nachhausekommen nicht nachgehen kann. Eigentlich gehe ich nämlich immer kurz in's Bad, wenn ich nach Hause komme. Da wasche ich mir zuerst meine Hände, checke dabei mein Gesicht von Weitem ab, komme aber nicht umhin, dies auch von Nahem zutun und dann hab ich den Salat... Zu meiner Routine gehört leider auch eine Drückattacke, die aber Gott sei Dank selten länger als eine halbe Stunde dauert. Es ist dieses Bedürfnis, meine Haut nach einem langen Tag abzuscannen und das Drücken nachzuholen. So zumindest mein Gefühl. Hab's mir einfach angewöhnt... blöderweise. Naja und jetzt saß ich gerade vor verschlossener Badezimmertür und fühlte mich plötzlich total behindert in meiner Routine. Irgendwie hilflos. Das hat mich sogar etwas wütend gemacht, obwohl es ja eigentlich gut ist, wenn ich nicht drücke. So bin ich also in die Küche, habe mir meine Hände dort gewaschen und jetzt sitze ich in meinem Zimmer und versuche strikt, meinem Spiegel nicht zu nahe zu kommen. Ich spüre innerlich, wie sehr ich da hin will und was sich die böse Seite für "Tricks" ausdenkt, um zum Spiegel zu kommen. Aber ich bleibe stark! Habe einen Tangle Junior in den Händen und schreibe hier, um mich zu beschäftigen. Vielleicht hilft ja auch die bloße Reflexion... Ich will es nur einmal schaffen, diesem Drang nicht nachzugeben und den kleinen Kampf zu gewinnen! Dafür gebe ich auch gleich noch mein Bestes.

25. Februar 2017

1 Monat in Bildern

Moin ihr da draußen!

Ich bin gerade in einer tatkräftigen Laune - deshalb dieser Post. Er enthält nämlich mehr Arbeit als es jetzt noch den Anschein macht, wenn ich hier so schreibe. Aber fangen wir mal vorne an... Ich arbeite im Grunde seit einem Monat an einem "Projekt", dessen momentanen Stand ich euch heute zeigen möchte. Angefangen hat es am 23.1.17, wo ich den Post "Zwang der Gesellschaft" schrieb. Das letzte Foto dieses Posts war der Startschuss, der für euch in dem Moment noch unbemerkt blieb. Ab dem Tag habe ich (beinahe) jeden Abend ein Foto gemacht und das mit dem Ziel, später ein Video daraus zu erstellen, welches die Entwicklung meiner Haut zeigt. Das bot sich wunderbar an, denn mein erstes Foto entstand ja in einer äußerst schlechten Phase, wo mein Gesicht geradezu übersät von Wunden und Pickeln war. Eigentlich wollte ich schon länger so ein Projekt starten, doch erst dann fühlte es sich richtig an, zu beginnen. Damit erhielt ich die Möglichkeit, die Heilung meiner Haut genaustens zu dokumentieren und das nicht nur in textlichen Beiträgen, sondern in Bildern.

Bevor ihr euch das Ergebnis nach einem Monat anschaut, möchte ich mich kurz für die unterschiedlichen Lichtverhältnisse der Bilder und die schlechte Qualität entschuldigen. Ihr solltet unbedingt auf HD-Qualität (720p oder 1080p) stellen! Ich hoffe, es geht dann okay.


Zum direkten Vergleich habe ich das Anfangs- und das Schlussbild nochmal nebeneinander. Zwischen den Bildern liegt fast genau ein Monat.


Und wie ihr seht, konnte meine Haut echt gut verheilen und ist gerade ziemlich gut drauf. Man könnte fast meinen, sie wäre nun relativ rein. Ich drücke auch ziemlich wenig und versuche mich zusammenzureißen. Das hängt damit zusammen, dass ich endlich wieder einen Bezug zum Thema Haut und Skin Picking finden möchte. Es wäre schon super, wenn ich meinen Ehrgeiz und meine Disziplin wiederfinden würde und mir wieder Ziele setzen könnte. Ich möchte nicht mehr im dunklen Wald umherirren, ich möchte zielstrebig meinen Weg gehen...

Mein erstes "Ziel" ist es, dieses Projekt erstmal weiterzuführen. Ich finde es total interessant und will sehen, wie weit ich damit komme. Gerade zu Beginn hat mich der Gedanke, abends vor dem Zubettgehen noch ein Foto zu machen, davon abgehalten zu drücken. Wollte ja den Eindruck meiner Haut nicht mit Schwellungen verfälschen. Im Moment ist das leider etwas verflogen, aber an sich ist das eine schöne und einfache Motivation.

Sagt mir gerne, was ihr von diesem Projekt haltet und ob ihr nächsten Monat die Fortsetzung sehen wollt! Falls ihr andere Projektideen habt, bin ich aber auch für diese offen!

Ein schönes Wochenende dann noch! :)