16. Oktober 2017

Neue Selbsthilfegruppe!

Guuuuten Abend, ihr da draußen!

Heute habe ich ganz tolle News im Gepäck, mit denen ich dringend werben möchte. Doch dazu gleich im Anschluss mehr...

Ihr wisst ja, dass das Skin Picking noch sehr unbekannt und auch unerforscht ist. Dementsprechend gibt es extrem wenig Hilfsangebote, sowohl aus professioneller Hand, als auch in "privater" Form. So ganz langsam geraten allerdings ein paar Steine in's Rollen... Es gibt immer mehr Forschung zu dem Thema und auch immer mehr Menschen, die sich für das Bekanntwerden dieser Verhaltensstörung einsetzen. Dazu gehören natürlich auch Selbsthilfegruppen.

Ganz sicher weiß ich bisher von zwei Selbsthilfegruppen, die ich beide schon besucht habe: Die in Köln und die in Berlin. Die Kölner Selbsthilfegruppe ist die erste Deutschlands (seit 2010) und die in Berlin besteht seit November 2016. Ich meine, darüber hinaus mal von Gruppen aus Hamburg und Stuttgart gehört zu haben, aber ich will euch nichts erzählen, was ich nicht garantieren kann. Umso besser, dass ich euch mit den heutigen Neuigkeiten eine Garantie gebe:

Im Moment gründet sich nämlich in Braunschweig eine neue Selbsthilfegruppe für Skin Picking!




Dies ist der Flyer der bald bestehenden Braunschweiger Gruppe. Falls ihr also Interesse habt und aus dem Raum Braunschweig kommt oder dieser Weg signifikant kürzer für euch wäre als nach Berlin bzw. Köln, dann empfehle ich euch, dass ihr euch dort meldet! Nehmt dieses tolle Angebot wahr! Helft mit, dass die Dermatillomanie an Bekanntheit gewinnt und man bald nicht mehr von verschwindend wenigen Hilfsangeboten sprechen muss!

Ich möchte hiermit auch einen Glückwunsch an die Gründer dieser Gruppe senden und euch auf diesem Weg ganz viel Erfolg mit dem Vorhaben wünschen! Auf dass ihr viele Menschen dort draußen erreicht und einander helft.

Danke für euren Mut und euer Engagement!

10. Oktober 2017

Der Neuanfang

Ich deutete zuletzt ein paar Mal an, dass ich aus gegebenem Anlass einen eigenen Post zum Thema "Neuanfang mit der Dermatillomanie" verfassen möchte. Hier sind wir nun... Heute gibt es "mehr" dazu, wie angekündigt.


Das ist ein Bild von einem meiner Lieblingsfotomotive: Dem Sonnenuntergang. Diesmal allerdings mit Kran. Wieso? Weil dort, wo ich vor dem Auszug noch gelebt habe, eine Baustelle unsere Nachbarschaft schmückt. Direkt neben unserem Haus, seit dem Frühjahr. Erst wurden zwei Häuser abgerissen, dann fünf neue gebaut. Irgendwie passt es also ganz gut in den heutigen Post hinein. So ein Bauprojekt beinhaltet auch den Abschluss einer Phase, indem die alten Häuser abgerissen werden und den Beginn einer neuen Phase mit den dazu passenden, neuen Gebäuden.

Für mich ist es ähnlich (gewesen). Der Auszug an sich bedeutete schon von Anfang an viel mehr für mich als nur das bloße "Von-zuhause-ausziehen". Es beinhaltet einen symbolischen Phasenwechsel. Wie ein neues Kapitel in einem Buch. Nicht nur auf privater Ebene, sondern auch ganz speziell für die Dermatillomanie.

Der Blog existiert nun seit bald 3 Jahren und thematisiert im Grunde die letzten 8 Jahre meines Lebens. Denn solange bin ich schon vom Skin Picking betroffen. Seit 2013 (wenn ich mich nicht irre) leben mein Vater, meine jüngere Schwester und bis vor drei Wochen auch ich in der jetzigen Wohnung. Der Anfang dieser Phase, die diesen Zeitraum umfasst, liegt aber weit tiefer in der Vergangenheit. Ich könnte ihn nicht ganz festlegen, weil die Einteilung schwierig ist, aber es geht ja Gott sei Dank auch nicht um den Phasenanfang. Es geht vielmehr um das Ende, was mit dem Umzug kam. Das lässt sich terminlich genauer bestimmen. Vorweg aber eine Erklärung und Beschreibung zu der Phase, die nun ihr Ende gefunden hat. Sie war .... mit einem Wort - "negativ". Das klingt jetzt vielleicht etwas paradox, wo ich doch vor ein paar Jahren so eine positive Entwicklung/Veränderung durchgemacht habe und es mir heute besser geht als damals, aber das spielt hier keine Rolle. Für mich zählt vielmehr, was für Verknüpfungen anhand von Erinnerungen/Ritualen/etc. ich mit meiner Umgebung, also der Wohnung hatte. Das waren keine guten. Auch, wenn ich hier und da Erfolge feiern und dem Spiegel widerstehen konnte, hängen doch vieeeel zu viele negative Erinnungeren zum Skin Picking in den Räumen. Die Spiegel strahlten dauerhaft Negativität aus und tun es auch heute noch. Die Betroffenen werden das vielleicht verstehen. Ich verknüpfe mit der Wohnung, den Räumen und den Spiegeln sehr viele negative Stunden, was das Skin Picking betrifft. Sehr viel Leid, Tränen, Wut und Trauer. Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass ich in der Wohnung niemals hätte gesund werden können. Nein, das wäre nicht gegangen. Die Spiegel der Wohnung schreien geradezu nach mir und alles endet in Ritualen, die ich nicht so einfach losgeworden wäre. Demnach war mir klar, dass diese Phase enden muss und ich einen Neuanfang brauche. Eine große Veränderung, die es mir erlaubt, neue Motivation und neuen Mut zu fassen. Wo mir eine neue Chance gegeben wird und ich die Möglichkeit habe, die Vergangenheit hinter mir zu lassen und von 0 anzufangen. Das geht halt nicht, wenn man sich dort befindet, wo einen die Vergangenheit bis in den Schlaf hinein verfolgt.

Als sich herausstellte, dass ich eine Wohnung habe und zu 100 Prozent ausziehen werde, wusste ich, dass die restlichen Tage der Phase bald gezählt sind. Ich bereitete mich innerlich darauf vor, diesen Phasenwechsel angenehm zu gestalten, doch am Ende stolperte ich sowieso irgendwie hinein. Ich könnte nicht sagen, dass die vergangene Phase an Tag xy beendet war und die jetzige Phase am darauffolgenden Tag begann. Ne, so ist das nicht. Ich weiß nur, dass der Umzugstag an sich definitiv noch nicht das Ende der alten Phase war. Dafür hatte ich noch zu viele andere Dinge im Kopf. Der Phasenwechsel kam dann eher fließend in den letzten Tagen. Ich versuche momentan, gedanklich wirklich einen Haken hinter die Vergangenheit bzw. meine "Dermatillomanie-Zeit" in der alten Wohnung zu setzen. Denn nur, wenn ich damit komplett abgeschlossen habe, kann ich von einem Neuanfang und einer neuen, unberührten Phase sprechen. In diesem Prozess befinde ich mich gerade.

Hier, in meiner eigenen kleinen Wohnung, ist alles neu. Die Räume sind anders, das Licht fällt anders, die Spiegel sind anders und und und... Ich versuche zu verhindern, dass hier das Gleiche passiert wie bei meinem Vater zuhause. Ich will nicht, dass ich in dieser Wohnung negative Verbindungen zum Thema Skin Picking entwickle. Momentan läuft das eigentlich ganz gut. Ich drücke zwar hier und da, aber es ist anders. Keine Ahnung, ich war bisher noch nicht deprimiert deswegen und habe auch noch nicht geweint. Des Weiteren muss ich sagen, dass es mir diese Wohnung ohnehin nicht ganz leicht macht, was natürlich gut für mich ist. Insgesamt gibt es nur zwei feste Spiegel: Den im Bad und den an meinem Kleiderschrank. Der Badezimmerspiegel ist zu hoch, als dass ich mit Millimeterabstand stundenlang angenehm davor stehen könnte. Bevor das passiert, würde ich wahnsinnige Schmerzen in den Beinen, im Rücken und im Nacken bekommen. Der Spiegel am Schrank ist nicht für's Skin Picking geeignet, weil es hier keine gut ausleuchtende Lichtquelle gibt. Bliebe nur noch, sich einen Standspiegel zu nehmen und sich damit an den Schreibtisch zu setzen, wo vom Fenster aus direkt das Licht hineinfällt. Aber das erscheint mir als eine viel zu aktive Aktion. Ich glaube nicht, dass ich das je machen würde. Damit sind schon wahnsinnig gute Grundsteine gelegt! Ohne, dass ich etwas dafür tun musste. Jetzt würde es nur noch an mir liegen, etwas daraus zu machen...

Wie das läuft, werden wir in den nächsten Wochen und Monaten sehen. Ich bin jedenfalls gespannt und sehr erleichtert darüber, endlich einen Neuanfang in Sicht zu haben! Endlich gibt es eine neue Chance für mich, den Kampf gegen das Ganze wieder aufzunehmen. Ich fühle mich seit dem Umzug weitaus motivierter, positiver und vor Allem freier! Der größte Stress ist vorbei und ich kann zur Ruhe kommen. Mein seelischer Zustand kann sich nun festigen.

Sei also herzlich willkommen, neue Phase meines Lebens! Ich bin bereit für dich und dafür, das Beste aus dir herauszuholen!

7. Oktober 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 6

Hi!

Überraschenderweise habe ich gleich heute wieder ein wenig Zeit für euch. Da sich große Teile Deutschlands - insbesondere der Norden - noch vom Sturmtief Xavier erholen und wir auch sonst im tiefsten, ungemütichen Herbstwetter sitzen, möchte ich heute ein paar sommerliche Fotos mit euch teilen. Sie stammen vom letzten meiner fünf Seminare aus der Zeit meines FSJ's und sollen sowohl mir, als auch euch nochmal die seltene sommerliche Athmosphäre des Jahres 2017 ins Gedächtnis rufen. Den Sommer haben wir dieses Jahr wohl alle etwas vermisst, doch wir hatten Glück, da die gesamte Seminarwoche  sehr schönes Wetter war. Das krönte unser letztes gemeinsames Seminar und den Abschied!

Beginnen werde ich mit der altbekannten Aussicht vom Balkon der zweiten Etage unserer Unterkunft. Gerade mit den angenehmen Temperaturen ließ es sich dort wunderbar aushalten und die Sonne genießen.




Aber das war längst nicht der einzige Ort, an dem wir uns in unserer Freizeit aufhielten. Wenn es nicht gerade zu heiß war, gingen wir auch wieder in die Stadt - Eis essen oder zum Italiener. Eines Abends besuchten wir natürlich unsere Stammkneipe, um uns dort ordnungsgemäß mit einem leckeren Bierchen o.Ä. zu verabschieden. Schließlich kannten uns die Besitzer schon nach dem zweiten Seminar ganz gut. Wenn wir jedoch einfach nur chillen wollten, schnappten wir uns die Wolldecken (als Unterlage) aus den Zimmern, legten sie unten auf den Rasen und eroberten damit die Wiese. Noch eine Flasche Wasser, etwas nette Musik und schon hieß es: Entspannen.



Der Donnerstag wurde dazu genutzt, besonders tolle Abschiedsunternehmungen/-ausflüge zu machen. Das fünfte Seminar sollte uns schließlich am stärksten im Gedächtnis bleiben! Abgestimmt wurde schon einige Seminare zuvor für einen Kletterpark und einen anschließenden Besuch am See. Vom Kletterpark kann ich leider keine Fotos zeigen, da wir dort erstens während des Kletterns nichts in den Taschen haben durften (wurde eh alles abgegeben) und ich zweitens auch gar keine Zeit dafür hatte. Das Klettern war cool und hat total Spaß gemacht, war allerdings auch ziemlich anstrengend. Für den Körper und für den Kopf, da man sich stets konzentrieren musste. Da passte es gut, dass wir danach am See faulenzen durften. Wir hatten sogar einige Snacks und Getränke dabei! Doch die ruhige Stimmung hielt nicht lange, denn bald zettelten unsere Teamerinnen eine Wasserschlacht mit Wasserpistolen etc. an. Das war nochmal eine super witzige Aktion, die uns alle überrascht hat. :D



Das klingt jetzt, als hätten wir 24/7 nur Blödsinn gemacht, aber das stimmt nicht ganz. Wir hatten nach wie vor unser tägliches Programm, nur habe ich dort keine Fotos gemacht. Und wenn es Fotos von dort gibt, dann welche, die nur für die private Nutzung bestimmt sind. Ich muss zugeben, dass ich insgesamt weniger an das Fotografieren gedacht habe, da ich die schönen Augenblicke genießen wollte. Es war nämlich definitiv ein ganz, ganz tolles letztes Seminar und ein perfekter Abschluss für das eine Jahr! Der Abschied am Freitag war entsprechend traurig und emotional - es sind einige Tränen geflossen. Aber dadurch wusste man, dass jeder Einzelne das Jahr genossen hat und diese Zeit vermissen wird.

In diesem Sinne (auch, wenn es keiner der Leute liest): Danke für diese wunderschöne und lustige Zeit! Ich hätte nie gedacht, so tolle Menschen kennenzulernen und so einzigartige Erinnungen mit ihnen zu sammeln. Die Seminare taten mir echt gut, dankesehr! :)

Damit endet diese Fotoserie... Hier habt ihr nochmal alle vergangenen Teile auf einen Blick:

Part 1
Part 2
Part 3
Part 4
Part 5

Ich hoffe, dass euch diese Abwechslung vom dauernden Gerede über meine Dermatillomanie gefallen hat!

Bis zum nächsten Mal!

5. Oktober 2017

Der Umzug

Heyho und willkommen zurück! Endlich!

Nach so langer Zeit mit kaum Posts hoffe ich, dass ihr noch da seid und mich nicht vergessen habt. Wie geht es euch, habt ihr den Sommer gut überstanden? Es ist nicht mehr zu leugnen, dass der Herbst in Deutschland angekommen ist. Die kalte Jahreszeit beginnt wieder. Wow, da fällt mir einmal mehr auf, dass die letzten Monate einfach extrem schnell vorüber gingen.

Heute möchte ich versuchen, wieder in das Schreiben von Posts hineinzufinden und euch gleichzeitig zu erklären, was die vergangene Zeit bei mir passiert ist. Das größte Thema wird dabei der Umzug bzw. Auszug von zuhause sein, doch ich habe ja immer von mehreren Veränderungen gesprochen. Die werde ich aufführen und meine Gefühle damit schildern, auch diejenigen aus der Vergangenheit. Dadurch wird dieser Post eventuell mehr auf mein Privatleben generell bezogen sein als auf meine Dermatillomanie, aber ich finde es dennoch wichtig. Sonst habt ihr in Zukunft keinen Bezug mehr zu meinen Posts. Stellt euch auf viel Text ein!

Fangen wir vorne an. Bei meiner ersten Ankündigung darüber, dass sich bald Einiges in meinem Leben verändern wird: Der Post "Veränderungen" von Mitte Juli. Dort stand alles noch am Anfang. Die Bewerbungsfristen sind gerade zu Ende gegangen, mein FSJ fand vor wenigen Tagen ein Ende (dazu wird es demnächst einen extra Post geben!) und ich wusste noch nicht, wohin es mich ziehen wird. Ich wusste nur, dass ich ausziehen werde. Die Zeit im Elternhaus war vorbei, ganz sicher. Es war an der Zeit, flügge zu werden, wie es so schön heißt. Ich war zu dem Zeitpunkt noch von gemischten Gefühlen geprägt. Es gab Angst und Unsicherheit, aber auch Neugier und Vorfreude. Vor allem aber war ich nervös, weil ich ein Mensch bin, der Veränderungen im Allgemeinen nicht leiden kann. Das macht innerlich sehr viel mit mir und ich ahnte, dass es mein Skin Picking sehr verschlimmern wird. Aber ich musste abwarten und einen kühlen Kopf bewahren...

Ab dann fühlte es sich an, als würde sich mein Leben vor Ereignissen überschlagen. Schon bald flatterten die ersten Zusagen der Unis bei mir herein, ganz am Ende dann auch die von meiner Wunschuni. Das war Anfang August. Ab da wusste ich, wohin ich ziehen werde. Nicht weit von zuhause weg. Das war ein sehr erleichterndes Gefühl! Endlich Sicherheit und Gewissheit. Trotzdem lag der größte Teil - nämlich der Auszug an sich - noch vor mir. Ein paar Tage später hatte ich Geburtstag und wurde 20 Jahre alt. Der Tag an sich war nichts Besonderes und ging in den Umständen unter. Schön war jedoch, dass mein Freund mich am Wochenende darauf besuchte und wir eine schöne Zeit miteinander verbrachten. Daraufhin wurde es immer ernster... Es wurden mehr und mehr Kartons gepackt, die ersten neuen Sachen gekauft und natürlich auch Vorbereitungen in der Wohnung getroffen. Ich habe mein Zimmer gestrichen und das ein oder andere Mal die ersten Kartons mitgenommen. So langsam dämmerte es mir, dass ich bald nicht mehr zuhause leben werde. In den vier Wänden, wo ich mich die Jahre über ziemlich wohl fühlte... In dem Zeitraum verfasste ich die Posts "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Nie genug". Wenn ihr die gelesen habt oder jetzt lest, dann erkennt ihr, dass ich mein Leben durchaus mit dem Skin Picking verarbeitete. So, wie ich es geahnt hatte. Jedoch war es nicht so schlimm wie erwartet, das war das einzig Gute. Trotzdem ging es mir nicht unbedingt super... In den Wochen konnte ich sehr schlecht schlafen, was mir zeigte, dass ich innerlich extrem aufgewühlt und nicht zufrieden war. Je näher mein Umzugtermin kam, desto mehr drückte ich an meiner Haut herum. Das beschrieb ich in meinem letzten Post "Loslassen". Denn je näher der Termin kam, desto deutlicher wurde es, dass meine Zeit im Elternhaus bald vorbei sein wird. Das ist einerseits schön, ja, aber es machte mir dennoch Angst und bereitete mir Unwohlsein. Schließlich ist es etwas ganz Neues und Großes, in seine erste eigene Wohnung zu ziehen! Das ist ein riesiger Schritt, finde ich. Für mich kam noch hinzu, dass der Auszug ein symbolischer Neuanfang im Sinne der Dermatillomanie sein sollte. Auch dazu werde ich bald einen eigenen Post verfassen!

Und dann war es auch schon soweit... Am Freitag, den 15. September war mein Umzug. Es war ein etwas chaotischer und stressiger Tag, aber dafür war er schnell vorbei. Mein Vater und eine gute Freundin von uns haben mir geholfen, damit es zügig geht und wir alles in die neue Wohnung transportiert bekamen. Meine erste Nacht in meiner eigenen Wohnung verbrachte ich in einem totalen Chaos, aber das dürfte jeder kennen, der schonmal umgezogen ist. An der Stelle habe ich das einzige Foto des heutigen Posts für euch. Es ist eigentlich nur für meinen Freund und eine gute Freundin entstanden, daher auch die miese Handyqualität und mein absolut fertiges Aussehen. :D


Am Tag darauf kam mein Vater nochmal vorbei, damit wir alles zusammen aufbauen können. Daraufhin räumte ich mein ganzes Zeug ein. Tja und nun wohne ich seit ungefähr zwei Wochen in meiner Wohnung. So langsam ist es wohnlich geworden und ich lebe mich ein in meinem neuen Zuhause. Der größte Stress ist vorbei, obwohl ich noch ein paar wichtige Dinge erledigen muss. Es gab auch schon ein paar Schwierigkeiten, allerdings gebe ich mein Bestes, diese aus dem Weg zu räumen. Aber ich komme zur Ruhe und merke, wie es mir besser geht. Auch mein Skin Picking verbessert sich ganz langsam. Im Großen und Ganzen war dieser Schritt so groß wie erwartet, aber etwas leichter als gedacht. Ich fühle mich relativ wohl und freue mich trotz weiter bestehender Unsicherheit auf das Unileben. Das ist nämlich die nächste Veränderung, die ich gerade anfange zu durchleben. Neuland Universität! Neuer Ort, neue Gebäude, neue Leute etc.. Ich bleibe gespannt!

So, das war es für's Erste. Ich hoffe, dass ihr nun nachvollziehen könnt, warum mir in den vergangenen Monaten keine richtige Zeit mehr für meinen Blog blieb. Ich habe seit meinem Geburtstag zwar einen Laptop (deshalb auch die Bilder im letzten Post), aber meine Prioritäten liegen momentan woanders. Ich muss hier auch weiterhin noch daran arbeiten, alles zu erledigen. Deswegen verspreche ich nicht, dass ich in wenigen Tagen schon den nächsten Post bringen kann. Schauen wir einfach. Ich bin dennoch froh, endlich wieder die Möglichkeit des Schreibens zu haben! Der Blog ist weiterhin ein Teil von mir.

Alles Liebe und bis bald!

14. September 2017

Loslassen



Endlich wieder Bilder, yeaaaay! Aber leider keine schönen Bilder, tut mir leid. Sie stammen von heute Nacht, nachdem ich einen relativ ausgewachsenen Drückanfall hatte. Das typische Programm, was wir Skinpicker nur allzu gut kennen... Trancegefühl, Euphorie, "Spaß", kleinliche Detailarbeit, ausgeschalteter Kopf, unerreichbar für Warngedanken oder Vernunft. Eigentlich würde diese Liste kein Ende nehmen, aber ich belasse es mal dabei. Ihr kennt es ja selbst. Das einzig Gute daran war, dass dieser Anfall nicht zu denen der ganz schlimmen Sorte zählt. Ich war nämlich nicht mehr als 30 Minuten am Spiegel. Dennoch eine lange Zeit, mögen sich vielleicht gerade die Unbetroffenen denken, die das lesen. Nun, was soll ich sagen? Jede Minute Skin Picking ist eine zu viel, ganz klar. Aber im Vergleich sind 30 Minuten bei mir im Mittelfeld.

Ich drücke viel in den letzten Tagen. Obwohl ich ganz, ganz kurz das Gefühl hatte, es könnte aufwärts gehen. Aber nein, falsch gedacht! Stattdessen bin ich wieder an einem Punkt im Teufelskreis, wo die Pickel nur so sprießen und ich es nicht lassen kann, wodurch viele Hautpartien wehtun. Stressbedingt? Zweifelsohne ein Faktor, den es nicht zu unterschätzen gilt.

Doch was hat das damit zutun, loszulassen? Ihr müsst wissen, dass bereits morgen der Tag meines Umzugs ansteht. Das kommt euch vielleicht plötzlich vor, aber sind wir ehrlich: Seit Mitte Juli erfahrt ihr nur noch spärlich, was bei mir los ist. Dort habe ich angekündigt, dass mir viele Veränderungen bevorstehen und das ist inzwischen schon zwei Monate her. Wie auch immer - ich habe das leise Gefühl, dass mein Innerstes damit kämpft, loszulassen und sich den Veränderungen hinzugeben. In gewissem Maß ist das bestimmt normal, denn der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist nicht leicht und noch dazu sehr groß. Ich empfinde ja auch durchaus Freude und Neugierde in Bezug auf meinen neuen Lebensabschnitt! Aber das sind nicht meine einzigen Gefühle diesbezüglich. Angst und auch Unsicherheit begleiten mich ebenso. Es ist, als würde die Dermatillomanie in mir sehen, was kommt. Als würde sie plötzlich wahnsinnige Panik schieben und "noch eben" alles ausnutzen wollen, was hier zuhause im gewohnten Umfeld möglich ist. Meine Dermatillomanie spürt, dass ich mit dem Einzug in meine erste eigene Wohnung einen Neustart wagen möchte und deshalb will sie die letzten Momente auskosten. Versteht ihr, wie ich das meine? Diese Seite in mir will nicht loslassen und sich viel lieber an meine noch anhaltende Lebensphase klammern. An diese Phase, die in wenigen Tagen ihr Ende finden wird.

Doch dazu bald mehr...

4. September 2017

Nie genug

Hallo Nachteulen!

Es ist schon wieder spät in der Nacht, doch ihr könnt euch denken, dass ein Post um diese Uhrzeit nur einen Grund haben kann: Einen Anfall. Jaaa, das gerade eben war bereits ein Anfall der mittleren bis größeren Art. Gesicht, Hals, Dekolleté und auch die Finger mussten herhalten. Alles abwechselnd. Jedoch mit immer wiederkehrenden Unterbrechungen. Kennt ihr das, wenn ihr kurz absetzt, einige Zentimeter zurückweicht, euch anseht und denkt:"Nun ist aber genug!"? Und kennt ihr das auch, dass es euch dann eben nicht genug ist? Ihr habt schon viele Minuten mit dem Skin Picking verbracht...schon einige Wunden hinterlassen, doch ihr spürt innerlich, dass ihr noch lange nicht genug habt. So ging es mir gerade. Ich habe bestimmt vier oder fünf Mal kurz abgesetzt, weil ich aufhören wollte, aber ich konnte es nicht. Mir brannte es zu sehr in den Fingern weiterzumachen. Meine Hände bekommen eben nie genug.

29. August 2017

Und täglich grüßt das Murmeltier

Mal wieder ein Post aus dem Moment heraus, richtig!

Tja, ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll... Es ist momentan so viel los in meinem Leben und scheinbar verarbeite ich das (unter Anderem) mit Skin Picking. Eigentlich lief es ja ganz gut und ich war ein paar Einträge zuvor noch sehr motiviert, doch das ist ziemlich schnell wieder vorbei gegangen. Momentan fühle ich mich tatsächlich nicht mehr ganz so gut... Nein, ich fühle mich eher wie in einer Dauerschleife. Obwohl mein Privatleben sich vor Ereignissen nahezu überschlägt, drehe ich mich bezüglich des Skin Pickings gefühlsmäßig im Kreis. Es hat auch wieder so einen Hauch von Gleichgültigkeit und Monotonie. Jeden Tag lebe ich so vor mich hin, erlebe teilweise etwas, doch mit der Drückerei gelange ich an einen Punkt, an dem sich alles wiederholt. In meinen Ohren schreit das gewaltig nach einem Teufelskreis - undzwar OHNE Ende. Vor fast zwei Jahren schrieb ich (hier) noch ganz anders über den Dermatillomanie-Teufelskreis... Doch im Augenblick fühle ich anders. Was nicht heißen soll, dass das, was ich jetzt fühle, richtig ist! Nein, es ist ein temporärer Zustand, der sich wieder ändern kann. Es werden wieder positivere Zeiten kommen, doch im Moment kann davon keine Rede sein. Ich fühle mich sehr weit entfernt von Erfolgen, Siegen, positiven Entwicklungen oder Hochphasen. Es kommt mir unmöglich vor, den Teufelskreis zu durchbrechen. Selbst der Gedanke an frühere Erfolge bringt mir nichts mehr... Ich kann mich darüber momentan nicht freuen, da mir mein Kopf weismachen will, dass es sowieso nicht von Dauer ist. Die Achterbahnfahrt ist und bleibt eine Achterbahnfahrt. Auch hier wiederholt sich alles, daher bin ich gerade davon überzeugt, dass nichts endlich ist. Auf jedes Hoch folgt ein Tief. Ganz gewiss. Wozu also freuen? Ich habe schlicht und ergreifend die Nase voll von dem ganzen Mist und bin genervt davon, dass ich mich im Kreis drehe.

Es muss ein Neuanfang her, aber bald!

13. August 2017

Emotionsbad

Hallo Blog!

Das hier ist ein absolut ungeplanter Post, in zweierlei Hinsicht. Einerseits entsteht er aus einer Situation, die ich nicht voraussehen konnte und nie beabsichtigt habe; andererseits schreibe ich jetzt einfach aus dem Bauch heraus. Wie es mir in den Kopf kommt. Danach wird es aus genannten Gründen wahrscheinlich wieder für eine Zeit lang still.

Und hi C.! Ich weiß, dass du es liest. Früher oder später. Verzeih mir, dass ich hier schreibe statt mit dir zu reden. Aber nun ja, das geht schlecht, wenn wir uns gerade im Streit befinden. Und wenn ich meine Gedanken nicht bei dir loswerden kann, wo sonst? Ich muss sie einfach niederschreiben (d.h. "loswerden"), sonst würden sie mich mindestens noch den ganzen Tag verfolgen. Vielleicht tun sie es aufgrund ihrer Wichtigkeit und Bedeutung trotzdem, allerdings ist das hier ein Versuch, das zu verhindern oder wenigstens zu verringern. Es ist meine Art, damit umzugehen.

Also los...

Ich habe es selten so stark gemerkt wie jetzt und wollte es darüber hinaus vielleicht auch nie wahrhaben, weil es mir meine eigenen Schwächen recht deutlich vor Augen führt. Aber ich muss es nun zugeben: Ich hasse Streit und Eskalationen, dafür bin ich ein viel zu friedliebener Mensch, der sich auch viel zu gerne in seiner Komfortzone aufhält, wo alles rosig ist. Und wenn ich dort mal (zwangsweise?) rausgezogen werde, will ich so schnell es geht wieder rein. Denn außerhalb meiner Komfortzone lauert dieser Haufen an unglaublich starken Emotionen. Dort habe ich den Schutz meiner Komfortzone nicht mehr und bin ihnen ausgeliefert. Lassen wir jetzt mal ungeachtet, dass ich immer sage, wir sollten Gefühle wahrnehmen und ausleben, ja!? Vor diesem Emotionen habe ich Angst, weil sie so viel größer und mächtiger sind als ich selbst. Sie überrollen mich rücksichtslos und begraben mich unter sich. Kaum liege ich unter ihnen, kann ich nur noch davon träumen, mich zu beruhigen und einen vernünftigen Weg in's Freie zu finden. Neeeein, stattdessen komme ich nicht umhin, diese Emotionen reflexartig abbauen zu wollen. Wie eine Irre gebe ich mich also dem hin, was ich als "Lösung" sehe. Genau das passiert gerade: Ich sitze hier im Bett, schreibe zwar, doch mache zwischendurch große Pausen, um an meiner Haut zu kratzen. Von einem - Gott sei Dank kleinen - Drückanfall gerade eben ganz zu schweigen. Dabei klappte es die vergangenen Tage echt so super! Doch kaum werde ich aus meiner gewohnten Stimmung gezogen, verwandelt sich alles in ein Chaos. Mit dem Skin Picking ist es aber noch nicht getan! Das wäre ja zu schön. Nein, ich bade im Selbstmitleid und verliere plötzlich die Lust zu allem. Vielleicht geplante Erledigungen oder Verabredungen werden über den Haufen geworfen, dafür liege ich lieber den ganzen Tag nutzlos im Bett. Ich habe auch keine Lust, mich abzulenken, obwohl ich weiß, dass es besser für mich wäre. Mir fehlt sogar die Lust und Motivation zum Essen! Dabei liebe ich Essen. Unter dem Einfluss dieser vielen Emotionen fühle ich mich halt wie gelähmt. Will mich nicht bewegen und nichts tun, auch Konversationen fallen mir jetzt schwer. Deswegen rede ich mit keinem über das hier, sondern schreibe es einfach nur nieder. Währenddessen kommen aber noch körperliche Konsequenzen zu Tage...mich nimmt sowas nämlich immer so sehr mit, dass es sich in meinem körperlichen Zustand widerspiegelt: Ich zittere am ganzen Körper, fühle mich total schwach, habe Knie aus Wackelpudding und mein Herz rast. Manchmal ist es so schlimm, dass ich glaube, jeden Moment umzukippen und mein Bewusstsein zu verlieren. Als wenn eine Stromleitung durchknallt. Ein gewisses Maß geht völlig klar, doch irgendwann ist es viel zu viel und es geht nichts mehr.

Was für Emotionen hier draußen auf mich lauern? Ich kann die gar nicht aufzählen, ehrlich gesagt. Es ist im Moment sowieso schwierig, sie auseinanderzuhalten. In meiner Komfortzone hätte ich den nötigen Abstand, um diesen Haufen systematisch zu betrachten, doch jetzt, wo ich unter ihnen liege... Keine Ahnung. Es ist ein Gemisch aus allem, was sich böse miteinander verbunden hat und keine Übergänge mehr zeigt. Was ich weiß: Es ist zu viel für mich. So schnell komme ich da alleine nicht mehr raus.

Aber hey, wisst ihr was? Ich merke gerade, dass mir das Schreiben echt schonmal ein wenig hilft. Im Gegensatz zu vorhin fühle ich mich geordneter und nicht mehr so verloren. Ich fühle mich zwar immer noch ausgeliefert, aber das vergeht hoffentlich im Laufe des Tages. Vielleicht muss ich wirklich versuchen, dieses Emotionsbad zu durchleben. Nicht nur wie gelähmt drunter liegen, sondern aufmerksam wahrnehmen. Geht das? Ich werd's sehen.

Im Augenblick fällt mir nichts mehr ein. Danke dafür, dass ihr euch auch solche Beiträge durchlest! Es sind zweifelsohne Situationsposts, aber auch die müssen ab und zu sein. Bis bald!

17. Juli 2017

Veränderungen

Hallo ihr!

Ich fasse mich dieses Mal kurz und informiere euch über den derzeitigen Stand bei mir. Das Skin Picking läuft momentan relativ gut... Auf einer Skala von 1 (miserabel) bis 10 (einwandfrei) sind wir bei einer 6-7!? Das einzig Nervige: Ich kann meine Beine mal wieder nicht in Ruhe lassen. Das kommt im Sommer schonmal vor, wenn ich rasiere und epiliere. Im Gesicht sieht es besser aus. Ich müsste euch mal wieder einen neuen "Eindrücke meiner Haut"-Teil posten, wa. Hoffentlich demnächst!

Ansonsten geht es morgen mit dem Flixbus zu meinem Freund nach Berlin. Dort werde ich bis nächste Woche Montag bleiben - also fast eine Woche. Bisher war ich nur über Wochenenden bei ihm, doch diesmal sind die Umstände günstig, sodass ich mal länger dort bleiben kann. Für mich heißt das: Eine Woche "Urlaub"! Sowohl für mich und meine Seele, als auch für meine Haut. Bei ihm habe ich bisher kein einziges Mal gedrückt und ich glaube kaum, dass sich das ändert. Toi toi toi!

Wenn ich meinen Blick gen Zukunft richte, dann kommt noch Einiges auf mich zu... Gerade vor zwei Tagen sind die Bewerbungsfristen für die Unis abgelaufen. Das heißt, dass ich ab jetzt bange und sehr hoffe, einen Platz zu bekommen. Am besten natürlich meinen Wunschplatz, doch warten wir mal ab. Bei mir zuhause läuft gerade ein kleiner "Zimmertausch" zwischen meinem Vater und mir an. Aus diesem Grund sind schon ein paar Kartons gepackt. Eine gute Vorbereitung für den anstehenden Umzug, denn wenn ich ein Studium anfange, werde ich ausziehen. Die nächste Veränderung also, doch das war mir ja vor einigen Monaten schon bewusst. Jedenfalls geht mit den eingepackten Kartons einher, dass ich meinen PC wahrscheinlich bald vom Strom nehmen werde und nicht weiß, wann er wieder in Betrieb genommen werden kann. Was das für meinen Blog hier heißt, weiß ich ebenso wenig.

Ich kann nur sagen: Falls es in nächster Zeit weniger oder keine Posts gibt, dann wundert euch nicht. Durch die vielen Veränderungen im Moment geht mein Leben ein wenig drunter und drüber... Bis sich das wieder gut einspielt, kann es unter Umständen ein paar Monate dauern. Durch mein Handy und mein Tablet habe ich zwar die Möglichkeit, (bilderlose) Einträge zu verfassen, aber ich will nichts versprechen. Warten wir einfach ab, nicht wahr. Ihr wisst erstmal Bescheid.

Somit wünsche ich euch, falls wir uns einige Zeit nicht hören, einen schönen und entspannten Sommer! Für die Betroffenen unter euch hoffe ich, dass ihr eure Haut für den ein oder anderen Moment mal vergessen könnt. Bleibt stark! Bis dann, eure Jacqueline.

12. Juli 2017

Die Denkerin

Heute Nacht habe ich einen kleinen Drückanfall vor unserem Badezimmerspiegel gehabt. Mit "Anfall" meine ich schon eher die Richtung, wo einen warnende Gedanken kalt lassen und man wenig Kontrolle besitzt. Normalerweise ist es so, dass ich bei solchen Anfällen früher oder später in diesen allseits bekannten Trancezustand falle. Wo der Kopf völlig ausschaltet und man nur noch in diesem Anfall lebt. Wie eine eigene Welt, in die man sich völlig kopflos flüchtet. Der Körper ist dann wie fremdgesteuert, die Hände suchen unermüdlich nach vermeintlichen Unreinheiten... Ihr kennt das. Man denkt während der Trance nicht, man macht einfach. Und wenn man "aufwacht", trifft einen die Realität wie der Schlag und man ist plötzlich wieder voll da. So aber nicht diese Nacht...

Unser Badezimmerspiegel - Das Tor in eine andere Welt

Diesmal war es anders. Nicht unbedingt zum ersten Mal überhaupt, aber es ist mir erst jetzt richtig aufgefallen. Manche Erkenntnisse lassen lange auf sich warten. Jedenfalls hatte ich einen Anfall, war aber nicht in Trance. Zumindest nicht in dieser typischen, kopflosen Trance. Während sich mein Körper so verhielt wie oben beschrieben, schaltete mein Kopf nicht aus. Es war, als hätten sich für diesen Moment Körper und Kopf (also Bewusstsein) voneinander getrennt. Denn während meine Hände dem Skin Picking nachgingen, war ich total tief in Gedanken. Ich machte richtig komplexe Denkprozesse durch und war extrem konzentiert. Das, was sich in meinem Kopf abspielte, hatte absolut NICHTS mit dem zutun, was ich gerade tat. Besser: Was mein Körper tat. Es war vielleicht ein bisschen so, dass mich gerade die Drückerei so beruhigt hat und mir die Möglichkeit gab, mich derart zu konzentrieren. Mein Körper war in einer eigenen Welt und mein Kopf in einer anderen, ebenso eigenen Welt. Als ich fertig mit Denken war, kam ich verhältnismäßig sanft in der Realität an und konnte ohne große Probleme mit der Drückerei aufhören. Irgendwie interessant.

Kennt das jemand von euch? Oder seid ihr während des Skin Pickings zumeist "kopflos"? Erzählt mir gerne, wie das bei euch ist!

8. Juli 2017

Motivation gesucht? - 7

Einen schönen guten Abend wünsche ich euch!

Heute nehme ich mir mal wieder ein bisschen mehr Zeit für meinen Blog, indem ich endlich meine Motivations-Postserie weiterführe! In diesem Teil wird es um Selbstliebe und Selbstachtung im Allgemeinen gehen. Das steht natürlich in enger Verbindung mit unserem Selbstbewusstsein, wozu ich schon ein paar Zeilen (unter Anderem in meiner eigenen Geschichte) verfasst habe. Doch nun gehe ich ganz konkret auf die Liebe zu uns selbst ein...


Ganz zu Beginn möchte ich etwas klarstellen: Ich bin weder ein Seelsorger, noch bin ich perfekt. Wie jeder andere Mensch kämpfe auch ich mit dunklen Tagen und mit meinen eigenen Schattenseiten. Doch gerade deswegen verfasse ich diesen Post heute - weil ich mir selbst immer wieder ein Beispiel an den heutigen Worten nehmen kann und will! Es geht hier auch nicht um DIE perfekte Anleitung für das einwandfreie und glückliche Leben, denn die gibt es nicht. Stattdessen geht es um kleine Tipps und hoffentlich inspirierende Worte, die uns dazu verhelfen, uns selbst näher zu kommen. Denn wenn wir uns selbst nahe sind, fällt es uns auch viel leichter, beispielsweise mit unserer Dermatillomanie umzugehen.

Die Selbstliebe ist heutzutage ein schwieriges Thema. Wir stehen jeden Tag vor einem Dilemma der Gesellschaft: Auf der einen Seite gibt es massenweise Ideale, die uns vorgeben, wie wir zu sein haben und wenn wir nicht so sind, dann wird uns (teilweise indirekt) vermittelt, dass wir uns verändern sollen. Auf der anderen Seite wird selbstbewussten Menschen, die sich selbst lieben, schnell Egoismus und Arroganz unterstellt, sodass wir vielleicht das Gefühl bekommen, es wäre falsch, für eigene Ziele und Träume zu kämpfen. Doch statt uns ständig zu vergleichen oder uns verändern zu wollen, sollten wir einzig und allein auf uns selbst hören. Selbstliebe ist kein Egoismus und auch keine Arroganz, sondern ein lebenswichtiges Attribut! Dazu habe ich erstmal ein paar einfache Zitate und Sprüche aus dem Netz zusammengesammelt.

"Was auch kommen mag, die Liebe zu sich selbst ist ewiglich - sofern wir dazu imstande sind,
sie uns selbst zu geben."

"Erkenne deinen eigenen Wert, achte und liebe dich, so wie du bist und du hast den Schlüssel
zu Lebensfülle, Glück und Erfolg gefunden!"

"Die meisten Menschen gehen nicht am Leben zugrunde, sondern an einer
unglücklichen Liebe zu sich selbst."

"Das Geheimnis der Selbstliebe liegt nicht darin, sich immer mehr zu lieben,
sondern darin, sich immer weniger zu hassen."

"Wenn du versuchst, es jedem recht zu machen, hast du bestimmt einen dabei vergessen:
Dich!"

"Es ist nicht leicht, Glück in sich selbst zu finden, aber unmöglich,
es anderswo zu finden."

"Wenn du die eine Person suchst, die dein Leben verändert, dann hör auf zu suchen
und schaue in den Spiegel!"

 "Selbstliebe ist ein großer Schritt hin zum Altruismus
und weg vom Egoismus."


Manche von euch denken sich bestimmt, dass solche Sätze leicht dahergesagt sind. Doch wenn man sie mehrmals liest und darüber nachdenkt, erkennt man in ihnen eine Bedeutung. Undzwar erkennt jeder Mensch seine eigene, individuelle Bedeutung in ihnen. Versucht es!
Falls euch diese Sprüche allerdings zu theoretisch sind, dann habe ich eine Alternative für euch. Ich habe ein bisschen gelesen und mir ein paar Gedanken gemacht, woraus eine kleine Sammlung an Tipps entstanden ist. Auch die sind natürlich nicht auf jeden Einzelnen anwendbar, jedoch hoffe ich, dass etwas Nützliches für euch dabei ist!

Finde Eigenschaften an dir, die du magst!
Das ist der wohl einfachste und am meisten unterschätzte Tipp, den es gibt. Nehmt euch Stift und Papier und notiert euch ganz ernsthaft Charakterzüge, die ihr an euch selbst mögt. Wenn ihr dazu einen Anstupser braucht, fragt eure Lieben, was sie am meisten an euch mögen. Jeder hat wertvolle Eigenschaften! Wenn ihr diese notiert, erkennt ihr, dass ihr tolle Menschen seid, die Liebe verdient haben.

Finde Dinge, die du erreicht hast und worauf du stolz oder wofür du dankbar bist!
Auch hier ist es möglich, sich zur Hilfe Stift und Zettel zu nehmen. Es mag zu Beginn schwer sein, doch wenn man intensiv überlegt und in die Vergangenheit schaut, dann wird man bald etwas finden, was man erreicht hat oder worauf man stolz ist. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein, es ist nur wichtig, dass sie eine Art "Meilensteincharakter" in eurem Leben spielen. Anschließend kann man Dinge notieren, für die ihr dankbar seid.

Tue das, was DIR gut tut und was du gut kannst!
Hierbei geht es darum, sich auf seine Stärken und auf seine Talente zu konzentieren. Was macht ihr gerne und mit viel Leidenschaft? Was könnt ihr so richtig gut? Tut dies und genießt es! Völlig egal, was Andere davon denken. Es ist für euch. Jeder hat Talente und diese zu erkennen und auszuleben ist sehr wichtig! Das nimmt einem das Gefühl, nutzlos zu sein.

Versuche, in deinen Schwächen etwas Positives zu sehen!
Ich gebe zu, dass dies ein ziemlich heikler Punkt ist. Seine eigenen Ecken und Kanten sieht man schnell pechschwarz und ohne Vorteile. Doch wenn ihr genauer drüber nachdenkt, ist es möglich, in euren Schwächen etwas Positives zu sehen. Dazu muss man natürlich etwas pfiffig sein und diese eventuell nur umdrehen. Ein Beispiel: Eure Mitmenschen nervt, dass ihr häufig hibbelig seid und ihr nicht stillsitzen könnt? Hey, ihr habt eben viel Power, die muss irgendwo hin!

Verzeihe dir Fehler und sehe in ihnen den Ansporn, es besser zu machen!
Fehler macht jeder von uns, sie sind normal. Doch das Leben ist zu schade, um sich an ihnen festzuhalten und ihnen nachzutrauern. Irgendwann ist es an der Zeit, sich selbst zu vergeben und sich darauf zu fokussieren, es beim nächsten Mal besser zu machen. Denn dafür ist es nie zu spät!

Lebe deine Gefühle!
Ja, wir alle sind Menschen und wir alle haben Gefühle. Und auch, wenn wir glauben, dass uns Gefühle verletzlich machen, ist das Gegenteil der Fall: Gefühle zu erkennen und sie wahrzunehmen ist wichtig und macht uns stark! Auch negative Gefühle sollten nicht verdrängt, sondern gelebt werden. Denn je mehr wir unsere Gefühle ablehnen, desto mehr schneiden wir die Kommunikation zu unserem Inneren ab. Dadurch werden wir uns fremd. Also: Seid offen für eure Gefühle und lebt sie aus, bis sie abgeklungen sind.

Umgib dich mit Menschen, die dich wertschätzen!
Ein etwas anderer Punkt, der eventuell mehr Arbeit erfordert. Schaut euch euren Freundeskreis und eure sonstige soziale Umgebung mal genauer an und überlegt, ob es Menschen gibt, die euch nicht so gut und aufmerksam behandeln. Stellt diese in Kontrast zu denen, die immer für euch da sind und die euch so lieben, wie ihr seid. So erkennt ihr, wen ihr vielleicht aus eurem Leben streichen oder auf wessen Worte ihr nichts geben solltet. Wer uns nicht gut tut, den brauchen wir nicht.

Lobe dich selbst und feiere deine Erfolge und guten Taten!
Ein kleiner Alltagstipp, der leider schnell vergessen wird. Denn selbst wenn wir erfolgreich im Leben sind, übergehen wir ganz oft, uns selbst dafür zu loben. Auch kleine gute Taten sind lobenswert, macht euch das immer wieder auf's Neue bewusst. So schätzt ihr euch selbst und das Gute in eurem Leben. Belohnt euch!

Nimm dir Pausen und tu dir was Gutes!
Das ist gerade für die unter uns, die ihrem ständigen Perfektionismus und dem Arbeitseifer nur schwer entgehen können. Egal, wie ernst das Leben manchmal ist und wie viel Stress wir haben: Pausen sind unabdingbar! Wir brauchen hin und wieder Erholung, um uns wieder "aufzuladen". Ganz besonders effektiv ist es dabei, sich hin und wieder zu verwöhnen oder sich etwas zu gönnen.

Sieh es positiv und lächle!
Eine negative Grundeinstellung ist im Leben selten hilfreich, da wir uns damit schnell selbst im Weg stehen. Wer gleich vom Schlimmsten ausgeht, erlebt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Schlimmste. Ich sage nicht, dass wir im Idealismus leben sollten, sondern dass eine positivere Einstellung zu unserem Leben und zu uns selbst genügt. Das macht uns vieles einfacher. Und wenn ihr damit anfangt, lediglich mehr zu lächeln. Das bringt sofort etwas!



Zum Ende gibt es nochmal einen ganz speziellen, nicht ganz so ernst gemeinten Rat: Ihr fühlt euch mal wieder schlecht mit eurem Aussehen? Dann schaut euch auf eurem PC/Handy/whatever Fotos von euch an, die ihr superschön findet. Ihr habt keine derartigen Fotos? Dann schminkt euch, zieht etwas an, worin ihr euch wohl fühlt und macht welche! Das lässt ein gutes Gefühl in euch hochkommen, versprochen. Ich habe das letztens auch mal wieder gemacht - die Ergebnisse davon seht ihr an den eingebundenen Bildern. Etwas Schminke, ein nettes Oberteil, eine ansprechende Umgebung und ein großes Lächeln...schon gefalle ich mir. :)


Die vergangenen Teile dieser Postserie findet ihr hier. Das war's für heute, ich verabschiede mich.

4. Juli 2017

Rätsel gelöst

Guten Morgen, liebe Sorgen... Ah ne, ist ja schon bald 4 Uhr nachmittags...

Kein Wunder, wenn man erst um 5 in der Früh, als es schon wieder hell wurde, einschlafen konnte. Warum? Weil ich mir eine nette Infektionskrankheit von den Kindern auf der Arbeit geholt habe. Hand Mund Fuß nennt sich diese Krankheit, die meistens nur Kleinkinder trifft. Ich bin jedoch eine der Erwachsenen, die sich angesteckt haben. Kein Wunder, bei uns hat diese hochansteckende Krankheit fast die komplette Gruppe lahmgelegt. Ich hatte mich erst gefreut und war zuversichtlich, dass ich mich nicht angesteckt habe. Doch ich habe es und das in meiner allerletzten Arbeitswoche! Wenn ich Pech habe, darf ich nicht mal Freitag - an meinem letzten Tag! - kommen und mich sowohl von meinen Arbeitskollegen, als auch von den Kindern verabschieden. :( Kommt mir also sichtlich ungelegen das Ganze, davon abgesehen, dass ich eh nicht so scharf darauf war, kurz vor Ende noch was mitzunehmen.

Doch was ist Hand Mund Fuß und welches Rätsel löst es? Hand Mund Fuß ist eine viral bedingte und hochansteckende Infektionskrankheit, die an sich aber harmlos ist. Sie zeichnet sich durch Hautausschlag an Händen, Füßen, Mund, Gesäß und teilweise anderen Körperstellen aus. Dieser Ausschlag bildet teils schmerzhafte und stark juckende Bläschen, die beim Platzen ein Sekret voller Viren abgeben. Falls ihr mehr wissen wollt, fragt einfach Mr. Google. Jedenfalls habe ich in der letzten Woche ja mehrmals gesehen und gehört, wie die Krankheit typischerweise anfängt und verläuft. Bei mir fing es aber ganz anders an und gerade deshalb kam ich nicht sofort drauf, dass ich mich angesteckt habe. Die Stellen an meinem Kopf, genau! Das war mein erstes, zugegebenermaßen untypisches Symptom. Doch schon Sonntagabend kamen erste, kleine Stellen an meinen Ohrläppchen hinzu und weiterhin viele, noch kleine Stellen am Gesäß. Erst Montagmorgen leuchtete es mir ein, als sich diese neuen Stellen weiter ausbildeten und auch welche an der Nase hinzukamen. In dieser Nacht konnte ich deshalb nicht schlafen, weil gefühlt mein ganzer Körper gejuckt hat. Der Juckreiz dieses Ausschlags ist ekelhaft, wirklich. Er hört nicht auf und so lag ich bis 5 Uhr nachts im Bett und wälzte mich hin und her. Besonders am Gesäß juckt es wie bescheuert und tut auch weh, ich kann kaum sitzen oder gehen. Inzwischen fängt es auch an Händen und Füßen an, sodass ich die Befürchtung habe, dass es noch schlimmer wird... Schon jetzt könnt ihr euch vorstellen, dass es verdammt schwer ist, dem Juckreiz zu widerstehen. Gerade für mich sehen diese gefährlichen Bläschen echt "verlockend" aus, doch ich weiß, dass ich nicht kratzen oder drücken darf. Erstaunlicherweise funktioniert das bisher gut, doch mal sehen, wie es weitergeht.

Eine Erleichterung gibt mir das Ganze jedoch: Ich kann mir die Stellen auf meinem Kopf erklären und weiß nun, dass auch diese zusammen mit den anderen Stellen bald spurenlos verschwunden sein werden. Ich muss keine Angst haben, dass ich mit meiner Kopfhaut bald ein neues Sorgenkind habe. Gott sei Dank! Dann heißt es jetzt nur noch: Möglichst schnell erholen. Leider gibt es keine Medikamente oder Therapie für Hand Mund Fuß, man muss es einfach aushalten. Zähne zusammenbeißen, Jacqueline!

2. Juli 2017

Neue Ära? Nein, danke!

Guten Tag, liebe Leser!

Momentan passiert etwas, was noch nie passiert ist. Doch dazu gleich mehr. Ihr kennt mich inzwischen ganz gut, dennoch wiederhole ich erstmal zum Verständnis ganz kurz etwas: Die Dermatillomanie zeigt sich bei mir hauptsächlich durch Drückereien mit den Fingern, manchmal aber auch durch kleinere Kratzanfälle. Diese treten dann auf, wenn ich Krusten an den Wunden habe. Betroffen sind bei mir seit Beginn an Gesicht, Hals und Dekolleté. Früher waren auch mein Rücken, meine Oberarme und Schultern Opfer meiner Hände, doch das hat sich gut gelegt. Ansonsten bearbeite ich phasenweise meine Beine, insbesondere im Sommer.

Nun zu dem, was neu ist... Seit heute Morgen habe ich über die ganze Kopfhaut verteilt entzündete Stellen... Ich kann nicht genau sagen, was das für Stellen sind oder woher sie kommen, jedoch kann ich sie spüren. Ich fühle immer wieder über diese Stellen und kratze die Krusten ab - mehr als nur einmal. Inzwischen tun manche dieser Stellen echt weh, es brennt wie ein kleines Feuer. Und ich frage mich: Was ist das bloß? Ich brauche kein neues betroffenes Gebiet! Ich merke ja jetzt schon, wie ich diese Stellen nicht in Ruhe lassen kann... Immer wieder bildet das Wundsekret neue Krusten...  Naja, ich muss da wohl etwas Disziplin zeigen und meine Kopfhaut abheilen lassen. Für mich. Ich möchte wirklich ungern etwas Neues lostreten... Entzündungen an der Kopfhaut wären dann das kleinste Problem.

28. Juni 2017

Chancen vertun

Ja, die Überschrift ähnelt der vom vorherigen Post absichtlich so sehr.

Es ist witzig... Vorgestern spreche ich noch aus einem gewissen Optimismus und einer Zuversicht heraus, doch auch die stärkste Sicherheit kann vom Skin Picking gestürzt werden. Gerade hatte ich einen - verhältnismäßig kleinen - Anfall im Bad. Blöd irgendwie. Mit den paar Drückereien der letzten Tage ist das eine schlechte Mischung. Mein Körpergefühl ist gut und daher weiß ich, dass mein Hautzustand schon dabei ist, sich zu verschlechtern. Der Ball rollt bereits bergab. Mh. Das heißt, die Chance ist wirklich vertan. Ich bin gar nicht so traurig oder deprimiert wie gedacht, lediglich etwas verärgert. Aber viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Es ist eh schon geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Hätte ich mir vorher denken müssen, nun ist es zu spät. Das hat etwas an meinem Optimismus gerüttelt, muss ich zugeben, aber ich will mich dennoch nicht von negativen Gedanken kontrollieren lassen! Ich will es nicht so sehen, als wäre das eine einmalige Chance gewesen. Das ist doch bescheuert!? Das Leben gibt dir jeden Tag wieder eine Chance, oder etwa nicht? Die eine Chance ist vertan, ja. Aber man verpasst mehr als eine Chance im Leben. Das ist okay, denn es wird immer eine neue Chance geben. Und wenn nicht, musst du dir die Chance erarbeiten. Ich sage das alles jetzt so großkotzig, aber ich will mich einfach nicht geschlagen geben! Vor allem will ich nicht aufgeben, denn das wäre nicht ich.

26. Juni 2017

Chancen nutzen

Hey ihr!

Ich bin wieder zurück in der Heimat, hallo! Und ich hatte gesagt, dass ich mich am Wochenende melde... Mh, daraus wurde dann doch nichts, allerdings gibt es dafür einen ganz tollen Grund: Mein Freund aus Berlin stand am Freitag - kurz, nachdem ich angekommen war - einfach unangekündigt in der Tür. Ein Überraschungsbesuch für das Wochenende! Da könnt ihr sicherlich verstehen, dass ich Anderes zutun hatte. :)

Heute habe ich aber wieder Zeit und möchte meine Situation und die Gefühle dazu beschreiben. Dazu gehen wir erst einmal ein paar Wochen zurück in meine Stimmung vom Mai... Dort verfasste ich unter Anderem den Beitrag "Vor sich hin leben", wo ich beschrieb, dass es sich seit Langem so anfühlt, als würde ich auf der Stelle laufen und keine Fortschritte machen. Weiterhin beklagte ich mich darüber, dass ich meine Motivation von damals vermisse. Seither ist meine Haut eigentlich in einem beständig schlechten Zustand gewesen. Gerade der obere Dekolleté-Bereich war von vielen Pickelmalen, Wunden und Krusten geprägt. Ich bekam es nicht hin, diesen Bereich abheilen, geschweige denn in Ruhe zu lassen. Doch kurz vor dem Seminar (Mitte Juni) änderte sich dies langsam, wie ich im Post "Ich probier's!"erläuterte. Dieser Post hier schließt sich da ganz gut an. Denn ich habe kurz vor dem Seminar wirklich nur noch wenig gedrückt und es geschafft, einen kleinen Grundstein zu legen. Als das Seminar dann anstand, kam mir das sehr gelegen. Ihr wisst ja, dass ich während der Seminarwochen entweder gar nicht oder nur wenig drücken konnte/wollte. So auch dieses Mal! Meine Arbeit von vorher hatte sich gelohnt und ich konnte darauf aufbauen, wenn ihr versteht. Meine Haut hat das dazu genutzt, den Heilungsprozess langsam in Gang zu setzen. Und wenn ich mich jetzt im Spiegel betrachte, so ist der Hautzustand besser als noch vor zwei, drei Wochen. Ich dachte mir daraufhin, dass ich das wohl als eine Art Chance sehen sollte, die ich nicht vermasseln darf. Die letzten Wochen spielten mir ganz gut in die Hände, nun bin ich dran, mit der guten Kartenhand solide weiterzumachen. Ich habe einfach nur Schiss davor, dass es so schnell keine Chance mehr wie diese gibt. Deshalb habe ich umso mehr Sorge, wenn ich doch hier und da drücke... Ich möchte es ungern in den Sand setzen. Im Grunde hindert mich doch auch nichts!? Schließlich fühle ich da irgendwo einen Willen und eine Motivation. Ich muss sie nur nutzen!

18. Juni 2017

Fotoserie Bad Pyrmont - Part 5

Hallöchen!

Es ist Sonntagabend, tierisch warm und ich wollte euch noch eben die Fotos des letzten Seminars zeigen, bevor es morgen auf mein fünftes und gleichzeitig letztes Seminar geht. Ich freue mich schon sehr auf diese Woche, es wird mal wieder eine erfrischende Abwechslung! Schade eigentlich, dass es dann schon zu Ende ist und man all die netten Menschen nicht wiedersehen wird... Naja, alles hat ein Ende, nicht wahr.

Schon beim vergangenen Seminar im Mai war teilweise echt schönes Wetter! Direkt am Montag zog ich daher mit meiner Zimmernachbarin und einem anderen Mädchen los, um das Wetter auszunutzen. Ursprünglich wollte ich in den Kurpark, von dem ich schon etwas gehört und gesehen hatte. Ich stellte mir das zu der Zeit sehr schön vor, doch wir stellten schnell fest, dass wir den wohl nicht sehen können, weil wir keine Kurkarte besaßen. Ganz in der Nähe befindet sich allerdings das Bad Pyrmonter Schloss, zu dem wir uns dann aufmachten. Man konnte sogar ein wenig hineingehen und sich die Katakomben und den Hinterhof des Schlosses ansehen. Viel Spaß bei den paar Bildern, die ich davon gemacht habe! :)









Auch an den restlichen Tagen waren wir viel draußen unterwegs, haben in unserer "Stammkneipe" immer draußen gesessen oder die Abende auf dem Balkon verbracht und es uns gut gehen lassen! Am Mittwochabend waren wir mal wieder bei einem echt guten Italiener am Ende der Stadt, den ein paar aus der Gruppe noch nicht kannten. Danach folgte noch ein Eis am Brunnenplatz. Da musste ich mal wieder den Hylligen Born fotografieren, es sah einfach so schön sommerlich aus:


Dieses Mal gibt es sogar ein Bild von mir, allerdings kein ernstzunehmendes Bild, haha. Es ist enstanden, als wir am Donnerstag am Bahnhof von Bad Pyrmont auf unsere Bahn nach Hannover gewartet haben.

 

Damit wünsche ich euch eine schöne Woche, wir hören uns dann nächstes Wochenende wieder!

13. Juni 2017

Ich probier's!

Guten Abend!

Ich sitze gerade in meinem Bett und habe meine abendliche Badroutine schon hinter mir. Heute bin ich sehr früh dran, da mir ein wenig Schlaf fehlt und ich diese Nacht mehr davon möchte. Jedenfalls schlummert seit Neuestem wieder eine kleine Motivation in mir... Ich bin wieder mehr in dieser Stimmung, etwas gegen mein Skin Picking unternehmen zu wollen. Das letzte Mal, dass ich das getan habe, ist ja schon sehr lange her. Doch nun kommen langsam wieder ein Tatendrang und ein starker Wille auf. Gedanken von früher erklingen ganz leise in meinem Kopf - positive, motivierende Gedanken! Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich bin schon ziemlich froh darüber, diese Gefühle und Gedanken wieder zu erleben. Es kommt mir vor wie eine altbekannte Stimmung, die sich nun nach langer Zeit wieder blicken lässt, wenn ihr versteht. So kommt es übrigens auch, dass ich seit gestern Abend kaum noch gedrückt habe. Die Abendroutinen blieben sogar komplett frei von Drückereien. Keine Ahnung, wie lange das klappt, aber ich probiere es einfach. Ich will es versuchen und mal wieder etwas schaffen! Tatsächlich kommt mir meine Haut schon heute ein klein wenig besser vor. Lieber wäre es mir natürlich, wenn die Heilung schneller ablaufen würde. Meine Haut tut mir im Moment wieder etwas leid... Da würde ich super gerne ein "Allheil"-Pflaster haben und es einmal über das komplette Gesicht und Dekolleté kleben. Wäre doch ein Traum, oder nicht? Einmal von 0 beginnen... Reine, pickel- und narbenfreie Haut haben und diese Chance nutzen. Doch so einfach ist das nicht, denn dafür muss in der realen Welt gekämpft werden! Ich bin bereit zu sagen: Ja, ich probier's!

9. Juni 2017

Gastpost - Part 5

Halli hallo, wie geht's denn so?

Tja, mir geht es derzeit ziemlich gut, da mein Freund zu Besuch ist. Deswegen lasse ich hier auch nichts von mir hören, sorry dafür. Aber um nicht lange herumzuschwafeln, kommen wir gleich zur Sache.

Erfreulicherweise hat mir nämlich vor einigen Tagen ein neuer E-Mail-Kontakt geschrieben und die Person dahinter schickte mir sogar einen Text zu. Dieser Text beschreibt wieder eine individuelle Geschichte eines Betroffenen und war dazu bestimmt, von mir als Gastpost veröffentlicht zu werden. Ist das nicht schön? Ich habe mich mal wieder sehr gefreut - ihr wisst ja, dass ich Fan dieser Postserie bin. Hoffentlich seid ihr es auch (noch)! Wenn euch das aber nichts sagt, dann schaut gerne bei den vergangenen vier Teilen rein, indem ihr hier klickt. Im ersten Teil findet ihr zusätzlich noch eine Einleitung und Erklärung, wieso diese Postserie entstanden ist und was ihr Inhalt ist.

Bevor es losgeht, möchte ich euch als Betroffene ganz direkt ansprechen: Ihr habt niemanden zum Reden, möchtet aber trotzdem mal euer Herz ausschütten oder Frust rauslassen? Ihr traut euch nicht, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen, möchtet aber dennoch, dass eure Geschichte von Menschen gelesen wird? Ihr habt ein paar tolle Tricks und Tipps oder einfach nur liebe Worte für Leidensgenossen, die ihr loswerden wollt? Ein eigener Blog wäre euch zu viel Arbeit, aber einen kleinen Post würdet ihr gerne verfassen? Dann meldet euch gerne bei mir! Schreibt mir eine E-Mail mit dem Betreff "Gastpost" an folgende Adresse: dermatillomanie-blog@web.de. Selbstverständlich dürft ihr auch Bilder mitsenden, wenn ihr das wollt. Ihr könnt dabei entweder von Anfang an namenslos bleiben oder mich darum bitten, euch zu anonymisieren. Ich werde euren Text dann unverändert innerhalb dieser Postserie veröffentlichen, sodass ihr selbst eventuelle Kommentare Anderer dazu lesen könnt.


"Liebe Leser von Jacquelines Blog!

Ich freue mich, dass ich hier die Gelegenheit bekomme, auch kurz von mir zu berichten. Einen eigenen Blog möchte ich nicht veröffentlichen, auch aus Zeitgründen könnte ich das glaub ich nicht managen. Ich bin 23 Jahre alt, habe einen etwas anstrengenden Job und viel Freizeitstress - und, wie ich gerade erschreckend feststelle, bin ich seit ca. 9-10 Jahren Skin Pickerin. Angefangen in der Pubertät, intensiver mit dem Alter von 16-17 Jahren... hab mir aber nie so richtig Gedanken darüber gemacht, und dass das Ganze einen Namen hat, weiß ich seit 2 Jahren ca.

Vor 1,5 Wochen hatte ich mal wieder einen ganz schlimmen Anfall und danach war das schlechte Gewissen wieder groß. So bin ich danach zum ersten Mal auf Jacquelines Blog gestoßen, weil ich bei Dr. Google nach Hilfe gesucht habe. Seitdem war ich sehr oft auf dieser Seite und bin sehr froh, denn irgendwie ist das das Erste, mit dem ich was anfangen kann. Ich habe auch das Gefühl, dass es mir hilft, von gegenseitigen "Erfahrungen" zu lesen und mich wirklich mal damit zu beschäftigen.

Das Skin Picking ist für mich eine Sucht. Am Tag spürt man unter dem Pony, welcher die Stirn gut versteckt, das "Pochen" - in den Pickeln (welche ja eigentlich keine waren), die man am Vortag bearbeitet hat, ist noch was drin. Man muss die Haut reinigen. Bizarrerweise "freut" man sich irgendwie schon darauf, wenn man dann endlich daheim ist, das Make-Up entfernt und "nur mal kurz" die Haut bearbeiten kann. Es ist so eine unbewusste Anspannung, die abfällt und dann übergeht in den entspannenden Trance-Zustand. Aus "nur mal kurz" werden Stunden, eigentlich hat man Durst, muss schon lange aufs Klo und kalt ist einem auch, weil man nicht viel anhat. Man weiß genau, was gerade passiert. Bei mir ist es wohl einfach das Ventil, das ich zum Abbauen von Gedanken und Stress brauche, neben dem Zwang, jede Unreinheit entfernen zu wollen. Ich brauche keinen Fernseher, im Handy stöbert man eh viel zu viel am Tag und auch ein Buch zu lesen, entspannt mich in diesen Momenten nicht. Nach einem anstrengenden Tag, oder wenn generell in der Gefühls- und Gedankenwelt momentan viel passiert, scheine ich diesen Trance-Zustand irgendwie zu brauchen - das nichts denken, nichts fühlen.

Ist es nicht die Ironie an sich, dass wir nichts anderes möchten als reine Haut, und uns selbst so "zurichten"? Ganz ehrlich, wenn wir unsere Haut mal in Ruhe lassen würden, wäre sie wunderschön. Keine Flecken, aber vielleicht ab und zu mal einen Mitesser oder so. Und genau das ist das Problem. In einem von Jacquelines Posts kann man lesen, dass es immer schwieriger wird, wenn man auf ein Ziel hin arbeitet. Da geht es uns wohl allen gleich. Ich war an dem damaligen Wochenende auf einem Event eingeladen, wo ich ein ärmelloses Kleid anhatte und alle umhauen wollte. Ich war so brav, die Tage davor ist es mir gelungen, die Haut richtig gut abheilen zu lassen. Und dann, zwei Tage vorher, hatte ich einen Anfall und habe alles bearbeitet. Es hat nur mit dem kleinen Mitesser begonnen und ist dann richtig ausgeartet. In mir hat haben alle Warnglocken geläutet ("Nicht, was machst du denn!!") - es ist im Kopf ein regelrechter Streit ausgebrochen. Danach das schlechte Gewissen, am nächsten Tag dann das Resultat - alles wund, rot, entzündet, zehnmal schlimmer als überhaupt zuvor, wo eigentlich nichts war.

Und darauf wieder sehr viele intensive Abende - wie wenn ich die Tage von vorher aufholen müsste. Dabei ist bei dem Event eh alles gut gegangen! Ich habe natürlich alle Schminkkünste ausgepackt, keiner hat was gemerkt und ich habe viele Komplimente bekommen. Müsste das nicht eigentlich ein Ansporn sein?

Am Tag des Anfalls war ich wieder sehr verzweifelt, also danach dann erst natürlich. Und als ich dann so auf Jacquelines Blog gestöbert habe, ist mir klar geworden, dass ich mich wirklich damit auseinandersetzen muss. Habe mir Zettel ausgedruckt, um auch ein "Skin Picking Tagebuch" zu führen. Mit Foto/Status/Hautzustand, Grund (was ist passiert, warum habe ich heute keine Ruhe gegeben) und wie ich mich fühle. Eigentlich kein schlechter Ansatz, funktioniert hat das Ganze drei Tage lang. Warum ich nicht weitergemacht habe, kann ich nicht sagen, aber wir manipulieren uns in der Sache ja eh andauernd selbst. Zumindest mache ich seitdem fast jeden Tag ein Foto von meiner Haut und habe das Gefühl, dass mir das hilft.

Wegen dem genannten Event war ich vor 2 Wochen dann auch 3x im Solarium, da ich nicht wie eine weiße Wand aussehen wollte. Normalerweise gehe ich im Frühjahr generell 3-4x ins Solarium - aber nicht öfter! Das trocknet die Haut ein bisschen aus, man sieht die Narben vom Winter (welche man im Sommer nicht mehr unter Schals und langer Kleidung verstecken kann) nicht mehr so gut und außerdem habe ich irgendwo doch Angst um meine Gesundheit, und es gelingt mir besser, frisch solariumgebräunte Haut in Ruhe zu lassen. Umso schlechter war mein Gewissen in diesen Tagen, weil es mir leider nicht gelungen ist, durchzuhalten. Ich habe mich selbst über meine Dummheit geärgert - diese Unzufriedenheit mit sich selbst ist aber wie ein Kreislauf. Da hilft es dann nicht mal mehr, wenn man in der Nacht mit Jod-Heilsalbe eingeschmiert auf einem Handtuch schläft, es ist für die Haut einfach alles zu viel.
 
In den Tagen nach dem starken Anfall hatte ich ein straffes Zeitprogramm. Ich habe es geschafft, ein bisschen Ruhe zu geben, und meine Haut wirklich nur wenig zu bearbeiten, Tag für Tag. Momentan kommt es mir so vor, als hätte ich eine so schöne Haut wie nie zuvor – aber ich denke, es wird manchen von euch wohl auch so gehen, dass man dann einen verzerrten Eindruck bekommt. Ich wünsche mir dann oft den Blickwinkel eines Außenstehenden, um meinen Hautzustand neutral betrachten zu können.

Habe es die letzten zwei Tage schon wieder gemerkt – in der Arbeit und auch so war es ziemlich stressig und ich musste mich viel ärgern. Abends war es für mich SEHR schwierig, standhaft zu bleiben und nicht zu drücken. Ich wusste genau, wenn ich nachgebe, um „nur ein bisschen zu korrigieren“, bin ich verloren und die ganze Wut kommt raus. In mir haben die Gedanken wieder nebeneinander gekämpft, doch ich habe es geschafft. Zähneputzen und ab ins Bett. Hoffentlich kann ich die momentane, positive Phase nach dem großen Tief noch etwas beibehalten, bis es mich das nächste Mal aus der Bahn wirft.

Natürlich versuche ich mich auch an Tricks, wie Licht ausschalten im Bad etc. - aber das funktioniert leider nicht immer bzw. selten. Ihr werdet es alle kennen – nach guten Phasen kommen dann immer wieder auch schlechte Phasen, die die "mühsame Arbeit" (Abstinenz/Entzug?) zunichte machen.

Ich spreche eigentlich nur mit meiner Mama über das Skin Picking, sie kann mir aber nicht wirklich helfen. Meine Mama und meine Tante haben das gleiche Problem - meine Tante hat sehr viele Narben, da sie auch oft ins Solarium geht. Mein Papa weiß schon, dass mit uns dreien wohl was nicht stimmt, aber er macht nur ab und zu Bemerkungen ("Du musst auf deine Haut aufpassen, willst du aussehen wie deine Tante), sonst nichts, er weiß ja nicht, in welchem Ausmaß ich das betreibe.
Wenn ich abends länger im Bad stehe, ruft Mama oft aus dem Wohnzimmer "Was machst du?" - meine Antwort lautet: "Blödsinn" - und sie kennt sich aus. Meistens hilft ihre Nachfrage schon, dass ich aufhöre oder sie kommt und schaltet mir das Licht aus, wobei sie sich dann meistens noch von mir anschnauzen lassen muss.


Dadurch, dass das mit der Dermatillomanie ja noch nicht so lange eine bekannte Krankheit ist, hat meine Mutter auch nicht gewusst, "was sie da hat". Aber ich rede mit ihr schon wirklich offen darüber, habe ihr Google-Ergebnisse gezeigt etc. Sie meinte, die beschriebenen Symptome kennt sie sehr wohl, halt nur ohne Bezeichnung, aber sie und ihre Schwester haben jeweils sehr viele Stunden vor dem Spiegel verbracht. Ich bin froh, dass sie mir hilft. Wir haben auch ausdrücklich besprochen, dass sie mir bitte nie böse sein darf, wenn ich sie im Bad "anschnauze". Das ist von mir die automatische Reaktion, weil ich dann aus meiner Trance gerissen werde, mich ertappt fühle und meinen Ärger dann an ihr auslasse. Wie genau meine Mutter noch unter der Dermatillomanie leidet, kann ich nicht sagen. Sie meint, sie hätte es im Griff. Wenn ich aber so drüber nachdenke, gibt es glaub ich schon auch noch schlechtere Tage. Meist ermahnt sie mich, aber wenn ich dann im Bett bin, ist sie dafür dann noch lange im Bad (Ich gehe aufgrund meiner anstrengenden Arbeit eigentlich immer vor ihr ins Bett).

Sollte ich mal in eine eigene Wohnung ausziehen, darf ins Bad nur ein großes Waschbecken, sodass man nicht nah zum Spiegel kommt, der Spiegel muss möglichst klein und das Licht möglichst schlecht sein. Auch in den anderen Räumen dürfen nicht so viele Spiegel sein, wenn dann hinter einem Regal z.B. oder unter schlechtem Licht. Es geht nichts über ein paar Tricks, noch wohne ich aber daheim. Einen Post-It an den Bad-Spiegel möchte ich eigentlich nicht anbringen, damit Paps nichts mitbekommt...Haare flechten oder zeichnen müsste ich öfter. Oder Nägel öfter neu streichen - mit frischem Nagellack rupft es sich nicht gut. Allerdings wachsen dann die Nägel, die zum Drücken wieder praktisch sind.. und und und... naja, das werdet ihr auch alles kennen.

Ich bin froh, dass es den Blog von Jacqueline gibt, und auch eure Kommentare zu lesen, hilft mir sehr. Wir sitzen irgendwie im gleichen Boot, in unserer laufenden Geschichte, mal mit guten und mal mit schlechten Zeiten.

Ich wünsche euch allen viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Liebe Grüße, Simona (Name geändert)"

Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag!

30. Mai 2017

Vor sich hin leben

'N Abend, liebe Blogleser! :)

Seid ihr eigentlich noch da? In letzter Zeit flaut es hier ab, was Seitenaufrufe und auch Kommentare angeht. Da kommt natürlich unweigerlich die Frage in meinem Kopf auf, ob das Ganze nur Zufall ist oder Gründe hat... Ist es hier nicht mehr so interessant wie früher, weil ich mich inzwischen doch zu sehr im Kreis drehe und wenig neuen/abwechslungsreichen Input bringe? Ich weiß es nicht und ne Antwort werde ich wahrscheinlich auch nicht erhalten, aber naja. Wenn man einen Blog betreibt, muss man damit leben, dass es auch mal ruhigere Zeiten gibt. Erst recht, wenn der Blog so spezifisch und klein ist wie meiner. Es ist eher ein Wunder, dass es für eine so lange Zeit so großen Ansturm hier gab. Keine Selbstverständlichkeit. Daher denke ich mir immer: Einfach weitermachen! Es gibt immer irgendwen da draußen, der noch gerne vorbeischaut.

Nun aber zum eigentlichen Thema. Ich schreibe oben im Header, dass ich mit diesem Blog meinen "Kampf" mit dem Skin Picking festhalte. Doch seit ich das vor 2,5 Jahren geschrieben habe, hat sich Einiges verändert, es fühlt sich nicht mehr nach einem Kampf an. Anfangs war ich echt wild entschlossen, hatte Ideen und Ziele, habe Erfolge gefeiert, bin mithilfe ständig neuer Herausforderungen über mich hinausgewachsen und und und... Doch wo ist das alles hin? Was ist in den letzten Monaten passiert? Wieso habe ich keine (Zwischen-)Ziele mehr? Wo sind meine Entschlossenheit, mein Wille, meine Disziplin und meine Stärke? Ich will nicht sagen, dass ich mich vom Stand her so sehe wie vor der Blog-Erstellung, denn ich habe Fortschritte gemacht und mich weiter entwickelt, aber ich will diesen Ehrgeiz wieder haben! Ich möchte wieder Zwischenziele setzen und erfolgreich hinter mich bringen, wieso kann ich das nicht mehr? Momentan lebe ich mit der Dermatillomanie einfach so vor mich hin. Tag für Tag passiert es oder auch nicht. Großartig jucken tut es mich nicht mehr. So fühlt sich jeder Tag gleich an und ich entferne mich gedanklich extrem von damaligen Erfolgserlebnissen. Keine Struktur, keine Weiterentwicklung, sondern einfach nur damit leben. Das kann man von zwei Seiten betrachten. Einerseits hat es mit Sicherheit großen Einfluss, dass ich eine glückliche Beziehung mit einem tollen Menschen führe und daher einfach keine Gedanken mehr an dieses leidige Thema "verschwende". In diesem Zusammenhang erwähnte ich oft Wörter wie frei oder sorgenlos. Aber andererseits frage ich mich, wieso ich gerade diese schöne Situation nicht nutze!? Ist das nicht ironisch? Jetzt, wo ich so viel Unterstützung und Beistand habe, könnte ich richtig Kraft daraus schöpfen, um mal wieder ordentlich durchzustarten! Doch ich tue es nicht. Ich habe darüber auch mit meinem lieben Freund gesprochen und er meinte dazu, dass Trauer eben der beste Antrieb sei. Da scheint etwas dran zu sein. Früher hatte ich witzigerweise viel mehr Motivation und Kraft, obwohl es mir an sich schlechter ging. Ich habe für mich gekämpft, um eben selbst für kleine Glücksmomente zu sorgen, wenn ich stunden-, tage- oder sogar wochenlang die Finger von meinem Gesicht gelassen habe. Jetzt scheint das irgendwie nicht mehr nötig zu sein, was ich blöd finde. Es sollte mir doch weiterhin wichtig sein, mich weiterzuentwickeln und meiner Seele etwas Gutes zu tun.

Das waren mal wieder ein paar Gedanken von mir zu meiner aktuellen Gefühlslage, was das Skin Picking betrifft. Vielleicht kann mir ja sogar jemand folgen und mich verstehen?

Ansonsten gute Nacht euch!

25. Mai 2017

Dermatillomanie weltweit

Hallöchen, hallöchen!

Ihr wisst ja, dass ich mich über's Internet ständig auf dem neuesten Stand des Skin Pickings halte, um nichts Spannendes zu verpassen. Dafür gehe ich auch regelmäßig auf die Facebookseiten, die ich euch hier einmal verlinkt hatte. Dort entdeckte ich kürzlich die Weltkarte des Skin Pickings, wenn man so will. Das ist eine Internetseite, die einem hauptsächlich eine Weltkarte zeigt, wo sich Menschen geographisch eintragen können. Ganz genau habe ich mir die Seite noch nicht angesehen, aber soweit ich verstanden habe, kann man dort Einiges machen... Zuerst einmal kann man sich die Karte und eingetragene Menschen ansehen, sich aber auch selbst in die Map eintragen. Das kann man auf unterschiedliche Weise tun und dabei entscheiden, wie viel man von sich selbst preisgibt. Des Weiteren kann man seine Geschichte extern teilen oder auch Geschichten anderer Betroffener lesen. Anscheinend gibt es sogar ein Forum, wo man sich direkt austauschen und Kontakt aufnehmen kann. Nicht zuletzt zeigt einem die Seite auch Statistiken auf, die sie wahrscheinlich aus den bisherigen Teilnehmern gewonnen hat. Dazu gehören zum Beispiel die Verteilung von Alter oder Geschlecht. Ich finde das Ganze durchaus interessant und einen genaueren Einblick wert. Es zeigt nochmal klar und deutlich, dass unsere Krankheit weltweit verbreitet ist und man nicht alleine darunter leidet. Wir haben alle eine Sache gemeinsam, das ist in meinen Augen ein beruhigender Gedanke.

Natürlich dachte ich mir sofort, dass ich das an meine Leser weitergeben möchte. Vielleicht findet ihr es ja genauso interessant wie ich. Unter diesem Link könnt ihr euch selbst ein Bild von der Worldmap machen:

https://www.diseasemaps.org/dermatillomania/

Hoffentlich könnt ihr damit etwas anfangen. Schließlich soll sich niemand alleine fühlen! Hiermit habt ihr die Möglichkeit, Gleichgesinnte aus aller Welt zu finden!

20. Mai 2017

Aufhol-Anfälle



Das sind zwei Handyfotos, die mich und meinen Hautzustand von vor wenigen Minuten zeigen. So sah ich gerade eben aus. Und natürlich sieht es nur deswegen so schlimm aus, weil ich gedrückt habe. Die roten Schwellungen kommen ja nicht einfach so aus dem Nichts... Ihr dürftet meine Haut inzwischen kennen. Aber naja, meine Haut ist eigentlich sogar ein ziemlich guter Indikator für meine Drückattacken. Man sieht genau, wieviel und an welchen Stellen ich gedrückt habe. Verräterisch.

Die Bilder sagen gerade heraus: "Jacqueline hatte einen Anfall!" Kann ich nicht leugnen, aber gehen wir der Sache mal auf den Grund! Weshalb hatte ich gestern Abend und eben gerade Drückanfälle? Habe ich etwas zu verarbeiten? Vielleicht habe ich das, aber ich halte es nicht für den Hauptauslöser. Der liegt meiner Meinung nach eher darin, dass ich jetzt knapp eine Woche "auf Entzug" war. Während des Seminars gibt es viel, was mich vom Drücken abhält. Dazu zählt die ständige Anwesenheit anderer Menschen, der zu hohe und zu weit entfernte Badezimmerspiegel, das nette Beisammensitzen und die daraus resultierende gute Laune und und und. Das Skin Picking hat in Bad Pyrmont keinen Platz, ganz einfach. Doch kaum bin ich wieder zuhause, gibt es mindestens genauso viel, was mich in alte Verhaltensmuster und Denkweisen zurückholt. Dazu gehört auch ganz plump das Gefühl, ich müsse die fünf Tage aufholen. Echt bescheuert eigentlich, weil meine Haut sich über die Zeit verbessert hat und kaum noch etwas zum Drücken da ist. Doch das ist mir natürlich vollkommen egal und schon stecke ich ganz tief in einem Aufhol-Anfall. Solche Anfälle sind eine ganz eigene Art, die sich aus systematischem Drücken und tiefer Trance zusammensetzt. So ist mein Kopf einerseits zielgerichtet und klar, aber andererseits tief versunken in einem schwammigen Nichts. Vielleicht können mir einige Betroffene nachempfinden.

Nun ist es offensichtlich schon zu spät, um noch irgendetwas gerade zu biegen. Für die nächsten Tage allerdings sind mir meine Hände nicht mehr gebunden. Da kann ich versuchen, weniger zu drücken und diese Aufhol-Anfälle nicht zum Startschuss einer weiteren Tiefphase werden zu lassen. Drückt mir die Daumen.

14. Mai 2017

Gefühlsgelaber

Guten Abend!

Oh man, es ist ja schon halb 10... Und ich habe noch nicht ansatzweise mit dem angefangen, was ich diesen Abend noch schaffen muss (Wäsche abnehmen und Tasche packen). Morgen geht es nämlich auf mein viertes FSJ-Seminar, um den Punkt schonmal abzuhaken. Das bedeutet für euch wieder 5 Tage Ruhe, aber das dürftet ihr ja hin und wieder von mir gewohnt sein, schließlich ist mein letzter Post auch schon wieder 7 Tage her. Heute gibt es jedoch mal ein kleines Update zu meiner Situation und meinen Gefühlen.

Wie geht es mir gerade und was passiert im Moment so? Nunja, für mich rennt die Zeit momentan, das steht fest. Es passiert irgendwie ziemlich viel und wenn ich die nächsten Wochen und Monate angucke, wird das auch so bleiben. Mein FSJ geht bald zu Ende, die Bewerbungsfristen für die Unis beginnen nächste Woche und ich versuche neben meinen beiden Jobs, alles unter einen Hut zu bringen. Das bedeutet mein Leben zuhause, meinen Freund, meine Oma und meine Mutter. Achja - Gedanken um meine Zukunft mache ich mir natürlich auch seit geraumer Zeit. Es wird sich nämlich viel ändern, sobald mein FSJ zu Ende ist und ich einen Studienplatz (am besten natürlich den gewünschten) finde. Dann heißt es ab in einen neuen Lebensabschnitt: Selbstständig werden und ausziehen. Doch das ist alles noch etwas hin... Kommen wir mal zur Gegenwart zurück. Dieses Wochenende hat mein Freund mich mal wieder besucht und es war wie immer schön. Unsere Beziehung entwickelt sich weiter und gibt mir Kraft. Es läuft sehr gut; trotz der Entfernung und den damit verbundenen Umständen. Wenn ich mich selbst betrachte, dann würde ich sagen, dass ich seit Beginn der Beziehung innerlich ruhiger und ausgeglichener geworden bin. Die Dermatillomanie ist schon lange nicht mehr Thema Nr.1 in meinem Kopf. Eher das Gegenteil, denn ich mache mir kaum noch Gedanken darum. Inwiefern das gut ist, ist eine andere Frage, aber ich merke den Unterschied. Meine Gefühle in Bezug zu meiner Haut treten "abgeschwächter" auf, wenn ihr versteht. Ein gutes Beispiel: In letzter Zeit läuft es im Dekolleté äußerst schlecht, doch das nervt mich nur ein wenig. Gleichzeitig lief es bis vor Kurzem recht solide im Gesicht, was sich so langsam wieder ändert. Doch hey, auch das ärgert mich zwar, ist aber in Ordnung! Was macht es schon aus? Ich werde trotzdem geliebt. Kein Grund, deswegen zu weinen oder deprimiert zu sein. Es gibt nur eine Sache, die mich noch beschäftigt... Undzwar, dass ich mir trotz der Anwesenheit meines Freundes einfach Zeit vor dem Spiegel nehme. Ich kriege es um's Verrecken nicht hin, das Drücken während seiner Besuche hier zu unterlassen. Wieso nicht? Brauche ich das gerade so dringend? Wieso brauche ich es? Ich meine..., dass ich es jetzt nach dem Abschied auf eine Art und Weise brauche, leuchtet mir noch ein, aber sonst!? Warum erreicht es mich nicht, dass ich glücklich bin? Warum lässt es meine Hände nicht wenigstens für diese Zeit ruhen? Ich versteh's nicht. Es tut mir nämlich immer so leid, wenn ich mal wieder viel zu lange im Bad gebraucht habe und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Mein Freund sprüht dann jedes Mal vor Verständnis, doch das ändert nichts an meinen Schuldgefühlen. Ich will uns doch keine Zeit rauben, das ist so bescheuert. Um es zusammenzufassen: Ich fühle gerade eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Einerseits bin ich noch von positiven Gefühlen des Wochenendes geprägt und freue mich gleichzeitig auf die Seminarwoche, doch andererseits bin ich wegen des Abschieds und wegen meiner ganzen Drückerei danach ein wenig geknickt. In Bezug auf meine Zukunft fühle ich immer noch Angst, jedoch ist sie schwächer geworden. Inzwischen kam noch eine andere Emotion hinzu, nämlich Spannung. Irgendwo lauert auch eine leise Vorfreude, doch die ist noch etwas schüchtern...

Nungut, in Anbetracht dessen, dass ich jetzt (um kurz vor 10) wirklich meine Tasche packen sollte, beende ich diesen Post. Betrachtet es als Life-Update oder sowas. Muss ja auch mal sein, oder?

Bis in einer Woche! :)