7. Dezember 2016

Vorstellungskraft

Ich sitze hier nun und schreibe. Um mich abzulenken und auch, um zu verarbeiten. Außerdem möchte ich in mich gehen, meine Gefühle verstehen und ordnen. Einmal so richtig tief Luft holen und abtauchen in die weite Welt der Emotionen. Therapie in Eigenregie.


Wie geht es mir in diesem Moment? Meine Hand, die bis gerade eben an meiner Wange die Krusten abkratzte, verrät: Offensichtlich nicht gut. Mich beschäftigt etwas. Ja, so ist es. Manchmal gibt es Situationen im Leben, die beklemmend sind und einen aufwühlen. Und manchmal gibt es dazu passende Gespräche, die einem unheimlich schwer fallen und noch dazu die Tränen in die Augen treiben. Näher ausführen werde ich hier nichts, aber ihr ahnt sicher schon, dass ich so etwas gerade erlebe. Es wühlt mich unheimlich auf, beschäftigt mich und verfolgt mich bis in meine Träume. In meinem Kopf herrscht ein Gedankenchaos, das unlösbar scheint. Nebenbei spielt sich mein halbes Leben vor meinem inneren Auge ab... Das alles überfordert mich vermutlich ziemlich. Was ist die Konsequenz? Ich drücke und kratze unbewusst, um all den Druck abzubauen und mich selbst zu beruhigen. Das passiert wie von alleine, das macht nur mein Körper. Wie ein Reflex, wo das Gehirn nichts zu sagen hat. Doch da versuche ich jetzt ganz bewusst dazwischenzufunken, indem ich meine Vorstellungskraft nutze.

Hände weg aus dem Gesicht! Augen zu.


Mit diesen Gefühlen und Gedanken, die ich gerade fühle, möchte ich eigentlich nicht allein sein. In meiner Vorstellung liege ich also in den Armen meines Freundes. Ich stelle mir vor, wie wir schweigend Arm in Arm daliegen. Stelle mir vor, wie wohl und beschützt ich mich bei ihm fühle und dass mich seine bloße Nähe sofort beruhigt. Ich höre seinen Herzschlag und rieche sein Parfüm. Ja, das ist schön. Das ist Geborgenheit und Rückhalt. Und ich weiß, dass er mir genau das geben würde, wenn er könnte! Ich stelle mir also vor, dass ich stundenlang mit ihm irgendwo liege - ohne Worte. Wenn ich will, kann ich weinen und er tröstet mich. Aber Worte braucht die Situation nicht. Mit dieser Vorstellung geht es mir gleich viel besser! So kann ich die Augen öffnen und mich mit einem leicht sehnsüchtigen, aber glücklichen Lächeln zu Bett begeben. Ohne mich an meiner Haut zu vergehen.

Gute Nacht!

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Nachtrag vom 8.12.16: Die Bilder sind heute aufgenommen und von mir editiert worden, weil ich seit so langer Zeit nur bilderlose Posts verfasse und mich das ein wenig stört... hihi.

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