31. Mai 2016

Schuldgefühle

Guten Tag, liebe Leser!

Heute wird es sehr persönlich, da ich in diesem Post aus meinem privaten, kleinen Tagebuch zitieren werde. Ansonsten gebe ich auch hier vorab die Anmerkung: Das Thema der folgenden Zeilen stammt aus der Auszeit; undzwar ist der Tagebucheintrag auf den 14.4.16 datiert.

"Ich weiß gar nicht, wieso ich jetzt hier schreibe. Was ich damit eigentlich bezwecken will... Es liest eh keiner außer ich selbst.

Ich fühle mich immer noch einsam und allein. Ich sitze immer noch in meinem tiefen, schwarzen Loch und komme nicht mehr heraus. Meine Haut sieht seit Monaten gleich beschissen aus und eine Besserung ist nicht in Sicht. Es ist alles so monoton und alltäglich - aufstehen, das Lernen aufschieben, an meiner Haut drücken, schlafen. Meine Haut tut mir dabei immer mehr leid, wirklich! Verdammt, ich will ihr das nicht Tag für Tag antun, aber letztendlich tue ich es doch, weil ich es nicht lassen kann. Ich kann es nicht lassen, mir meine Haut zu zerstören; meinen eigenen Körper. Und das ist es, was mich traurig stimmt! Was mich so sehr stört. Deswegen fällt es mir derzeit auch schwer, mir zu verzeihen. Ich kann die Schuld ja nicht abgeben, sie bleibt an mir kleben.

Die Schuldgefühle habe ich aber nicht nur gegenüber mir selbst. Ich habe sie auch gegenüber meiner Schwester und ganz besonders gegenüber meines Vaters. Wieso? Weil ich bisher unzählige Abende damit verbracht habe, das Badezimmer zu blockieren. Wenn wir uns abends bettfertig machen wollen, gibt es so gut wie immer die Frage, wer zuerst in's Bad geht. Wenn mein Dad zuerst geht, ist ja alles gut. Dann habe ich danach so viel Zeit, wie ich will und störe niemanden damit, das Bad zu besetzen. Doch wenn ich zuerst gehe, ist es wie verhext. Egal, wie sehr ich versuche, mich zu beeilen - es wird nichts. Fast ständig vergreife ich mich an meiner Haut und zögere alles hinaus. Und immer, wenn das passiert, fühle ich mich so schuldig! Ich fühle mich schrecklich, weil ich meinen Dad aufgehalten habe und er nun wegen mir später schlafen gehen muss. Außerdem fühle ich mich schrecklich, weil er es sehen kann. Er kann meine Schwellungen an der Haut sehen und weiß genau, dass ich mich erneut nicht beherrschen konnte. Natürlich ist er so verständnisvoll wie möglich und meint, es wäre nicht schlimm, dass ich mal wieder länger gebraucht habe. Aber ich entschuldige mich dennoch bei jedem Mal, wenn das passiert. Es tut mir alles so leid..."

Kommentare:

  1. Der letzte Absatz kommt mir so bekannt vor, von der Zeit, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe. Ich bin dann meist freiwillig als letzte gegangen, weil ich ja wusste, dass sich alles unglaublich in die Länge zieht...

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    1. Hey Melly!
      Das versuche in inzwischen auch immer häufiger, aber manchmal wird es doch nichts.

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