14. Januar 2016

Und wieder einmal...

Es ist halb 1 und ich muss bereits um 5 wieder hoch. Doch ich sitze hier auf meinem Bett und möchte nicht einfach so schlafen gehen. Ich möchte meine Gedanken hier loswerden, mal wieder was aus dem Gefühl heraus schreiben. Euch an meinem Leben mit der Dermatillomanie teilhaben lassen, wie mein Blogname auch so schön verrät. Dies soll kein unendlich trauriger, selbstbemitleidender Post werden! Ich muss nur mal mein Herz irgendwo ausschütten. Ihr kennt das vielleicht.

Tja, ich stand nach einem langen Tag mal wieder abends allein im Bad, mein Dad und meine Schwester schliefen bereits. Das ist die verlockende Situation schlechthin für's Skin Picking. Keiner ist wach, keiner stört einen, man kann minuten- oder gar stundenlang damit verbringen, sich selbst zuzurichten. Und das Beste: Niemand erfährt es! Denn danach geht man still und leise in sein Bett.

Ihr könnt euch wohl ausrechnen, dass ich nicht widerstehen konnte. Wieder einmal habe ich die Kontrolle nicht halten können und dem Monster in mir freie Bahn gelassen. Wieder einmal bin ich in einen Rausch verfallen und habe den Kampf verloren. Wieder einmal habe ich meiner Haut Schaden zugefügt, Zeit verschwendet und mich hinterher nicht erinnern können, wieviel Zeit es denn genau war. Wieder einmal musste ich mir eingestehen, dass ich zu schwach war. Und ja, wieder einmal bin ich klammheimlich davongekommen! Niemand hat etwas davon bemerkt - wie immer. Nur ihr wisst es jetzt. Doch eigentlich gibt es sogar eine Seite in mir, die in solchen Momenten wie heute Nacht nach Hilfe schreit. Eigentlich hätte ich manchmal ganz gerne, dass plötzlich jemand an der Tür klopft und mich erlöst. Aber nein, wieder einmal war ich auf mich allein gestellt. Was will ich auch nachts um 1/2/3 Uhr erwarten!? Ich kann es niemandem zum Vorwurf machen, dass ich allein bin. Aber auf dem Weg in mein Zimmer habe ich mir wieder einmal jemanden gewünscht, der für mich da ist. Jemanden, an dessen Schulter ich mich ausweinen kann oder dem ich alles erzählen kann. Ja, jemanden, dem ich diese nächtlichen Sünden beichten kann und bei dem ich Verständnis und Fürsorge erhalten würde. Denn wieder einmal fühlte ich mich einsam und ungeliebt in der Dunkelheit der stillen Wohnung.

Und wieder einmal werde ich mit rotem und angeschwollenem Gesicht zu Bett gehen und mich fragen, wann das Ganze ein Ende haben wird.

Kommentare:

  1. Oh wow, die fast genau gleiche Sitation hatte ich auch vor zwei Tagen.. :(

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    1. Ich hoffe, dass es dir inzwischen wieder besser geht. Solche Tage bzw. Nächte sind bei mir häufig, aber es muss auch positivere Phasen geben.

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  2. Hey, bin gerade durch das Suchen von Tipps für nach dem Rumpicken auf deine Seite gestoßen. Habe seit etwa 11 Jahren (bin 24) mit dem Picking zu kämpfen und weiß, wie hart es sein kann. Finde es mutig, dass du diesen Blog machst. Nach so einer Episode fühlt man sich oft alleine...bekomme dann öfter mal 'nen Zusammenbruch. Ich glaube, dass SP wahnsinnig viel mit Selbstannahme (die man lernen muss) zu tun hat.
    Liebe Grüße,
    Vi

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    1. Hey!

      Wow, 11 Jahre sind auch eine lange Zeit... Da weiß man Bescheid... Dann danke für deien Zuspruch und bezüglich der Selbstannahme kann ich dir nur zustimmen.

      Liebe Grüße :)

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