16. Juni 2015

Gefangen in der Welt der Schmerzen


Ihr seht: Jacqueline hat mal wieder den Bleistift geschwungen...

Ich habe überlegt, ob ich dieses Bild unkommentiert lassen soll oder nicht und so wirklich sicher bin ich mir immer noch nicht, deswegen löse ich es folgendermaßen: Diejenigen unter euch, die sich die Zeichnung einfach so und ohne irgendwelche Beschreibungen/Hintergründe ansehen wollen, hören hier bitte auf zu lesen, überspringen den mittleren, mit Absätzen abgetrennten Teil und lesen unten weiter! Diejenigen, die Lust haben, etwas dazu zu lesen, dürfen hier dann gerne weiter lesen:

Man sieht also ein Mädchen von hinten, welches vor einem riesigen Spiegel steht. Der Spiegel ist absichtlich so groß geraten, um seine Macht über uns Skinpicker zu demonstrieren. Eigentlich ist ein Spiegel eine bloße Fläche, die etwas reflektiert, doch für uns ist ein Spiegel so viel mehr: Freud & Leid, Glück & Unglück, Befriedigung & Schmerzen... Ein Spiegel ist für uns wie ein Magnet, der uns anzieht, obwohl wir es tief in unserem Inneren nicht wollen. Er zieht uns magisch an und fesselt uns an sich, sodass wir uns minuten- oder stundenlang nicht befreien bzw. lösen können. Dies wollte ich mit der Fessel am rechten und mit dem Seil am linken Arm darstellen. Sie halten das Mädchen an Ort und Stelle und führen in den Spiegel hinein, als gäbe es dort eine zweite Welt, in der man das Ende des Seils und der Fessel findet. Außerdem ist das Mädchen in Ketten gelegt, die mit einem Schloss verschlossen sind. Der Schlüssel für dieses Schloss hängt unerreichbar am oberen Ende des Spiegels, denn um den Spiegel gewickelter Stacheldraht versperrt den Weg. Für mich symbolisiert das die Gefährlichkeit des Spiegels und den körperlichen und seelischen Schmerz, den man auf kurze und/oder lange Sicht hat, obwohl man es vielleicht nicht bemerkt. Man ist wie gefangen in einer Welt voll Schmerz und Leid und kann sich nicht von diesen negativen Gefühlen lösen, solange man in Kontakt mit dem Spiegel steht.
Ihr fragt euch vielleicht, wieso kein Spiegelbild des Mädchens zu erkennen ist? Weil ich den Spiegel wirklich nur als konkretes Symbol für Schmerz, Leid und Verletzungen nutzen wollte, mehr nicht. Darum erschien mir ein Spiegelbild hier unpassend und auch gar nicht nötig, denn es geht in dieser Zeichnung nicht um die reflektierende Funktion des Spiegels. Es geht um das, was er anrichtet!


Das war mein Kommentar zu meiner kleinen Zeichnung und ich möchte an dieser Stelle nochmal sagen: Nein, ich befinde mich nicht in einer Down-Phase oder Ähnlichem und nein, die Dermatillomanie hat nicht nur Schattenseiten! Aber wenn man zeichnet, dann verarbeitet man seine Gefühle und Gedanken und es müssen ja eher die problematischen Seiten des Lebens verarbeitet werden und nicht die positiven, hab ich recht? Ich habe hier also nur meine Gefühle zum Ausdruck gebracht und eine Seite der Dermatillomanie verbildlicht, weil es mir persönlich hilft. Manchen Menschen hilft es, zu singen und Lieder zu schreiben, anderen Menschen hilft eben das Zeichnen oder Malen. Probiert ein wenig herum und findet heraus, was euch hilft! :)

Bis die Tage!

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