29. November 2014

Keep laughing

Wisst ihr, was ich im Leben ganz wichtig finde? Dass man sich an den kleinen Dingen erfreut, das Glück in Zufällen findet und über sich selbst lachen kann. Wer das Leben zu ernst nimmt, verpasst doch so viel Spaß und Freude. Egal, wie sehr man auf die Schnauze fliegt oder wie tief man fällt - solange man wieder aufsteht, ist noch nichts verloren! Wahre Stärke zeichnet sich durch genau dieses Aufstehen aus, denn wer am Boden liegen bleibt, wird niemals erfahren, wie der Weg weiter geht.

Könnt ihr euch noch an euren letzten Lachanfall erinnern? Wo ihr Tränen gelacht oder euch vor Bauchschmerzen auf dem Boden gekugelt habt? Nein? Dann wird es definitiv mal wieder Zeit dafür! Lachen ist so ein wunderschönes Gefühl... Es bringt und hält Leute zusammen und ist eine der hellen Seiten unseres Lebens. In dem Sinne: Keep laughing!

September 2014

26. November 2014

Geheimtipp?

Heute kam mein Vater mit einem neuen Wecker nach Hause, weil sein alter Wecker den Geist aufgegeben hat. Dieser war natürlich wundervoll in Luftpolsterfolie eingepackt und da auch ich irgendwo noch ein Kind bin, hab ich sie mir zum Zerdrücken geschnappt. Welches Kind liebt es nicht, Luftpolsterfolie zu zerdrücken? Doch nun kommt der springende Punkt: Als ich so hochkonzentriert mit meiner Luftpolsterfolie auf dem Sofa saß, spürte ich ein ähnliches Gefühl der "Befriedigung" wie beim Skin Picking. Da kam mir ein Geistesblitz:"Könnte das Zerdrücken der Folie wie eine Art Therapie oder Stressabbaualternative wirken?" Ich kann mir das jedenfalls gut vorstellen und ich denke, diese Idee ist ein Ausprobieren wert! Mal sehen, wo ich mir demnächst mehr Folie kaufe und ob es wirklich hilft. Berichterstattungen wird es auf jeden Fall zu passender Zeit von mir zu lesen geben. Bis bald!

24. November 2014

Nächstes Zwischenziel

Als ich heute in mein Tagebuch schrieb, überlegte ich mir mein neues Zwischenziel, was ich selbstverständlich sofort mit euch teile. Kurz nach Weihnachten kommt mein Freund zu mir, das steht nach kurzem Wanken jetzt ziemlich fest. Ich nehme mir hiermit vor, bis zu diesem Treffen in knapp 4 Wochen so wenig wie nur möglich zu drücken! Meine Haut soll heilen können, so gut sie nur kann. Ich möchte so hübsch und zufrieden aussehen wie es nur geht. Good luck, Jacqueline!

Wer bin ich?

Moin! Ich dachte mir, ich verfasse einen Post über mich. Ihr wisst bisher nur meinen Namen, mein Alter, woher ich komme und dass ich unter Dermatillomanie leide, aber das allein reicht sicher nicht für eine richtige Vorstellung davon, was für eine Person diese Beiträge verfasst. Deswegen mache ich mir den Spaß mit den folgenden Stichpunkten und hoffe, dass ihr mich am Ende etwas besser kennen werdet.

Äußeres:
- 1,55m klein
- braun gefärbte Haare, die bis über die Brust gehen
- Naturhaarfarbe: Undefinierbar... Ich bezeichne es gerne als "Dunkelgrau".
- zierliche Figur
- grüne und braune Augen
- Kein bestimmter Kleidungsstil (eher abwechslungsreich), trotzdem meistens dunkel bzw. schwarz gekleidet.

Charakter (meine Sicht):
- ehrlich und direkt (vielleicht gelegentlich etwas zu sehr)
- offen und schlagfertig
- zuverlässig, verständnisvoll
- humorvoll, aber teilweise auf meine eigene Art
- etwas verrückt
- sehr perfektionistisch
- ungeduldig und unspontan
- mir ist egal, was andere Personen über mich sagen/denken (enge Freunde und Familie ausgenommen - da ist es anders)
- talentiert im Malen/Zeichnen
- absolut unmusikalisch
- bin kein "typisches Mädchen"

Charakter (Sicht von manch anderen Personen):
...Ich habe zufällig einen Bewertungsbogen für mein Persönlichkeitsprofil von einem Projekt aus der Schule gefunden, wo ein Freund aus Langeweile und im Unwissen meinerseits ein bisschen was ausgefüllt hat. Hab mir gedacht, das würde gut hier hineinpassen. 0 bedeutet dabei "Trifft nicht zu" und 4 "Trifft voll zu", die 2 wäre also sowas wie "Trifft ein wenig zu".

selbstbewusst - 4
tatkräftig, aktiv - 4
entschlossen - 3
anpassungsfähig - 2
zuverlässig - 4
schlagfertig - 3
kreativ - 4
intelligent - 4
begeisterungsfähig - 2
dominant/beherrschend - 2
unsicher - 0
aggressiv - 1

... Die auffälligste Eigenschaft an mir ist laut ihm mein Ehrgeiz, laut einer guten Freundin mein Humor.

Vorlieben und Abneigungen:
- interessiert in außergewöhnliche Dinge/Hobbys/Personen
- mag Rockmusik und Metal
- liebe (gutes) Essen über Alles
- fahre gerne Motorrad
- hasse Unordentlichkeit, Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit
- Lieblingsfächer: Kunst, Deutsch, Bio
- Hassfächer: Geschichte, Religion
- Lieblingsfarben: Schwarz, Pink/Rosa, Türkis
- Lieblingsfilmgenre: Horror, Komödie, Thriller
- Lieblingsserien: The Big Bang Theory, Two and a half men, The Simpsons, 2 Broke Girls, Lie to me, Special Victims Unit, Navy CIS, The Walking Dead
- nicht bzw. kaum interessiert in Geschichte und Politik
- absoluter "Anti-Vegetarier"

Sonstiges:
- habe zwei Schlangen zuhause (Pumuckel und Sally)
- habe eine jüngere Schwester und 6 Cousinen und Cousins
- lebe mit meiner Schwester bei meinem Vater, unsere Eltern sind getrennt
- da mein Opa mütterlicherseits Grieche war, bin ich zu 25% Griechin

Ich denke, das war's. Damit dürftet ihr eine genauere Vorstellung von mir haben. Bis bald, ihr Lieben!

21. November 2014

Wie in Trance

Ich muss mir an dieser Stelle ein Eingeständnis machen... Heute hab ich zu viel gedrückt, mich in den Bann des Spiegels ziehen lassen. Ich konnte mich nicht wehren und weiß nicht, wieso ich es nicht konnte. Der Drang war zu stark und ich zu schwach. Es ist ein sich immer wiederholendes Muster - ich fange im Gesicht an, checke es ab, dann mache ich im Ausschnitt, am Hals und an den Schultern weiter, dann will ich aufhören, trete einen Schritt zurück. Doch dann ist es, als käme eine Hand aus dem Spiegel, die mich heranzieht. Ich sehe erneut etwas im Gesicht, doch ich höre schnell auf, was mich aber nicht daran hindert, im Ausschnit weiterzumachen... Von da aus wandere ich wieder über den Hals ins Gesicht; meine Hände führen ein Eigenleben. Egal, wie müde ich bin, wenn ich erstmal in diesen unkontrollierbaren Trancezustand gefallen bin, bin ich hellwach. Ich will eigentlich ins Bett, doch gleichzeitig könnte ich auch die ganze Nacht im Bad stehen und meine Haut bearbeiten. Niemand hindert mich daran.

19. November 2014

Versteckspiel

Hi! Da bin ich mal wieder, diesmal auch am PC meines Dads. Mir fehlt es selbst, wenn ich keine langen Posts verfassen kann, muss ich zugeben. Deswegen wird jetzt ein neuer und eventuell längerer Post verfasst. :) Ein netter Bekannter von mir hat mich auf die Idee gebracht, einen Beitrag zum Thema "Versteckspiel" zu machen - fand ich eine sehr gute Idee, da man dazu wirklich viel erzählen kann, wie ich finde. Auf geht's! Kleine Voranmerkung noch: Ich werde versuchen, das Ganze chronologisch zu gestalten, d.h. von meiner Vergangenheit zur Gegenwart.

Wie ihr euch vielleicht anhand meiner Bilder und Beschreibungen denken könnt, war es für mich mit meinen Narben nie leicht und das ist es auch heute nicht. Es hat sich gebessert, aber trotzdem ist das für mich noch ein schwieriges Thema. Allgemein will ich (und sicher jeder andere Betroffene) diese Narben niemanden sehen lassen, keiner soll von meiner Verhaltensstörung wissen. Keiner soll sehen, dass ich Probleme habe und viel zu oft mit mir selbst kämpfe. Keiner soll sehen, dass ich schwach bin. Ja, all das wollte ich in meiner Vergangenheit viel zu krampfhaft vermeiden. Was hab ich also jeden Tag dafür getan? Was hab ich im Sommer gemacht? Oder in der Sportumkleide in der Schule? Das sind alles gute Fragen, auf die ich eine Antwort parat habe, die sicher nicht sehr schön ist und mich heute manchmal selbst noch traurig macht...
Ganz wichtig für mich war: Schminke! Ich musste geschminkt sein, sonst zeigte ich mich niemandem außer meiner Familie (Mutter, Vater, Schwester). Wenn Besuch nach Hause kam, schminkte ich mich. Wenn wir nur kurz einkaufen gingen, schminkte ich mich. Einfach immer, ich konnte nicht ohne. Denn wenn ich mich ungeschminkt im Spiegel anguckte, sah ich das Monster in mir. Es stand direkt vor mir und grinste mich an. Der böse Teil in mir war für mich mein ungeschminktes Ich, welches ich nicht akzeptieren wollte oder konnte. Ich wollte nicht zulassen, dass irgendjemand Anderes dieses Monster zu sehen bekommt und sich womöglich vor mir ekelt oder sonstwas.
Die Klamottenfrage ist ebenso ein sehr heikles Thema für mich gewesen. Im Winter konnte ich das ganz gut, da trägt man ja sowieso lange Ärmel und meistens einen Schal. Doch auch da musste ich drauf achten, welches Oberteil alles verdeckt und z.B. keinen zu weiten Ausschnitt hat und wenn doch, musste ein Schal her, um das zu verdecken! Inzwischen besitze ich fast eine richtige Sammlung an Schalen und Tüchern, um immer einen passenden zu haben. Nun aber zum Sommer... Alle tragen kurze Klamotten, zeigen Haut, fühlen sich wohl usw. - so dachte ich. Daneben kam ich mir mit meinen langen Hosen und Tüchern über Oberteilen immer ziemlich blöd vor... Ja, ihr habt richtig gelesen. Egal, wie heiß es war, ich trug einige Sommer lang nur lange Hosen und besaß nicht mal eine kurze Hose. Ebenso trug ich einige Sommer lang nur Tops/T-Shirts mit einem Tuch drüber, was sicher auch nicht ganz normal aussah. Ich kam mir damit stets so anders vor, doch es war die einzige Möglichkeit, mich halbwegs wohl zu fühlen. Das Problem war nur: Ich hatte nicht so viele Oberteile, die genug verdecken. Mein Kleiderschrank war/ist voll von Sommeroberteilen, aber für mich kamen davon vielleicht 20% infrage. Jeden Morgen das gleiche Spiel:"Was ziehe ich an? Was verdeckt genug? Dieses Oberteil? Es ist so schöööön....aber es hat einen Ausschnitt.". Ich kaufte mir T-Shirts im klassischen T-Shirt-Schnitt aus der Männer- und Jungsabteilung, um etwas mehr Auswahl zu haben. Keine Sorge, die sehen nicht nach Männeroberteilen aus, sondern gefallen mir auch heute noch gut, aber ich fand diesen Schnitt eben perfekt. Trotzdem hasste ich jeden Sommer unter Anderem deswegen.
Jaaa, der Sommer. Viele Menschen lieben ihn: Man kann Eis essen, schwimmen gehen, sich in die Sonne legen und draußen viel unternehmen. Nicht so für mich, denn ich verkroch mich jeden Tag daheim in meinem Zimmer. Ich habe jahrelang Schwimmbäder gemieden! Wenn ich gefragt wurde, ob ich mitkommen möchte in's Freibad, habe ich wie selbstverständlich verneint. Und wenn das Schulschwimmen kam, wie jedes Jahr zur Sommerzeit? Ich habe es jedes Mal umgangen, egal, was ich für eine Strafe bekam. Entweder erschien ich den Tag, an dem wir Sport hatten erst gar nicht oder ich fuhr vorher nach Hause. Manchmal habe ich auch gesagt, ich hätte mein Zeug vergessen oder meine Tage, nur solche Ausreden hatten eine 6 zur Folge. Natürlich war das nicht das, was ich wollte, aber noch viel weniger wollte ich meine Narben zeigen und neben all den anderen Mädchen mit perfekter Haut stehen... Wo ich gerade beim Thema Schulsport bin, kann ich direkt mit dem nächsten Unterthema anschließen: Die Umkleiden und das Umziehen. Auch dort war ich nicht bereit, mich zu zeigen und so ging ich jedes Mal auf die Toilette in der Umkleide, um mich umzuziehen. Dass das auffällt, ist logisch, doch auch das war mir völlig egal. Ganz oben stand für mich jederzeit: Niemand darf meine Narben sehen.

Das sind jetzt nicht alle Faktoren, aber ihr seht bereits: Mein Leben war ein einziges Versteckspiel. Nicht nur ein Versteckspiel vor den Augen anderer Menschen, auch ein Versteckspiel vor mir selbst. Das Traurige daran ist, dass es mich letzendlich auch nicht glücklicher gemacht hat, ich habe mich vielmehr noch beschissener gefühlt. Ich denke nicht gerne an diese Zeit zurück.

Wie sieht es heute aus? In dem Post, in dem ich meine Geschichte beschrieb, erwähnte ich als wichtigen Wendepunkt das Kennen- und Liebenlernen mit meinem Freund. Anfangs war es für mich noch unglaublich schwer, mich ihm zu zeigen. Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Momente erinnern, in denen ich noch sehr verhalten war und so wenig Haut wie möglich zeigen wollte, doch das änderte sich Gott sei Dank schnell, als er mir zu verstehen gab, dass er mich trotzdem liebt und die Narben als einen Teil von mir sieht. Dadurch, dass ich seine wahre Liebe wirklich gemerkt habe, habe ich mich das erste Mal in meinem Leben verstanden und akzeptiert gefühlt. Das legte in mir eine Art Schalter um! Das Thema Skin Picking und Narben ist für mich nicht mehr so deutlich negativ, sondern neutral geworden und ich öffnete mich. Das Schminken wurde für mich kein unverzichtbares Muss mehr, ich fing an, mich anderen Leuten ungeschminkt zu zeigen - Freunde, Bekannte, fremde Menschen. Wenn meine Haut in einem guten Zustand war, fühlte ich mich nahezu ungeschminkt sogar recht wohl. Auch bei dem Thema Klamotten wurde ich offener: Ich traute mich, Haut zu zeigen und kaufte dieses Jahr z.B. ein Jeanskleid ohne Ärmel, welches ich draußen trug. Das Beste kommt aber noch...ich war dieses Jahr seit vielen, vielen Jahren wieder schwimmen! Nicht im Freibad, sondern an einem öffentlichen Gewässer, aber immerhin auch mit Freunden, die teilweise nichts vom Skin Picking wussten. Der erste Schritt war mein Abschlussball im Juni, an dem ich mich trotz schlechtem Hautzustand dazu entschlossen habe, meine beiden Kleider zu tragen, die Ausschnitt zeigten und schulterfrei waren. Ich wollte dieses Event nicht aufgrund meiner Scham sausen lassen und wollte endlich mit diesem Versteckspiel aufhören. All das wurde nur möglich, weil ich mich endlich akzeptieren und stark sein konnte. Von 0 auf 100 funktionierte das natürlich nicht, ich habe mich Schritt für Schritt mehr getraut. Gewisse Dinge würde ich jetzt noch nicht machen, wie beispielsweise ins Freibad gehen oder ungeschminkt in die Schule, aber auch daran kann ich arbeiten. Jedenfalls bin ich sehr stolz auf mich und freue mich riesig, dass ich heute (mit einigen Ausnahmen) so offen mit meinen Narben umgehen kann.

Was wollte ich eigentlich mit diesem Post erreichen? Ich wollte euch mehr von meinem Inneren zeigen und vielleicht erkennt ihr euch, wenn ihr betroffen seid, selbst an manchen Stellen wieder. Eigentlich will ich euch nur deutlich machen, dass es so nicht laufen muss! So eine Art Versteckspiel macht euch nicht glücklich, da ihr euch immer mehr vor Anderen und vor euch selbst verschließt. Es ist absolut nachvollziehbar und ich kenn es selbst, dass man Angst und Scham empfindet, wenn man daran denkt, anderen Leuten seine Haut zu zeigen. Man fühlt sich vermutlich alleine mit diesem Problem, denn in der Schule sieht man ja niemanden, der solche Probleme hat. Und warum nicht? Weil sich andere Betroffene vermutlich genauso verstecken wie ihr - egal, worum es geht. Skin Picking Narben, Narben allgemein, Dehnungsstreifen, Übergewicht, Untergewicht ect.. Kaum jemand mit solchen Problemen geht damit wirklich richtig offen um und präsentiert sich stark und selbstbewusst. Der Gesellschaftsdruck spielt da sicherlich eine große Rolle: Man fühlt sich anders, hat Bedenken, nicht akzeptiert zu werden, hat Angst vor dummen Sprüchen und Ähnlichem. All diese Ängste sind verständlich, doch wenn man bereit ist, seine Ängste zu überwinden, wird man am Ende stark sein und sich besser fühlen. Jeder, der euch dumm von der Seite anmachen sollte, hat schlicht und einfach keine Ahnung und auf so etwas solltet ihr niemals hören! Denkt vielleicht einmal über meine Worte nach oder lasst diesen Post einfach so auf euch wirken.

Nun ist aber genug, ich will euch nicht zu sehr zutexten. Ich wünsche euch alles Gute, egal ob betroffen oder nicht. Bis hoffentlich bald, eure Jacqueline!

14. November 2014

Zwischenziel vom 12.11

Hey ihr! Hier kommt mein Update, was aus dem Zwischenziel von vor zwei Tagen geworden ist. Komplett auf's Drücken zu verzichten habe ich nicht geschafft. Ob das, was ich an meiner Haut gemacht hab, als "wenig" zu bezeichnen ist, weiß ich nicht... Vermutlich nicht. Damit ist mein Zwischenziel schon mal nicht komplett erfüllt, aber das kann ich durchaus akzeptieren. Bei mir brauchen Rückschläge nunmal mehr als einen Tag Zeit. Vom heutigen Abend aus gesehen kann es ab jetzt wieder bergauf gehen! Die schlimmste Phase des Rückfalls ist definitiv überwunden und dieser Gedanke erfüllt mich mit neuer Motivation. Trotzdem werde ich mir vorerst noch kein neues Zwischenziel setzen, sondern abwarten und schauen, wie es läuft. Falls ich mir ein neues Ziel setze, melde ich mich natürlich. :) Bis dahin!

13. November 2014

Fatale Gedanken

Heute hab ich mich ein kleines Stück besser kennengelernt, da ich auf eine Eigenheit von mir aufmerksam wurde... Wenn sich gewisse Hautpartien nach einer bestimmten Zeit nicht bessern, kommt in mir Gleichgültigkeit auf. Dann denke ich mir sowas wie "Ach, scheiß drauf! Es wird sowieso nicht besser, also kannst du es auch schlimmer machen!" und fange wieder ganz schlimm an, zu drücken. Ich verliere die Kontrolle schneller, als mir lieb ist und im nächsten Moment steh ich auch schon voller Unglaube und Scham vor dem, was ich angerichtet hab. Bereits in dem Augenblick fange ich an, zu bereuen. So kämpfen in mir also Reue und Gleichgültigkeit gegeneinander und zu oft gewinnt die Gleichgültigkeit, sodass es am nächsten Tag wieder zu einem Kontrollverlust kommt. Ich sollte mir wirklich überlegen, wie ich das vermeiden kann, denn es tut mir nicht gut. Und ich lasse nicht zu, dass mich solche Gedanken auf Dauer beherrschen und am Ende siegen!

12. November 2014

Rückschlag

Tja, auch ich muss mal mit Rückfällen leben... Wie jetzt gerade. Gestern und heute lief es nicht gut, ich habe teilweise ziemlich doll an meiner Haut gedrückt. Ich muss auch sagen, dass ich ein wenig enttäuscht von mir selbst bin. Ich hab zugelassen, meine Haut ein erneutes Mal zu zerstören. Ich habe dem Monster in mir freie Bahn gelassen. Doch letzendlich weiß ich, womit ich das wieder gutmachen kann. Indem ich wieder aufstehe und weiter kämpfe! Aufgeben ist nicht drin, das würde mich nicht weiter bringen. Ich setze mir hiermit als Zwischenziel, in den nächsten 2 Tagen möglichst wenig, vielleicht sogar gar nicht zu drücken, damit sich meine Haut von den Rückfällen erholen kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, ob ich das Ziel erreicht habe. Machts gut! :)

10. November 2014

Was hilft mir?

Gott sei Dank hab ich gelegentlich die Möglichkeit, an den PC meines Vaters zu gehen und dort Beiträge zu verfassen, was heute der Fall ist. In diesem Post soll es darum gehen, was mir persönlich hilft und wie meine Pflegeroutine aussieht. Das soll am Ende keine Aufforderung für euch darstellen, es genauso zu machen, es dient nur zur Info und vielleicht wollt ihr ja das Ein oder Andere ausprobieren.


Meine Pflegeroutine:
Ich habe bereits erwähnt, dass ich generell Probleme mit (zeitweise starker) Akne hatte bzw. habe und dazu kommt, dass ich eine extrem schnell und doll fettende Haut habe. Vor ein paar Jahren hab ich deswegen sehr aggressive Produkte von z.B. Clearasil benutzt, aber inzwischen meide ich sowas und benutze nur sehr wenig Produkte.
Morgens und abends wasche ich mein Gesicht, wenn ich den ganzen Tag ungeschminkt und zuhause bin, eventuell auch noch einmal zwischendurch. Zum Abtrocknen benutze ich natürlich ein extra Gesichtshandtuch, welches ich regelmäßig wechsle. Zum Abschminken benutze ich einfache Abschminktücher von "Lilibe", einer Eigenmarke von Rossmann. Abends benutze ich eine Creme für unreine Haut aus dem The Body Shop. Sie ist aus der Tea-Tree-Serie, heißt "Tea tree Blemish fade night lotion" und ist wirklich gut für meine fettige Haut. Ich habe auch das Gefühl, dass Pickelmale dadurch schneller verblassen und mein Hautbild besser wird. Ein- bis zweimal die Woche verwende ich eine fertige Heilerdemaske von Luvos, von der kann ich auch nur Positives berichten, gerade bei meinem Hauttyp.
Das war's zum Gesicht, jetzt kommen die Produkte für sonstige Körperregionen. An erster Stelle steht da mein Duschpeeling von Nivea, welches ich fast jedes Mal beim Duschen verwende. Es reinigt die Haut, entfernt abgestorbene Hautschüppchen und ist weder zu aggressiv noch zu mild. Ganz klasse Produkt! Jetzt kommt etwas, wo es geteilte Meinungen über die Wirksamkeit gibt... BiOil. Vielleicht habt ihr davon schon einmal gehört oder die Werbung im TV gesehen. Es soll bei regelmäßiger Anwendung Narben, Dehnungsstreifen oder sonstige ungleiche Hauttönungen vermindern. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich etwas bringt, allerdings muss es dafür wirklich regelmäßig über längere Zeit verwendet werden. Erwartet also keine Wunder nach wenigen Tagen, wenn ihr BiOil ausprobieren wollt. Ein großer Minuspunkt ist für mich, dass es selbst nach Ewigkeiten nicht einzieht (obwohl die Beschreibung das verspricht), aber damit kann man sicher leben.

Tipps, die mir helfen:
Welche von den vielen Tipps, die ich euch mal mitgeteilt habe (Tipps), helfen mir eigentlich? Hier kommt die Antwort.
1. Eine große Hilfe allgemein und auch zwischendurch bei Rückfällen ist für mich das Reden. Manchmal gibt es eben Momente, wo ich mich selbst nicht motivieren kann oder fertigmachen lasse und dann hilft es, sich alles Negative von der Seele zu reden und sich Ratschläge und liebe Worte anzuhören. Das mache ich vielleicht zu selten, gebe ich zu, aber dennoch hilft es.
2. Auf Erfolge und Ziele blicken ist für mich ebenso ein ganz effektiver Punkt. Mir wurde mal gesagt, eine meiner auffälligsten Eigenschaften sei es, dass ich ehrgeizig bin. Irgendwie kann ich das hierbei bestätigen: Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, will ich das auch erreichen und wenn ich daran denke, wie gut ich mich bei einem Erfolg fühlen werde, steigert das mein Durchhaltevermögen. Ich mag es nicht, zu verlieren und jeder Misserfolg ist für mich erstmal schwer wegzustecken. Das kann natürlich schnell zu einer negativen Eigenschaft werden, aber darum geht es hier ja nicht. :D
3. Wie schon ein paar Mal erwähnt, habe ich erkannt, dass in Sachen Gesichtspflege weniger mehr ist. Ich wollte es erst nicht einsehen, aber es ist wirklich so.
4. Ich führe seit meinem letzten starken Rückfall ein Tagebuch über meine Dermatillomanie. Darin halte ich sogut wie jeden Tag fest, wie es an dem jeweiligen Tag so lief und wie ich mich fühle. Auch negative und positive Einflüsse notiere ich mir, ebenso kleine Zwischenziele und ob ich sie erreicht habe oder nicht. Es ist mir dabei völlig egal, wieviel ich jeweils schreibe, es geht nur darum, dass ich schreibe. Nach gewissen Zeitspannen kann ich mir dann die Entwicklung ansehen, was ich persönlich sehr interessant und wichtig beim Kampf gegen Skin Picking finde.
5. Wie ihr vielleicht erraten konntet, habe ich die "Tapping-Methode" in meinen Alltag eingebaut und ebenso benutze ich einen kleinen Massageball als Beschäftigung für meine Hände, wenn mir danach ist. Meine Erfahrungen beim Tapping sind bisher sehr positiv, ich fühle mich danach tatsächlich besser und befreiter von negativen Stimmungen. Natürlich muss man sich wirklich darauf einlassen, sonst bringt es nur wenig.
6. Was ich bisher vergessen habe: die Ernährung. Nein, ich will an dieser Stelle nicht sagen:"Lasst bloß die Finger von fettigem Fast Food, Chips, Schokolade und all dem Kram!" Das ist Quatsch. Ich bin der Meinung, dass man sich auch mal was gönnen sollte. Aber wie gesagt, darum geht es mir gar nicht. Aber was wirklich helfen kann bzw. mir hilft:
- mehr Wasser trinken
- weniger/keine Milchprodukte
Seit ich mehr Wasser trinke und häufiger mal Gemüse oder Obst esse, geht es mir nicht nur ein bisschen besser, meine Haut scheint davon auch zu profitieren. Das ist natürlich wundervoll und gleichzeitig so einfach! Seit mir meine Hautärztin mal riet, ich solle auf Milchprodukte verzichten, da viele Menschen mit Akne diese nicht gut vertragen, habe ich das getan und siehe da: Auch dieser Tipp hat etwas gebracht. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich im Nachhinein feststellen musste, dass ich vermutlich sowieso an Laktoseintoleranz leide. Ob meine Besserung der Haut bei Milchproduktverzicht damit etwas zutun hat oder nicht, kann ich also nicht sagen. Dennoch solltet ihr das vielleicht auch einmal für eine gewisse Zeit ausprobieren.

Bilder der genannten Produkte:
 
Tea Tree Nachtcreme
Abschminktücher
Heilerdemaske von Luvos
BiOil
Duschpeeling von Nivea

So, das war's erstmal. Bis hoffentlich bald!

8. November 2014

Info

Und wieder melde ich mich von meinem Handy... Die wenigen Leute, die sich auf meinem Blog regelmäßig umsehen, müssen ab jetzt für unbekannte Zeit mit weniger oder gar keinen Posts rechnen. Mein PC hat den Geist aufgegeben, ich hasse Technik... Wünsche euch trotzdem weiterhin viel Erfolg beim Kampf gegen das Skin Picking, wenn ihr betroffen seid und allen Anderen wünsche ich einfach so eine schöne Zeit. :)

7. November 2014

Vorher-Nachher

Seit Ewigkeiten wollte ich mal einen Vorher-Nachher-Vergleich zwischen meinem ungeschminkten und geschminkten Gesicht machen, doch bisher kam ich nie dazu. Heute hab ich es endlich geschafft und teile das Ergebnis mal mit euch - 2 Vergleiche, 4 Fotos, zweimal ungeschminkt und zweimal geschminkt, 2 verschiedene Lichtverhältnisse. Da ich mit den Ergebnissen nicht hundertprozentig zufrieden bin, werde ich diese Aktion mit Sicherheit nochmal wiederholen.

Links bin ich jeweils ungeschminkt und rechts bin ich so geschminkt, wie ich mich im Alltag schminke. Dazu gehören Concealer, Abdeckstift, Puder, Mascara, Augenbrauenstift und -puder, dezenter Lippenstift und Rouge (letzteres benutze ich nicht jeden Tag). Mein Hautzustand ist im Gesicht momentan sehr gut und meine Haare sind frisch gefärbt, wirken hier allerdings 'nen Ticken dunkler als sie wirklich sind. ;)



Spezieller Tipp

Der folgende Tipp hebt sich etwas von den vorherigen Tipps ab, deshalb kommt er in einen extra Post. Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, dass er mir persönlich etwas bringt, nur ist die Sache hierbei: Man braucht wirklich Disziplin und Stärke! Es ist nicht so leicht, bei diesem Tipp nicht doch wieder in einer Skin-Picking-Episode zu enden.

Voraussetzung ist wieder, dass ihr euch darüber im Klaren seid, wie/wann/wo/unter welchen Umständen ihr skinpickt. Ganz besonders das "Wo?" ist wichtig. Bei mir ist es vorzugsweise im Bad, wo wir einen Alibert mit extra eingebautem Licht haben. Manchmal auch an hellen Fenstern, wo tagsüber viel Licht hinein scheint. Wenn ich also den Drang habe, beispielsweise nach dem Frühstück zur Balkonfenstertür zu gehen und dort mein Dekolleté, meine Schultern und Oberarme zu bearbeiten, dann geh ich da auch hin. Ich geh genau dort hin, aber der Punkt ist: Ich bearbeite meine Haut nicht! Ich schaue sie höchstens an und lasse dann von mir ab. Ich erfülle mir mit dem Hingehen zum Fenster dann dieses Gefühl des Drangs, aber ich skinpicke nicht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass man bei diesem Tipp im ersten Moment dem Drang nachgeht, sich dann aber austrickst und nicht skinpickt. Klingt irgendwie kompliziert, aber das ist es gar nicht.

Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Wenn nicht, dann lasst es mich wissen. :)

6. November 2014

Zwischenziel erreicht!

Heute Abend melde ich mich von meinem Handy. Ich wollte euch etwas Wichtiges wissen lassen. Undzwar hab ich mir für den gestrigen Tag ein Ziel gesetzt: KEIN Drücken! Gestern hab ich dieses Ziel nicht erreicht, aber heute dann. Ich bin ein wenig stolz auf mich und  verdammt, es fühlt sich so unglaublich gut an, nicht an meiner Haut gedrückt zu haben! Ich möchte meiner Haut in Zukunft nicht mehr bei der Heilung im Weg stehen, sondern ihr dabei helfen und mich um sie kümmern. Ich möchte das wirklich!

Eindrücke meiner Haut

Ich fange mein Tagebuch hier ganz bewusst mit Fotos an, damit ihr euch in etwa vorstellen könnt, wie das überhaupt aussieht. In dem Post "Meine Geschichte" habe ich erwähnt, dass ich Anfang letzten Monats einen ziemlich großen Rückfall hatte und zu der Zeit hab ich die ersten Fotos aufgenommen - 5 Stück an der Zahl. Genauer gesagt entstanden diese Fotos am 19.10 und am 1.11, also fast 2 Wochen danach, habe ich die nächsten 2 Bilder gemacht. Auch da hat sich der Hautzustand nicht großartig verbessert, aber egal. Vielleicht halte ich den 2-Wochen-Rhythmus ein, in dem ich Fotos schießen werde.

Anmerkung: Die Fotos, die gleich folgen werden, zeigen nur in gewisser Weise die Realität. In echt wirkt das Ganze nochmal anders! Außerdem ist der Zustand meiner Haut auf den Fotos kein Vergleich zu meiner Haut in den schlechtesten Zeiten.


19.10.14






1.11.14

5. November 2014

Meine Geschichte

Bisher hab ich mich sehr allgemein gehalten, doch nun werde ich etwas persönlicher werden. In diesem Post soll's um meine "Vorgeschichte" mit dem Skin Picking gehen. Ich versuche vorerst, nicht allzu ausführlich zu schreiben, sonst würde dieser Post den Rahmen sprengen.

Fangen wir ganz vorne an: Ich kam früh in die Pubertät und bekam deshalb auch schon früh Probleme mit meiner Haut. Anfangs war es noch überschaubar und nicht groß auffällig, aber als ich ungefähr 12 war, ging's so langsam mit Akne los. Ich erinnere mich kaum an die Zeit, für mich ist die Vergangenheit lediglich voll von Hautproblemen und all dem Kram. Ich habe keinen blassen Schimmer, wieso ich angefangen habe, krankhaft an meiner Haut zu drücken. Zuerst war es ja noch in einem normalen Rahmen, aber irgendwie fand ich Gefallen dran und naja, dann fing der Teufelskreis an. Schnell wurde es abnormal, wie sehr ich drückte, doch ich wusste nicht, was ich tat. Ich bekam nur von allen Seiten zu hören:"Lass deine Haut in Ruhe, das macht es nur noch schlimmer!" Solche Kommentare gingen spurlos an mir vorbei, ebenso die Jahre.

Erst vor knapp 2 Jahren (ungefähr mit Mitte 15) erfuhr ich durch einen Zufall, dass es absolut nicht normal ist, was ich tue. Ich wusste, wieso ich mich damit schon lange so schlecht fühlte. Das hat mich damals getroffen wie der Schlag... Ich wollte genau wissen, was mit mir los ist und informierte mich im Internet über jegliche Kleinigkeit des Skin Pickings. Zu der Zeit ging es mir allgemein psychisch durch viele Faktoren sehr schlecht, weshalb ich da noch nichts unternahm. Ich machte weiter und weiter, bestrafte mich selbst mit noch mehr Skin Picking dafür, was ich mit mir anstellte. Ich sah mich als ein Monster an, das sich selbst entstellt und hasste mich dafür, was ich war und wie ich aussah. Ja, es war Hass. Außerdem sah ich keinen Ausweg, konnte mir selbst nicht helfen und sprach mit niemandem über meine Probleme. Ich versuchte, mit Schminke zu retten, was zu retten war und zog Kleidung an, die alles sorgfältig verdeckte. Der Teufelskreis hatte mich fest im Griff.

Doch heute ist es anders, komplett anders. Ich hab durch meinen Freund, den ich jetzt seit mehr als 1 1/2 Jahren kenne und mit dem ich bald ein Jahr zusammen bin, die Lebensfreude wiedergefunden. Ich bin wirklich ein ganz anderer Mensch durch ihn geworden, habe quasi eine 180°-Drehung gemacht und bin viel glücklicher mit meinem Leben und mit mir selbst. Er zeigte mir, dass er mich trotz meiner Verhaltensstörung und all den schon entstandenen Narben liebt und akzeptiert und ab da wollte ich mich selbst akzeptieren können. So fing ich vor ca. 7 oder 8 Monaten langsam damit an, gegen das Skin Picking anzugehen. Es war völlig unstrukturiert und funktionierte nicht wirklich gut oder lange... Es war wie eine Achterbahnfahrt, mal gab es Hochphasen und mal Tiefphasen. Ich glaubte nicht zu 100 % daran, dass ich es schaffen kann und ließ mich immer noch sehr von den Tiefphasen runterziehen.

Was ich dazu sagen muss: Mein Freund und ich führen eine Fernbeziehung und sehen uns nur alle paar Monate für mehrere Tage, zuletzt für 3 Wochen in den Sommerferien. Jedenfalls lief es immer extrem gut, wenn er bei mir war oder ich bei ihm. Es fiel mir so leicht, gar nicht erst an meiner Haut zu drücken, ich brauchte dafür quasi keine Kraft. Doch wenn ich alleine war, lief es wieder schlechter. So ging das bis zu den besagten 3 Wochen, nach denen ging es mit meiner Haut nur noch bergauf. Ich wurde noch viel offener, was meine Haut betrifft: Ich zeigte mich ausgewählten Menschen ungeschminkt, war sogar wieder schwimmen (wovor ich mich seit Jahren drückte)! Soweit, sogut.

Anfang letzten Monats hatte ich dann den größten Rückfall seit langer, langer Zeit... Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber ich vermute mal, ich fühlte mich zu oft einsam. Jedenfalls fing der Teufelskreis wieder an und ich zerstörte meine bis dahin gut geheilte Haut. Was aber am schlimmsten war: Ich fühlte mich zurückgeholt in die alte Zeit, in der es mir mit dem Skin Picking so schlecht ging. Nein, ich wollte nicht wieder von vorne anfangen und ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, ob ich die Kraft dafür hab. Doch Gott sei Dank fand ich wieder Motivation, als ich mir Youtubevideos von anderen Betroffenen ansah und mir klar wurde, dass ich mir diesen Rückfall verzeihen muss. Seitdem bin ich wieder am Ball - das ist der jetzige Stand.

Ganz kurz ein paar Fakten, die bis hierhin unklar sein könnten:
- meine Familie weiß über das Skin Picking Bescheid
- manche Freunde wissen Bescheid
- bei mir sind Gesicht, Hals, Rücken, Oberarme, Schultern, Dekolleté und teilweise die Oberschenkel betroffen

Hiermit beende ich diesen Post, der doch etwas länger wurde als geplant. Verzeiht es mir, ich könnte so unglaublich viel dazu erzählen und hab hier sicher einige Lücken gelassen. Bei Unklarheiten oder Fragen könnt ihr euch melden!

4. November 2014

Tipps gegen Skin Picking

Ich stelle euch hier mal einige Tipps zusammen, die teilweise auch mir halfen bzw. helfen und wenn ihr betroffen seid, könnt ihr bei Interesse ja mal schauen, welche Tipps davon euch ansprechen. Aber denkt dran: Disziplin und Geduld sind das A und O, gebt nicht nach wenigen Tagen auf! PS.: Ich kann euch natürlich keine Garantie auf diese Tipps geben, ihr sitzt am Steuer und müsst selbst an euch arbeiten.

Tipp 1: Setzt Vertrauenspersonen von eurem Problem in Kenntnis!
Wenn ihr bisher für euch behalten habt, worunter ihr leidet und wie es euch geht, dann ändert das! Ich bin selbst ein Mensch, der gerne etwas für sich behält, aber ich kann aus Erfahrung sagen: Mit Anderen darüber zu sprechen, nimmt einem einen Teil der Last ab. Man fühlt sich freier und nicht mehr so alleine. Außerdem können euch Menschen, die Bescheid wissen, zur Seite stehen und euch bei Rückfällen wieder aufmuntern.
Also sucht euch Menschen aus eurem Umfeld (z.B. Eltern, enge Freunde, der Partner), denen ihr eure Sorgen anvertrauen möchtet und erklärt ihnen, was euer Problem ist. Sagt einfach die Wahrheit, wie es euch damit geht und dass ihr damit nicht mehr alleine sein möchtet. Es könnte schwer werden, so offen zu sein, aber letzendlich geht es euch besser.

Tipp 2: Nicht aufgeben, wenn ihr Rückfälle erleidet!
Ich weiß selbst, das ist viel leichter gesagt als getan... Doch macht euch klar: Rückfälle gehören leider einfach dazu, ihr könnt nicht erwarten, dass von 0 auf 100 alles besser wird. Ihr arbeitet schrittweise und gelegentlich kann es vorkommen, dass ihr einen Schritt zurück macht. Aber das Wichtige ist, euch diesen Schritt zu verzeihen, ihn wieder wettzumachen und weiter vorwärts zu gehen! Blickt nicht auf die Rückfälle zurück, sondern konzentriert euch auf das, was ihr bereits geschafft habt und was ihr schaffen wollt. Wenn ihr aufgebt, könnt ihr nicht wissen, was ihr vielleicht erreichen könntet.

Tipp 3: Übertreibt es nicht mit Pflegeprodukten!
Natürlich sollten euch gewisse Grundvoraussetzungen klar sein: Gesicht regelmäßig (vorzugsweise morgens und abends) waschen, ein extra Handtuch für's Gesicht nehmen, immer ordentlich abschminken usw.. Aber man kann auch darüber hinaus etwas für seine Haut tun, sollte dies jedoch nicht übertreiben. Zu viele Pflegeprodukte können eure Haut überfordern und/oder reizen. Ich hab selbst festgestellt, dass weniger mehr ist. Jede Haut ist unterschiedlich und keiner kann pauschal sagen, dass Produkt xy garantiert Wunder wirkt, deshalb: Findet euer eigenes Produkt/eure eigenen Produkte, die euch helfen! Wenn ihr z.B. eine Creme, ein Peeling und eine Gesichtsmaske von einer Serie geeignet für euch haltet, dann reicht das bereits aus. Schaut, dass ihr Peelings und Masken nicht zu oft verwendet, sondern ein gutes Maß findet.

Tipp 4: Beschäftigungsalternativen für unruhige Hände
Wenn ihr unruhige Hände habt und ständig an etwas rupft/zupft oder rumspielt, dann ist dieser Tipp sicher ein Durchlesen wert. Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr abends vor dem TV sitzt, dann "suchen" sich eure Hände irgendeine Beschäftigung und landen letzendlich wieder im Gesicht oder an anderen Hautstellen und kratzen bzw. pulen. Das könnt ihr vermeiden, indem ihr eine Alternative sucht. Das können irgendwelche kleinen Gegenstände sein wie ein Glücksstein, ein Massageball, Knete und vieles mehr. Hauptsache, ihr mögt diesen Gegenstand und er beschäftigt eure Hände gut. Andererseits könntet ihr euch auch auf eure Hände setzen oder sie zu Fäusten ballen o.Ä.. Als Anregung könnt ihr euch dieses Video ja mal ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=QdQoGp-6XiU&list=UUFshMVBrnnGZpXsq1eO5eLw

Tipp 5: Wie? Wann? Wo? Unter welchen Umständen?
Diesen Tipp sollte man gleich zu Anfang beherzigen, wenn man mit dem Skin Picking aufhören möchte. Es ist sozusagen eine Art Voraussetzung, die euch bei weiteren Maßnahmen helfen kann. Worum es geht: Werdet euch bewusst, wie sich das Skin Picking bei euch verhält. Wann macht ihr es (abends, morgens, nach dem Abschminken ect.)? Wie macht ihr es (vor dem Spiegel, am Fenster/mit den Fingern, mit Hilfsgegenständen...)? Wo macht ihr es (im Bad, im Zimmer ect.)? Beeinflussen euch gewisse Gefühle wie Stress, Traurigkeit oder Nervosität? Wenn ihr ganz genau über all diese Faktoren Bescheid wisst, könnt ihr eventuell gewissen Skin-Picking-Episoden aus dem Weg gehen. Ihr könntet dazu z.B. eine Art Tagebuch führen und notieren, was euch an diesem und jenem Tag zum Skin Picking gebracht hat. So lernt ihr euch selbst besser kennen und könnt euch, wie gesagt, vielleicht austricksen.

Tipp 6: Spiegel
Jaaa, die lieben Spiegel sind unsere besten Freunde... Was kann man also machen, dass Spiegel einen nicht in ihren Bann ziehen und zum Skin Picking verleiten? Darauf sag ich: Da kann man ganz viel machen!
1. Variante: Klebt euch Zettel an die Spiegel, die ihr für gewöhnlich für euer Skin Picking "benutzt". Da schreibt ihr dann Warnungen oder Befehle drauf wie "Hände/Finger weg!" oder "Hör damit auf, sofort!". Natürlich können das auch Motivationssprüche sein, die nicht so negativ wirken. Klebt sie euch auf Augenhöhe, sodass ihr sie nicht übersehen könnt.
2. Variante: Geht nicht zu nah an eure Spiegel heran, da könntet ihr euch zur Hilfe am Boden eine Markierung setzen (z.B. mit Kreppband), die ihr nicht übertreten dürft. Von weiter weg könnt ihr nämlich nicht jede kleine Unreinheit erkennen.
3. Variante: Benutzt so wenig Licht wie möglich, wenn ihr am Spiegel seid. Habt ihr im Bad beispielsweise einen Alibert mit extra Licht? Dann lasst dieses Licht aus! Habt ihr einen Schminktisch mit extra Licht? Lasst es aus! Je weniger Licht, desto weniger könnt ihr erkennen.
4. Variante: Stellt euch einen Timer, wie viel Zeit ihr vor dem Spiegel oder auch im Bad verbringen dürft. Wenn der Alarm losgeht, wendet ihr euch vom Spiegel ab bzw. verlasst das Bad.
5. Variante: Die letzte Möglichkeit könnte sein, dass ihr eure Spiegel abdeckt. Dazu müsst ihr nicht unbedingt Zeitung nehmen, es können auch schöne Tücher o.Ä. sein, sodass es nicht zu störend oder hässlich aussieht.

Tipp 7: Setzt euch realistische Zwischenziele!
Wie bereits erwähnt, arbeitet man schrittweise gegen das Skin Picking. Ihr könnt euch dabei helfen, indem ihr euch kleine Zwischenziele setzt. Das können Veranstaltungen sein, bei denen ihr möglichst hübsch aussehen wollt oder die nächste Jahreszeit (z.B. der Sommer), wo ihr dann gute Erfolge sehen wollt. Wichtig hierbei: Diese Ziele sollten nicht in zu naher Zukunft wie ein paar Tagen sein, sondern eher ein paar Wochen entfernt sein. Ihr müsst nämlich die Möglichkeit haben, bis dahin auch das gewünschte Ziel zu erreichen und auf diesem Weg können natürlich wieder Rückfälle kommen, bei denen ihr Zeit braucht, um sie zu "verdauen". Generell braucht eure Haut einfach Zeit, um sich zu regenerieren und diese Zeit solltet ihr eurer Haut geben. Wenn ihr dieses Zwischenziel erreicht habt, könnt ihr euch auf eine Art belohnen und euch das nächste Ziel setzen. So wirkt eurer Kampf gegen das Skin Picking strukturierter und überschaubarer, denn dann könnt ihr euch immer wieder über die Erfolge freuen.

Tipp 8: Tapping!
Das ist wirklich ein sehr spezieller Tipp, bei dem ihr selbst ausprobieren müsst, ob er euch hilft. die "Tapping-Methode" oder auch "Emotional Freedom Technique" auf Englisch ist quasi eine Antistress-Methode, die euch helfen kann, Belastungen zu vermindern. Wenn ihr nähere Informationen wollt, dann ist hier der Wikipediaartikel zu Emotional Freedom Techniques:

http://de.wikipedia.org/wiki/Emotional_Freedom_Techniques

Diese Methode könnt ihr wie ein Ritual in euren Alltag einbauen und zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafen ausführen. Wie das genau geht, seht ihr in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=yoxpFK9CmTQ&list=UUFshMVBrnnGZpXsq1eO5eLw&index=31

Ich hab mir die Sprüche auf Deutsch übersetzt, weil es mir dann deutlicher/klarer wird und mich mehr erreicht. Schaut selbst, was euch mehr erreicht.

Das war's erstmal von mir, wenn ich noch etwas hinzuzufügen habe, werde ich das tun und Anregungen bzw. weitere Tipps von euch sind immer willkommen! Ich wünsche euch viel Erfolg! :)

Edit vom 13.4.2016: Diese kleine Liste ist jedoch noch längst nicht alles, was ich hier zum Thema Tipps gepostet hab! Mit der Zeit hat sich noch viel mehr angesammelt, was zusammen nicht mehr in einem Post zu erfassen ist. Wenn ihr mehr dazu lesen wollt, schaut doch mal bei meinen Posts vorbei, die unter "Tipps" oben rechts in der Sidebar gelabelt sind. Wenn ihr das auf die Schnelle nicht findet, klickt einfach hier.

2. November 2014

Skin Picking? Derma-was?

Der erste Post soll eine Information dazu darstellen, was Skin Picking bzw. Dermatillomanie überhaupt ist. Natürlich könntet ihr an dieser Stelle einfach mal googlen, aber das ist zu viel Aufwand, hab ich recht? ;) Deshalb kommt hier nun eine von mir erstellte Erklärung.

Das deutsche Wort Dermatillomanie kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus drei Teilen zusammen: Derma (Haut), tillein (rupfen/zupfen) und Mania (Wahnsinn, Begeisterung). Das Ganze ist also eine Verhaltensstörung, wie ich es bezeichne, bei der man einen starken Drang dazu verspürt, an seiner Haut zu drücken/zu kratzen/o.Ä.. Laut Wikipedia ist es eine Impulskontrollstörung und im DSM 5 (einem amerikanischen Klassifikationssystem in der Psychiatrie) ist es als psychische Störung anerkannt.

Nun denkt ihr euch vielleicht, dass das ja eigentlich recht normal klingt und dass es sicher viele Leute tun. Aber es gibt da einen großen Unterschied. Menschen, die nicht an dieser Störung leiden, machen das gelegentlich mal und können jederzeit damit aufhören. Menschen mit dieser Störung bearbeiten ihre Haut mit Fingern oder auch mit Hilfsmitteln wie Pinzetten, Nadeln oder ähnlichen Gegenständen mehr als nur wenige Sekunden lang. Sie können damit mehrere Stunden täglich verbringen und merken nicht, wie die Zeit vergeht, da sie sich wie in Trance fühlen. Jegliche Warnungen oder das Wissen um Konsequenzen werden ausgeblendet. Betroffene fühlen sich währenddessen gut und auf eine Art und Weise befriedigt, doch wenn sie endlich aufhören, treten an diese Stelle negative Gefühle wie Scham, Hass und Reue. Was auch noch dazu kommt: Diese Menschen können unter normalen Umständen dem Drang, dieser "Beschäftigung" nachzugehen, nicht widerstehen!

Was sind die Folgen? Da die gleichen Hautstellen wieder und wieder aufgepult/aufgekratzt werden, können sie nicht verheilen und so entstehen Narben. Das muss nicht nur im Gesicht sein, auch andere Körperregionen wie der Hals, die Schultern, die Oberarme, der Rücken, das Dekolleté oder Beine können betroffen sein. Durch Narben an diesen Stellen entstehen bei Betroffenen Scham- und Schuldgefühle und eventuell sogar Selbsthass. Manche brechen ihre sozialen Kontakte ab, verschanzen sich in ihren Zimmern und vermeiden jegliche Aktionen, bei denen man diese Hautstellen sehen könnte - bspw. Schwimmen, Sauna usw..

Zu weiteren Informationen oder bei Interesse kann ich neben Wikipedia diese Seite wunderbar empfehlen:
http://www.skin-picking.de/